Zu den Ursprüngen des Untergangs der Weimarer Republik
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Das demokratische Experiment der Weimarer Republik, das etwas mehr als ein Jahrzehnt dauerte, war von intensiven sozialen Spannungen und notorischer politischer Instabilität geprägt. Unser Ziel ist es, den Prozess zu entschlüsseln, durch den die Nazis friedlich die Macht übernahmen und damit die Entstehung des Dritten Reichs einleiteten. Diese radikale Veränderung führte zu Hitlers rascher Aufhebung der persönlichen und politischen Freiheiten, die den Weg für die Vernichtung der Juden und die Ausrufung des Zweiten Weltkriegs ebnete. Es handelt sich um einen Wendepunkt in der Geschichte, an dem die Unfähigkeit, stabile Regierungen zu bilden, dazu diente, Hitler, seine politische Agenda und seine extremen Handlungen zu legitimieren.
In unserer Untersuchung dieses Themas werden wir die Frage sowohl auf globale als auch auf kausale Weise angehen. Institutionalisten neigen dazu, "große Fragen" zu stellen und versuchen, die sozialen und politischen Strukturen als Ganzes zu verstehen. Auf der anderen Seite wählt die Rational-Choice-Theorie mit ihrem rigorosen methodischen Ansatz ihren Untersuchungsgegenstand mit besonderer Präzision aus.
Es gibt verschiedene Denkrichtungen wie den Konstruktivismus, die argumentieren, dass es in den Sozialwissenschaften schwierig oder sogar unmöglich ist, Ursache-Wirkungs-Beziehungen klar zu unterscheiden. Konstruktivisten argumentieren, dass es aufgrund der inhärent subjektiven und veränderlichen Natur sozialer Beziehungen komplex ist, die ihnen innewohnenden Konflikte zu erfassen. Die marxistische Perspektive hingegen sträubt sich dagegen, direkte kausale Beziehungen zu identifizieren. Diese Methodik begreift die Welt durch eine historische Dialektik, in der jeder Faktor ein Ergebnis beeinflussen kann und dieses Ergebnis wiederum die ursprüngliche Variable beeinflusst. In diesem Rahmen werden Ursache und Wirkung als voneinander abhängig und sich gegenseitig beeinflussend gesehen, anstatt als getrennte und unterschiedliche Elemente.
Die zentrale Frage unserer Studie lautet: Welche Faktoren haben zum Untergang der parlamentarischen Weimarer Republik und zum Aufstieg Adolf Hitlers an die Macht beigetragen? Welche spezifischen Elemente können dieses bedeutende historische Phänomen erklären? Lassen sich die verschiedenen Faktoren auf individuelle Verantwortung, wirtschaftliche Umstände wie den drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit, dysfunktionale politische Institutionen oder die unwiderstehliche Anziehungskraft eines charismatischen Führers wie Adolf Hitler zurückführen? Durch die Untersuchung dieser verschiedenen Dimensionen werden wir versuchen, ein differenziertes Verständnis dieser kritischen Periode der deutschen und der Weltgeschichte zu entwickeln.
Der fragliche Zeitraum, der inmitten einer Ära von Revolutionen, wie der in Russland, und großen Konflikten eingebettet ist, ist von intrinsischem Interesse. Diese Epoche war auch von großen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Industrialisierung und der Vereinigung von Nationen wie Italien und Deutschland geprägt. In Deutschland war die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen besonders entscheidend, da sich der Zweite Weltkrieg am Horizont abzeichnete.
Was die Demokratietheorie betrifft, so leitete Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg sein erstes demokratisches Experiment ein. Diese Zeit ist reich an Schlüsselkonzepten, die mit der Demokratie verbunden sind, wie Wahlsysteme, die Rolle von Institutionen, politischen Parteien und Ideologien. Daher bietet die Untersuchung des Untergangs der Weimarer Republik wertvolle Einblicke in die Zerbrechlichkeit der Demokratie in einem turbulenten sozio-politischen Umfeld.
Beschreibe die Weimarer Republik
Was ist die Weimarer Republik?
Die Weimarer Republik ist die Bezeichnung für die politische Ordnung, die von 1919 bis 1933 in Deutschland herrschte. Diese Ordnung wurde nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und der Deutschen Revolution von 1918-1919 errichtet. Diese Periode stellte einen bedeutenden Bruch mit dem alten kaiserlichen Regime dar und führte eine parlamentarische und demokratische Regierungsform in einem Deutschland ein, das durch die Kriegs- und Revolutionstumulte tiefgreifend verändert worden war.
Die Weimarer Republik wurde nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und der Deutschen Revolution von 1918-1919 errichtet. Die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg führte zu einer großen politischen und sozialen Krise. Kaiser Wilhelm II. wurde im November 1918 zur Abdankung gezwungen und eine Republik wurde ausgerufen. Die neue Regierung, die von Friedrich Ebert von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) angeführt wurde, sah sich jedoch zahlreichen Herausforderungen gegenüber, darunter revolutionäre Unruhen von der extremen Linken und die weit verbreitete Unzufriedenheit mit dem Versailler Vertrag. Darüber hinaus war die Deutsche Revolution von 1918-1919 eine Zeit der politischen und sozialen Umwälzungen in Deutschland. Die Revolution begann im November 1918 mit einer Reihe von Streiks und Demonstrationen gegen den Krieg und gipfelte in der Abschaffung der Monarchie und der Gründung der Weimarer Republik. Die Weimarer Republik wurde also vor dem Hintergrund großer politischer Umwälzungen und ernster sozioökonomischer Herausforderungen errichtet.
Die Deutsche Revolution von 1918/1919 entstand aus einer Reihe von Aufständen und Aktionen, insbesondere kommunistischer Art, die zum Sturz des Deutschen Kaiserreichs und seiner halbparlamentarischen Monarchie führten. Der Ausgangspunkt dieser Revolution wird oft mit der Meuterei der Matrosen der kaiserlichen Flotte in Kiel in Verbindung gebracht. Angesichts der drohenden Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg hatte die deutsche militärische Oberkommandantur eine letzte Seeoffensive gegen die britische Marine in Erwägung gezogen, die im Wesentlichen selbstmörderisch gewesen wäre. Die Kieler Matrosen weigerten sich, ihr Leben sinnlos zu opfern, und meuterten am 3. November 1918. Diese Aufstandsbewegung breitete sich schnell aus und wurde von der deutschen Arbeiterklasse unterstützt, die, des Krieges, der Entbehrungen und der Unterdrückung müde, sich ihren Forderungen anschloss. Bald brachen im ganzen Land Demonstrationen und Streiks aus, die die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. erzwangen und zur Ausrufung der Weimarer Republik führten.
Während der Deutschen Revolution von 1918/1919 waren die Arbeiterklasse und die sozialistische Bewegung in Deutschland in verschiedene Fraktionen gespalten, was den Verlauf der Ereignisse erheblich beeinflusste. Auf der einen Seite gab es die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), die sich für einen Übergang zu einer parlamentarischen Demokratie einsetzte. Die SPD, die unter anderem von Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann angeführt wurde, war am Ende des Ersten Weltkriegs die größte Partei und strebte die Errichtung einer demokratischen Republik an, die das alte kaiserliche Regime ersetzen sollte. Auf der anderen Seite gab es die USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands), die eine eher linke Ausrichtung hatte. Die 1917 gegründete USPD kritisierte die SPD für ihre Zusammenarbeit mit den konservativen Kräften während des Krieges und strebte eine sozialistische Republik anstelle einer einfachen parlamentarischen Demokratie an. Außerdem gab es den Spartakusbund, eine kommunistische revolutionäre Gruppe unter der Führung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die eine ähnliche sozialistische Revolution anstrebte wie die, die ein Jahr zuvor in Russland stattgefunden hatte. Es ist jedoch anzumerken, dass Luxemburg und Liebknecht dem autoritären Ansatz, den die Bolschewiki in Russland verfolgten, kritisch gegenüberstanden. Diese Spaltung unter den linken Kräften trug dazu bei, dass die Revolution zur Errichtung einer sozialistischen Republik scheiterte, und führte schließlich zur Errichtung der Weimarer Republik.
Nach der Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und vor dem Hintergrund revolutionärer Unruhen schloss Friedrich Ebert, der damalige Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und letzte Kanzler des Deutschen Kaiserreichs, einen Pakt mit der deutschen Militärführung, der als "Ebert-Groener-Pakt" bekannt wurde. Wilhelm Groener, Nachfolger von General Ludendorff als Erster Generalquartiermeister, stimmte zu, das Militär einzusetzen, um bei der Aufrechterhaltung der Ordnung zu helfen und die neue republikanische Regierung zu unterstützen. Im Gegenzug versprach Ebert, die Privilegien der Armee und den Status der Offiziere nicht in Frage zu stellen. Dieser Pakt stabilisierte zwar vorübergehend die Lage in Deutschland, legte aber auch den Grundstein für eine problematische Beziehung zwischen der neuen Republik und der Armee, von der viele Mitglieder zutiefst konservativ und wenig begeistert von der Idee eines republikanischen und demokratischen Deutschlands waren. Diese Situation trug letztlich zur Fragilität der Weimarer Republik und ihrem möglichen Untergang angesichts des Aufstiegs von Adolf Hitler und der Nazipartei bei.
Nach dem Ende der Deutschen Revolution und der vorübergehenden Stabilisierung des Landes wurde eine verfassungsgebende Nationalversammlung einberufen, die eine neue Verfassung für Deutschland ausarbeiten sollte. Aufgrund der Instabilität in Berlin trat die Versammlung in Weimar, einer Stadt im Bundesland Thüringen, zusammen. Diese Versammlung fand von Februar bis August 1919 statt. Die daraus resultierende Verfassung, die als Weimarer Verfassung bekannt ist, wurde am 11. August 1919 verabschiedet und trat am 14. August desselben Jahres in Kraft. Sie markierte die Geburt einer parlamentarisch-demokratischen Republik in Deutschland und beendete die kaiserliche Monarchie. Die Weimarer Verfassung führte eine Reihe von demokratischen Grundsätzen ein, darunter das allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen über 20 Jahre, Rede-, Presse- und Vereinigungsfreiheit sowie den Schutz der individuellen Rechte. Sie enthielt jedoch auch eine Bestimmung, Artikel 48, die es dem Präsidenten der Republik erlaubte, im Falle eines nationalen Notstands außerordentliche Befugnisse zu übernehmen - eine Maßnahme, die später von Adolf Hitler zur Festigung seiner Macht genutzt wurde.
In der Weimarer Republik war das politische System so organisiert, dass der Präsident in allgemeiner und direkter Wahl für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählt wurde. Der Präsident hatte in erster Linie eine repräsentative Rolle, verfügte aber gemäß Artikel 48 der Weimarer Verfassung auch über bedeutende Befugnisse, die es ihm ermöglichten, im Falle eines nationalen Notstands per Dekret zu regieren. Die tägliche Exekutivgewalt wurde jedoch vom Bundeskanzler ausgeübt, der vom Präsidenten ernannt wurde, aber auch die Unterstützung der Mehrheit des Reichstags (Unterhaus des deutschen Parlaments) benötigte, um effektiv regieren zu können. Damit sollte ein gewisses Machtgleichgewicht innerhalb des deutschen politischen Systems gewährleistet werden. In der Praxis zeigten sich jedoch Schwächen in diesem System. Die Notwendigkeit für den Kanzler, die Unterstützung der Mehrheit des Reichstags zu haben, führte zu oft instabilen und kurzlebigen Regierungen, da es schwierig war, eine kohärente Mehrheit unter den vielen politischen Parteien im Reichstag aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus trug die Nutzung von Artikel 48 durch den Präsidenten, um per Dekret zu regieren, letztlich zur Aushöhlung der Demokratie in Deutschland und zum Aufstieg Adolf Hitlers bei.
Die Weimarer Republik war von großer politischer Instabilität geprägt. In den vierzehn Jahren ihres Bestehens, von 1919 bis 1933, gab es zwanzig verschiedene Regierungen. Diese Regierungen waren aufgrund der politischen Spaltungen innerhalb des Reichstags, dem Unterhaus des deutschen Parlaments, oft nur von kurzer Dauer. Das Verhältniswahlrecht, wie es in der Weimarer Verfassung vorgesehen war, hatte zur Folge, dass die politische Landschaft zersplittert war, mit einer großen Anzahl politischer Parteien und keiner einzigen Partei, die eine klare Mehrheit erreichen konnte. Dies erschwerte die Bildung von stabilen und dauerhaften Koalitionsregierungen. Darüber hinaus trug die schwierige wirtschaftliche Lage Deutschlands in den 1920er und 1930er Jahren, die von Hyperinflation, Arbeitslosigkeit und der Weltwirtschaftskrise geprägt war, zu sozialen und politischen Spannungen bei und trug zur politischen Instabilität des Landes bei. Diese Faktoren schwächten die Weimarer Republik und trugen schließlich zum Aufstieg der NSDAP und Adolf Hitlers bei, die in der Lage waren, die Frustrationen der Öffentlichkeit und die politische Spaltung auszunutzen, um ihre Macht zu festigen.
Die Ernennung Adolf Hitlers zum Kanzler durch Präsident Paul von Hindenburg am 30. Januar 1933 stellte einen entscheidenden Wendepunkt in der deutschen Geschichte dar und führte zur Entstehung des Dritten Reichs. Obwohl die NSDAP bei den Wahlen im November 1932 keine absolute Mehrheit erreicht hatte, konnte Hitler Hindenburg davon überzeugen, ihn in einer Koalitionsregierung zum Kanzler zu ernennen. Einmal an der Macht, handelten Hitler und die Nazipartei schnell, um ihre Kontrolle zu festigen und ein autoritäres Regime zu errichten. Nach dem Reichstagsbrand im Februar 1933 überredete Hitler Hindenburg, eine Notverordnung "Zum Schutz von Volk und Staat" zu erlassen, die viele bürgerliche Freiheiten außer Kraft setzte und den Nazis weitreichende Vollmachten zur Unterdrückung ihrer politischen Gegner einräumte. Der Übergang von der Weimarer Republik zum Dritten Reich war somit von einer raschen Aushöhlung der Demokratie und der Menschenrechte in Deutschland geprägt. Dieser radikale Wandel führte schließlich zum Zweiten Weltkrieg und den Schrecken des Holocausts.
Faktoren, die zu Hitlers Aufstieg beitragen
Obwohl Hitlers Machtübernahme friedlich war und den gesetzlichen Bestimmungen der Weimarer Republik entsprach, war der Kontext, in dem dieser Übergang stattfand, weit davon entfernt, ideal demokratisch zu sein. Präsident Paul von Hindenburg ernannte Hitler am 30. Januar 1933 zum Kanzler, in der Hoffnung, dass er durch die Einbindung Hitlers in eine Koalitionsregierung in der Lage sein würde, die Nazipartei zu mäßigen und eine mögliche gewaltsame Machtübernahme zu verhindern. Dabei hielt sich Hindenburg trotz der Tatsache, dass die Nazipartei im Reichstag nicht über die absolute Mehrheit verfügte, an die damaligen Verfassungsbestimmungen. Doch obwohl die Ernennung den rechtlichen Rahmen der Weimarer Republik einhielt, fand sie in einem Klima intensiver politischer Spannungen und Gewalt gegen die politischen Gegner der Nazipartei statt. Darüber hinaus handelte Hitler, nachdem er an die Macht gekommen war, rasch, um die bestehenden demokratischen Strukturen abzubauen und ein totalitäres Regime zu errichten. Nach dem Reichstagsbrand im Februar 1933 überzeugte Hitler Hindenburg, eine Notverordnung zu erlassen, die viele bürgerliche Freiheiten außer Kraft setzte und massive Repressionen gegen politische Gegner zuließ. Obwohl der Machtwechsel zu Hitler also formal friedlich und legal war, wäre es irreführend, ihn als demokratisch zu bezeichnen. Tatsächlich fand dieser Übergang in einem Klima politischer Gewalt statt und führte schnell zum Zusammenbruch der Demokratie in Deutschland.
Der Untergang der Weimarer Republik und der Aufstieg Adolf Hitlers zum deutschen Kanzler fielen mit dem Januar 1933 zusammen. Der Reichspräsident Paul von Hindenburg ernannte Hitler am 30. Januar 1933 zu diesem Amt und leitete damit das Ende der Weimarer Republik ein. In den folgenden Wochen und Monaten arbeiteten Hitler und seine Regierung schnell daran, ihre Macht zu festigen und Deutschland in einen totalitären Staat zu verwandeln. Mit der Verordnung vom 28. Februar 1933, die auf den Reichstagsbrand folgte, wurden viele bürgerliche Freiheiten außer Kraft gesetzt. Später gab das Gesetz vom 23. März 1933, das als "Vollmachtsgesetz" bekannt wurde, Hitler das Recht, Gesetze ohne Zustimmung des Parlaments zu erlassen. Diese Maßnahmen markierten den Beginn des Dritten Reichs und den Beginn von Nazi-Deutschland.
Der Prozess der Machtübertragung und -konsolidierung
Die Regierung der Weimarer Republik wurde hauptsächlich von einer Koalition, der sogenannten "Weimarer Koalition", angeführt, die aus der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), der Katholischen Zentrumspartei und der Deutschen Demokratischen Partei bestand. Diese Parteien vertraten zwar unterschiedliche Ideologien und Segmente der Gesellschaft, teilten aber ein Bekenntnis zur parlamentarischen Demokratie und strebten eine gemäßigte Regierungsführung an. Diese Koalition war jedoch ständig durch interne Konflikte, ideologische Unterschiede sowie Spannungen und Druck von außen bedroht, insbesondere von den politischen Parteien auf der rechten und linken Seite, die der Weimarer Republik feindlich gegenüberstanden. Als Hitler im Januar 1933 zum Kanzler ernannt wurde, nutzte er diese Schwächen aus und arbeitete schnell daran, die Weimarer Koalition zu zerschlagen und die Macht der Nazipartei zu festigen. Durch eine Reihe legaler und außerlegaler Maßnahmen, darunter Gewalt und Einschüchterung gegen politische Gegner, verwandelte Hitler die Weimarer Republik in einen totalitären Staat unter der Kontrolle der Nazipartei.
Die Funktionsweise der Weimarer Republik beruhte zum Teil auf zwei Schlüsselpakten:
- Der Pakt zwischen Regierung und Militär: Es gab ein stillschweigendes Abkommen zwischen der Regierung der Weimarer Republik und dem Militär. Die Regierung stimmte zu, den Status und die Privilegien des Militärs zu erhalten, und im Gegenzug verpflichtete sich das Militär, die Regierung zu unterstützen und die Ordnung aufrechtzuerhalten.
- Der Pakt zwischen Industrie und Arbeiterklasse: Gleichzeitig versuchte die Weimarer Regierung, eine Sozialpartnerschaft zwischen der Industrie und der Arbeiterklasse zu fördern und so potenziell zerstörerische Klassenkämpfe zu vermeiden. Sie versuchten, die Zusammenarbeit im Hinblick auf wirtschaftliche Modernisierung und soziale Stabilität zu fördern.
Diese Pakte waren jedoch brüchig und standen aufgrund der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Kräfte unter ständigem Druck. Die Große Depression, die 1929 begann, führte zu massiven wirtschaftlichen Spannungen und verschärfte die Klassengegensätze, was schließlich zum Zusammenbruch dieser Abmachungen und zum Aufstieg des Nationalsozialismus beitrug.
Die politische Situation während der Weimarer Republik war von einem Machtkampf zwischen Konservativen und Progressiven geprägt. Die Konservativen, darunter Teile des Militärs, der Industrie und der Oberschicht, standen der parlamentarischen Demokratie misstrauisch gegenüber und bevorzugten ein autoritäreres Regime oder eine traditionelle monarchische Regierungsform. Auf der anderen Seite unterstützten die Progressiven, zu denen die Sozialdemokratische Partei und andere linke Parteien gehörten, die parlamentarische Demokratie, soziale und wirtschaftliche Reformen und strebten danach, die Weimarer Republik zu einer echten demokratischen Republik zu machen. Dieser Machtkampf trug zur politischen Instabilität der Weimarer Republik bei und wurde von Rechtsextremisten, insbesondere den Nationalsozialisten, ausgenutzt, um das Vertrauen in das demokratische System zu untergraben und ihre eigene Unterstützung zu vergrößern.
Die Erosion der demokratischen Ordnung in der Weimarer Republik war ein allmählicher Prozess, der durch Schlüsselereignisse wie die Auflösung des Abkommens zwischen Kapitalisten und Arbeitern sowie die Auswirkungen der Großen Depression noch verschärft wurde. Im Juni 1933 begann die Partnerschaft zwischen Kapitalisten und Arbeitnehmern, die ein Grundpfeiler der sozialen und wirtschaftlichen Stabilität der Weimarer Republik gewesen war, zu bröckeln. Dies fiel mit dem Aufstieg Hitlers zusammen, der versuchte, die Gewerkschaften zu zerschlagen und ein autoritäreres Wirtschaftssystem zu errichten. Darüber hinaus schuf die Große Depression, die 1929 begann, ein unsicheres und prekäres wirtschaftliches Umfeld. Die Arbeitgeber versuchten, die Sozialgesetzgebung abzuschaffen, um ihre Kosten zu senken und ihre Rentabilität zu erhalten. Dies gefährdete nicht nur die Lebensbedingungen der Arbeitnehmer, sondern untergrub auch das Vertrauen in die demokratische Weimarer Regierung und trug dazu bei, dass die Unterstützung für die Nazipartei wuchs.
Während der Weimarer Republik begann sich das Militär, insbesondere die oberste Militärhierarchie, zunehmend entfremdet und ausgegrenzt zu fühlen. Viele aus der militärischen Elite waren mit der parlamentarischen Demokratie unzufrieden und hielten sie für schwach und ineffizient. Sie waren auch mit einigen der Bedingungen des Versailler Vertrags unzufrieden, insbesondere mit den Beschränkungen, die der Größe und den Fähigkeiten der deutschen Armee auferlegt wurden. Diese Gefühle der Entfremdung und Marginalisierung wurden durch Konflikte mit der Zivilregierung in Fragen wie der Militärfinanzierung und der Außenpolitik noch verschärft. Mit der Zeit wandte sich ein Teil der Armee allmählich autoritäreren politischen Optionen zu, darunter auch der NSDAP, die versprach, die militärische Macht und das Prestige Deutschlands wiederherzustellen. Der Aufstieg Adolf Hitlers und der Nazipartei profitierte letztlich von diesen Gefühlen der Entfremdung innerhalb der Armee. Hitler nutzte diese Frustrationen geschickt aus, um die Unterstützung großer Teile der Armee zu gewinnen, was ein Schlüsselfaktor für seine Machtübernahme und den Untergang der Weimarer Republik war.
Mit dem Fortschreiten der Weimarer Republik wurde die Koalition, die sie unterstützt hatte, immer schwächer. Diese Koalition, die oft als "Weimarer Koalition" bezeichnet wird, umfasste die Sozialdemokraten, die Linksdemokraten und die Parteien des Zentrums. Angesichts des wirtschaftlichen Drucks, sozialer Unruhen und des Anstiegs des politischen Extremismus begann diese Koalition jedoch zu zersplittern. In diesem Zusammenhang begannen die konservativen Kräfte, die in den ersten Jahren der Weimarer Republik relativ marginalisiert worden waren, wieder an Boden zu gewinnen. Viele dieser Konservativen standen der parlamentarischen Demokratie misstrauisch gegenüber und zogen ein autoritäreres Regime vor. In dem Maße, in dem diese Pakte zerfielen, wurde die Instabilität der Weimarer Republik immer größer. Dies führte schließlich zu einem Vakuum, das die Nazis erfolgreich ausfüllten und zum Ende der Weimarer Republik und der Errichtung des Dritten Reichs führten.
Der Zerfall der Weimarer Republik begann lange vor Hitlers Machtübernahme im Jahr 1933. Ein Schlüsselschritt war die Ernennung von Heinrich Brüning zum Kanzler im Jahr 1930 durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Brüning, ein Mitglied des Katholischen Zentrums, wurde vor dem Hintergrund einer Wirtschaftskrise und einer zunehmenden politischen Polarisierung zum Kanzler ernannt. Leider erwies sich Brüning als unfähig, diese Herausforderungen zu bewältigen, und war aufgrund der parlamentarischen Opposition gezwungen, hauptsächlich per Präsidialdekret zu regieren. Dies trug nicht nur zur politischen Instabilität bei, sondern untergrub auch das Vertrauen in die parlamentarische Demokratie. Brüning selbst wurde 1932 zum Rücktritt gezwungen, und die beiden Kanzler, die ihm folgten, waren ebenso unfähig, die Lage zu stabilisieren. Letztendlich bereitete diese Zeit der politischen Instabilität und der Wirtschaftskrise den Boden für den Aufstieg Adolf Hitlers, der im Januar 1933 zum Kanzler ernannt wurde.
