Terrorismus und internationale Beziehungen

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Der Kurs Terrorismus und internationale Beziehungen untersucht die Art und Weise, wie Terrorismus und seine Auswirkungen mit Fragen und Problemen der internationalen Beziehungen interagieren. Bis zum Kalten Krieg schenkte der Bereich der internationalen Beziehungen, der unter dem Deckmantel von Diplomaten und Soldaten geführt werden sollte, dem Terrorismus wenig Aufmerksamkeit. Der Terrorismus wurde bisher als eine Angelegenheit staatlicher Gerichtsbarkeit erlebt und somit als eine lokalisierte "Unordnung" interpretiert, die nur diejenigen bedroht, die damit imprägniert sind. Mit dem westfälischen Analysesystem könnten nur die Friedensfolgen eines zwischenstaatlichen Konflikts die Entwicklung der internationalen Beziehungen zwischen den Mächten bestimmen.

Mit dem Abschluss der ersten Phase der Entspannung, dem Abbau einer von der amerikanischen Macht garantierten westlichen Ordnung, definieren die neuen indirekten Ost-West- und Nord-Süd-Konflikte den Terrorismus neu, um ihn vollständig in die Beziehungen zwischen großen Systemen und Blöcken zu integrieren. Die barbarische/zivilisierte Dichotomie wird als eine wahre Analysekategorie ausgearbeitet und ermöglicht so die Neueinstufung des klassischen Terroraktes in einer vereinfachten und globalisierten Form. Der Begriff des "internationalen Terrorismus" symbolisiert die Integration dieser Form der Gewalt in die Theorie der internationalen Beziehungen und des strategischen Denkens. Die "Good Practices" der barbarisch/zivilisierten Dichotomie werden im Zentrum vieler Theorien von Geopolitikern und Strategen stehen. Der wachsende Erfolg dieser Analysen, um die Repräsentationen der politischen Akteure auf beiden Seiten des Atlantiks zu beeinflussen, hat direkte Auswirkungen auf die Repräsentationen des Bereichs der internationalen Beziehungen.

Die Anschläge vom 11. September stellen einen grundlegenden Durchbruch dar. Der in den Rang eines "Globalismus" erhobene Terrorismus wird als neue Form der Nord-Süd-Kriegsführung neu interpretiert. Der von der Bush-Administration proklamierte "Krieg gegen den Terror" ordnet den Bereich der internationalen Beziehungen neu. Von Afghanistan bis zu den Schurkenstaaten, vom Projekt im neuen Nahen Osten bis zur Europäischen Union oder sogar Russland und seinen Verbündeten, die unilateralistischen amerikanischen Entscheidungen verändern das gesamte multilaterale System der internationalen Beziehungen, das auf der Asche des Kalten Krieges aufgebaut ist, das durch den Fall der Berliner Mauer symbolisiert wird, in die Tiefe.

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