Nachdem Heinrich Brüning 1932 zurückgetreten war, nutzte Bundespräsident Paul von Hindenburg seine Nominierungsbefugnis, um Franz von Papen zum Kanzler zu ernennen. Von Papen, ein konservativer Aristokrat, versuchte erfolglos, eine stabile Regierung zu bilden, indem er sich auf die Unterstützung der nationalistischen Konservativen und der Nazipartei stützte. Seine Bemühungen scheiterten jedoch und er wurde später im Jahr 1932 durch Kurt von Schleicher, einen General der deutschen Armee, ersetzt. Von Schleicher scheiterte ebenfalls bei der Bildung einer stabilen Regierung, was schließlich dazu führte, dass Adolf Hitler im Januar 1933 zum Kanzler ernannt wurde. Hermann Göring, ein prominentes Mitglied der Nazipartei, spielte eine Schlüsselrolle bei der Konsolidierung der Naziherrschaft nach Hitlers Ernennung. Als preußischer Innenminister säuberte Göring die preußische Polizei von nicht-nationalsozialistischen Elementen und setzte sie zur Unterdrückung von Gegnern des NS-Regimes ein. Diese Ernennungen per Präsidialdekret waren zwar nach der Weimarer Verfassung legal, untergruben aber das Vertrauen in die parlamentarische Demokratie und trugen zum Aufstieg des Nationalsozialismus bei.
1932 war Adolf Hitlers Position als dominierende Figur der radikalen Rechten in Deutschland immer deutlicher geworden. Seine Partei, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), hatte bei den Reichstagswahlen in jenem Jahr einen bedeutenden Erfolg erzielt und war zur größten Partei im deutschen Parlament geworden. Doch trotz des Wahlerfolgs der Nazipartei war Hitler noch nicht an der Macht. Präsident Paul von Hindenburg zögerte, ihn zum Kanzler zu ernennen, und andere konservative deutsche Politiker hofften, den Einfluss der Nazipartei zu nutzen, ohne Hitler die vollständige Kontrolle zu ermöglichen. Diese Versuche scheiterten jedoch. Aufgrund der Polarisierung der deutschen Politik und der anhaltenden Wirtschaftskrise gelang es keinem anderen politischen Führer oder einer Partei, genügend Unterstützung für die Bildung einer stabilen Regierung zu sammeln. Vor diesem Hintergrund erschien Hitler vielen als der einzige Führer, der in der Lage war, die Krise zu überwinden. Dementsprechend wurde er im Januar 1933 von Hindenburg zum Kanzler ernannt.
Trotz seiner anfänglichen Bedenken ernannte Präsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler schließlich im Januar 1933 zum Kanzler. Hindenburg, ein konservativer Preuße und ehemaliger Offizier der Armee, war kein Anhänger des Nationalsozialismus. Angesichts der politischen Instabilität und des wachsenden Drucks aus seinem Umfeld gab er jedoch schließlich nach. Hindenburg hoffte, dass Hitler nach seiner Ernennung zum Kanzler durch eine Koalition mit nicht-nazistischen Konservativen, die die Mehrheit in der Regierung stellen würden, kontrollierbar sein würde. Hitler hatte außerdem versprochen, im Einklang mit der Weimarer Verfassung zu regieren. Diese Erwartungen erwiesen sich jedoch als falsch. Einmal an der Macht, begannen Hitler und die Nazipartei schnell damit, ihre Kontrolle über den deutschen Staat zu festigen, indem sie die verfassungsmäßigen Checks and Balances beseitigten und jegliche Opposition unterdrückten. Folglich markierte Hitlers Ernennung den Anfang vom Ende für die Weimarer Republik und den Beginn des totalitären Regimes des Dritten Reichs.
Hindenburgs Entscheidung, Hitler zum Kanzler zu ernennen, war eine schwere Fehlkalkulation. Obwohl er hoffte, dass Hitler und die Nazis durch den Rest der Regierung und die verfassungsrechtlichen Zwänge im Zaum gehalten würden, lösten sich diese Hoffnungen schnell in Luft auf, sobald Hitler an der Macht war. Hitler manipulierte geschickt das politische und institutionelle System Deutschlands, um seine Macht zu festigen. Nach dem Reichstagsbrand im Februar 1933 überredete Hitler Hindenburg, den Ausnahmezustand auszurufen, was es den Nazis ermöglichte, viele bürgerliche Freiheiten außer Kraft zu setzen und politische Gegner zu verhaften. Anschließend gelang es der NSDAP nach den Wahlen im März 1933, das Ermächtigungsgesetz durchzusetzen, das Hitler im Wesentlichen die Macht verlieh, ohne Zustimmung des Parlaments oder des Präsidenten Gesetze zu erlassen. Insgesamt öffnete Hitlers Ernennung die Tür für die Errichtung eines totalitären Regimes. Er nutzte den institutionellen Rahmen der Weimarer Republik, um die Demokratie von innen heraus abzubauen und Deutschland in einen diktatorischen Staat zu verwandeln.
Nachdem er im Januar 1933 zum Kanzler ernannt worden war, begannen Hitler und die NSDAP mit einer raschen Konsolidierung der Macht, indem sie die demokratischen Institutionen der Weimarer Republik schrittweise abbauten und einen totalitären Staat errichteten. Der Reichstagsbrand im Februar 1933 bot Hitler eine Gelegenheit, Präsident Hindenburg davon zu überzeugen, den Ausnahmezustand zu verhängen, wodurch die Nazis die bürgerlichen Freiheiten außer Kraft setzen und die politische Opposition unterdrücken konnten. Die Nazi-Regierung nutzte auch eine Reihe von Erlassen, um die Presse und die Meinungsfreiheit einzuschränken und ihre Kontrolle über das Justizsystem und die Polizei zu verstärken. Im März 1933 brachte die NS-Regierung das Ermächtigungsgesetz im Reichstag durch, das Hitler im Wesentlichen die Macht gab, ohne Zustimmung des Parlaments Gesetze zu erlassen. Bis Juli 1933 waren alle anderen politischen Parteien verboten worden, wodurch Deutschland zu einem Einparteienstaat wurde. In den folgenden Jahren setzte das NS-Regime seine Ausweitung der staatlichen Kontrolle fort, indem es einen umfangreichen Propaganda- und Überwachungsapparat aufbaute, Bildung und Kultur nach den Idealen der Nazis umgestaltete und massive Verfolgungskampagnen gegen diejenigen startete, die es als Feinde des Regimes betrachtete, darunter Juden, Kommunisten, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und andere Randgruppen. Alles in allem markierte die Machtergreifung Hitlers und der NSDAP den Beginn einer dunklen Periode in der Geschichte Deutschlands und der Welt, in der die Grundprinzipien der Demokratie und der Menschenrechte systematisch abgebaut und durch ein autoritäres und unterdrückerisches Regime ersetzt wurden.
Die Einführung der Zensur war ein Wendepunkt im Aufstieg Hitlers und der Nationalsozialisten zur Macht. Seit dem 4. Februar 1933, als die "Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz des deutschen Volkes" erlassen wurde, wurde den Medien eine strenge Zensur auferlegt, wobei sozialistische und kommunistische Zeitungen besonders verboten wurden. Diese Maßnahme war Teil der Nazi-Strategie zur Unterdrückung der politischen Opposition und zur Kontrolle der öffentlich verbreiteten Informationen, um die öffentliche Meinung entsprechend der eigenen Ideologie zu formen. Auf diese Weise wurde der institutionelle Rahmen der Weimarer Republik systematisch abgebaut und der Weg für die Nazidiktatur geebnet.
Der Brand des Reichstagsgebäudes am 27. Februar 1933 war ein entscheidendes Ereignis bei der Übernahme der Kontrolle durch die Nazis. Die Nazis schrieben den Brand Marinus van der Lubbe, einem arbeitslosen niederländischen Kommunisten, zu. Dieser Vorfall ermöglichte es Hitler, Präsident Hindenburg davon zu überzeugen, am 28. Februar 1933 die "Reichstagsbrandverordnung zum Schutz von Volk und Staat" zu erlassen. Diese Verordnung, die oft auch als "Reichstagsbrandverordnung" bezeichnet wird, setzte viele bürgerliche Freiheiten außer Kraft, darunter die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit, das Recht auf ein faires Verfahren, die Vertraulichkeit von Post und Telefongesprächen und den Schutz vor unrechtmäßigen Durchsuchungen und Beschlagnahmungen. Der Erlass ermöglichte es dem Nazi-Regime außerdem, Tausende Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), der Sozialdemokratischen Partei (SPD) und anderer Oppositionsparteien zu verhaften und ohne Gerichtsverfahren einzusperren. Darüber hinaus nutzte die Regierung das Dekret, um eine Reihe von Gesetzen zu rechtfertigen, die die Macht der Nazis festigten und die Struktur von Hitlers Diktatur etablierten. Im März 1933 verabschiedete das deutsche Parlament das "Gesetz der vollen Befugnisse", das Hitler die Macht gab, per Dekret zu regieren, und damit das Ende der Demokratie in Deutschland einläutete.
Die Wahlen vom 5. März 1933 fanden vor dem Hintergrund einer allgemeinen politischen Unterdrückung und eines gegen die linken Parteien gerichteten Terrors statt. Obwohl die Wahlen nicht völlig frei und fair waren, stellten sie einen wichtigen Wendepunkt in der Konsolidierung der Macht durch die Nazipartei dar. Die Nazipartei erhielt 43,9% der Stimmen, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den vorherigen Wahlen bedeutete. Mit der Unterstützung der Deutschen Nationalen Zentrumspartei (DNVP), die 8% der Stimmen erhielt, konnten sie eine Mehrheit bilden. Es ist jedoch anzumerken, dass dieser Wahlsieg ohne die Massenverhaftungen von kommunistischen und sozialistischen Aktivisten, die nach dem Reichstagsbrand stattfanden, nicht möglich gewesen wäre. Diese Verhaftungen sowie das Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) schufen ein Klima der Angst und Einschüchterung, das die Nazipartei begünstigte. Infolgedessen wurde die Legitimität dieser Wahlen weitgehend angezweifelt. Dennoch ermöglichten sie es der Nazipartei, ihre Macht zu festigen und ein autoritäres Regime zu errichten, das bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs andauern sollte.
Am 23. März 1933 verabschiedete das deutsche Parlament das "Ermächtigungsgesetz", mit dem die Verfassung der Weimarer Republik für einen Zeitraum von vier Jahren ausgesetzt wurde. Dieses Gesetz verlieh Adolf Hitler und seiner Regierung die Macht, ohne Beteiligung des Parlaments Gesetze zu erlassen und sogar die Verfassung zu ändern. Dieser Akt war ein entscheidender Schritt in Hitlers Aufstieg zur absoluten Macht in Deutschland. Nur die Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei stimmten gegen den Akt, während die Abgeordneten der Kommunistischen Partei nach dem Reichstagsbrand bereits inhaftiert worden waren oder nicht mehr im Parlament sitzen durften. Die Vollmachtsakte ebnete den Weg für die Errichtung des totalitären Regimes des Dritten Reichs, in dem Hitlers persönliche Diktatur bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs andauern sollte.
Innerhalb von nur sieben Wochen, beginnend mit seiner Ernennung zum Kanzler durch Präsident Paul von Hindenburg am 30. Januar 1933, gelang es Adolf Hitler, seine Macht zu festigen und ein autoritäres Regime in Deutschland zu errichten. Indem er sowohl legale Strategien wie die Manipulation des politischen Prozesses als auch illegale Strategien wie Einschüchterung und Unterdrückung einsetzte, gelang es Hitler, die Opposition zu neutralisieren und eine fast absolute Kontrolle über die deutsche Regierung zu erlangen. Diese schnelle Verkettung von Ereignissen markierte das Ende der Weimarer Republik und den Beginn der Nazi-Diktatur, die auch als Drittes Reich bekannt ist. Diese Zeit hatte verheerende Folgen für Deutschland und die ganze Welt und führte schließlich zum Zweiten Weltkrieg und zum Holocaust.
Nachdem Hitler im Frühjahr 1933 seine Machtposition gefestigt hatte, fuhr er im Sommer 1933 und im Jahr 1934 fort, seine Kontrolle über Deutschland zu konsolidieren. Zu den Maßnahmen gehörte die Abschaffung aller politischen Parteien außer der NSDAP, wodurch Deutschland offiziell zu einem Einparteienstaat wurde. Die unabhängigen Gewerkschaften wurden aufgelöst und durch eine Nazi-Organisation, die Deutsche Arbeitsfront, ersetzt, wodurch der Arbeitssektor vollständig kontrolliert wurde. Die deutschen Regionen verloren ebenfalls ihre Autonomie und ihre Regierungen wurden durch Nazi-Verwalter ersetzt, wodurch die Macht in Hitlers Händen zentralisiert wurde. Der Sommer 1934 war auch geprägt von der Säuberung der SA-Mitglieder (der "Braunhemden") in der "Nacht der langen Messer", die es Hitler ermöglichte, jede potenzielle Opposition selbst innerhalb seiner eigenen Partei auszuschalten. Im August 1934, nach dem Tod von Präsident Paul von Hindenburg, ernannte sich Hitler selbst zum "Führer", wobei er die Ämter des Kanzlers und des Präsidenten zusammenlegte und die vollständige Kontrolle über den deutschen Staat an sich riss. Diese Zeit markierte somit das endgültige Ende der Demokratie in Deutschland und die Errichtung einer totalitären Diktatur unter dem Regime des Dritten Reichs.
1934 festigte Adolf Hitler seinen Griff nach der Macht in Deutschland auf zwei bedeutende Arten. Erstens schaltete er im Juli in der "Nacht der langen Messer", einer Säuberungsaktion, bei der die Führer der Sturmabteilung (SA), der paramilitärischen Truppe der Nazipartei, verhaftet und getötet wurden, jede potenzielle Opposition innerhalb der Nazipartei aus. Dies stärkte Hitlers Kontrolle über die Partei und schaltete einen potenziellen Rivalen um die Macht aus. Als dann Anfang August 1934 Präsident Paul von Hindenburg starb, legte Hitler die Ämter des Präsidenten und des Kanzlers zusammen und ernannte sich selbst zum "Führer und Reichskanzler". Das bedeutete, dass Hitler nun die höchste Autorität des deutschen Staates innehatte und sowohl die Exekutive als auch das Präsidentenamt kontrollierte. So gelang es Hitler im Laufe dieses Jahres, eine totalitäre Diktatur in Deutschland zu errichten, in der alle politische Macht in seinen Händen konzentriert war. Die NSDAP war unter seiner Führung die einzige zugelassene Partei und jegliche Opposition, sei sie politisch oder anderweitig, wurde brutal unterdrückt.
Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Präsidenten und Kanzler im Jahr 1934 erlebte Deutschland einen radikalen Wechsel des politischen Systems. Die parlamentarische Demokratie der Weimarer Republik wurde durch das autoritäre Regime des Dritten Reichs abgelöst. In dieser Zeit wurde die deutsche Gesellschaft vollständig umgestaltet und auf die Ideale der Nazipartei ausgerichtet, ein Prozess, der als "Gleichschaltung" oder Koordination bekannt ist. Während dieser Zeit wurden alle Institutionen, einschließlich der politischen Parteien, der Gewerkschaften und der Medien, von der Nazipartei kontrolliert und manipuliert. Die Opposition wurde ausgerottet, sei es durch Verfolgung oder Einschüchterung. Antisemitische Gesetze wurden erlassen, beginnend mit den Nürnberger Gesetzen von 1935, die die Juden zu Unterbürgern degradierten. Diese Umwandlungen legten den Grundstein für das, was allgemein als totalitäres Regime anerkannt wird, das durch das Fehlen individueller Freiheit, die absolute Kontrolle des Staates über alle Aspekte des Lebens, die Existenz einer Einheitspartei und eine allgegenwärtige Propaganda gekennzeichnet ist. Ziel war es, einen homogenen und ideologisch reinen Nazi-Staat zu schaffen, der bereit war, Hitlers expansionistische Ambitionen umzusetzen, die zum Zweiten Weltkrieg führten.
Das demokratische Potenzial der Weimarer Republik
Die Fähigkeit der Weimarer Republik, sich als Demokratie zu entfalten, war eingeschränkt und eingeengt. Dies lässt sich durch das Prisma der verschiedenen politischen Visionen interpretieren, die von den verschiedenen politischen Parteien der Zeit vertreten wurden. Waren diese Visionen auf Demokratie, Autoritarismus, Sozialismus oder Kommunismus ausgerichtet?
Die von der Weimarer Republik eingeführte Demokratie war für Deutschland eine Innovation. Demokratische Ideen und Praktiken waren für einen Großteil der Bevölkerung und der Eliten noch neu und fremd, da sie über Generationen hinweg unter einem autoritären Reich gelebt hatten. Die Weimarer Demokratie hatte sicherlich ein demokratisches Potenzial, aber es war begrenzt und sah sich mit zahlreichen internen und externen Herausforderungen konfrontiert. Die politischen Parteien, die sich in dieser Zeit entwickelten, repräsentierten ein breites Spektrum an politischen Ideologien - demokratische, autoritäre, sozialistische und kommunistische. Die Sozialdemokratische Partei (SPD) hatte beispielsweise eine demokratische Vision und unterstützte eine gemischte Wirtschaft mit Elementen des Sozialismus. Auf der anderen Seite strebte die Kommunistische Partei (KPD) danach, das System der Weimarer Republik zu stürzen und eine Arbeiterrepublik nach sowjetischem Vorbild zu errichten. Das katholische Zentrum und rechte Parteien wie die DNVP waren konservativer und einige ihrer Mitglieder standen der Weimarer Demokratie skeptisch oder ablehnend gegenüber. Hitlers Nationalsozialistische Partei (NSDAP) schließlich, die schließlich die Macht übernahm, war explizit antidemokratisch und favorisierte ein autoritäres Regime, das auf der faschistischen Ideologie basierte. Folglich war das politische Umfeld der Weimarer Republik in Wirklichkeit ein komplexes Amalgam aus konkurrierenden Visionen der politischen Ordnung. Diese tiefen ideologischen Spaltungen in Verbindung mit schweren wirtschaftlichen und politischen Krisen behinderten die Entwicklung einer stabilen und weithin akzeptierten demokratischen Kultur.
Die demokratische Dimension eines Regimes kann anhand der Anzahl oder des Prozentsatzes der Stimmen beurteilt werden, die den politischen Parteien, die ein demokratisches politisches System unterstützen, zugewiesen werden. Je mehr politische Gruppierungen die demokratischen Institutionen unterstützen, desto stärker wird die Demokratie und damit ihre Basis gefestigt. Eine Umverteilung der parteipolitischen Kräfte kann direkte und unmittelbare Folgen für den Charakter des herrschenden politischen Systems nach sich ziehen.
In der Ära der Weimarer Republik lassen sich drei politische Hauptströmungen ausmachen: demokratisch, autoritär und zwei unterschiedliche linke Strömungen, der Kommunismus und der unabhängige Sozialismus.
Die demokratische Tendenz
Die demokratische Tendenz wurde von der "Weimarer Koalition" getragen und unterstützt, die aus der Sozialdemokratischen Partei, der (katholischen) Zentrumspartei und der linksliberalen Partei bestand. Diese politischen Akteure waren die Hüter der demokratischen Ordnung und setzten sich für die Stabilität und Aufrechterhaltung des parlamentarischen Systems ein. Diese Koalition, die oft als "Weimarer Koalition" bezeichnet wird, war das eigentliche Fundament, auf dem die Demokratie der Weimarer Republik aufgebaut wurde. Sie spielte auf mehreren Schlüsselebenen eine entscheidende Rolle bei der Errichtung und Verteidigung dieses demokratischen Systems. Zunächst einmal war sie die treibende Kraft hinter dem Friedensprozess nach dem Ersten Weltkrieg, indem sie den Waffenstillstand unterzeichnete. Diese Entscheidung beendete den Krieg und ermöglichte ein Umfeld, in dem sich eine neue politische und soziale Struktur etablieren konnte. Zweitens spielte die Weimarer Koalition eine wesentliche Rolle bei der Schaffung der verfassungsrechtlichen Grundlagen für die neue Republik.
Die Parteien dieser Koalition - die Sozialdemokratie, die (katholische) Zentrumspartei und die linksliberale Partei - arbeiteten gemeinsam an einer Verfassung, mit der eine parlamentarische Demokratie eingeführt wurde, was für Deutschland ein Novum darstellte. Dies war ein entscheidender Schritt zur Festigung der demokratischen Ordnung. Schließlich, als die Weimarer Republik Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre instabile Zeiten durchmachte, verteidigte die Koalition die demokratische Ordnung erbittert. Trotz Wirtschaftskrisen, steigender Arbeitslosigkeit und dem Anstieg des politischen Extremismus, insbesondere des Nationalsozialismus, hielt die Koalition an ihrer Unterstützung für die Demokratie fest und war ständig bestrebt, ihre Stabilität zu stärken.
Autoritär orientierte Parteien
Autoritär orientierte Parteien wie die Rechtsliberalen und die Konservative Partei setzten sich hauptsächlich aus denjenigen zusammen, die sich nach einer Rückkehr zur alten Ordnung des Kaiserreichs und der Monarchie sehnten. Diese politischen Fraktionen setzten sich mehrheitlich aus Mitgliedern der Mittelschicht zusammen, die über soziale und sozialistische Reformen besorgt waren. Ihre Befürchtungen beruhten auf der Sorge, dass diese Reformen das wirtschaftliche und soziale Gleichgewicht stören und ihre Position in der Gesellschaft gefährden würden. Darüber hinaus war diese autoritäre Ideologie stark von einem tiefen Glauben an eine deutsche Besonderheit in Bezug auf den politischen und sozialen Werdegang durchdrungen. Ihrer Meinung nach hatte Deutschland einen einzigartigen Weg zu Modernität und Demokratie zu gehen, der sich von dem anderer europäischer Länder unterschied. Sie waren davon überzeugt, dass Deutschland seine eigenen Traditionen und Werte hatte, die seine Entwicklung leiten sollten, anstatt sich den politischen und sozialen Modellen anzupassen, die anderswo in Europa vorherrschten.
Bis 1919 hatten mehrere westeuropäische Länder wie Frankreich und Großbritannien bereits stabile Demokratien errichtet. Deutschland befand sich jedoch nach dem Fall des Kaiserreichs und der Errichtung der Weimarer Republik in einer anderen Position. Der Weg Deutschlands zur Demokratie war einzigartig und von seinen eigenen historischen, kulturellen und sozialen Gegebenheiten geprägt. Die Befürworter eines eigenen deutschen Weges waren der Ansicht, dass man die demokratischen Modelle der Nachbarn nicht einfach nachahmen, sondern vielmehr eine Form der Demokratie entwickeln sollte, die auf die deutschen Besonderheiten zugeschnitten ist. Dieser Überzeugung lag die Vorstellung zugrunde, dass Deutschland seine eigenen Traditionen, sozialen und politischen Strukturen hatte, die nicht einfach nach dem Vorbild der westlichen Demokratien nachgebildet werden konnten.
Die Befürworter eines autoritären Kurses in Deutschland schätzten die Vorstellung von einer kompetenten Elite, die die Macht innehatte. Für sie war das politische Ideal eine Regierungsform, in der die am besten qualifizierten Personen, die häufig aus bestimmten sozialen Schichten stammten oder eine besondere Ausbildung hatten, Führungsrollen übernehmen würden. Sie glaubten, dass dieses Modell die Stabilität und die Kompetenz bieten würde, die notwendig waren, um effektiv durch die komplexen Herausforderungen der Zeit zu navigieren. Diese Vision wird oft als elitär und antidemokratisch beschrieben, da sie sich deutlich von der demokratischen Idee einer vom Volk abgeleiteten Macht mit fairer Beteiligung und Vertretung aller Bürger unterscheidet. Dies verdeutlichte die in Deutschland bestehende Spannung zwischen verschiedenen Visionen der politischen und sozialen Organisation, eine Spannung, die im Kampf um die politische Zukunft Deutschlands während der Weimarer Republik eine große Rolle spielte.
Die Anhänger der autoritären Vision in Deutschland unterstützten einen starken Staat, der in der Lage sein sollte, die Konflikte zwischen verschiedenen Interessengruppen innerhalb der Zivilgesellschaft zu regulieren und zu unterdrücken. In ihren Augen sollte der Staat die Rolle des ultimativen Schiedsrichters übernehmen, der dafür sorgt, dass die Einzelinteressen nicht über das Gemeinwohl siegen. In diesem Modell sollte der Staat nicht nur ein neutrales Organ sein, das die öffentlichen Angelegenheiten regelt, sondern vielmehr eine Kraft, die die Gesellschaft aktiv gestalten und die nationale Einheit fördern kann. Sie förderten auch eine starke soziale und politische Integration, indem sie das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer größeren Gemeinschaft betonten. Sie glaubten, dass diese Form der Integration dazu beitragen würde, den sozialen Zusammenhalt zu fördern und die nationale Solidarität zu stärken. Dies war Teil eines allgemeineren Wunsches, eine starke kollektive Identität zu schaffen, die als Grundlage für eine starke und stabile Regierung dienen könnte. Diese Ideen kollidierten zwar mit der demokratischen Sicht auf das Regieren, fanden aber dennoch bei vielen Deutschen zu jener Zeit Anklang, insbesondere bei jenen, die mit den wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen unzufrieden waren, mit denen Deutschland während der Weimarer Republik konfrontiert war.
Die Befürworter des Autoritarismus während der Zeit der Weimarer Republik in Deutschland betonten ihr Misstrauen gegenüber der Demokratie und der Pluralität der gesellschaftlichen Gruppen. Für sie konnte die Demokratie mit ihrer Neigung, eine Vielzahl von Stimmen und Meinungen zuzulassen, potenziell zu Unordnung und Instabilität führen. Sie glaubten fest an die Fähigkeit der gebildeten und qualifizierten Eliten, effektiver und ausgewogener zu regieren als die breite Öffentlichkeit. Elitarismus war daher ein zentraler Bestandteil ihrer Ideologie. Sie verteidigten auch die Rolle des Staates als aktiver Agent bei der Schaffung und Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit. Staatlicher Interventionismus wurde daher als wesentliches Mittel zur Sicherung des Gemeinwohls angesehen, anstatt die Ausrichtung der Gesellschaft vom Markt oder anderen unregulierten sozialen Kräften bestimmen zu lassen.
Kommunisten und unabhängige Sozialisten
Spaltungen innerhalb der sozialistischen Bewegung spielten in der deutschen Politik während der Weimarer Republik eine große Rolle. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs spaltete sich eine radikale Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) ab und gründete die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). Die Führer dieser neuen politischen Formation, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, waren bekannt für ihre revolutionären Tendenzen und ihre Kritik an der Sozialdemokratie wegen ihrer Unterstützung für den Krieg und ihrer Weigerung, das kapitalistische System umzugestalten. Ihre Gruppe, die ursprünglich Spartakusbund genannt wurde, spielte eine Schlüsselrolle in den deutschen Revolutionen von 1918/1919. Die Spaltung schwächte jedoch die deutsche Linke und führte dazu, dass SPD und KPD in vielen Punkten uneins waren und keine stabile Koalition bilden konnten. Diese Spaltung erleichterte schließlich Adolf Hitler und der Nazipartei den Aufstieg an die Macht.
Die Kommunistische Partei und eine Fraktion der Sozialistischen Partei (vor allem nach der Abspaltung, die zur Gründung der Kommunistischen Partei führte) unterstützten eine politische Ordnung, die auf dem Kommunismus basierte. Sie strebten den Sturz des bestehenden kapitalistischen Systems an, um eine Gesellschaft zu errichten, in der die Produktionsmittel gemeinsam besessen werden und der Wohlstand gleichmäßig unter allen Mitgliedern der Gesellschaft verteilt wird. Ihre Vision war grundlegend revolutionär, denn sie glaubten, dass diese Umgestaltung nur durch einen radikalen Bruch mit dem bestehenden System erreicht werden konnte. Diese Vision war in der marxistischen Philosophie verankert, die die proletarische Revolution als Mittel zur Beendigung der kapitalistischen Ausbeutung propagiert. In der Praxis war die deutsche Linke jedoch gespalten und uneins darüber, wie diese Umwälzung zu bewerkstelligen sei. Dies trug zu ihrer Unfähigkeit bei, dem Aufstieg der Nazipartei wirksam zu widerstehen, die diese Spaltungen ausnutzte, um ihre eigene Macht zu festigen.
Analyse der politischen Ansichten in der Bevölkerung
Bei der Analyse dieser Daten wird deutlich, dass es während der Weimarer Republik eine Pluralität politischer Meinungen in der Bevölkerung gab. Im Durchschnitt unterstützte fast die Hälfte der Wählerschaft eine demokratische politische Ordnung, während ein Drittel eine eher autoritäre Struktur bevorzugte. Radikale linke Parteien, die eine revolutionäre Umgestaltung der Gesellschaft propagierten, zogen einen bedeutenden, aber minoritären Teil der Wählerschaft an, der zwischen 10 % und 20 % lag. Schließlich waren etwa 10 % der Wählerschaft unentschlossen und stimmten für eher "partikularistische" Parteien, die häufig spezifische oder regionale Interessen vertraten. Diese unentschlossenen Wähler spielten eine entscheidende Rolle. Angesichts des fragmentierten politischen Systems der Weimarer Republik konnten diese Stimmen bei Wahlen oft das Zünglein an der Waage zugunsten der einen oder anderen Partei sein und so die politische Richtung des Landes beeinflussen. Erschwert wurde dies noch durch das damals verwendete Verhältniswahlrecht, das häufig zur Bildung instabiler Koalitionsregierungen führte.
Ein Regierungswechsel hatte das Potenzial, zu einer vollständigen Umgestaltung der politischen Ordnung zu führen. Dies zeigte sich 1933, als die Konservativen und Rechtsliberalen unter Hitlers Regime wieder an die Macht kamen. Dieses Ereignis bedeutete einen radikalen Bruch mit den demokratischen Grundsätzen der Weimarer Republik und leitete eine neue Ära des Totalitarismus im Dritten Reich ein.
Die Weimarer Republik war durch ein begrenztes und wenig entwicklungsfähiges demokratisches Potenzial gekennzeichnet. Dies verdeutlichte die Anfälligkeit der demokratischen Institutionen, die ständig unter erheblichem politischen und sozioökonomischen Druck standen. Zahlreiche Regierungen und Koalitionen wurden gebildet und wieder aufgelöst, was die politische Instabilität und die Schwierigkeit, einen dauerhaften politischen Konsens aufrechtzuerhalten, veranschaulichte. Konflikte zwischen den verschiedenen politischen Fraktionen, wirtschaftliche Umwälzungen, eine galoppierende Inflation und Massenarbeitslosigkeit haben soziale Unzufriedenheit und Unsicherheit geschürt und das Vertrauen der Öffentlichkeit in das demokratische System untergraben. Erschwerend kam hinzu, dass es in Deutschland keine starke demokratische Tradition gibt. Die wechselnde und unsichere politische Ordnung schuf ein Vakuum, das antidemokratische Kräfte, insbesondere die Nazis, geschickt auszunutzen wussten und schließlich zum Zusammenbruch der Weimarer Republik und dem Aufstieg Adolf Hitlers führte.
Analyse der Ursachen für den Untergang der Weimarer Republik
Der Einfluss des Parteiensystems
Während der Zeit der Weimarer Republik war die politische Landschaft in Deutschland stark zersplittert. Sie war durch die Präsenz von vier großen politischen Strömungen gekennzeichnet: demokratisch, autoritär, unabhängiger Sozialist und Kommunist.
- Die demokratische Strömung wurde hauptsächlich von der "Weimarer Koalition" getragen, die sich aus der Sozialdemokratischen Partei, der (katholischen) Zentrumspartei und der linksliberalen Partei zusammensetzte. Sie unterstützten die Einführung und Verteidigung der demokratischen Verfassungsordnung.
- Die autoritäre Strömung wurde von den Rechtsliberalen und der Konservativen Partei unterstützt, die sich nach dem Kaiserreich und der Monarchie sehnten und versuchten, einen spezifischen deutschen Weg in die Moderne zu fördern, der sich von dem anderer europäischer Länder unterschied.
- Die unabhängigen Sozialisten auf der anderen Seite repräsentierten eine Fraktion der Linken, die sich von der sozialdemokratischen Hauptpartei abgespalten hatte. Sie waren in der Regel radikaler in ihren politischen und sozialen Positionen.
- Schließlich versuchten die Kommunisten, eine revolutionäre und egalitäre politische Ordnung zu fördern. Diese Strömung wurde von der Kommunistischen Partei verkörpert, die nach der Trennung der radikalen Linken und der sozialdemokratischen Linken entstand.
Jede dieser Gruppen hatte unterschiedliche Vorstellungen von der gewünschten politischen Ordnung für Deutschland, was zu einem intensiven politischen Wettbewerb und instabilen Regierungen führte.
Dieses Diagramm ist eine Darstellung der verschiedenen Parteien mit zwei Achsen:
- Die vertikale Achse würde die Position der Parteien auf dem politischen Spektrum von demokratisch (oben) bis autoritär (unten) darstellen.
- Die horizontale Achse würde die Position der Parteien im wirtschaftlichen Spektrum darstellen, das von Kapitalismus (rechts) bis Sozialismus (links) reicht.
Die Prozentzahlen beziehen sich auf die Ergebnisse der deutschen Parlamentswahlen vom Mai 1928. Es war die Parlamentswahl in der Weimarer Republik mit der höchsten Wahlbeteiligung und wurde weithin als Sieg für die pro-demokratischen Parteien angesehen. Bei den Wahlen ging die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) mit rund 30 Prozent der Stimmen als stärkste Partei hervor, gefolgt von der Zentrumspartei mit rund 12 Prozent. Die Nationale Volkspartei Deutschlands, eine eher autoritäre politische Kraft, erhielt etwa 14% der Stimmen und die Kommunistische Partei Deutschlands etwa 10%. Die übrigen Stimmen verteilten sich auf eine Reihe anderer, kleinerer Parteien.
Die DNVP vertrat vor allem die Interessen des Landadels und der konservativen Protestanten, die der parlamentarischen Demokratie oft skeptisch gegenüberstanden. Die liberale Landschaft war zersplittert, wobei die Progressiven Demokraten (DDP) eher links orientiert waren und die parlamentarische Demokratie unterstützten, während die Deutsche Volkspartei (DVP) eher rechts orientiert war und der Weimarer Republik oft skeptisch gegenüberstand. Das Zentrum (Zentrum) war eine christlich-demokratische politische Partei, die eine starke Basis unter Katholiken hatte, insbesondere in den ländlichen und industrialisierten Gebieten West- und Süddeutschlands. Die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) schließlich war die größte linke Partei der damaligen Zeit mit einer starken Basis unter den Arbeitern der Arbeiterklasse in den großen städtischen Zentren. Die SPD spielte eine Schlüsselrolle bei der Errichtung der Weimarer Republik und unterstützte eine demokratische und soziale Vision von Deutschland.
Politische Instabilität und die zunehmende Fragmentierung der politischen Landschaft waren entscheidende Merkmale der Weimarer Republik. Im Jahr 1919 spalteten sich die Kommunisten von der Sozialdemokratischen Partei ab und gründeten die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), eine Spaltung, die die Linke schwächte und zur politischen Polarisierung beitrug. In Bayern spaltete sich 1919 die Bayerische Volkspartei (BVP) vom Zentrum ab, die die spezifischen Interessen der bayerischen Katholiken vertrat. Auch dies hat zur Fragmentierung der politischen Landschaft beigetragen. Bei den Liberalen entstand 1918 die Deutsche Volkspartei (DVP) als rechtsliberale Partei, während die Deutsche Demokratische Partei (DDP) eine linksliberale Partei war. Diese Spaltung schwächte das liberale Lager. Mit dem Aufkommen der Nazipartei (NSDAP) in den 1920er Jahren schließlich polarisierte sich das politische Spektrum noch weiter. Die NSDAP gewann an Boden, indem sie die wirtschaftliche und soziale Unzufriedenheit nach dem Versailler Vertrag und der Großen Depression ausnutzte und Angst und Feindseligkeit gegenüber Kommunisten und Juden schürte. Insgesamt trugen diese Entwicklungen zur Instabilität und Zersplitterung der politischen Landschaft während der Weimarer Republik bei und bereiteten den Boden für den Aufstieg Hitlers und der NSDAP.
Die Entstehung dieser Parteistruktur fällt in die Zeit zwischen 1870 und 1890, in der sich vielfältige und alte gesellschaftliche Spaltungen widerspiegeln, wie z. B. die Spaltung zwischen denjenigen, die eine ausgeprägte Ordnung zwischen einer Staatsreligion und säkularen Tendenzen wünschen. Aber auch Spaltungen zwischen der städtischen und der ländlichen Welt (Stadt - Land) sowie regionale Spaltungen wie mit Bayern, das eine Partei haben wollte, die seine eigenen Interessen auf nationaler Ebene vertritt.
Die schnelle Industrialisierung Deutschlands ab den 1870er Jahren führte zu einem bedeutenden Bruch in der Gesellschaft. Auf der einen Seite gab es diejenigen, die direkt von der Industrialisierung profitierten, wie Unternehmer, Industrielle und Teile der Mittelschicht, die den Kapitalismus unterstützten und sich generell gegen jede Form von bedeutender sozialer Gesetzgebung wandten. Auf der anderen Seite gab es diejenigen, die direkt von den negativen Auswirkungen der Industrialisierung betroffen waren, wie die Industriearbeiter, die mehr sozialen Schutz forderten. Sie forderten bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne, Gesetze gegen Kinderarbeit und andere soziale Schutzmaßnahmen. Diese Forderungen führten zur Gründung von politischen Arbeiterparteien wie der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), die diese Forderungen unterstützten und versuchten, soziale Reformen durch Gesetze umzusetzen. Diese Spannung zwischen den Befürwortern eines unregulierten Kapitalismus und denjenigen, die für ein Eingreifen des Staates zum Schutz der Arbeiter und zur Regulierung der Arbeitsbedingungen plädierten, war eine der wichtigsten politischen Spaltungen dieser Zeit.
Die Existenz dieser vielfältigen sozialen Spaltungen hat die politische Landschaft der damaligen Zeit tiefgreifend geformt und zu einer Vielzahl politischer Parteien statt zu einem Zweiparteiensystem geführt. Anstatt zwei klar definierte und gegensätzliche politische Kräfte zu haben, war das Deutschland der Weimarer Republik von einer Vielzahl von Parteien geprägt, die verschiedene Schichten und Segmente der Gesellschaft repräsentierten. Diese Parteien unterschieden sich erheblich in Bezug auf ihre Ideologien und politischen Ziele, was die Bildung stabiler und dauerhafter Koalitionen erschwerte. Dadurch entstand auch ein Klima der politischen Fragmentierung, in dem der Wettbewerb nicht auf zwei Hauptblöcke beschränkt war, sondern eine große Anzahl von Parteien um die Macht kämpfte. Infolgedessen war die Weimarer Republik politisch instabil, mit Koalitionsregierungen, die oft nur von kurzer Dauer waren, und keine Partei oder kein politischer Block, der eine klare und stabile Mehrheit erreichen konnte. Diese politische Fragmentierung trug zu Instabilität und Volatilität bei, die schließlich zum Zusammenbruch der Weimarer Republik und zur Entstehung des Nazi-Regimes führten.
Trotz der politischen Fragmentierung bildeten sich während der Weimarer Republik zwei Regierungskoalitionen heraus, die beide um die Zentrumspartei herum aufgebaut wurden.
- Die demokratische Koalition: Sie bestand aus der Sozialdemokratischen Partei (SDP), der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP), der Zentrumspartei und der Bayerischen Volkspartei. Diese Koalition setzte sich für die Förderung demokratischer Prinzipien ein und war ein Links-Mitte-Links-Bündnis.
- Die bürgerliche Koalition: Diese Koalition wurde von der Zentrumspartei, den beiden liberalen Parteien (linke DDP und rechte Deutsche Volkspartei - DVP) und der konservativen Deutschen Nationalen Volkspartei (DNVP) gebildet. Diese Koalition stellte ein konservativeres Bündnis dar und tendierte dazu, eine liberale Wirtschaftspolitik zu fördern.
Diese Koalitionen waren während der Weimarer Republik von 1919 bis 1933 die wichtigsten Regierungskonfigurationen in Deutschland. Politische Fragmentierung und tiefe ideologische Spaltungen machten diese Koalitionsregierungen jedoch instabil und kurzlebig und trugen am Ende zum Zusammenbruch der Weimarer Republik bei.
Die zweite Koalition, die wir als "bürgerliche Koalition" bezeichnen könnten, war durch ihre Unterstützung für eine kapitalistische Wirtschaftspolitik geeint, aber innerhalb der Koalition gab es tiefe Differenzen über die ideale politische Struktur für Deutschland. Diese Differenzen beruhten vor allem auf unterschiedlichen Auffassungen von Demokratie und Autorität. Die Linksliberalen (Deutsche Demokratische Partei - DDP) neigten dazu, demokratische Prinzipien, einschließlich der repräsentativen Regierung und der Bürgerrechte, zu favorisieren. Sie glaubten an einen Rechtsstaat, und viele waren stark gegen eine Rückkehr zu Autoritarismus oder Monarchie. Auf der anderen Seite hatten die Rechtsliberalen (Deutsche Volkspartei - DVP) und die Konservativen (Deutsche Nationale Volkspartei - DNVP) autoritärere Tendenzen. Sie waren tendenziell skeptischer gegenüber der Demokratie und unterstützten eine elitärere und autoritärere Vision des Staates. Einige von ihnen waren nostalgisch gegenüber dem Deutschen Kaiserreich eingestellt und konnten die Rückkehr zu einer Form der Monarchie oder zu einem autoritäreren Regime unterstützen. Diese ideologischen Divergenzen erschwerten die Zusammenarbeit in dieser Koalition und trugen zur politischen Instabilität während der Zeit der Weimarer Republik bei.
Die erheblichen ideologischen Unterschiede zwischen den Parteien innerhalb dieser Koalitionen behinderten ihre Fähigkeit, kohärent und stabil zu regieren. Von den 14 Jahren der Weimarer Republik war die "demokratische Koalition" etwa fünf Jahre lang an der Macht und die "bürgerliche Koalition" etwa zwei Jahre lang. In den verbleibenden sieben Jahren konnte keine Mehrheitskoalition gebildet werden, was zur Bildung von Minderheitsregierungen führte. Diese Regierungen waren oft instabil und hatten Schwierigkeiten, ausreichende Unterstützung für ihre Politik zu erhalten, was zur allgemeinen politischen Instabilität in dieser Zeit beitrug.
Von 1919 bis 1933 war die Weimarer Republik chronisch politisch instabil, wobei in dieser Zeit zwanzig verschiedene Regierungen gebildet wurden. Diese Regierungen wurden häufig als Reaktion auf unmittelbare Krisen gebildet und waren in der Regel auf kurzfristige Lösungen ausgerichtet. Beispielsweise mussten sie sich Herausforderungen wie dem Versailler Vertrag, der hyperinflationären Inflationskrise Anfang der 1920er Jahre, der Großen Depression Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre und der zunehmenden politischen Agitation von der extremen Rechten und der extremen Linken stellen. Diese Regierungen wurden häufig von Koalitionen aus mehreren politischen Parteien gebildet, doch diese Koalitionen waren oft instabil und hatten aufgrund ideologischer oder politischer Meinungsverschiedenheiten zwischen ihren Mitgliedern Schwierigkeiten, eine Mehrheit im Parlament zu halten. Diese chronische politische Instabilität trug schließlich zum Zusammenbruch der Weimarer Republik und zum Aufstieg der Nazipartei und ihres Führers Adolf Hitler bei.
Die Zersplitterung der politischen Landschaft während der Weimarer Republik behinderte die politische Stabilität und wirkte sich auf die Wahrnehmung der Legitimität der amtierenden Regierung aus. Die Parteien der "Weimarer Koalition", die größtenteils für die Umsetzung der neuen demokratischen Republik verantwortlich waren, sahen sich einer erheblichen politischen Herausforderung gegenüber. Zunächst einmal wurden sie für ihre Unfähigkeit kritisiert, die Wirtschaftskrise und die sozialen Spannungen wirksam zu bewältigen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurden durch die Bedingungen des Versailler Vertrags, der Deutschland hohe wirtschaftliche Reparationen auferlegte, noch verschärft. Zweitens wurde die "Weimarer Koalition" für die Errichtung eines demokratischen Regimes verantwortlich gemacht, das unfähig zu sein schien, Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten. Ihre politische Legitimität wurde zunehmend in Frage gestellt, zumal sie als von den Realitäten der Bevölkerung abgekoppelt wahrgenommen wurden. Schließlich führten diese Faktoren in Verbindung mit einem Anstieg des politischen Extremismus zum Aufstieg der Nazipartei, die diese Schwächen nutzte, um ihre Rhetorik zu befeuern und Unterstützung zu gewinnen. Der politische Protest führte zu einer wachsenden Unterstützung der Nazipartei, die schließlich zum Ende der Weimarer Republik und zur Entstehung des Dritten Reichs führte.
Wie Lepsius erklärt, spielte die Fragmentierung des politischen Systems während der Weimarer Republik eine bedeutende Rolle in der Krise der Demokratie, die zur Entstehung des Dritten Reiches führte.[1] Die Vielzahl politischer Parteien mit divergierenden Agenden erschwerte die Bildung einer stabilen und effektiven Regierung. Diese Spaltungen, die durch die sozioökonomischen Herausforderungen der Zeit noch verschärft wurden, schufen eine Atmosphäre der politischen Instabilität und der sozialen Unzufriedenheit. Darüber hinaus ermöglichte diese Zersplitterung extremistischen Parteien, an Boden zu gewinnen, indem sie sich die Frustration der Öffentlichkeit über die Unfähigkeit der Regierungskoalitionen, wirksam auf die Probleme der Nation zu reagieren, zu Nutze machten. Alles in allem trug der Mangel an Zusammenhalt und klarer Führung innerhalb des deutschen politischen Systems der Weimarer Republik maßgeblich zum Aufstieg des Nationalsozialismus und zum Zusammenbruch der Demokratie in Deutschland bei.
Die Auswirkungen des Wahlsystems
Das Verhältniswahlsystem, wie es während der Weimarer Republik eingeführt wurde, soll sicherstellen, dass der Prozentsatz der Sitze, die eine Partei im Parlament erhält, den Prozentsatz der Stimmen, die sie in der Wählerschaft erhalten hat, so genau wie möglich widerspiegelt. Das bedeutet, dass eine Partei, die 10 % der Stimmen erhält, etwa 10 % der Sitze im Parlament erhalten sollte. Dies ist ein anderer Ansatz als das Mehrheitswahlsystem, bei dem die Partei, die in einem Wahlkreis die meisten Stimmen erhalten hat, alle Sitze in diesem Wahlkreis erhält. Dieses System wird häufig verwendet, um eine größere Vielfalt an politischen Ansichten in der Regierung zu fördern. Es kann jedoch auch zu politischer Zersplitterung und instabilen Regierungen führen, wie es in der Weimarer Republik der Fall war, da es für eine einzelne Partei schwieriger sein kann, eine klare Mehrheit zu erreichen.
Das Ziel eines Verhältniswahlsystems ist es, eine gerechte Vertretung aller Teile der Gesellschaft, einschließlich kleinerer Parteien und Minderheitengruppen, zu gewährleisten. In einem solchen System können Parteien, die einen relativ geringen Anteil der Stimmen erhalten, immer noch eine Vertretung im Parlament erlangen, was in Mehrheitswahlsystemen in der Regel nicht der Fall ist. Dies ermöglicht eine Vielfalt an politischen Meinungen und Positionen bei der Entscheidungsfindung, was dazu beitragen kann, ein breiteres Spektrum an Anliegen und Interessen in der Gesellschaft widerzuspiegeln und darauf einzugehen. Ein potenzieller Nachteil eines Verhältniswahlrechts ist jedoch, dass es zu politischer Fragmentierung und Instabilität der Regierung führen kann. Das liegt daran, dass es für die Parteien schwierig sein kann, eine klare Mehrheit im Parlament zu erreichen, was oft die Bildung von Koalitionen erforderlich macht, die schwer aufrechtzuerhalten und effektiv zu verwalten sein können.
Die Frage der Wahlschwelle ist ein wichtiges Merkmal von Verhältniswahlsystemen. Die Wahlschwelle ist der Mindestprozentsatz an Stimmen, den eine Partei erhalten muss, um für die Verteilung der Parlamentssitze in Frage zu kommen. Diese Schwelle kann von Land zu Land sehr unterschiedlich sein und reicht in der Regel von 1 bis 10 %. Mit dieser Schwelle soll eine zu große parlamentarische Zersplitterung verhindert werden, die die Regierung instabil oder ineffizient machen könnte. Andererseits kann eine zu hohe Schwelle die Vertretung kleiner Parteien und Minderheiten behindern, was dem ursprünglichen Ziel des Verhältniswahlsystems zuwiderläuft. In der Weimarer Republik war das System ein volles Verhältniswahlrecht ohne Wahlhürde. Folglich hatte jede Partei, die genügend Stimmen für einen Sitz erhielt, Anspruch auf eine Vertretung im Parlament. Dies führte zu einer großen parlamentarischen Fragmentierung, bei der viele kleine Parteien vertreten waren, was zur Instabilität des damaligen politischen Systems beitrug.
Die Weimarer Republik hatte ein "reines" oder "integrales" Verhältniswahlrecht, d. h. es gab keine offizielle Wahlhürde, ab der eine Partei Sitze im Parlament erhalten konnte. In der Praxis war die tatsächliche Schwelle sehr niedrig, wahrscheinlich bei etwa 0,4 %, was dem Anteil der Stimmen entsprach, die notwendig waren, um einen einzigen Sitz im Reichstag zu erhalten, der etwa 600 Mitglieder zählte. Das Fehlen einer Wahlhürde im System der Weimarer Republik hatte zur Folge, dass eine Vielzahl kleiner Parteien ins Parlament einziehen konnte, was die politische Zersplitterung verschärfte. Dies mag zwar eine sehr genaue Repräsentation der öffentlichen Meinung gewährleistet haben, erschwerte aber auch die Bildung stabiler Koalitionen in der Regierung und trug zur politischen Instabilität dieser Periode bei.
In einem "reinen" Verhältniswahlsystem wie dem der Weimarer Republik konnte aufgrund des Fehlens einer Wahlhürde eine Vielzahl kleiner Parteien eine Vertretung im Parlament erlangen. Dies führte zu einer getreuen Reproduktion der sozialen Spaltungen und der verschiedenen politischen Tendenzen im Parlament. Diese politische Zersplitterung hatte jedoch zur Folge, dass die Bildung stabiler Regierungskoalitionen erschwert wurde. Denn bei so vielen kleinen Parteien mit unterschiedlichen Interessen und Prioritäten mussten oft komplizierte Kompromisse ausgehandelt werden, um eine parlamentarische Mehrheit zu bilden. Außerdem waren diese Koalitionen, sobald sie einmal gebildet waren, oft unsicher und anfällig für Instabilität, da eine kleine Partei die Regierung leicht zu Fall bringen konnte, indem sie sich aus der Koalition zurückzog. Darüber hinaus machte dieses System die Regierung anfälliger für politische Krisen und Konflikte. Da es keine klare und stabile Mehrheit gab, war es für die Regierung schwierig, schnelle und effektive Entscheidungen als Reaktion auf Krisen zu treffen. Dies trug zur Wahrnehmung der Ineffizienz und Instabilität des demokratischen Systems bei und schürte die Unzufriedenheit und das Misstrauen gegenüber der Weimarer Republik. Kurzum, obwohl das "reine" Verhältniswahlrecht der Weimarer Republik eine genaue Repräsentation der öffentlichen Meinung gewährleistete, trug es auch zur politischen Instabilität dieser Periode und zur Schwächung des demokratischen Regimes bei.
| Population | Électeurs inscrits | Suffrages exprimés | Nombre de sièges | |
|---|---|---|---|---|
| 62 410 000 | 36 766 000 | 30 400 000 | 423 | |
| Parti | Nombre de votes (en milliers) | % | Nombre de sièges | |
| DNVP | 4 382 | 19,5 | 95 | |
| NSDAP | 810 | 2,6 | 12 | |
| BVP | 946 | 3,1 | 16 | |
| DVP | 2 680 | 8,7 | 45 | |
| Zentrum | 3 712 | 12,1 | 62 | |
| DDP | 1 506 | 4,9 | 25 | |
| SPD | 9 153 | 29,8 | 153 | |
| KPD | 3 265 | 10,6 | 54 | source |
Ein Nachteil des reinen Verhältniswahlrechts ist, dass es eine zersplitterte parlamentarische Vertretung mit vielen kleinen Parteien begünstigt. Dies kann die Bildung stabiler Regierungskoalitionen erschweren. Im Fall der Weimarer Republik wurden viele Sitze von Parteien gewonnen, die nur einen geringen Prozentsatz der Stimmen erhielten, was zu einem stark zersplitterten Parlament führte. Das bedeutet, dass keine Partei eine absolute Mehrheit erreichen konnte und Koalitionen zwischen mehreren Parteien notwendig waren, um zu regieren. Diese Koalitionen waren jedoch oft instabil, da sie von der Bereitschaft kleinerer Parteien zur Zusammenarbeit abhingen. Da diese kleinen Parteien zudem häufig spezifische Interessen oder divergierende Ideologien vertraten, war es schwierig, eine gemeinsame Basis zu finden und die Koalition zusammenzuhalten. Folglich erschwerte das reine Verhältniswahlrecht der Weimarer Republik nicht nur die Bildung stabiler Koalitionen, sondern trug auch zur politischen Instabilität im Allgemeinen bei. Dies trug sicherlich zur Schwächung des demokratischen Systems und zu seinem ultimativen Ende mit der Machtübernahme Adolf Hitlers im Jahr 1933 bei.
Wenn wir ein Parlament mit 481 Sitzen betrachten und 16 % der Sitze von Parteien gehalten werden, die 4,5 % oder weniger der Stimmen des Volkes erhalten haben, bedeutet dies, dass 77 Sitze von diesen kleinen Parteien gehalten werden. Zählt man die Parteien hinzu, die weniger als 5 % der Stimmen erhalten haben und die 21 % aller Sitze stellen, erhält man etwa 101 Sitze. Dies verdeutlicht einmal mehr die Fragmentierung der politischen Landschaft in der Weimarer Republik, mit einer großen Anzahl an kleinen Parteien, die im Parlament vertreten sind. Dies hätte die Bildung stabiler Koalitionen zweifellos erschwert und zur politischen Instabilität der damaligen Zeit beigetragen. Dies bestätigt, dass das Wahlsystem der Weimarer Republik zu einer erheblichen Fragmentierung der politischen Landschaft geführt hat, was die Bildung stabiler Regierungen erschwerte. Diese Situation ist typisch für Systeme mit proportionaler Repräsentation ohne hohe Wahlhürde, die die Vertretung kleinerer Parteien fördern, aber zu politischer Instabilität führen können.
Viele Wissenschaftler behaupten, dass das Verhältniswahlsystem einer der Faktoren war, die zur politischen Instabilität der Weimarer Republik beigetragen haben. Es sollte jedoch betont werden, dass diese Behauptung häufig diskutiert wird und dass das Scheitern der Weimarer Republik das Ergebnis vieler Faktoren war, nicht nur des Wahlsystems. Das Verhältniswahlsystem ermöglichte es einer Vielzahl von politischen Parteien, im Parlament vertreten zu sein, was zu einer politischen Fragmentierung führte. Dies erschwerte die Bildung stabiler Regierungen und das Treffen politischer Entscheidungen. Dadurch konnten auch extremistische Parteien eine politische Vertretung gewinnen, was zur politischen Instabilität beitrug.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bundesrepublik Deutschland (BRD) wichtige Änderungen an ihrem Wahlsystem vor, um zu versuchen, einige der Probleme zu lösen, die die Weimarer Republik geplagt hatten. Die neue Verfassung, die als das Grundgesetz bekannt ist, führte ein gemischtes parlamentarisches Regierungssystem ein. In diesem System wird die Hälfte der Mitglieder des Bundestags (das Unterhaus des deutschen Parlaments) direkt in Einerwahlkreisen gewählt, während die andere Hälfte aus Parteilisten auf Verhältniswahlrechtbasis gewählt wird. Dieses System, das häufig als gemischtes Wahlsystem oder gemischtes Mitglied-Wahlsystem bezeichnet wird, soll die Vorteile der Verhältniswahl und der Einpersonenwahl in einem Wahlgang kombinieren. Außerdem wurde eine Schwellenklausel eingeführt, die besagt, dass eine Partei mindestens 5% der Stimmen auf nationaler Ebene erhalten oder mindestens drei Direktmandate gewinnen muss, um Anspruch auf zusätzliche Sitze durch die Verhältniswahl zu haben. Dies wurde getan, um eine übermäßige Fragmentierung des Parlaments zu verhindern und die politische Stabilität zu fördern. Seit der Einführung dieser Reformen ist das politische System in Deutschland im Allgemeinen stabil, mit Regierungen, die in der Regel die volle Amtszeit überdauern.
Es ist möglich, dass die Einführung eines Schwellenwertes für die Vertretung, wie er im Nachkriegsdeutschland eingeführt wurde, Auswirkungen auf den Aufstieg der Nationalsozialistischen Partei (NSDAP) zur Macht gehabt hätte. Dies ist jedoch eine komplexe Frage, die von einer Reihe anderer Faktoren abhängt. Einerseits hätte eine höhere Schwelle einige kleinere Parteien aus dem Parlament ausschließen und somit die Sitze bei den größeren Parteien konzentrieren können, potenziell auch bei der NSDAP, die bei den Wahlen von 1932 und 1933 einen erheblichen Anteil der Stimmen erhalten hatte. Andererseits hätte die Schwelle auch einige extremistische oder radikale Parteien daran hindern können, ins Parlament einzuziehen, wodurch ihre Legitimität und Sichtbarkeit verringert worden wäre. Dies hätte sich auf die politische Dynamik der damaligen Zeit auswirken und möglicherweise den Aufstieg der NSDAP bremsen können.
Das Verhältniswahlrecht der Weimarer Republik hat sicherlich zur Zersplitterung der politischen Landschaft und zur Instabilität der Regierung beigetragen, aber es war nur ein Faktor unter vielen, der zum Scheitern der Republik führte. Andere wichtige Faktoren waren unter anderem die verheerenden Auswirkungen des Versailler Vertrags, die Weltwirtschaftskrise nach dem Börsenkrach von 1929, Machtkämpfe innerhalb der Regierung, die Erosion der öffentlichen Unterstützung für die parlamentarische Demokratie, das Fehlen einer starken demokratischen Tradition in Deutschland und natürlich der Aufstieg des Nationalsozialismus. Die Natur des politischen Systems der Weimarer Republik - eine parlamentarische Demokratie mit einem schwachen Staatsoberhaupt und einem vollständigen Verhältniswahlrecht - mag Adolf Hitler den Aufstieg an die Macht erleichtert haben, aber sie war sicherlich nicht die einzige Ursache. Letztendlich war es eine Kombination aus internen und externen Faktoren, die zum Zusammenbruch der Weimarer Republik und zum Aufstieg des Dritten Reichs führte.
Die Auswirkungen des Verfassungsrahmens
Eine weitere institutionalistische Erklärung in Bezug auf den Verfassungsrahmen bezieht sich auf die Analyse der Ursachen für den Untergang der Weimarer Republik aus institutionalistischer Sicht. Der Institutionalismus ist ein Ansatz in den Sozialwissenschaften, der sich auf die Rollen von Institutionen (wie z. B. Regierungsregeln, Normen, Rechtsstrukturen usw.) bei der Bestimmung von sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ergebnissen konzentriert. Im Fall der Weimarer Republik untersucht eine institutionalistische Erklärung für ihren Zusammenbruch, wie die Verfassungsstruktur, das Wahlsystem und andere Institutionen zur politischen Krise und zum Aufstieg des Nationalsozialismus beigetragen haben. Beispielsweise wurde Artikel 48 der Weimarer Verfassung, der es dem Präsidenten erlaubte, Notverordnungen zu erlassen, dazu benutzt, das Parlament zu umgehen, und trug so zur Schwächung des parlamentarischen Systems und zum Aufstieg der Exekutive bei.
In den letzten Jahren der Weimarer Republik brach die parlamentarische Demokratie zusammen und es wurde ein autoritäreres Regime errichtet. Dies wird häufig auf Artikel 48 der Weimarer Verfassung zurückgeführt, der es dem Präsidenten erlaubte, Notverordnungen zum "Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung" zu erlassen. Theoretisch sollte dieser Artikel nur in extremen und vorübergehenden Situationen angewendet werden, doch in der Praxis wurde er immer häufiger und länger angewandt. Ab 1930 begann Bundeskanzler Heinrich Brüning fast ausschließlich mit Präsidialverordnungen zu regieren und umging damit den Reichstag. Dies markierte eine bedeutende Machtverschiebung von der Legislative zur Exekutive und trug zum Anstieg des Autoritarismus bei. Es ist jedoch zu beachten, dass sich das Weimarer Regime nicht in ein Präsidialregime im engeren Sinne verwandelte. In einem typischen Präsidialsystem wie in den USA ist der Präsident sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef, und es gibt eine strikte Gewaltenteilung zwischen Exekutive, Legislative und Judikative. In der Weimarer Republik blieb der Präsident selbst in der Endphase hauptsächlich eine zeremonielle Figur und der Kanzler behielt die Kontrolle über die Regierung. Die verstärkte Nutzung der präsidialen Befugnisse hat jedoch sicherlich zur Schwächung des parlamentarischen Systems beigetragen.
Die Verfassung der Weimarer Republik, die von 1919 bis 1933 in Kraft war, gewährte dem Staatspräsidenten mehrere wichtige Vorrechte, darunter :
- Exekutive: Der Präsident der Republik ernannte den Kanzler (d. h. den Regierungschef) und die Minister der Regierung und konnte sie auch wieder entlassen. Er hatte also eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung.
- Artikel 48 - Notstandsbefugnisse: Dies war eine der umstrittensten Bestimmungen der Weimarer Verfassung. Artikel 48 erlaubte es dem Präsidenten, im Falle einer ernsthaften Bedrohung Notstandsmaßnahmen zu ergreifen, um die öffentliche Ordnung und die nationale Sicherheit zu schützen. Diese Maßnahmen konnten die Aussetzung bestimmter Bürgerrechte und den Einsatz des Militärs zur Wiederherstellung der Ordnung beinhalten. Dieser Artikel wurde in den 1930er Jahren mehrfach genutzt, um per Dekret ohne Zustimmung des Parlaments zu regieren, was zur Schwächung des parlamentarischen Systems beitrug.
- Oberbefehlshaber der Streitkräfte : Der Präsident der Republik war auch der Oberbefehlshaber der deutschen Streitkräfte.
- Recht zur Auflösung des Reichstags: Der Präsident konnte das Parlament (den Reichstag) auflösen und Neuwahlen anordnen. Dies gab ihm eine gewisse Kontrolle über den Gesetzgebungsprozess.
Diese Vorrechte verliehen dem Präsidenten eine beträchtliche Macht und ihr Gebrauch war ein Hauptfaktor für die politische Instabilität der Weimarer Republik und schließlich für den Aufstieg Adolf Hitlers an die Macht.
Im Deutschen Kaiserreich (1871-1918) war der Kanzler nicht dem Parlament (dem Reichstag), sondern dem Kaiser gegenüber verantwortlich. Das Regierungssystem war autoritär geprägt und der Kaiser verfügte über weitreichende Befugnisse. Im Gegensatz dazu hatte die Verfassung der Weimarer Republik (1919-1933) ein parlamentarisches System eingeführt, in dem der Kanzler dem Reichstag gegenüber verantwortlich war. Theoretisch war die Verfassung der Weimarer Republik darauf ausgelegt, ein parlamentarisches System zu schaffen, in dem der Kanzler, der Regierungschef war, dem Parlament, genauer gesagt dem Reichstag (dem Unterhaus des Parlaments), gegenüber verantwortlich war. Der Präsident der Republik hatte die Rolle des Staatsoberhaupts, und obwohl er die Macht hatte, den Kanzler zu ernennen und zu entlassen, war vorgesehen, dass der Kanzler dem Reichstag und nicht dem Präsidenten gegenüber verantwortlich war. In der Praxis ermöglichten die dem Präsidenten durch die Verfassung verliehenen Befugnisse, insbesondere Artikel 48, der es ihm erlaubte, in Notfällen per Dekret zu regieren, jedoch eine allmähliche Machtverschiebung vom Parlament zur Exekutive, wodurch der parlamentarische Charakter des Systems geschwächt und zu einem eher präsidentiellen System hingeführt wurde. Diese Verschiebung war ab 1930 besonders ausgeprägt, als der Aufstieg der Extreme die Bildung stabiler Koalitionen im Reichstag erschwerte und Präsident Hindenburg damit begann, Kanzler zu ernennen, die nicht das Vertrauen des Parlaments besaßen, sondern im Wesentlichen per Präsidialdekret unter Anwendung von Artikel 48 regierten. Dies bereitete den Boden für die Machtübernahme Adolf Hitlers und die Umwandlung der Weimarer Republik in ein totalitäres Regime im Dritten Reich.
Die Verfassung der Weimarer Republik räumte dem Präsidenten weitreichende Notstandsbefugnisse ein, die beim Übergang von einer parlamentarischen Demokratie zu einer autoritären Diktatur eine entscheidende Rolle spielten. Hier eine genauere Erklärung dieser Befugnisse:
- Auflösung des Parlaments : Der Präsident hatte die Macht, den Reichstag (das deutsche Parlament) aufzulösen und zu Neuwahlen aufzurufen. Dieses Vorrecht konnte genutzt werden, um die amtierende Regierung zu destabilisieren und politischen Druck auszuüben.
- Ernennung des Kanzlers: Der Präsident war befugt, den Kanzler zu ernennen, der dann vom Reichstag bestätigt werden musste. Wenn der Kanzler die Unterstützung des Reichstags verlor, konnte ein Misstrauensantrag gestellt werden. Wenn der Antrag angenommen wurde, wurde der Kanzler abgesetzt und ein neuer Kanzler musste ernannt werden.
- Regierung durch Notverordnungen: Der Präsident konnte gemäß Artikel 48 der Verfassung im Falle eines nationalen Notstands per Verordnung regieren. Das bedeutete, dass er sich über das Parlament hinwegsetzen und per Dekret Gesetze verkünden konnte. Dieser Artikel wurde während der Weimarer Republik mehrfach angewandt, unter anderem um zivile Unruhen niederzuschlagen und auf die Wirtschaftskrise zu reagieren.
Diese drei Befugnisse in Verbindung mit einer instabilen politischen und wirtschaftlichen Lage trugen zur Schwächung der Weimarer Republik und zum Aufstieg Adolf Hitlers und der Nazipartei bei.
Diese Vorrechte des Präsidenten der Weimarer Republik, insbesondere die Befugnis, mit Notverordnungen zu regieren (gemäß Artikel 48 der Verfassung), ermöglichten es ihm, wichtige Entscheidungen zu treffen, ohne die Zustimmung des Reichstags, des gesetzgebenden Organs, zu benötigen. In einem funktionierenden demokratischen System sollte die Anwendung dieser Notstandsbefugnisse jedoch eher die Ausnahme als die Norm sein. Im Fall der Weimarer Republik trug die häufige Anwendung dieser Notstandsbefugnisse zur Destabilisierung des parlamentarischen Systems und zum Anstieg des Autoritarismus bei. Letztendlich war es die Ausnutzung dieser Befugnisse durch Präsident Paul von Hindenburg, insbesondere indem er Adolf Hitler 1933 zum Kanzler ernannte und ihm erlaubte, per Dekret zu regieren, die es der Nazipartei ermöglichte, ihre Kontrolle über Deutschland zu festigen.
Am 30. März 1930 ernannte Präsident Paul von Hindenburg Heinrich Brüning zum Kanzler. Diese Ernennung erfolgte ohne die mehrheitliche Unterstützung des Reichstags, des deutschen Parlaments, da Hindenburg von seiner verfassungsmäßigen Befugnis zur Ernennung des Kanzlers Gebrauch machte. Brüning, ein Mitglied der katholischen Zentrumspartei, wurde mit der Führung einer Mitte-Rechts-Minderheitsregierung beauftragt. Brüning fand es sehr schwierig, die Unterstützung des Reichstags für seine Politik zu erhalten, die drastische Sparmaßnahmen beinhaltete, um der Großen Depression zu begegnen. Infolgedessen griff er häufig auf Artikel 48 der Weimarer Verfassung zurück, der es dem Präsidenten erlaubte, "Notstandsgesetze" ohne Zustimmung des Reichstags zu erlassen. Dies markierte eine Machtverschiebung von der legislativen zur exekutiven Sphäre und ebnete den Weg für die Übernahme Deutschlands durch Hitler und die Nazipartei einige Jahre später. Die häufige Anwendung von Artikel 48 untergrub die Legitimität des parlamentarischen Systems und trug zur Schwächung der Weimarer Demokratie bei.
Unter Kanzler Heinrich Brüning und noch mehr unter seinen Nachfolgern Franz von Papen und Kurt von Schleicher wurde immer häufiger auf präsidiale Notverordnungen zurückgegriffen. Diese Anordnungen, die durch Artikel 48 der Weimarer Verfassung zugelassen wurden, erlaubten es dem Präsidenten, im Falle einer "Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit der Nation" per Dekret zu regieren. Als sich die Krise der Großen Depression vertiefte, wurden diese Anordnungen zunehmend genutzt, um den Reichstag zu umgehen. Infolgedessen wurde die Rolle des Reichstags als Gesetzgeber weitgehend ausgehöhlt, und die Macht wurde zunehmend in den Händen des Präsidenten und des Kanzlers zentralisiert. Diese Veränderung trug zum Aufstieg Adolf Hitlers bei, der die Notverordnungen nutzte, um seine Kontrolle über die deutsche Regierung zu festigen, nachdem er im Januar 1933 zum Kanzler ernannt worden war. Obwohl die Weimarer Verfassung also formal bis August 1934 in Kraft war, als Hitler die Ämter des Präsidenten und des Kanzlers zum "Führer" zusammenlegte, war der Geist der Verfassung schon lange vor diesem Datum weitgehend ausgehöhlt worden. Der Aufstieg der Nazidiktatur setzte der Weimarer Demokratie ein Ende, und die Verwendung von präsidialen Notverordnungen spielte in diesem Prozess eine Schlüsselrolle.
Von 1930 bis 1932 stützte sich die Regierung der Weimarer Republik zunehmend auf Artikel 48 der Weimarer Verfassung, der es dem Präsidenten erlaubte, Notstandsmaßnahmen ohne die vorherige Zustimmung des Reichstags, der deutschen gesetzgebenden Versammlung, zu ergreifen. Diese Verfassungsbestimmung wurde erstmals 1923 im Zusammenhang mit der Hyperinflationskrise in Deutschland angewandt. Sie wurde jedoch ab 1930 viel intensiver genutzt, als Präsident Paul von Hindenburg als Reaktion auf das politische Patt im Reichstag und die Eskalation der Wirtschaftskrise infolge der Großen Depression begann, fast ausschließlich mit Notverordnungen zu regieren. Während also die Zahl der vom Reichstag verabschiedeten Gesetze zurückging, stieg die Zahl der Präsidialdekrete stark an. Auch die Häufigkeit der Parlamentssitzungen nahm ab, da der Präsident und sein Kanzler nun in der Lage waren, ohne die Zustimmung des Reichstags zu regieren. Diese Entwicklung untergrub die parlamentarische Demokratie in Deutschland stark und legte den Grundstein für den späteren Aufstieg der Nazipartei an die Macht.
Ab 1930 nutzte der Präsident der Weimarer Republik, Paul von Hindenburg, seine exekutiven Befugnisse wesentlich durchsetzungsfähiger, insbesondere dank Artikel 48 der Weimarer Verfassung, der ihm das Recht gab, in dringenden Fällen mit Dekreten zu regieren. Diese Präsidialdekrete werden somit zu einem wichtigen Instrument der politischen Macht. Diese Entwicklung stellt einen Teil der konservativen Elite in Deutschland zufrieden, die von den Blockaden und der Instabilität des parlamentarischen Systems frustriert ist. Für diese Konservativen wird die Tatsache, dass die Regierung direkter unter der Kontrolle des Präsidenten steht und weniger auf die Unterstützung des Reichstags angewiesen ist, als ein Weg gesehen, die Zwänge der parlamentarischen Demokratie zu überwinden und eine gewisse Ordnung und Stabilität wiederherzustellen. Allerdings hatte diese Entwicklung auch zur Folge, dass die Legitimität des Weimarer Regimes geschwächt wurde und die Tür für eine radikalere Infragestellung des demokratischen Systems geöffnet wurde, insbesondere durch nationalistische und faschistische Kräfte, die schließlich 1933 die Macht übernahmen.
Franz von Papen und Kurt von Schleicher, die beide 1932 das Amt des deutschen Bundeskanzlers bekleideten, waren beide mit der konservativen militärischen Elite Deutschlands verbunden. Franz von Papen, ein katholischer Adliger der alten Schule mit einer Karriere im diplomatischen Corps, hatte wenig direkte politische Erfahrung, aber enge Verbindungen zu Präsident Hindenburg und der militärischen Elite. Kurt von Schleicher hingegen war ein Berufsoffizier, der in der militärischen Hierarchie aufgestiegen war und als Berater Hindenburgs eine Schlüsselrolle in der Politik gespielt hatte. Diese Regierungen waren von einem autoritären und technokratischen Regierungsansatz geprägt und stützten sich hauptsächlich auf die Unterstützung von Präsident Hindenburg und dem Militär und weniger auf die Unterstützung des Parlaments. Ihre Unfähigkeit, die politische und wirtschaftliche Lage in Deutschland zu stabilisieren, und ihre zunehmende Abhängigkeit von radikalen rechten Kräften wie den Nazis, um ihre Position zu halten, führte jedoch schließlich zu ihrem Sturz und dem Aufstieg Adolf Hitlers zum Kanzler im Januar 1933.
Adolf Hitler wurde am 30. Januar 1933 vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Kanzler ernannt. Dies geschah im Rahmen der Verfassungsbestimmungen der Weimarer Republik, die es dem Präsidenten erlaubten, den Kanzler zu ernennen. Hitler hatte als Führer der Nazipartei (NSDAP) bei den Wahlen von 1932 erhebliche Unterstützung erhalten, obwohl es der NSDAP nicht gelungen war, die absolute Mehrheit im Parlament (Reichstag) zu erreichen. Die Ernennung Hitlers zum Kanzler war das Ergebnis langer politischer Verhandlungen und Kompromisse zwischen den verschiedenen konservativen und rechten Fraktionen, einschließlich der NSDAP. Die Konservativen glaubten, dass sie Hitler kontrollieren und seine Unterstützung in der Bevölkerung zu ihrem Vorteil nutzen könnten. Als Hitler jedoch erst einmal an der Macht war, begann er schnell damit, alle verfassungsmäßigen und demokratischen Kontrollen zu beseitigen und ein totalitäres Regime zu errichten. Zwei Tage nach Hitlers Ernennung, am 1. Februar 1933, löste Präsident Hindenburg den Reichstag auf und berief für den 5. März 1933 Neuwahlen ein. Dies war der Beginn einer Periode des politischen Terrors und der Einschüchterung durch die Nazis, die es Hitler schließlich ermöglichte, seine Macht zu festigen und die Weimarer Republik in einen totalitären Nazi-Staat zu verwandeln.
Der Übergang der Weimarer Republik von einem parlamentarischen System zu einem System mit starken präsidialen Befugnissen, einschließlich der Fähigkeit des Präsidenten, den Kanzler zu ernennen und mit Notverordnungen zu regieren, spielte eine entscheidende Rolle bei Adolf Hitlers Aufstieg an die Macht. Diese Verfassungsänderung stärkte die Rolle des Präsidenten als unabhängiger politischer Akteur, der in der Lage war, das Parlament zu umgehen, wenn er dies für notwendig hielt. Dies schuf eine Situation, in der Präsident Paul von Hindenburg, ein konservativer Monarchist, 1933 Hitler, den Führer der Nazipartei, zum Kanzler ernennen konnte. Obwohl dieses präsidiale Regierungssystem dazu gedacht war, Stabilität zu gewährleisten und eine schnelle Reaktion auf Krisen zu ermöglichen, gab es in der Praxis einer einzelnen Person eine enorme Menge an Macht. Diese Macht wurde von Hitler genutzt, um seinen Einfluss auf Deutschland zu festigen und ein totalitäres Regime zu errichten. Der Übergang von einem parlamentarischen System zu einem Präsidialsystem war daher eine der Hauptursachen für den Zusammenbruch der Demokratie in Deutschland und die Entstehung des Nazi-Regimes.
Der Mechanismus des Regierens per Dekret oder Regierung per Notverordnung trug während der Weimarer Republik zur Aushöhlung der Demokratie bei. Diese Praxis, die durch Artikel 48 der Verfassung der Weimarer Republik ermöglicht wurde, gab dem Reichspräsidenten die Macht, außerordentliche Maßnahmen ohne die vorherige Zustimmung des Reichstags (des deutschen Parlaments) zu ergreifen. In den Händen eines umsichtigen und die Demokratie respektierenden Führers hätte diese Macht umständehalber genutzt werden können, um akute Krisen zu bewältigen. In dem instabilen politischen Klima der Weimarer Republik wurde sie jedoch missbraucht, um das Parlament zu umgehen. Im Laufe der Zeit schwächte der wiederholte Einsatz von Notverordnungen die Autorität des Reichstags und stärkte die Exekutive. Diese Dynamik verstärkte die Konzentration der Macht in den Händen des Reichspräsidenten und später von Adolf Hitler als Kanzler. Diese Regierung per Dekret spielte daher eine wichtige Rolle bei der schrittweisen Auflösung der Demokratie während der Weimarer Republik und erleichterte den Übergang zu einem autoritären Regime im Dritten Reich.
Die Folgen von Parteistrategien und -politik
Die Untersuchung von Parteistrategien und -politik bezieht sich auf die Taktiken, die politische Parteien während der Weimarer Republik anwandten, um die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen, sich auf dem politischen Schachbrett zu positionieren, die Politik zu beeinflussen und sich um die Macht zu bemühen. Während der Weimarer Republik gab es in Deutschland eine Vielzahl politischer Parteien, darunter die Sozialdemokraten, die Kommunisten, die Mitte-Rechts-Parteien, die Nationalisten und die Konservativen. Jede dieser Parteien hatte ihre eigenen Strategien und Politiken, um Wähler zu gewinnen, Sitze im Reichstag (dem deutschen Parlament) zu erringen und den Verlauf der deutschen Politik zu beeinflussen.
Einige dieser Strategien umfassten den Einsatz von Propaganda, um die Unterstützung der Massen zu gewinnen, das Ausnutzen von sozialer und wirtschaftlicher Unzufriedenheit, das Bündnis mit anderen Parteien, um Koalitionen zu bilden, und die Übernahme bestimmter politischer Positionen, um verschiedene Wählergruppen anzusprechen. Die NSDAP unter der Führung von Adolf Hitler setzte beispielsweise eine Kombination aus nationalistischer Propaganda, antisemitischer Politik und Versprechungen zum wirtschaftlichen Aufschwung ein, um die Unterstützung breiter Teile der deutschen Bevölkerung zu gewinnen. Im Gegensatz dazu versuchten die Sozialdemokraten und die Kommunisten, die Unterstützung der Arbeiter und der Arbeiterklasse zu mobilisieren, indem sie soziale und wirtschaftliche Reformen versprachen.
Die Linksparteien spielten während der Weimarer Republik eine sehr wichtige Rolle. Zwei der wichtigsten linken Parteien waren die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD).
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Die SPD war während der Weimarer Republik die größte Partei in Deutschland. Sie war fest in der marxistischen Tradition verankert und hatte sich die Errichtung einer demokratischen und sozialen Republik zum Ziel gesetzt. Die SPD spielte eine entscheidende Rolle bei der Errichtung der Weimarer Republik in den Jahren 1918 und 1919 und stellte in dieser Zeit mehrere Kanzler und Reichstagspräsidenten. Die SPD wurde jedoch für ihre Mäßigung und ihre Unterstützung der Republik kritisiert, die einen Teil ihrer Arbeiterbasis entfremdet hat. Die Partei wurde auch durch die Spaltung von 1917 geschwächt, die zur Bildung der Unabhängigen Sozialistischen Partei Deutschlands (USPD) führte, einer radikaleren Partei, die sich schließlich mit der KPD zusammenschloss.
Die deutsche Sozialdemokratie, die hauptsächlich von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) verkörpert wurde, spielte eine zentrale Rolle bei der Errichtung und Aufrechterhaltung der Weimarer Republik. Die SPD hatte die Gründung der Republik unterstützt und war größtenteils für ihre liberale und demokratische Verfassung. Sie wurde oft mit der Verteidigung des demokratischen Systems gegen Bedrohungen von der extremen Rechten und der extremen Linken in Verbindung gebracht. Allerdings hatte die SPD auch Schwierigkeiten, ihre Wählerbasis über ihre traditionellen Hochburgen in der Arbeiterklasse hinaus zu erweitern. Sie wurde oft für ihre mangelnde Flexibilität und ihren Widerwillen kritisiert, ihre politische Agenda angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen anzupassen. Diese Anpassungsschwierigkeiten schränkten ihre Fähigkeit ein, neue Wähler anzuziehen, und trugen zu ihrem Rückgang bei den Wahlen in den 1920er und 1930er Jahren bei. Es sollte auch beachtet werden, dass die SPD mit einem starken Wettbewerb seitens der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) um die Unterstützung der Arbeiterklasse konfrontiert war. Die KPD verfolgte eine radikalere politische Linie und kritisierte die SPD als zu gemäßigt und mit dem Kapitalismus versöhnlich. Diese Spaltung innerhalb der Linken trug zur politischen Instabilität der Weimarer Republik bei und erschwerte es, eine stabile Regierungskoalition zu bilden.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) hat eine lange Geschichte der Verbindung mit der Gewerkschaftsbewegung. Seit ihrer Gründung hat die SPD versucht, die Interessen der Arbeiterklasse zu vertreten, und hat oft eng mit den Gewerkschaften zusammengearbeitet, um die Rechte der Arbeitnehmer zu verteidigen. Während der Weimarer Republik baute die SPD ihre Verbindungen zu den Gewerkschaften aus, um mehr Unterstützung unter den Arbeitnehmern zu gewinnen. Diese Strategie wurde zum Teil durch den Aufstieg der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) motiviert, die drohte, der SPD die Unterstützung der Arbeiterklasse abzusaugen. Durch die Annäherung an die Gewerkschaften hoffte die SPD, ihre Wählerbasis zu festigen und der Attraktivität der KPD entgegenzuwirken. Diese Strategie stieß jedoch auch auf Kritik. Einige argumentierten, dass die SPD zu eng mit den Gewerkschaften verbunden sei und dass dies ihre Fähigkeit einschränke, ein breiteres Spektrum an Interessen zu vertreten. Andere argumentierten, dass die SPD den Gewerkschaften zu sehr entgegenkomme und nicht in der Lage sei, die Interessen der Mittelschicht und der Unternehmen zu vertreten. Diese Spannungen trugen zur Zersplitterung der politischen Landschaft der Weimarer Republik und zur Instabilität ihrer Regierungen bei.
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Die KPD wurde Ende 1918 von radikalen Sozialisten gegründet, die mit der Mäßigung der SPD unzufrieden waren. Die KPD war mit der Sowjetunion gleichgeschaltet und setzte sich für die Errichtung einer Räterepublik nach dem Vorbild des bolschewistischen Russlands ein. Die KPD wuchs in den ersten Jahren der Weimarer Republik schnell, was vor allem auf die Radikalisierung der Arbeiterklasse während der Wirtschaftskrise zurückzuführen war. Allerdings wurde die Partei durch ihre revolutionäre Strategie und ihre Opposition zur SPD geschwächt, was zur Spaltung der Arbeiterbewegung und zur Schwächung der Linken insgesamt beitrug.
Während der Weimarer Republik durchlief die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) eine Periode der Radikalisierung und internen Transformation, größtenteils unter dem Einfluss der Kommunistischen Internationale (oder Komintern), der internationalen Organisation, die den Weltkommunismus förderte und von der Kommunistischen Partei der Sowjetunion geleitet wurde. Während dieser Zeit säuberte die KPD ihre Reihen von Elementen, die sie für nicht ausreichend revolutionär oder zu gemäßigt hielt. Sie nahm auch eine zunehmend feindselige Haltung gegenüber der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) ein, der sie vorwarf, die Arbeiterklasse durch ihre Unterstützung der Weimarer Republik und ihre Ablehnung der kommunistischen Revolution zu verraten. Die KPD entwickelte eine Strategie namens "Klasse gegen Klasse", die darauf abzielte, die Arbeiterklasse gegen die ihrer Meinung nach bürgerlichen und reaktionären Kräfte in der deutschen Gesellschaft, einschließlich der SPD, zu mobilisieren. Diese Strategie wurde kritisiert, weil sie die Arbeiterklasse spaltete und den Nazis die Machtübernahme erleichterte, indem sie die Fähigkeit der Linken, der extremen Rechten zu widerstehen, schwächte. Die Strategie der KPD verhalf der Partei jedoch auch zu einer gewissen Unterstützung unter den Arbeitern, die mit der Mäßigung der SPD unzufrieden waren und sich von der radikaleren Vision des Kommunismus angezogen fühlten.
Die Radikalisierung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und ihre "Klasse-gegen-Klasse"-Strategie schufen einen starken inneren Zusammenhalt innerhalb der Partei und erhöhten ihre Attraktivität für bestimmte Teile der Arbeiterklasse, insbesondere für diejenigen, die sich von gemäßigteren Parteien wie der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) enttäuscht oder verraten fühlten. Die große Depression, die 1929 begann, verschärfte die wirtschaftlichen und sozialen Spannungen in Deutschland und verstärkte die Unterstützung für radikale Parteien, einschließlich der KPD. Die Wirtschaftskrise führte zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für viele Arbeitnehmer, was die soziale Unzufriedenheit schürte und die radikalen Botschaften der KPD für einige attraktiver machte. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die KPD in dieser Zeit zwar ihre Unterstützung steigern konnte, es ihr jedoch nicht gelang, die Macht zu ergreifen, und sie schließlich nach Hitlers Machtübernahme 1933 vom Nazi-Regime zerschlagen wurde. Die KPD und die SPD waren trotz ihrer Rivalität und ideologischen Unterschiede beide gegen die extreme Rechte eingestellt, aber ihre Unfähigkeit, sich gegen die Nazis zu vereinen, trug zum Zusammenbruch der Weimarer Republik und zum Aufstieg des Dritten Reichs bei.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die linken Parteien während der Weimarer Republik eine entscheidende Rolle spielten, aber sie wurden durch ihre Spaltung und ihre Unfähigkeit, die Arbeiterklasse hinter einem gemeinsamen Programm zu vereinen, behindert. Diese Spaltung wurde von den rechten Kräften ausgenutzt, denen es 1933 gelang, die Macht zu übernehmen.
Im Nachhinein lässt sich beobachten, dass diese Strategien möglicherweise zur politischen Instabilität der Weimarer Republik und zum Aufkommen des Nationalsozialismus beigetragen haben. Bei ihrem Versuch, sich kurzfristig zu stärken, haben diese Parteien möglicherweise das größere Bild und die langfristigen Risiken übersehen. Die Kommunisten haben mit ihrer radikalen Rhetorik und ihrer Ablehnung der Sozialdemokratie zweifellos dazu beigetragen, die Linke zu spalten und die politische Landschaft zu polarisieren. Ihre Vision einer sofortigen sozialistischen Revolution war im deutschen Kontext vielleicht unrealistisch und hat zweifellos einige Wähler verprellt, die ansonsten eine linke Politik unterstützt hätten. Was die Sozialdemokraten betrifft, so haben ihr Festhalten an der Weimarer Republik und ihre Annäherung an die Gewerkschaften möglicherweise ihre Fähigkeit behindert, auf die Wirtschaftskrise zu reagieren und unzufriedenen Wählern eine glaubwürdige Alternative zu bieten. Darüber hinaus machte ihre Weigerung, mit den Kommunisten zusammenzuarbeiten, eine linke Koalition unmöglich, die sich dem Aufstieg der Nazis hätte entgegenstellen können. Letztendlich könnten diese Strategien dazu beigetragen haben, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Demokratie erodierte und der Extremismus zunahm, was schließlich zum Scheitern der Weimarer Republik und zur Entstehung des Dritten Reichs führte.
Die politischen Kräfte in Deutschland waren während dieser Zeit komplex und dynamisch. Während sich die Kommunistische Partei auf eine radikale sozialistische Revolution konzentrierte, unterschätzte sie möglicherweise die wachsende Kraft des rechten Nationalismus und Faschismus, verkörpert durch die Nazipartei. Ebenso waren die Sozialdemokraten trotz ihrer Unterstützung für die Weimarer Republik und ihrer Bemühungen, sich den Gewerkschaften anzugleichen, angesichts der wachsenden Bedrohung durch den Faschismus vielleicht zu nachgiebig. Die Realität war, dass trotz starker linker Parteien die damaligen Bedingungen in Deutschland - insbesondere die wirtschaftliche Instabilität, die Ressentiments gegenüber dem Versailler Vertrag und der wachsende Nationalismus - einen fruchtbaren Boden für den Rechtsextremismus schufen. So kam es in Deutschland statt eines Linksrucks zum Aufstieg der Nazipartei und der Errichtung eines rechtsautoritären Regimes, was schließlich zum Zweiten Weltkrieg führte.
Es scheint, dass die deutsche Linke eine Gelegenheit zum Aufbau einer breiteren und stärkeren Koalition verpasst hat, indem sie sich zu eng auf ihre jeweilige Basis konzentrierte und eine strikte ideologische Linie verfolgte. Im Fall der Sozialdemokratischen Partei hätte eine breitere Öffnungsstrategie beispielsweise Bemühungen um den Aufbau von Bündnissen mit anderen linken Gruppierungen wie der Kommunistischen Partei, aber auch Versuche, Unterstützung aus der Mittelschicht zu gewinnen, beinhalten können. Was die Kommunistische Partei betrifft, so hätte ein pragmatischerer und weniger radikaler Ansatz möglicherweise dazu beitragen können, die Unterstützung derjenigen zu gewinnen, die über die wirtschaftliche und politische Instabilität besorgt waren, aber nicht bereit waren, ein revolutionäres Programm zu unterstützen.
Die Sozialdemokratie sah sich während der Weimarer Republik mehreren Herausforderungen gegenüber, die ihre Fähigkeit, eine prodemokratische soziale Basis zu festigen, behinderten. Hier einige Schlüsselfaktoren:
- Fragmentierung der Linken: Die deutsche Linke war stark zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten gespalten. Diese Spaltung erschwerte es, eine einheitliche Plattform zu entwickeln und eine breite Unterstützung für die parlamentarische Demokratie zu mobilisieren.
- Desillusionierung und Misstrauen: Viele Wähler waren von den Leistungen der sozialdemokratischen Regierungen desillusioniert, die oft als ineffizient oder unfähig wahrgenommen wurden, auf die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen der Zeit zu reagieren. Dies führte zu einem Misstrauen gegenüber der Sozialdemokratie und untergrub ihre Unterstützung in der Bevölkerung.
- Wirtschaftskrise: Die Große Depression von 1929 verschärfte die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands und erhöhte die Verzweiflung und Unzufriedenheit unter den Wählern. Den linken Parteien fiel es schwer, wirksame Lösungen für diese Probleme anzubieten, was zu einem Vertrauensverlust und sinkender Unterstützung führte.
- Externer Druck: Die Sozialdemokratische Partei stand unter starkem Druck von Seiten der Konservativen und Nationalisten, die versuchten, sie zu marginalisieren und zu diskreditieren. Dieser Druck hat es in Verbindung mit der zunehmenden politischen Polarisierung erschwert, eine prodemokratische Basis zu festigen.
Diese Herausforderungen in Verbindung mit anderen Faktoren schränkten die Fähigkeit der Sozialdemokratie ein, die Unterstützung für die parlamentarische Demokratie während der Weimarer Republik zu stärken.
Die Rolle der Ideologie
Die Untersuchung der Ideologie im Zusammenhang mit der Weimarer Republik bezieht sich in der Regel auf die Untersuchung der grundlegenden Überzeugungen, Werte und Prinzipien, die das politische und soziale Handeln während dieser Zeit geleitet haben. Das Deutschland der Weimarer Republik (1919-1933) war eine Zeit bedeutender politischer und sozialer Transformationen, und eine Vielzahl von Ideologien spielte eine zentrale Rolle bei diesen Transformationen.
Zu den bedeutendsten Ideologien während dieser Periode gehörten :
- Demokratischer Sozialismus: Hauptsächlich vertreten durch die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), betonte diese Ideologie die Bedeutung der politischen Demokratie und der sozialen Gerechtigkeit. Sie strebte eine Reform des Kapitalismus an, um den Bedürfnissen der Arbeiter und der Unterschichten gerecht zu werden.
- Kommunismus: Vertreten durch die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), strebte er eine proletarische Revolution an, um den Kapitalismus zu stürzen und eine klassenlose Gesellschaft auf der Grundlage des kollektiven Eigentums an den Produktionsmitteln zu errichten.
- Konservatismus: Mehrere Parteien der politischen Rechten und des Mitte-Rechts-Spektrums, darunter die Zentrumspartei, vertraten eine konservative Sicht der Gesellschaft, die die traditionelle Gesellschaftsordnung und die Religion (insbesondere den Katholizismus) förderten und dem politischen und wirtschaftlichen Liberalismus skeptisch gegenüberstanden.
- Nationalismus: Die nationalistische Ideologie war in verschiedenen rechten Parteien stark ausgeprägt, insbesondere in der Nationalen Deutschen Volkspartei (DNVP). Sie betonten den Vorrang des deutschen Nationalstaats, den Nationalstolz und standen dem Versailler Vertrag oft ablehnend gegenüber.
- Faschismus/Nazismus: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), besser bekannt als die NSDAP, vertrat eine rassistische, antisemitische, autoritäre und ultra-nationalistische Ideologie, die schließlich zum Zusammenbruch der Weimarer Republik und zum Aufstieg des Dritten Reichs führte.
Die Untersuchung dieser Ideologien und der Art und Weise, wie sie interagierten und die politischen und sozialen Ereignisse der Weimarer Republik beeinflussten, ist ein zentraler Bestandteil des Verständnisses dieser historischen Periode.
Die Sozialdemokratische Partei (SPD) war die größte politische Partei der Weimarer Republik und hatte ihre Wurzeln in der Arbeiterbewegung. Folglich basierte ihre Ideologie hauptsächlich auf Klassenkampf, sozialem Fortschritt und Gerechtigkeit für die Arbeiter. Diese Konzentration auf die Probleme der städtischen und industriellen Arbeiter mag es der SPD schwer gemacht haben, ihren Appell auf die ländliche und landwirtschaftliche Bevölkerung auszuweiten. In weiten Teilen wurde die Bauernschaft von der SPD als konservativ und an traditionellen Werten festhaltend wahrgenommen, die im Widerspruch zu den progressiven Zielen der Partei standen. Darüber hinaus wurden die wirtschaftlichen Interessen der Bauernschaft häufig als im Konflikt mit den Interessen der Industriearbeiterschaft stehend wahrgenommen, was die Schaffung einer gemeinsamen Plattform erschwerte.
Ein weiteres Hindernis für die Ausweitung des SPD-Aufrufs an die Bauernschaft war die Betonung des Säkularismus durch die Partei. Die meisten Bauern waren tief religiös, und der säkulare Ansatz der SPD konnte für ihre Werte bedrohlich erscheinen. Darüber hinaus wurde die SPD als Partei der Moderne und Urbanität wahrgenommen, was möglicherweise ein Bild der Abkopplung vom Landleben und den Problemen der Bauern geschaffen hat.
Sheri Berman untersucht in ihrem Buch "The Social Democratic Moment: Ideas and Politics in the Making of Interwar Europe", wie sozialdemokratische Ideen und Politik die Zwischenkriegszeit in Europa, insbesondere in Deutschland und Schweden, geprägt haben.[2] Berman zufolge versuchte die Sozialdemokratie nicht nur, den Kapitalismus zu mäßigen, sondern auch eine praktikable Alternative zum Kommunismus und Faschismus zu bieten, die in dieser Zeit einen großen Teil Europas beherrschten. Anhand der Fallbeispiele Deutschland und Schweden hebt Berman die Unterschiede in den Strategien und Ergebnissen der beiden Länder hervor. In Deutschland sah sich die SPD mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, darunter der Aufstieg des Nationalsozialismus, interne Spaltungen und eine krisengeschüttelte Wirtschaft. Trotz dieser Herausforderungen gelang es der SPD, eine starke Wählerbasis zu erhalten und eine Schlüsselrolle im Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu spielen. In Schweden hingegen war die Sozialdemokratische Partei wesentlich erfolgreicher und konnte ein robustes soziales Wohlfahrtssystem aufbauen, das als schwedisches Modell bekannt ist. Berman führt diesen Erfolg zum Teil auf die Fähigkeit der Partei zurück, sich an veränderte wirtschaftliche und soziale Bedingungen anzupassen, sowie auf ihr Engagement für das Prinzip der Demokratie. So bietet "The Social Democratic Moment" wertvolle Einblicke in die Rolle und die Auswirkungen der Sozialdemokratie im Europa der Zwischenkriegszeit, wobei die Bedeutung von Ideen und Politik als treibende Kraft für sozialen und politischen Wandel hervorgehoben wird.
Berman argumentiert, dass die sozialdemokratischen Parteien vor gemeinsamen Herausforderungen stehen, darunter :
- Die Art des Verhältnisses bestimmen, das die Sozialdemokratie mit der bürgerlich geprägten Demokratie eingehen soll.
- Beurteilen, welche Bedingungen notwendig sind, um Bündnisse mit politischen Parteien außerhalb des traditionell sozialen Spektrums in Betracht zu ziehen.
- Sich die Frage stellen, ob die Partei als Arbeiterpartei mit einer klar definierten sozialen Basis (Arbeiter, abhängig Beschäftigte usw.) auftreten soll oder ob sie sich zu einer Volkspartei erweitern soll, die Wähler aus allen sozialen Schichten anzuziehen versucht.
- Überlegen, welche genauen wirtschaftspolitischen Antworten auf die Krisen des kapitalistischen Systems zu geben sind.
Berman argumentiert, dass die Ideologie und das traditionelle Erbe, die die Identität der Parteien bilden, Unterscheidungsmerkmale sind, die die unterschiedlichen Wege erklären, die die Sozialdemokratie in Deutschland und Schweden eingeschlagen hat. In Deutschland führt sie die Ideologie der Sozialdemokratie auf ihre Unfähigkeit zurück, das Land zu demokratisieren. Im Gegensatz dazu hat die Sozialdemokratie in Schweden das politische System erfolgreich demokratisiert. Tatsächlich ist die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Schweden durch eine fast unangefochtene Dominanz der Sozialdemokratie gekennzeichnet.
Berman weist darauf hin, dass sich einige unterschiedliche Merkmale ausmachen lassen, die sich in die Parteistrukturen lange vor dem Ersten Weltkrieg einfügen:
- Festhalten an einer orthodoxen und starren Sichtweise des Marxismus: Nach dieser Sichtweise ist der Sozialismus das unvermeidliche Produkt ökonomischer Gesetze. Je mehr sich die Produktionskräfte entwickeln, desto stärker werden die Konflikte, die schließlich zum Kommunismus führen. Diese wirtschaftsdeterministische Sichtweise vernachlässigt die Rolle individueller Handlungen oder gesellschaftlicher Gruppen für das Erreichen des Sozialismus und minimiert so die Bedeutung der Akteure in der historischen Entwicklung.
- Ablehnung des Reformismus: Obwohl die deutsche Sozialdemokratie den Reformismus praktizierte, erkannte sie ihn nie wirklich als Mittel für eine tiefgreifende Umgestaltung der Gesellschaft an. Sie trug zwar zur Reform der Sozialgesetzgebung bei, doch führte dies nur schwerlich zur Emanzipation der Arbeitnehmer. Umgekehrt hat die schwedische Sozialdemokratie den Sozialreformismus umarmt.
- Intensive Wahrnehmung des Klassenkampfes: In Deutschland hielt die Sozialdemokratie an der Vorstellung fest, dass das Proletariat ein homogener reaktionärer Block ist. Diese Haltung machte es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, eine Koalition mit anderen "nicht-sozialen Gruppen", wie der Bauernschaft, zu bilden. In Schweden, wo die Sozialdemokratie eine moderatere Sicht auf den Klassenkampf hatte, gelang es ihr, ein Bündnis mit den Bauern zu schmieden.
Ein bedeutsames Beispiel ist die deutsche Sozialdemokratie vor dem Ersten Weltkrieg, die sich aufgrund ihres Festhaltens an einer starren Sicht des Klassenkampfes als unfähig erwies, ein Programm für Agrarreformen zu formulieren. Diese ideologische Starrheit hinderte sie daran, ihre Strategie anzupassen, als die politische Instabilität gegen Ende der Weimarer Republik zunahm. Es gelang ihr nicht, Koalitionen mit den Bauern zu bilden, die es ihr ermöglicht hätten, ihre Unterstützungsbasis zu stärken und dem Zusammenbruch der Demokratie zu widerstehen.
Ein zweites bemerkenswertes Beispiel ist die deutsche Sozialdemokratie in den Jahren 1930 bis 1933. In dieser Zeit gelang es ihr nicht, ein reformistisches Programm wie die 1932 vorgeschlagenen keynesianisch geprägten Reformen zu entwickeln. Die Sozialdemokratie war intern gespalten in der Frage, ob sie dieses Projekt, das im Januar 1932 von den Gewerkschaften vorgeschlagen worden war, unterstützen sollte oder nicht. Das Programm zielte darauf ab, durch die Finanzierung öffentlicher Bauten eine Million Arbeitsplätze zu schaffen und so den Teufelskreis der depressiven Wirtschaft zu durchbrechen. Angesichts dieser Gewerkschaftsvorschläge war die Sozialdemokratie jedoch nicht davon überzeugt, dass diese Art von Politik der richtige Weg sei, was einmal mehr ihre ideologischen Beschränkungen widerspiegelte.
Die Ideologie der deutschen Sozialdemokratie und ihre unflexible Auffassung vom Klassenkampf trugen wesentlich dazu bei, ihr Potenzial zur Demokratisierung des politischen Systems in Deutschland in der Zwischenkriegszeit zu begrenzen. Diese ideologische Rigidität und die Unfähigkeit, Allianzen über die Arbeiterklasse hinaus zu bilden, beschränkten schließlich den Einfluss der Sozialdemokratie und schufen ein Umfeld, das die Entstehung eines autokratischen Regimes, nämlich des Dritten Reiches, begünstigte. Dieser Prozess unterstreicht die Bedeutung von strategischen Entscheidungen, Bündnissen und ideologischer Anpassung für die Aufrechterhaltung demokratischer Stabilität.
L'importance de la culture politique
L'étude de la culture politique au sein de la République de Weimar peut être définie comme l'examen des normes, des valeurs, des attitudes et des comportements qui façonnaient le discours politique et le fonctionnement des institutions politiques durant cette période. La culture politique peut influencer la façon dont les citoyens et les politiciens interagissent entre eux, ainsi que leurs attentes et leurs comportements vis-à-vis du système politique. Dans le cas de la République de Weimar, il y avait une culture politique marquée par la diversité, la polarisation et parfois l'extrémisme. D'une part, il y avait des forces progressistes, démocratiques et socialistes qui cherchaient à instaurer une démocratie parlementaire stable et à promouvoir la justice sociale. D'autre part, il y avait des forces conservatrices, nationalistes et parfois antidémocratiques qui étaient nostalgiques de l'Empire allemand et s'opposaient aux changements politiques, économiques et sociaux. La culture politique de la République de Weimar était également marquée par une méfiance persistante à l'égard de la démocratie parlementaire, surtout parmi les élites conservatrices et une partie de la population. Cette méfiance, combinée à la crise économique et aux conflits politiques, a finalement contribué à l'érosion de la démocratie et à la montée du nazisme. Dans l'ensemble, l'étude de la culture politique de la République de Weimar peut aider à comprendre pourquoi la première expérience de la démocratie en Allemagne a finalement échoué et comment les attitudes et les comportements politiques peuvent influencer le destin d'un régime politique.
Alexis de Tocqueville est un des penseurs politiques les plus importants du 19ème siècle. Bien qu'il ait été envoyé aux États-Unis pour étudier le système pénitentiaire, il a profité de son voyage pour observer de plus près la jeune démocratie américaine. Il est revenu avec un ensemble d'observations qui ont formé la base de son œuvre la plus célèbre, "De la Démocratie en Amérique". Dans son travail, Tocqueville a mis en lumière l'importance de la société civile - l'ensemble des organisations et associations qui sont distinctes de l'État - dans le maintien de la démocratie. Il a souligné que ces associations, qu'il s'agisse de groupes religieux, de clubs de lecture, de syndicats ou de groupes d'entraide communautaire, jouent un rôle crucial dans l'instauration de la démocratie. Ces groupes permettent aux citoyens d'exercer leur liberté et leur autonomie, de participer activement à la vie publique et de contrebalancer le pouvoir de l'État. Selon Tocqueville, l'existence d'une société civile vigoureuse est essentielle pour le fonctionnement d'une démocratie, car elle encourage la participation des citoyens, favorise l'intermédiation entre les citoyens et l'État, et permet une meilleure résistance face à l'autoritarisme. Appliqué à la République de Weimar, ce cadre de réflexion peut aider à comprendre les forces et faiblesses de la démocratie pendant cette période. Dans quelle mesure existait-il une société civile robuste capable de soutenir la démocratie ? Comment ces groupes ont-ils interagi avec l'État et avec les citoyens ? Dans quelle mesure ont-ils été capables de résister à la montée de l'autoritarisme ?
Dans son ouvrage De la Démocratie en Amérique publié Tocqueville rapporte que "Les Américains de tous âges, de toutes les conditions, de tous les esprits, s’unissent sans cesse. Non seulement ils ont des associations commerciales et industrielles auxquelles tous prennent part ; mais ils en ont encore de mille autres espèces : de religieuses, de morales, de graves, de futiles, de fort générales et de très particulières, d’immenses et de fort petites. […] Il n’y a rien, selon moi, qui mérite plus d’attirer nos regards que les associations intellectuelles et morales de l’Amérique." Dans cet extrait, Alexis de Tocqueville fait l'éloge de l'esprit associatif des Américains, qu'il considère comme une clé du succès de la démocratie en Amérique. Selon lui, la capacité des citoyens à s'organiser en diverses associations - qu'elles soient commerciales, industrielles, religieuses, morales, sérieuses, légères, générales, spécifiques, grandes ou petites - est une caractéristique essentielle de la société américaine. Ces associations, en permettant aux citoyens de s'engager activement dans la vie publique, renforcent la démocratie en encourageant la participation, en créant une médiation entre les citoyens et l'État et en fournissant un contrepoids au pouvoir de l'État. De plus, ces associations peuvent aider à éduquer les citoyens, à promouvoir les valeurs démocratiques et à créer un sentiment de communauté et de solidarité. Cette idée est importante dans l'étude de la culture politique de la République de Weimar, car elle souligne l'importance des associations et de la société civile dans le soutien à la démocratie. En examinant la vigueur et l'étendue de la société civile pendant la République de Weimar, on peut obtenir des informations précieuses sur la santé de la démocratie pendant cette période.
Tocqueville ajoute que "Pour que les hommes restent civilisés ou le deviennent, il faut que parmi eux l’art de s’associer se développe et se perfectionne dans le même rapport que l’égalité des conditions s’accroît." Dans cette citation, Alexis de Tocqueville souligne l'importance de l'art de l'association dans une société où l'égalité des conditions augmente. Il postule que l'art de l'association - c'est-à-dire la capacité à créer et à maintenir des organisations volontaires pour des fins communes - est essentiel pour maintenir la civilisation et promouvoir le progrès social. La perspective de Tocqueville est particulièrement pertinente pour la République de Weimar, une période où l'Allemagne connaissait une évolution rapide vers plus d'égalité sociale et politique. Les associations et les organisations de la société civile jouaient un rôle crucial dans la promotion de la démocratie, en soutenant la participation citoyenne, en offrant une médiation entre les citoyens et l'État, et en fournissant un contre-poids au pouvoir de l'État. En étudiant la culture politique de la République de Weimar, les chercheurs peuvent examiner comment l'art de l'association a influencé l'évolution de la démocratie pendant cette période, et comment l'échec à maintenir et à développer cette pratique peut avoir contribué à l'effondrement de la République de Weimar et à l'avènement du régime nazi.
Alexis de Tocqueville, dans son ouvrage "De la Démocratie en Amérique", a largement souligné l'importance des associations civiles pour le bon fonctionnement de la démocratie. Selon lui, une société civile active et diverse, avec de nombreuses associations engagées dans différents domaines de la vie publique, peut aider à renforcer la démocratie et à prévenir le développement de la tyrannie. C'est parce que ces associations offrent un moyen aux citoyens de s'engager dans la vie publique, de défendre leurs intérêts et de promouvoir leurs valeurs. Elles offrent également une certaine protection contre l'abus de pouvoir par le gouvernement, en fournissant une sorte de contrepoids à l'autorité de l'État.
Hannah Arendt, philosophe et théoricienne politique, offre une perspective différente sur le rôle des associations civiles dans la démocratie. Dans son ouvrage "Les Origines du Totalitarisme", elle argumente que l'affaiblissement des associations civiles dans les sociétés européennes pendant l'entre-deux-guerres a contribué à l'émergence des régimes totalitaires. Selon Arendt, les associations civiles sont essentielles pour la démocratie car elles servent de tampon entre l'individu et l'État. Lorsque ces associations s'affaiblissent ou se désintègrent, l'individu se retrouve directement exposé à l'État, sans protection contre l'abus de pouvoir. Cela facilite la montée de régimes autoritaires qui peuvent manipuler la peur et l'isolement des individus pour prendre et conserver le pouvoir.
Arendt insiste également sur le rôle du progrès technique très intense et de la société de masse qui engendre une aliénation et un déracinement des individus. Le tissu social est en transformation ce qui va constituer un vivier pour le recrutement pour les partis extrémistes. Hannah Arendt développe cette idée dans "Les Origines du Totalitarisme". Elle soutient que le progrès technologique rapide et l'émergence d'une société de masse ont contribué à l'aliénation et à l'isolement des individus. Dans une société de masse, les individus peuvent se sentir déracinés et dépossédés, privés de leur sentiment d'appartenance à une communauté et de leur sens de l'identité. Cela peut alors les rendre vulnérables aux discours extrémistes qui offrent un sentiment d'appartenance et un objectif commun. Arendt met en évidence que les totalitarismes se nourrissent de ces sentiments d'aliénation et d'isolement. En offrant une idéologie simpliste et en promettant un sens de communauté, ils sont capables de mobiliser le soutien des masses.
Selon certaines interprétations, la République de Weimar peut être considérée comme un exemple classique de société de masse où une certaine forme d'anomie prévaut. L'anomie, un concept développé par le sociologue Émile Durkheim, décrit une condition dans laquelle les normes et les valeurs sociales se sont affaiblies ou sont devenues confuses, conduisant souvent à un sentiment de désorientation ou d'aliénation. Dans le contexte de la République de Weimar, le progrès technique rapide, les changements socio-économiques et les bouleversements politiques ont pu créer une telle condition d'anomie. Cela a pu contribuer à l'instabilité politique de la période et à la montée des mouvements extrémistes, comme le parti nazi. En ce qui concerne la société civile, il est important de noter que, bien que certains éléments de la société civile aient peut-être été affaiblis ou fragmentés pendant cette période, elle n'était pas totalement absente. Les syndicats, par exemple, étaient encore présents et actifs. Cependant, leurs efforts pour influencer la politique et représenter les intérêts des travailleurs ont été entravés par les tensions internes, la polarisation politique et finalement la montée du totalitarisme.
Dans son article "Civil Society and the Collapse of the Weimar Republic", Berman propose une vision différente de celle d'Hannah Arendt. Berman souligne que, contrairement à l'idée que la société civile était inexistante ou inerte pendant la République de Weimar, elle était en réalité très active et dynamique.[3] Elle fait observer que davantage d'associations volontaires attiraient plus de membres que jamais auparavant. Les commerçants, les boulangers, les employés commerciaux, les gymnastes, les folkloristes, les chanteurs et les fidèles se rassemblaient en clubs, recrutaient de nouveaux membres, organisaient des réunions et planifiaient une multitude de conférences et de tournois. Cela suggère que, malgré l'instabilité politique de l'époque, il y avait un niveau considérable de participation sociale et d'engagement dans la société civile. Ce point de vue remet en question l'idée que l'échec de la République de Weimar et la montée du totalitarisme étaient principalement dus à la désintégration des associations intermédiaires ou à l'absence de la société civile.
Sheri Berman, dans ses travaux, présente une analyse complexe de l'impact de la société civile sur la démocratie. Contrairement à l'hypothèse de Tocqueville, qui suggère que la vigueur de la société civile est généralement favorable à la démocratie, Berman propose l'idée que dans le cas de la République de Weimar, une société civile dynamique a en réalité contribué à saper l'expérience démocratique. Elle soutient que le haut niveau d'activité associative, plutôt que de renforcer la démocratie, a en fait contribué à son affaiblissement. Cela pourrait être dû à divers facteurs, par exemple, si ces associations ont servi à polariser davantage la société, à saper le consensus social ou à faciliter la montée de mouvements extrémistes. Cela met en lumière le fait que l'impact de la société civile sur la démocratie est complexe et peut varier en fonction du contexte spécifique et de la nature des associations impliquées.
L'idée ici est que sans un gouvernement national fort et des institutions politiques en mesure de répondre efficacement aux préoccupations de la population, l'associationnisme, soit la participation active des citoyens dans diverses associations et organisations, peut en fait contribuer à la fragmentation de la société plutôt qu'à sa cohésion. Cela peut se produire si les associations deviennent des canaux pour l'expression de revendications spécifiques et segmentées, sans qu'il y ait un mécanisme efficace pour les réconcilier au niveau national. Dans un tel scénario, la prolifération des associations peut mener à une sorte de "balkanisation" de la société civile, où différents groupes se concentrent sur leurs propres intérêts particuliers et se sentent de plus en plus déconnectés les uns des autres. Ainsi, au lieu de faciliter la démocratie en fournissant des espaces pour la participation citoyenne et le débat public, l'associationnisme pourrait finalement contribuer à l'affaiblissement du tissu social et à l'instabilité politique.
L'effervescence des associations durant la République de Weimar peut être vue comme une réaction à la frustration de nombreux Allemands face aux échecs perçus du système politique. En rejoignant diverses organisations et clubs, les citoyens cherchaient à exprimer leur mécontentement, à rechercher des solutions aux problèmes qu'ils rencontraient et à se désengager d'un système politique qu'ils jugeaient inefficace ou insatisfaisant. Ces organisations étaient souvent très variées, allant des associations professionnelles et syndicales aux groupes de loisirs, en passant par des groupes religieux, des clubs sportifs et des associations culturelles. Dans beaucoup de cas, ces organisations ont fourni une plateforme pour le dialogue, l'échange d'idées et l'action collective, mais dans certains cas, elles ont également contribué à l'atomisation de la société, en créant des sous-groupes centrés sur des intérêts spécifiques, plutôt que sur des objectifs communs à l'ensemble de la société.
Le Parti nazi a su exploiter de manière stratégique la riche vie associative en Allemagne durant la République de Weimar. Le large éventail d'associations et de clubs a non seulement fourni aux nazis une plateforme pour diffuser leur idéologie, mais aussi une source de recrutement potentiel. En infiltrant ces associations et en attirant leurs membres vers leur cause, ils ont réussi à élargir leur base de soutien. De plus, ces associations ont offert aux futurs dirigeants nazis une opportunité d'apprendre et de perfectionner des compétences en matière de leadership et d'organisation. Les structures organisationnelles de nombreuses associations ont pu servir de modèle pour les structures du Parti nazi, lui permettant de s'organiser de manière efficace et de mobiliser rapidement ses membres.
Le Parti nazi a utilisé une stratégie d'infiltration pour s'introduire dans diverses associations et organisations au sein de la société allemande pendant la période de la République de Weimar. Une fois à l'intérieur, ils ont procédé à l'élimination ou à la marginalisation de tout membre qui ne soutenait pas ouvertement les idéaux nazis. Cela a été une partie essentielle de leur stratégie pour étendre leur influence et leur contrôle à travers la société allemande. En prenant le contrôle de ces associations, ils ont pu répandre leur idéologie et attirer plus de soutien à leur cause. En outre, cette stratégie a également contribué à isoler et à marginaliser ceux qui étaient opposés au nazisme, réduisant ainsi la résistance potentielle à leur montée au pouvoir. Les associations et organisations qui étaient autrefois des espaces de débat démocratique et d'expression d'idées diverses sont devenues des instruments de propagation de l'idéologie nazie. En fin de compte, cette approche a été un facteur clé de la prise de pouvoir par les nazis et de la transformation de l'Allemagne en un État totalitaire.
Pendant la période de l'entre-deux-guerres en Allemagne, la République de Weimar a été marquée par une grande instabilité économique et politique, exacerbée par les lourdes dettes et les réparations de guerre dues après la Première Guerre mondiale. Dans ce contexte, de nombreux groupes sociaux, y compris les paysans, ont été laissés sans représentation politique adéquate, ce qui a créé un espace que le Parti nazi a pu exploiter. Les paysans, en particulier, ont été touchés par la crise économique et ont commencé à se retirer de la vie politique traditionnelle, se tournant plutôt vers diverses associations et organisations pour exprimer leurs griefs. C'est là que le Parti nazi est intervenu, reconnaissant l'opportunité d'élargir sa base de soutien. En infiltrant et en prenant le contrôle des associations paysannes comme le Reichslandbund, un syndicat agraire avec des millions de membres, les nazis ont pu atteindre et influencer un large segment de la population allemande. En commençant par des postes inférieurs et en progressant jusqu'aux plus hauts échelons de l'organisation, ils ont réussi à orienter l'organisation vers un soutien officiel au Parti nazi. C'était une stratégie clé dans la montée du nazisme : en infiltrant ces associations et en les alignant sur leur idéologie, les nazis ont pu élargir leur base de soutien et renforcer leur influence politique. Cela a également contribué à leur permettre d'exploiter le mécontentement social et économique existant pour leur propre bénéfice, en fournissant une structure et une direction à ceux qui se sentaient laissés pour compte ou ignorés par les institutions politiques existantes
L'infiltration réussie des associations de la société civile par les nazis a joué un rôle significatif dans leur accession au pouvoir. Ces associations, initialement conçues pour renforcer la société civile et l'engagement démocratique, ont été détournées pour servir les intérêts du parti nazi. En prenant le contrôle de ces organisations, les nazis ont pu accéder à de larges bases d'adhérents et les utiliser pour diffuser leur idéologie et consolider leur soutien politique. Cependant, il est important de noter que ce n'était qu'un élément parmi d'autres qui ont contribué à l'ascension d'Hitler et du parti nazi. D'autres facteurs, tels que la crise économique, les tensions politiques internes, et les échecs des partis politiques traditionnels ont également joué un rôle crucial dans ce processus.
Selon l'argument de Sheri Berman, une société civile forte avec un taux élevé d'associationnisme a en fait facilité la montée du nazisme dans l'Allemagne de l'entre-deux-guerres. Les nazis ont utilisé cette robustesse de la société civile pour infiltrer, contrôler et utiliser les associations à des fins politiques. Arendt soutenait que la désintégration des associations intermédiaires et l'isolement social résultant étaient des facteurs clés dans la montée du totalitarisme. Dans le cas de l'Allemagne de Weimar, cependant, Berman suggère que c'est l'excès d'associations, plutôt que leur absence, qui a contribué à la montée du nazisme. Dans tous les cas, ces théories montrent la complexité de la situation de l'époque, et soulignent que la montée du nazisme ne peut pas être attribuée à une seule cause, mais plutôt à une multitude de facteurs interconnectés.
Selon Sheri Berman, une société civile robuste et active ne suffit pas à elle seule pour garantir un régime démocratique stable et fonctionnel. Les institutions politiques elles-mêmes doivent également être solides et capables de répondre aux préoccupations et aux besoins de la société. Dans le contexte de la République de Weimar, Berman soutient que l'absence d'institutions politiques efficaces a laissé un vide que les associations civiques ont essayé de combler. Cependant, sans le soutien d'institutions politiques fortes, ces associations ont finalement contribué à la fragmentation sociale et à l'affaiblissement de la cohésion sociale, créant ainsi des conditions propices à la montée du nazisme. En effet, les institutions politiques fortes sont essentielles pour maintenir l'ordre, la stabilité et le respect de l'état de droit dans une société démocratique. Elles jouent également un rôle clé dans la résolution des conflits et la prise de décisions qui reflètent l'intérêt général. Si ces institutions sont faibles ou inefficaces, cela peut entraîner une insatisfaction et une frustration généralisées parmi la population, créant ainsi un environnement propice à l'émergence de mouvements antidémocratiques.
L'associationnisme ou le sens de la communauté et de l'engagement civique sont souvent des valeurs transmises au sein de la famille et de la société. Ils font partie de ce qu'on pourrait appeler une "culture démocratique", qui favorise la participation civique et l'engagement dans la vie politique. Une culture démocratique forte encourage les individus à s'impliquer dans leur communauté, à s'informer sur les questions politiques, à débattre de ces questions de manière respectueuse et à voter lors des élections. Ces comportements peuvent être influencés par l'éducation, les valeurs familiales, les expériences de vie et le contexte social et politique. En ce sens, une société qui valorise l'associationnisme et l'engagement civique peut encourager une plus grande participation politique, une meilleure compréhension des enjeux politiques et une plus grande tolérance des opinions différentes. Cependant, comme l'argumente Sheri Berman, une forte culture associative ne peut pas à elle seule soutenir une démocratie stable si les institutions politiques sont faibles ou inefficaces.
L'influence de l'économie sur la stabilité politique
Les facteurs économiques externes
Les facteurs économiques externes ont joué un rôle crucial dans la chute de la République de Weimar.
- Le Traité de Versailles (1919) : À l'issue de la Première Guerre mondiale, l'Allemagne a été tenue responsable du conflit par les Alliés et a dû accepter de lourdes réparations économiques dans le cadre du Traité de Versailles. Ces réparations ont énormément pesé sur l'économie allemande et ont créé un ressentiment profond parmi la population, ce qui a contribué à l'instabilité politique.
- La Grande Dépression (1929) : La crise économique mondiale qui a suivi le krach boursier de Wall Street en 1929 a eu des conséquences désastreuses pour l'économie allemande. Le taux de chômage a explosé et l'économie est entrée en récession. Cette situation a alimenté le mécontentement populaire et la montée des extrêmes, notamment des nazis, qui ont promis de redresser l'économie et de restaurer la grandeur de l'Allemagne.
- Les relations commerciales et financières : L'Allemagne dépendait fortement des prêts étrangers pour soutenir son économie, en particulier des prêts américains. Lorsque la Grande Dépression a frappé et que ces prêts ont été rappelés, l'économie allemande a été durement touchée.
- L'inflation hyperbolique : Dans les premières années de la République de Weimar, l'Allemagne a connu une inflation hyperbolique, en partie due à l'impression de monnaie pour payer les réparations de guerre. Cette hyperinflation a érodé la valeur de la monnaie et a dévasté l'économie allemande.
Ces facteurs économiques externes ont créé un climat d'instabilité économique et d'incertitude qui a sapé le soutien à la République de Weimar et facilité la montée au pouvoir d'Adolf Hitler et des nazis.
La Grande Dépression qui a suivi le krach boursier de 1929 a eu des répercussions dévastatrices dans le monde entier, et l'Allemagne n'a pas fait exception. Cette crise économique a provoqué un taux de chômage élevé, une misère généralisée et un effondrement de la confiance dans les institutions économiques et politiques. Ces conditions ont sapé l'autorité de la République de Weimar et ont créé un climat propice à la montée de partis extrémistes, notamment le Parti nazi d'Adolf Hitler. La crise économique a exacerbé les divisions politiques et sociales existantes en Allemagne et a rendu de plus en plus difficile pour les dirigeants de la République de Weimar de maintenir un consensus politique. En particulier, le chômage de masse et la détresse économique ont alimenté le mécontentement populaire et ont été habilement exploités par Hitler et les nazis, qui ont promis de restaurer la grandeur de l'Allemagne et de résoudre ses problèmes économiques. En outre, la Grande Dépression a également rendu l'Allemagne plus vulnérable aux pressions économiques externes, en particulier le retrait des prêts étrangers sur lesquels l'économie allemande dépendait fortement. En somme, la crise économique mondiale du début des années 1930 a joué un rôle crucial dans l'effondrement de l'ordre démocratique et politique de la République de Weimar, créant les conditions propices à la montée au pouvoir des nazis.
Sans la crise économique de 1929 et la Grande Dépression qui s'ensuivit, le système politique de la République de Weimar aurait pu survivre plus longtemps. La crise économique a exacerbé les frustrations existantes dans la société allemande - en particulier parmi la classe ouvrière et la classe moyenne - et a créé un climat de mécontentement et d'incertitude. Cela a rendu la population plus réceptive aux messages des partis extrémistes, notamment le Parti nazi, qui promettait de résoudre les problèmes économiques de l'Allemagne et de restaurer sa grandeur. Sans la détérioration rapide de la situation économique, il est possible que le Parti nazi n'aurait pas été capable d'acquérir un soutien aussi massif qu'il l'a fait. Cependant, il est important de noter que si la crise économique a joué un rôle crucial dans la montée du nazisme et l'effondrement de la République de Weimar, d'autres facteurs ont également été en jeu, notamment des problèmes politiques et institutionnels profondément enracinés. Donc, bien que la crise économique ait certainement accéléré le processus, il n'est pas certain que la République de Weimar aurait survécu sans elle.
Cette représentation graphique illustre à la fois l'évolution du taux de chômage et le nombre de votes en faveur des nazis. Bien qu'aucune causalité directe ne soit apparente, on observe une corrélation significative entre ces deux facteurs. C'est un excellent exemple de la manière dont les données peuvent être utilisées pour illustrer des tendances historiques. Une corrélation entre ces deux facteurs indiquerait qu'à mesure que le taux de chômage augmentait, le soutien aux nazis augmentait également. Cependant, une corrélation ne prouve pas une relation de cause à effet. Il se peut que ces deux facteurs aient été influencés par un troisième facteur, par exemple la crise économique globale, ou qu'ils aient évolué simultanément mais indépendamment l'un de l'autre. Néanmoins, une corrélation entre le taux de chômage et le soutien aux nazis serait cohérente avec l'idée que les difficultés économiques ont contribué à l'augmentation du soutien aux nazis. Cela peut suggérer que les électeurs ont été attirés par les promesses du parti nazi de redresser l'économie et de réduire le chômage. C'est un exemple de la manière dont l'analyse des facteurs économiques peut nous aider à comprendre l'effondrement de la République de Weimar et la montée du nazisme.
L'Allemagne était le deuxième pays le plus durement touché par la crise, après les États-Unis. Les données illustrées dans ce tableau appuient cette affirmation, en démontrant que les baisses les plus dramatiques du niveau économique ont été observées en Allemagne et aux États-Unis. Comme le montre le tableau, l'Allemagne a subi une chute dramatique de son niveau économique, juste après les États-Unis. Ce phénomène s'est produit dans le contexte de la Grande Dépression, qui a commencé avec le krach boursier de 1929 et a touché de nombreux pays du monde. Cela a eu des conséquences majeures pour la République de Weimar, car la crise économique a exacerbé les tensions sociales et politiques existantes, contribuant à la montée du nazisme. La détérioration de la situation économique a probablement augmenté la frustration et le désenchantement parmi la population allemande, la rendant plus réceptive aux discours extrémistes et nationalistes du parti nazi.
Le niveau de chômage en Allemagne durant la crise économique des années 1930 a atteint des niveaux sans précédent. Entre 1932 et 1933, environ six millions de personnes étaient sans emploi, ce qui représentait plus de 40% de la population active du pays. Cette situation a créé une misère économique généralisée et a exacerbé les tensions sociales et politiques. De nombreux Allemands, confrontés à l'instabilité économique et à l'incertitude de leur avenir, se sont tournés vers des mouvements politiques extrémistes, comme le parti nazi, qui promettait la stabilité et un renouveau de la grandeur nationale. La détérioration des conditions économiques a donc joué un rôle majeur dans l'érosion de la confiance envers la République de Weimar et dans la montée du nazisme, conduisant finalement à la chute de la République et à l'ascension d'Adolf Hitler au pouvoir en 1933.
Les facteurs économiques internes
Analyser les facteurs économiques internes est crucial pour comprendre la chute de la République de Weimar car les conditions économiques ont eu un impact direct sur le climat politique et social de l'époque.
- Inflation et instabilité monétaire: L'Allemagne a été fortement touchée par l'hyperinflation dans les années 1920. L'inflation a anéanti les économies de nombreux Allemands et a affaibli la confiance dans la capacité du gouvernement à gérer l'économie.
- Chômage élevé: Le taux de chômage en Allemagne a atteint des niveaux sans précédent pendant la Grande Dépression. Le chômage généralisé a exacerbé la pauvreté et la misère, alimentant le ressentiment à l'égard du gouvernement.
- Dette et réparations de guerre: Suite au traité de Versailles, l'Allemagne était accablée par d'énormes réparations de guerre qui ont exercé une pression considérable sur l'économie. La dette a également limité la capacité du gouvernement à investir dans des programmes de relance économique ou des mesures sociales.
- Dysfonctionnement institutionnel et politique: La faible croissance économique, associée à l'incapacité du gouvernement à mettre en œuvre des réformes efficaces, a miné la confiance dans la démocratie libérale.
- Inégalités sociales et économiques: Les inégalités ont été exacerbées par la crise économique, alimentant le mécontentement social et la polarisation politique.
- Crise du secteur agricole: Les agriculteurs allemands ont été touchés par une crise des prix et une dette élevée, alimentant le soutien à des mouvements politiques radicaux.
L'analyse des facteurs économiques internes est importante car elle aide à comprendre comment l'instabilité économique, l'incapacité à gérer efficacement l'économie et le manque de confiance envers le gouvernement ont contribué à la chute de la République de Weimar et à la montée du nazisme.
Brüning, en tant que chancelier de l'Allemagne pendant la Grande Dépression, a opté pour une approche d'austérité pour gérer la crise économique. Cette approche comprenait une réduction importante des dépenses publiques, y compris une réduction des indemnités de chômage, par le biais de décrets d'urgence qui ont contourné le processus législatif parlementaire. Cette stratégie était controversée et a contribué à l'aggravation du ressentiment populaire. En outre, Brüning a également adopté une politique de déflation salariale, forçant la baisse des salaires dans le but de stimuler la compétitivité économique. Cependant, cette politique a eu pour effet d'aggraver la situation économique en réduisant le pouvoir d'achat des travailleurs et en accentuant la récession. En ce qui concerne la politique monétaire, Brüning a opté pour une approche restrictive, craignant que l'inflation ne s'emballe si la banque centrale injectait trop de liquidités dans l'économie. Par conséquent, au lieu d'assouplir le crédit pour stimuler l'économie, il a maintenu une politique monétaire stricte. En résumé, la politique économique de Brüning pendant la Grande Dépression a été critiquée pour avoir aggravé la crise économique et avoir contribué à la montée du mécontentement social, facteurs qui ont joué un rôle clé dans l'effondrement de la République de Weimar.
Les politiques d'austérité, lorsqu'elles sont mises en œuvre en réponse à une crise économique, peuvent souvent aggraver la situation plutôt que de l'améliorer. En réduisant les dépenses publiques et en contractant l'économie pendant une période de récession, on risque de creuser encore plus le ralentissement économique et d'augmenter le chômage. Dans le cas de la République de Weimar, les politiques d'austérité de Brüning ont non seulement échoué à résoudre le problème du chômage, mais ont probablement contribué à aggraver la crise économique. La réduction des indemnités de chômage, par exemple, a retiré de l'argent des poches des gens qui étaient déjà en difficulté, ce qui a réduit la demande globale dans l'économie et a encore ralenti la croissance. En fin de compte, ces politiques ont contribué à creuser le ressentiment social et le mécontentement, fournissant un terreau fertile pour l'ascension du nazisme. Ces leçons restent pertinentes aujourd'hui, alors que les décideurs politiques et économiques du monde entier naviguent dans la gestion des crises économiques.
Paul Krugman a été un critique persistant des politiques d'austérité en réponse à la crise financière mondiale de 2008. Selon lui, ces politiques ont exacerbé les problèmes économiques plutôt que de les résoudre. Il a plaidé en faveur de politiques de relance pour stimuler la demande, ce qui, selon lui, permettrait une reprise économique plus rapide et une réduction à terme de la dette et du déficit. Krugman soutient que le principal problème pendant une récession n'est pas le niveau de la dette publique, mais plutôt le manque de demande globale dans l'économie. Lorsque les ménages et les entreprises réduisent leurs dépenses, cela entraîne une spirale descendante de réductions de la production, de l'emploi et des revenus, ce qui, à son tour, réduit encore plus la demande. Pour briser cette spirale, Krugman préconise une augmentation des dépenses publiques pour stimuler la demande et relancer l'économie.
L'impact de la culture antisémite sur la société
L'antisémitisme a joué un rôle majeur dans la culture politique de l'époque de la République de Weimar et ultérieurement dans l'ascension du parti nazi au pouvoir. Cette forme de préjugé racial, qui se caractérise par l'hostilité, la discrimination ou les préjugés envers les Juifs, était un élément clé de l'idéologie nazie. En réalité, l'antisémitisme a une longue histoire en Europe, remontant à l'époque médiévale. Cependant, au XIXe et XXe siècles, il a pris une nouvelle forme, mêlant préjugés religieux traditionnels, théories raciales pseudoscientifiques et stéréotypes socio-économiques. Dans le contexte de la République de Weimar, l'antisémitisme a été utilisé pour désigner les Juifs comme boucs émissaires de divers problèmes sociaux et économiques, notamment l'humiliation de l'Allemagne après la Première Guerre mondiale, l'inflation et le chômage massifs. Le parti nazi a largement exploité ces préjugés antisémites pour gagner du soutien. À travers des discours incendiaires, des propagandes et des actes de violence, ils ont créé un climat de peur et de haine à l'encontre des Juifs, qui a facilité leur prise de pouvoir et a finalement conduit à l'horreur de l'Holocauste.
Daniel Goldhagen, dans son livre "Hitler's Willing Executioners: Ordinary Germans and the Holocaust", soutient une thèse controversée, affirmant que l'antisémitisme virulent et de type éliminationniste était profondément enraciné dans la culture allemande bien avant l'arrivée d'Hitler au pouvoir.[4] Il propose que cet antisémitisme, qui dépassait la simple discrimination pour soutenir l'élimination totale des Juifs, était un élément clé qui a permis le déroulement de l'Holocauste. Goldhagen affirme que cet antisémitisme éliminationniste était si largement répandu parmi la population allemande que les individus qui ont participé à l'extermination des Juifs l'ont fait volontairement, convaincus de la justesse de leur cause. Cette idée est exprimée dans le terme "willing executioners" (bourreaux volontaires) de son titre. Il faut noter que cette thèse est controversée parmi les historiens. Certains critiquent la généralisation de Goldhagen et affirment qu'elle manque de nuances, ne tenant pas compte de la variété des attitudes et des comportements au sein de la société allemande à l'époque. Néanmoins, le travail de Goldhagen a eu un impact significatif sur le débat concernant les causes et les responsabilités de l'Holocauste.
"Hitler's Willing Executioners" de Daniel Goldhagen s'inscrit dans le cadre de la culture politique puisqu'il examine comment les préjugés et idéologies socioculturels, en particulier l'antisémitisme, ont été inculqués à travers l'éducation et la socialisation, et comment ces croyances ont influencé la perception du monde par les individus et leurs actions ultérieures.
Le livre de Goldhagen "Hitler's Willing Executioners" propose cette théorie controversée, selon laquelle l'antisémitisme profondément enraciné dans la culture allemande a conduit de nombreux Allemands à participer activement à l'extermination des Juifs pendant l'Holocauste. Selon Goldhagen, de nombreux bourreaux étaient convaincus qu'ils agissaient de manière moralement correcte en participant à l'extermination des Juifs, car ils croyaient que les Juifs constituaient une menace pour le corps social. Cette théorie met en évidence l'influence potentiellement dévastatrice de la haine et des préjugés enracinés dans la culture et la société. Elle souligne également l'importance de la responsabilité individuelle face aux actions collectives et les dangers de la passivité ou de la complicité face à l'injustice.
Il est indéniable que l'antisémitisme était une partie malheureusement importante de la culture européenne et allemande bien avant l'ascension du nazisme. Cependant, il est important de souligner que la stigmatisation et la discrimination des Juifs n'étaient pas uniformément répandues ou acceptées par tous les groupes sociaux ou politiques. Sous l'Empire allemand et durant la République de Weimar, de nombreux partis politiques ont peut-être perpétué des stéréotypes antisémites et favorisé une certaine discrimination, mais ils n'ont pas tous souscrit à une idéologie antisémite éliminatrice comme celle prônée par les nazis. En effet, la social-démocratie allemande était l'une des exceptions notables à ce sujet. Le Parti social-démocrate allemand (SPD) était un parti de gauche qui prônait l'égalité et la justice sociale, et il était plus ouvert à l'inclusion des Juifs dans ses rangs. Malgré cela, même le SPD n'a pas réussi à contrer efficacement l'antisémitisme enraciné dans la société allemande de l'époque. Ces nuances sont importantes pour comprendre le contexte complexe de la culture et de la politique allemandes pendant cette période, et comment elles ont pu contribuer à l'ascension du nazisme et à l'Holocauste. Cela souligne également l'importance de résister aux préjugés et à la discrimination à tous les niveaux de la société pour prévenir de tels événements tragiques à l'avenir.
L'antisémitisme joua un rôle crucial dans la montée du Parti nazi et la chute ultérieure de la République de Weimar. Les nazis ont exploité l'antisémitisme qui était déjà présent dans la société allemande, en le renforçant et en le systématisant dans leur discours et leur politique. Adolf Hitler et le Parti nazi ont utilisé l'antisémitisme comme un outil politique pour galvaniser leur base de soutien, en désignant les Juifs comme boucs émissaires de tous les problèmes économiques, sociaux et politiques de l'Allemagne. Ils ont propagé des mythes antisémites, tels que le "complot juif mondial" et le "Judaïsme financier", qui ont contribué à la déshumanisation et à la délégitimation des Juifs aux yeux de nombreux Allemands. La prise de pouvoir par les nazis en janvier 1933 marque la fin de la République de Weimar et le début d'un régime autoritaire brutal qui a mené à l'extermination systématique de six millions de Juifs durant l'Holocauste. C'est une preuve claire de la façon dont l'antisémitisme et d'autres formes de haine peuvent être instrumentalisés pour miner la démocratie et promouvoir des politiques génocidaires.
La culture antisémite allemande avant et pendant la période de la République de Weimar reposait sur plusieurs idées préconçues et dangereuses à l'égard des Juifs. Ces stéréotypes et préjugés ont joué un rôle crucial dans la propagation de l'antisémitisme et ont finalement facilité la montée du nazisme.
- Les Juifs sont différents des Allemands : Cette idée reposait sur des préjugés religieux, ethniques et raciaux. Les Juifs étaient souvent considérés comme appartenant à une "race" distincte, malgré le fait que de nombreux Juifs allemands étaient intégrés à la société allemande depuis des générations et contribuaient à tous les aspects de la vie culturelle, économique et sociale allemande.
- Les Juifs s'opposent point par point aux Allemands : Cette idée reposait sur l'idée que les Juifs étaient intrinsèquement contraires à "l'âme" allemande et qu'ils sapaient l'identité allemande. Ces stéréotypes étaient souvent liés à des mythes antisémites, comme celui du "Judaïsme financier" ou du "bolchevisme juif".
- Ces différences ne sont pas bénignes, les Juifs sont "maléfiques" : C'est le stéréotype le plus dangereux, qui a conduit à la déshumanisation des Juifs et a facilité leur persécution. Les Juifs étaient souvent décrits comme étant à l'origine de tous les problèmes de l'Allemagne, de la défaite de la Première Guerre mondiale à la crise économique de la République de Weimar. Ce genre de discours a rendu possible le génocide systématique des Juifs pendant l'Holocauste.
Ces idées ont créé un environnement toxique qui a facilité la montée des nazis au pouvoir et la chute de la République de Weimar.
Les préjugés antisémites étaient fortement ancrés dans de nombreuses parties de la société allemande, et ces stéréotypes étaient souvent utilisés pour expliquer les malheurs de l'Allemagne, qu'il s'agisse des défaites militaires, des difficultés économiques ou de l'instabilité politique. Ce n'est pas un phénomène unique à l'Allemagne, mais c'est un exemple particulièrement frappant de la façon dont le bouc émissaire d'un groupe particulier peut détourner l'attention des vrais problèmes structurels et institutionnels. Ces préjugés, associés à une grave crise économique et à une instabilité politique, ont créé un terrain fertile pour la montée du nazisme. Les nazis ont réussi à exploiter ces préjugés et ces peurs pour gagner le soutien du public et finalement prendre le pouvoir. Une fois au pouvoir, ils ont mis en œuvre leurs politiques de persécution et d'élimination des Juifs, qui ont culminé avec l'Holocauste.
Les responsabilités individuelles dans la chute de la République
Il est crucial de noter que les facteurs structurels tels que la crise économique, l'antisémitisme endémique, la culture politique et les faiblesses institutionnelles ont créé un environnement dans lequel le régime nazi a pu émerger et s'épanouir. Cependant, ils ne constituent pas une explication exhaustive de la chute de la République de Weimar et de l'ascension d'Hitler. L'émergence du IIIème Reich n'était pas une fatalité, mais le résultat d'une série de décisions prises par des individus spécifiques à des moments cruciaux. Ces décisions ont été prises par une variété d'acteurs, y compris des politiciens comme Hindenburg, des économistes comme Brüning, des chefs d'entreprise qui ont financé le parti nazi, et même des électeurs ordinaires qui ont soutenu le parti aux urnes.
La question des responsabilités individuelles est une autre facette complexe de l'analyse de la chute de la République de Weimar et de la montée du nazisme. Cela englobe les actions et décisions de divers acteurs, qu'ils soient politiques, économiques, militaires ou civils. Les dirigeants politiques de l'époque, par exemple, ont fait des choix qui ont contribué à l'affaiblissement de la démocratie et à la montée du nazisme. Le chancelier Heinrich Brüning a adopté une politique d'austérité sévère qui a exacerbé les effets de la Grande Dépression en Allemagne et a contribué à l'instabilité politique. Paul von Hindenburg, le président de la République de Weimar, a nommé Adolf Hitler chancelier en 1933, malgré les craintes concernant le programme extrémiste du parti nazi. Ce choix a ouvert la voie à l'établissement de la dictature nazie. Les industriels et les banquiers qui ont financé le parti nazi ont également une part de responsabilité dans son ascension. Ils voyaient dans Hitler et son parti un moyen de contrer le communisme et de protéger leurs intérêts économiques. Enfin, la population allemande elle-même n'est pas exempte de responsabilité. Beaucoup ont soutenu le parti nazi lors des élections, attirés par ses promesses de rétablir la grandeur de l'Allemagne et de mettre fin à la crise économique. D'autres ont gardé le silence ou ont collaboré activement avec le régime nazi une fois au pouvoir.
L'ascension d'Adolf Hitler à la chancellerie allemande ne s'est pas produite simplement par accident ou comme une conséquence inévitable des problèmes structurels de l'Allemagne de l'époque. Cette décision a été le fruit de calculs politiques délibérés de la part de certains individus influents au sommet de l'État allemand. En 1933, face à l'instabilité politique et à la montée du Parti nazi, le président Paul von Hindenburg a nommé Hitler chancelier, espérant pouvoir le contrôler et utiliser sa popularité pour stabiliser le gouvernement. Ce choix a été fortement influencé par des conseillers clés de Hindenburg, tels que Franz von Papen, qui croyaient qu'ils pouvaient manipuler Hitler à leur avantage. Ces individus ont grandement sous-estimé la capacité d'Hitler à consolider son pouvoir une fois en position de diriger le gouvernement. Ils n'ont pas anticipé sa volonté de transformer la démocratie parlementaire de la République de Weimar en une dictature totalitaire sous le contrôle du parti nazi. Cette décision, prise par un petit groupe d'individus, a eu des conséquences désastreuses non seulement pour l'Allemagne, mais aussi pour le monde entier. Cela souligne l'importance des décisions politiques individuelles et leur potentiel pour façonner l'histoire, en particulier dans des moments de crise et d'incertitude.
Les ambitions et les intentions de Hitler étaient clairement énoncées dans son livre Mein Kampf, publié pour la première fois en 1925. Ce manifeste présentait son idéologie raciste, antisémite et nationaliste, ainsi que sa volonté de renverser le Traité de Versailles et d'étendre le territoire allemand. Cependant, beaucoup en Allemagne et à l'étranger ont minimisé la menace que Hitler et le Parti nazi représentaient. Certains ont vu ses propos comme de la simple rhétorique destinée à gagner du soutien politique, tandis que d'autres étaient plus préoccupés par les menaces du communisme. Il y avait aussi ceux qui croyaient pouvoir contrôler et manipuler Hitler une fois qu'il serait au pouvoir. En outre, dans le contexte de la Grande Dépression et du chômage de masse, beaucoup d'Allemands étaient désespérés et en colère, ce qui a rendu le message du Parti nazi plus séduisant. La promesse de Hitler de restaurer la grandeur de l'Allemagne et de fournir du travail et de la nourriture a séduit de nombreux électeurs.
Il y a sans aucun doute une part de responsabilité collective dans l'ignorance ou la minimisation de la nature véritablement dangereuse du nazisme. Cette ignorance, ou peut-être cette dénégation, s'est manifestée à plusieurs niveaux. D'une part, il y avait ceux qui pensaient pouvoir utiliser Hitler à leur avantage, en le manipulant ou en contrôlant sa politique une fois au pouvoir. Ce fut le cas de certains dirigeants politiques conservateurs et industriels allemands, qui pensaient que le soutien de Hitler pourrait être utilisé pour stabiliser le pays et contrer la menace communiste. D'autre part, beaucoup de citoyens allemands ordinaires, épuisés par les difficultés économiques et politiques, ont choisi de se concentrer sur les promesses attrayantes de Hitler de restauration de la grandeur de l'Allemagne et d'amélioration de leur qualité de vie, en ignorant ou en minimisant ses tendances autoritaires et antisémites. Il est également important de mentionner la responsabilité de la communauté internationale, qui n'a pas suffisamment réagi face à la montée du nazisme en Allemagne. Les pays occidentaux, encore traumatisés par la Première Guerre mondiale et frappés par la Grande Dépression, ont souvent adopté une politique d'apaisement à l'égard de l'Allemagne nazie, contribuant ainsi à la montée en puissance de Hitler.
L'un des aspects déconcertants de l'ascension de Hitler au pouvoir est le manque de compréhension ou la sous-estimation de la nature du parti nazi et de ses intentions par de nombreux acteurs politiques de l'époque. Plusieurs facteurs peuvent expliquer cette négligence.
- Détournement de l'attention : Durant les années 1920 et 1930, l'Allemagne était confrontée à une multitude de crises - inflation hyperbolique, chômage massif, troubles sociaux, montée du communisme. Ces problèmes urgents ont pu détourner l'attention des acteurs politiques de la menace potentielle que représentait le parti nazi.
- Sous-estimation du nazisme : Beaucoup dans l'élite politique et économique allemande considéraient le parti nazi comme un mouvement marginal, voire folklorique, et sous-estimaient la menace qu'il représentait. Ils croyaient pouvoir contrôler ou manipuler Hitler une fois au pouvoir.
- Ignorance délibérée : Certaines figures politiques et économiques ont pu choisir d'ignorer les aspects les plus sombres du programme nazi, car elles voyaient en lui un rempart contre le communisme et une voie vers la stabilité politique et économique.
- Absence d'expertise : La nature unique du nazisme, combinée à la nouveauté de ses méthodes politiques et propagandistes, aurait pu rendre difficile pour les experts de l'époque de comprendre pleinement et d'évaluer correctement la menace qu'il représentait.
Malheureusement, l'absence d'une évaluation précise et la sous-estimation de la menace nazie ont contribué à faciliter l'accession de Hitler au pouvoir, avec toutes les conséquences tragiques que l'on connaît.
Von Hindenburg
Paul von Hindenburg a été un acteur majeur de la politique allemande dans les années précédant l'ascension d'Adolf Hitler au pouvoir. En tant que président de l'Allemagne à partir de 1925, Hindenburg était chargé de nommer le chancelier, ce qui lui donnait une influence significative sur la politique allemande.
Lorsque la crise économique a ébranlé l'Allemagne au début des années 1930, le parti nazi d'Hitler a gagné en popularité et est devenu le parti le plus important au Reichstag (le parlement allemand). Malgré cela, Hindenburg a hésité à nommer Hitler au poste de chancelier en raison de ses tendances extrémistes évidentes et du style autoritaire du parti nazi. Cependant, après plusieurs tentatives infructueuses pour stabiliser le gouvernement sous d'autres chanceliers, et face à une pression croissante de la part de divers groupes politiques et économiques, Hindenburg a finalement cédé et nommé Hitler chancelier en janvier 1933.
Hindenburg espérait que Hitler, encadré par d'autres conservateurs plus modérés dans le gouvernement, serait en mesure de contrôler le parti nazi et de le modérer. Cependant, cette décision a conduit à l'opposé de ce qu'il espérait. Hitler a rapidement consolidé son pouvoir, marginalisant les autres partis politiques et éliminant progressivement toutes les formes de dissidence politique, conduisant finalement à la mise en place d'un régime totalitaire sous le Troisième Reich. Hindenburg, de son côté, est resté largement impuissant face à cette évolution et est mort en août 1934, après quoi Hitler a fusionné les postes de président et de chancelier, se déclarant Führer de l'Allemagne. En résumé, Paul von Hindenburg, en tant que président, portait une grande part de responsabilité dans la nomination de Hitler au poste de chancelier. Bien que ses intentions aient été de stabiliser le gouvernement et de contrôler le parti nazi, sa décision a en fait conduit à l'établissement d'un régime totalitaire en Allemagne.
Paul von Hindenburg, bien qu'étant un personnage public présenté comme un homme d'État fort et sage, a démontré une certaine faiblesse durant la crise politique de 1933. Initialement, il avait désigné Kurt von Schleicher comme chancelier, mais il s'est laissé influencer par les intrigues politiques de Franz von Papen contre ce dernier. Von Papen a propagé de fausses rumeurs sur une éventuelle tentative de coup d'État militaire imminente, alimentant ainsi l'aversion de Hindenburg envers von Schleicher. Ces événements ont conduit à une crise politique dont Hindenburg ne savait pas comment se sortir. Au lieu de se fier à sa propre méfiance envers Adolf Hitler, il s'est appuyé sur les conseils de von Papen, qui avait entre-temps renoncé à ses propres ambitions politiques en faveur de Hitler. De plus, il a également été influencé par son fils, Oskar von Hindenburg, qui soutenait aussi Hitler. C'est ainsi que, malgré ses propres réserves, Hindenburg a finalement nommé Hitler chancelier en janvier 1933, contribuant ainsi à l'ascension du parti nazi au pouvoir.
L'entourage de von Hindenburg a joué un rôle crucial dans la nomination d'Hitler comme chancelier. Malgré ses propres doutes à propos d'Hitler, von Hindenburg s'est laissé influencer par les personnes les plus proches de lui, qui soutenaient Hitler. Par ailleurs, une fois Hitler nommé chancelier, les actions de von Hindenburg entre janvier 1933 et juin 1934 ont plus contribué à légitimer le régime autoritaire nazi qu'à lui résister. Cela a renforcé la position de Hitler et a aidé à ancrer l'autorité nazie en Allemagne.
Von Papen
Franz von Papen, bien que n'étant pas un membre du Parti nazi, a joué un rôle crucial dans l'ascension d'Adolf Hitler au pouvoir. Von Papen, un homme politique conservateur, a servi comme chancelier de l'Allemagne de juin à novembre 1932. Après son échec à maintenir un gouvernement stable, von Papen a été remplacé par le général Kurt von Schleicher, un événement qui a exacerbé son désir de vengeance contre ce dernier.
Lorsque von Papen a perdu son poste de chancelier, il a vu en Adolf Hitler, chef du Parti nazi en plein essor, un moyen de reprendre le pouvoir et de se venger de von Schleicher. Von Papen a fait valoir que, avec lui comme vice-chancelier, Hitler pourrait être contrôlé. Il a convaincu le président Paul von Hindenburg de nommer Hitler chancelier et lui-même vice-chancelier, un mouvement qui a finalement conduit à l'établissement du régime nazi.
Cependant, von Papen a largement sous-estimé la menace que Hitler et le parti nazi représentaient pour la démocratie en Allemagne. Malgré les actions de plus en plus autocratiques de Hitler, von Papen a continué à soutenir le régime nazi, renforçant ainsi sa légitimité. Même après le "Night of the Long Knives" en 1934, une purge au sein du parti nazi au cours de laquelle von Schleicher a été assassiné et von Papen lui-même a été arrêté, il a continué à servir le régime en tant qu'ambassadeur en Autriche et en Turquie. Son manque de discernement et son ambition personnelle ont donc contribué de manière significative à l'ascension et à la consolidation du pouvoir d'Adolf Hitler.
Von Schleicher
Kurt von Schleicher était un général de l'armée allemande et un homme politique qui a également joué un rôle significatif dans l'ascension d'Adolf Hitler au pouvoir. Dans les années 1920, von Schleicher était un acteur politique influent derrière les scènes, et c'est lui qui a d'abord introduit Franz von Papen en politique - une décision qui aurait plus tard des répercussions significatives.
Schleicher croyait fermement en l'importance d'un réarmement militaire pour l'Allemagne, et voyait dans les sympathisants nazis, en particulier ceux dans les rangs de la Sturmabteilung (SA), une force qu'il pourrait potentiellement coopter pour atteindre cet objectif. Cependant, cette vision a prouvé sa naïveté sur la nature du parti nazi et son mépris des normes démocratiques.
Sa rivalité avec von Papen a également contribué à la montée du nazisme. En perdant le soutien de von Papen, von Schleicher a également perdu une grande partie de son influence sur le président von Hindenburg. En tant que chancelier de décembre 1932 à janvier 1933, von Schleicher a fait preuve d'une attitude trop tolérante à l'égard des nazis, renforçant davantage leur légitimité.
De manière critique, l'influence de von Schleicher sur le président von Hindenburg était limitée. Malgré ses tentatives de mettre en garde contre la menace que représentait Hitler, von Schleicher n'a pas réussi à convaincre Hindenburg d'agir pour empêcher l'ascension d'Hitler au pouvoir. Sa rivalité personnelle avec von Papen et son manque de discernement concernant la menace que représentait le parti nazi ont ainsi contribué de manière significative à l'émergence du IIIème Reich.
Trois individus ont une responsabilité moindre :
- Oskar von Hindenburg : Fils du président Paul von Hindenburg, il a été une figure influente en raison de sa proximité avec son père. Il a joué un rôle dans le soutien à Hitler et à la nomination de celui-ci en tant que chancelier, malgré l'antipathie de son père à l'égard de Hitler. Sa responsabilité réside dans le fait qu'il a influencé son père âgé et malade en faveur de la nomination de Hitler.
- Otto Meissner : En tant que chef de la présidence du Reich, Meissner a eu une certaine influence sur les événements qui ont mené à la prise de pouvoir par Hitler. Il était chargé de faciliter la communication entre le président von Hindenburg et le gouvernement. Bien qu'il ne partageait pas l'idéologie nazie, il a accepté de travailler avec Hitler et les nazis et n'a pas utilisé son poste pour s'opposer activement à leur ascension.
- Hünenberg : Il est moins connu que les autres personnalités, mais sa position au sein de l'appareil d'Etat lui conférait un certain pouvoir. Sa responsabilité réside principalement dans sa passivité face à l'ascension des nazis et son incapacité à utiliser son influence pour contrecarrer cette tendance.Hünenberg, en tant que chef du parti conservateur de 1928 à 1933 et ministre de l'Agriculture et de l'Économie à partir de janvier 1933, a joué un rôle notable dans la période précédant la chute de la République de Weimar. Son approche politique était largement opportuniste, et il est souvent caractérisé comme ayant agi principalement dans son propre intérêt. Sa carrière politique a été marquée par des moments de frustration et d'échec, ce qui a peut-être contribué à son attitude face à l'ascension des nazis. Au lieu de s'opposer à cette montée, il semble avoir cherché à en tirer profit, contribuant ainsi, même indirectement, à l'effondrement de la République de Weimar.
Dans les systèmes politiques modernes, la capacité à influencer le cours des événements repose souvent sur un petit nombre d'individus qui détiennent une part disproportionnée du pouvoir. Leurs décisions, leurs actions et même leurs erreurs peuvent avoir un impact majeur sur la destinée d'un pays. Cela était particulièrement vrai dans le contexte de la République de Weimar, où les actions et les décisions de quelques acteurs clés ont joué un rôle crucial dans la montée du nazisme et la chute de la démocratie. Cela souligne l'importance des responsabilités politiques et morales qui incombent à ceux qui occupent des positions de pouvoir élevées.
La "théorie du grand homme" de l'histoire postule que l'histoire est largement façonnée par les actions de quelques individus clés, souvent des leaders politiques ou militaires. Selon cette théorie, les dirigeants exceptionnels utilisent leur charisme, leur intelligence, leur sagesse ou leur machiavélisme politique pour avoir un impact significatif sur le cours de l'histoire. Il est important de noter que bien que cette théorie offre un cadre intéressant pour comprendre l'histoire, elle est également critiquée pour sa tendance à minimiser d'autres facteurs importants, tels que les conditions socio-économiques, les mouvements sociaux de masse et les forces culturelles et idéologiques. Dans le contexte de la chute de la République de Weimar et de la montée du nazisme, par exemple, bien que les actions de leaders clés comme Hitler, Hindenburg, Von Papen et Von Schleicher aient joué un rôle majeur, il est également crucial de tenir compte d'autres facteurs, tels que l'impact de la crise économique mondiale, la faiblesse structurelle de la République de Weimar et les tendances antisémites profondément ancrées dans la société allemande.
Classification et synthèse des explications
Résumé des explications de la chute de la République de Weimar
Le système électoral de la République de Weimar peut être vu comme un facteur qui a augmenté la probabilité de son effondrement, mais il ne serait pas juste de le voir comme la seule cause.
La République de Weimar utilisait un système de représentation proportionnelle, ce qui signifie que les partis obtenaient des sièges en proportion du nombre de votes qu'ils recevaient. Cela peut encourager une fragmentation politique et rendre difficile la formation de gouvernements stables, car il y a souvent plusieurs partis de petite et moyenne taille qui doivent former des coalitions pour gouverner. En effet, sous la République de Weimar, il y avait une grande variété de partis politiques, allant des communistes aux nationalistes en passant par les sociaux-démocrates, les démocrates et les centristes. Cette fragmentation politique a rendu difficile la formation de gouvernements stables et a augmenté la probabilité d'instabilité politique.
Cependant, le système électoral n'est qu'un facteur parmi d'autres qui ont contribué à l'effondrement de la République de Weimar. D'autres facteurs importants comprennent les conséquences économiques et sociales du Traité de Versailles, la crise économique mondiale de 1929, l'instabilité politique chronique, l'augmentation du chômage et de l'inflation, les échecs de la politique d'austérité, la montée de l'antisémitisme, ainsi que les décisions et les erreurs des individus clés. En fin de compte, il s'agit d'une combinaison complexe de ces facteurs qui a conduit à l'effondrement de la République de Weimar et à la montée du nazisme.
L'approche d'un chercheur pour comprendre un événement historique complexe comme la chute de la République de Weimar peut varier considérablement selon sa spécialisation, ses intérêts de recherche et sa méthodologie. Certains chercheurs peuvent se concentrer sur un aspect spécifique, comme le système électoral, et chercher à comprendre comment ce facteur particulier a influencé les événements. Ils peuvent ensuite essayer de généraliser leurs résultats à d'autres contextes ou cas d'étude. Ce type de recherche est souvent très détaillé et peut fournir une compréhension approfondie d'un aspect particulier de l'histoire. D'autres chercheurs peuvent adopter une approche plus globale et chercher à comprendre la chute de la République de Weimar dans son ensemble, en prenant en compte un large éventail de facteurs et d'explications. Ce type de recherche peut donner une vue d'ensemble des événements et aider à comprendre comment les différents facteurs se sont interconnectés et ont influencé les uns les autres.
Ces deux approches sont complémentaires et peuvent toutes deux apporter des perspectives précieuses pour comprendre l'histoire. Il est important de noter que la réalité est souvent complexe et qu'un seul facteur ou une seule explication ne suffit généralement pas pour expliquer entièrement un événement historique complexe comme la chute de la République de Weimar.
Ce sont en fait neuf facteurs qui offrent une vue d'ensemble des multiples causes qui ont contribué à l'instabilité et à la chute ultérieure de la République de Weimar. Il est important de noter que ces facteurs ne fonctionnent pas indépendamment, mais sont interconnectés et se renforcent mutuellement.
- Le système de partis : Les partis politiques de la République de Weimar étaient très fragmentés, ce qui rendait difficile la formation de coalitions stables et la prise de décisions efficaces.
- Le système électoral : Le système de représentation proportionnelle pouvait mener à une fragmentation politique et à l'instabilité gouvernementale.
- Le cadre constitutionnel : Des faiblesses constitutionnelles, telles que les pouvoirs d'urgence du président, ont pu être exploitées pour miner la démocratie.
- Les stratégies et politiques partisanes : Les manœuvres et calculs politiques peuvent avoir exacerbé l'instabilité.
- L'idéologie de la social-démocratie : Des divergences idéologiques au sein de la social-démocratie allemande ont pu affaiblir le soutien au gouvernement de Weimar.
- La culture politique : Un manque de soutien à la démocratie parmi certaines élites et segments de la population a pu miner la légitimité du régime.
- L'économie : La Grande Dépression a créé des conditions économiques désastreuses qui ont alimenté le mécontentement populaire.
- L'antisémitisme : L'antisémitisme prévalent a pu faciliter l'acceptation des politiques antisémites des nazis et affaiblir la résistance à leur montée en puissance.
- La responsabilité individuelle : Les décisions prises par certains individus clés, comme l'acceptation par le président von Hindenburg de nommer Hitler chancelier, ont joué un rôle crucial dans la chute de la République de Weimar.
Chacun de ces facteurs a augmenté la probabilité de l'instabilité et de la chute de la République de Weimar, bien qu'aucun d'entre eux ne soit en soi suffisant pour causer sa chute. Il s'agit plutôt de la manière dont ces facteurs ont interagi et se sont renforcés mutuellement qui a conduit à la chute de la République.
L'analyse des divers autres facteurs
L'importance du niveau d'analyse : micro vs macro
L'analyse de tout phénomène complexe, comme la chute de la République de Weimar, peut bénéficier d'une approche à plusieurs niveaux - micro, méso et macro.
- Niveau micro : Ce niveau concerne les actions et les décisions des individus. Par exemple, les choix spécifiques faits par des personnalités clés comme Paul von Hindenburg, Adolf Hitler, et Franz von Papen sont très importants pour comprendre comment Hitler a pu accéder au pouvoir.
- Niveau méso : Ce niveau regroupe l'analyse de groupes infranationaux ou de structures au sein de l'Etat. Par exemple, l'analyse de la structure des partis politiques, des alliances entre partis, de la structure constitutionnelle de la République de Weimar, ou même de la dynamique entre les différentes factions au sein du parti nazi peut fournir des aperçus importants.
- Niveau macro : Ce niveau concerne les facteurs plus larges qui sont présents à l'échelle nationale ou régionale. Par exemple, l'impact de la Grande Dépression, qui a touché l'ensemble de l'économie allemande, ou l'antisémitisme généralisé dans la société allemande, sont des facteurs qui doivent être considérés à ce niveau.
La clé est de comprendre comment ces différents niveaux interagissent entre eux. Les actions des individus sont influencées par les structures méso et macro dans lesquelles ils opèrent, tandis que ces structures sont elles-mêmes façonnées par les actions des individus. De plus, les facteurs à différents niveaux peuvent se renforcer mutuellement. Par exemple, l'antisémitisme généralisé dans la société allemande (niveau macro) peut avoir rendu les discours antisémites de Hitler (niveau micro) plus résonnants, ce qui à son tour a renforcé l'antisémitisme dans la société.
L'influence des facteurs externes vs internes
La distinction entre facteurs internes et externes est importante lorsqu'on examine les causes d'événements historiques tels que la chute de la République de Weimar. L'interaction entre ces deux types de facteurs peut souvent jouer un rôle clé dans la détermination des résultats.
- Facteurs internes : Ce sont des facteurs qui sont directement liés à la structure politique, sociale, économique et culturelle d'un pays. Ils peuvent inclure des éléments tels que les politiques partisanes, le cadre constitutionnel, le système électoral, l'idéologie de la social-démocratie, et la culture politique antisémite en Allemagne pendant cette période. Ces facteurs peuvent souvent avoir une influence profonde sur les choix politiques et les résultats électoraux.
- Facteurs externes : Ces facteurs sont liés à des éléments hors du contrôle direct de l'État-nation, mais qui peuvent néanmoins avoir un impact sur ses affaires internes. Ils peuvent inclure des éléments tels que les crises économiques mondiales (comme la Grande Dépression), les pressions diplomatiques ou militaires de la part d'autres pays, ou les mouvements idéologiques internationaux (par exemple, l'essor du fascisme dans d'autres parties de l'Europe).
Il est crucial de noter que ces deux types de facteurs sont souvent intimement liés. Par exemple, la Grande Dépression (un facteur externe) a exacerbé les problèmes économiques en Allemagne et a contribué à créer un climat de frustration et de désespoir qui a favorisé la montée du nazisme (un facteur interne). De même, la culture politique antisémite en Allemagne (un facteur interne) a été influencée par des idées antisémites qui étaient répandues dans de nombreuses autres parties de l'Europe à l'époque (un facteur externe).
L'interaction entre structure et agent
La question de savoir si ce sont les structures ou les agents qui font l'histoire est au cœur de nombreux débats en sciences sociales et en histoire.
La théorie structurelle soutient que les individus sont largement façonnés par les forces sociales et institutionnelles qui les entourent. Les structures - qu'elles soient politiques, économiques, culturelles ou sociales - créent un cadre qui influence et délimite les choix disponibles pour les individus. Par exemple, le cadre constitutionnel de la République de Weimar, les politiques partisanes et le système électoral ont tous contribué à façonner le contexte politique dans lequel les individus et les partis ont agi.
D'un autre côté, la théorie de l'agent souligne le rôle des individus en tant qu'acteurs qui font des choix, prennent des décisions et agissent de manière autonome. Les individus, bien qu'opérant dans le cadre des structures sociales et institutionnelles, ont une certaine marge de manœuvre pour agir selon leur volonté et leurs intérêts. Par exemple, les décisions prises par des individus tels que Von Hindenburg, Von Papen et Hitler ont eu des impacts majeurs sur l'évolution de l'histoire allemande.
En réalité, l'interaction entre structure et agent est complexe et dynamique. Les structures sociales et institutionnelles fournissent un cadre pour l'action, mais elles sont également façonnées et modifiées par les actions des individus. De même, alors que les individus agissent de manière autonome, leurs actions sont influencées par les structures dans lesquelles ils opèrent. Dans le cas de la chute de la République de Weimar et de l'ascension du nazisme, à la fois des facteurs structurels (comme le système électoral et le cadre constitutionnel) et des facteurs d'agent (comme les décisions individuelles de figures politiques clés) ont joué un rôle important.
Le rôle des facteurs économiques, politiques, sociaux, culturels
Les facteurs économiques, politiques, sociaux et culturels sont tous importants pour comprendre l'évolution de l'histoire et les dynamiques sociopolitiques. Ils sont interdépendants et se chevauchent souvent. Voici une petite explication de chaque :
- Facteur politique : Les facteurs politiques font référence aux institutions, structures, lois, politiques et actions du gouvernement qui ont un impact sur une situation donnée. Par exemple, le cadre institutionnel de la République de Weimar, son système électoral, et les politiques partisanes ont eu un impact significatif sur la stabilité politique et l'ascension de Hitler au pouvoir.
- Facteur économique : Les facteurs économiques font référence à l'état de l'économie, y compris la croissance économique, le niveau d'emploi, l'inflation, les taux d'intérêt, etc. La crise économique du début des années 1930, exacerbée par le Traité de Versailles et la Grande Dépression, a conduit à une instabilité économique et sociale en Allemagne, facilitant l'ascension du parti nazi.
- Facteurs sociaux : Ces facteurs concernent les aspects démographiques et sociaux de la société, tels que la distribution de la population, l'éducation, la mobilité sociale, le niveau de vie, etc. La fracture sociale et les inégalités exacerbées par la crise économique ont alimenté la frustration et le mécontentement parmi la population, ce qui a contribué à l'attrait du nazisme.
- Facteurs culturels : Les facteurs culturels se rapportent aux croyances, valeurs, normes et attitudes qui sont largement partagées par une société ou un groupe. Ils influencent la manière dont les gens perçoivent et interprètent le monde qui les entoure. La culture politique en Allemagne, marquée par un fort antisémitisme, a joué un rôle crucial dans l'acceptation et le soutien du régime nazi par de larges segments de la population.
L'interaction entre intérêts, institutions et idées-idéologies
Il est crucial de comprendre les distinctions entre les intérêts, les institutions et les idées-idéologies pour mener une analyse complète et approfondie. Cela nous aide à organiser nos idées et à éviter de nous perdre dans des détails ou des distinctions qui pourraient être mineures ou secondaires.
- Intérêts : Ils concernent les motivations individuelles ou de groupe. Ils sont souvent liés à des aspects économiques, sociaux ou politiques. Par exemple, les intérêts économiques des élites industrielles allemandes ont pu les conduire à soutenir le parti nazi dans l'espoir d'un avantage économique.
- Institutions : Elles sont les structures formelles et informelles qui régissent le comportement des individus et des groupes. Dans le cas de l'Allemagne de Weimar, les institutions, comme le système politique multipartite et le système électoral proportionnel, ont contribué à l'instabilité politique et à la montée du nazisme.
- Idées-idéologies : Il s'agit de systèmes de croyances qui façonnent la façon dont les individus et les groupes interprètent le monde et prennent des décisions. L'idéologie du nazisme, avec son antisémitisme radical et son ultranationalisme, a exercé une influence significative sur le comportement des Allemands et a facilité l'ascension d'Hitler au pouvoir.
En revue de littérature, il est important d'identifier et d'analyser ces trois types de facteurs, non pas comme des alternatives concurrentes, mais comme des éléments interconnectés qui, ensemble, peuvent expliquer un phénomène historique complexe comme la chute de la République de Weimar. En faisant cela, nous pouvons comprendre la complexité et la multidimensionnalité de la situation historique, et éviter de réduire notre analyse à une seule cause ou explication.
Anhänge
Referenzen
- ↑ Lepsius, M. Ranier. "From Fragmented Party Democracy to Government by Emergency Decree and National Socialist Takeover: Germany." In The Breakdown of Democratic Regimes: Europe, by Juan J. Linz and Alfred Stepan. Baltimore: Johns Hopkins University Press, 1978, S. 34-79.
- ↑ Berman, Sheri. The Social Democratic Moment: Ideas and Politics in the Making of Interwar Europe. Cambridge, Ma: Harvard UP, 1998.
- ↑ Berman, Sheri. “Civil Society and the Collapse of the Weimar Republic.” World Politics, vol. 49, no. 3, 1997, pp. 401–29. JSTOR, http://www.jstor.org/stable/25054008.
- ↑ Hitler’s Willing Executioners by Daniel Jonah Goldhagen, ISBN-10: 0679772685, ISBN-13: 978-0679772682