« Analytischer Ansatz der Institutionen in der Politikwissenschaft » : différence entre les versions

De Baripedia
Ligne 158 : Ligne 158 :
Der Neo-Institutionalismus erkennt die Bedeutung von Interessenkonflikten in Politik und Wirtschaft an, legt aber den Schwerpunkt auf die Art und Weise, wie Institutionen diese Konflikte strukturieren und ihre Ergebnisse bestimmen. Institutionen schaffen aufgrund ihrer Natur Spielregeln, die bestimmte Akteure auf Kosten anderer begünstigen können. Das bedeutet, dass Interessen und Ressourcen zwar die politische und wirtschaftliche Dynamik beeinflussen können, dass es aber letztlich die institutionelle Struktur ist, die bestimmt, wer die Macht hat und wer die Ressourcen kontrolliert. Institutionen können entweder bestehende Machtungleichheiten verstärken oder zu ihrer Abschwächung beitragen. Die institutionalistische Perspektive ist daher ein wichtiger Beitrag zu unserem Verständnis von Politik und Wirtschaft, da sie die zentrale Rolle der Institutionen bei der Bestimmung der Machtverhältnisse und der politischen und wirtschaftlichen Ergebnisse hervorhebt. Dieser Ansatz fügt der Analyse von Interessenkonflikten eine weitere Dimension hinzu, indem er aufzeigt, wie institutionelle Strukturen die Strategien der Akteure und die Ergebnisse ihres Handelns beeinflussen können.
Der Neo-Institutionalismus erkennt die Bedeutung von Interessenkonflikten in Politik und Wirtschaft an, legt aber den Schwerpunkt auf die Art und Weise, wie Institutionen diese Konflikte strukturieren und ihre Ergebnisse bestimmen. Institutionen schaffen aufgrund ihrer Natur Spielregeln, die bestimmte Akteure auf Kosten anderer begünstigen können. Das bedeutet, dass Interessen und Ressourcen zwar die politische und wirtschaftliche Dynamik beeinflussen können, dass es aber letztlich die institutionelle Struktur ist, die bestimmt, wer die Macht hat und wer die Ressourcen kontrolliert. Institutionen können entweder bestehende Machtungleichheiten verstärken oder zu ihrer Abschwächung beitragen. Die institutionalistische Perspektive ist daher ein wichtiger Beitrag zu unserem Verständnis von Politik und Wirtschaft, da sie die zentrale Rolle der Institutionen bei der Bestimmung der Machtverhältnisse und der politischen und wirtschaftlichen Ergebnisse hervorhebt. Dieser Ansatz fügt der Analyse von Interessenkonflikten eine weitere Dimension hinzu, indem er aufzeigt, wie institutionelle Strukturen die Strategien der Akteure und die Ergebnisse ihres Handelns beeinflussen können.


= Institutionnalisme-historique =
= Institutionalismus-historisch =
L'institutionnalisme historique est une approche des sciences sociales qui met l'accent sur l'importance du rôle des institutions sur le comportement des individus et des sociétés. Cette approche est particulièrement utilisée en science politique et en sociologie. L'institutionnalisme historique met l'accent sur la manière dont les institutions, qui sont souvent établies en réponse à des crises ou à des conflits, peuvent avoir des conséquences durables qui façonnent le comportement futur des individus et des sociétés. Cette approche reconnaît que les institutions sont en constante évolution et que leur forme et leur fonction peuvent changer avec le temps.
Der historische Institutionalismus ist ein Ansatz in den Sozialwissenschaften, der die Bedeutung der Rolle von Institutionen für das Verhalten von Individuen und Gesellschaften betont. Dieser Ansatz wird besonders in der Politikwissenschaft und der Soziologie verwendet. Der historische Institutionalismus legt den Schwerpunkt darauf, wie Institutionen, die häufig als Reaktion auf Krisen oder Konflikte eingerichtet werden, dauerhafte Folgen haben können, die das künftige Verhalten von Einzelpersonen und Gesellschaften prägen. Dieser Ansatz erkennt an, dass sich Institutionen ständig weiterentwickeln und dass sich ihre Form und Funktion im Laufe der Zeit ändern können.


L'un des concepts clés de l'institutionnalisme historique est l'idée de la "dépendance de sentier" (path dependence). Ce concept suggère que les décisions prises dans le passé peuvent avoir des effets durables et influencer les choix futurs. En d'autres termes, une fois qu'une institution est en place, elle est susceptible de perdurer, même si les circonstances ont changé. Un autre concept important est celui de "points critiques" ou "moments critiques" (critical junctures). Ce sont des moments où des décisions significatives sont prises qui peuvent avoir des conséquences durables sur le développement d'une institution ou d'une société.
Eines der Schlüsselkonzepte des historischen Institutionalismus ist die Idee der "Pfadabhängigkeit" (path dependence). Dieses Konzept legt nahe, dass in der Vergangenheit getroffene Entscheidungen dauerhafte Auswirkungen haben und zukünftige Entscheidungen beeinflussen können. Mit anderen Worten: Sobald eine Institution einmal eingerichtet ist, wird sie wahrscheinlich fortbestehen, auch wenn sich die Umstände geändert haben. Ein weiteres wichtiges Konzept ist das der "kritischen Punkte" oder "kritischen Momente" (critical junctures). Dies sind Momente, in denen bedeutende Entscheidungen getroffen werden, die nachhaltige Auswirkungen auf die Entwicklung einer Institution oder Gesellschaft haben können.


L'institutionnalisme historique offre donc une manière d'analyser et de comprendre comment les institutions façonnent les sociétés, en mettant l'accent sur l'importance du contexte historique et en reconnaissant que les institutions sont souvent le produit de processus historiques complexes et de conflits sociaux.
Der historische Institutionalismus bietet also eine Möglichkeit, zu analysieren und zu verstehen, wie Institutionen Gesellschaften formen, indem er die Bedeutung des historischen Kontextes betont und anerkennt, dass Institutionen oft das Produkt komplexer historischer Prozesse und sozialer Konflikte sind.


== Unanticipated - unintended consequences ==
== Unanticipated - unintended consequences ==
Le néo-institutionnalisme fait référence à une réapparition et à une nouvelle forme d'attention portée aux institutions dans les sciences sociales à partir des années 1980, après une période où le fonctionnalisme et le comportementalisme ont dominé. Cependant, le concept de "conséquences inattendues" ou "non anticipées" a une portée plus large et s'inscrit dans de nombreuses approches théoriques, y compris l'institutionnalisme. Le concept de conséquences inattendues, formulé à l'origine par le sociologue Robert K. Merton, fait référence à des résultats qui ne sont pas ceux initialement prévus par une action ou une décision. Ces conséquences peuvent être positives, négatives ou simplement imprévues. Par exemple, une politique gouvernementale peut avoir des conséquences sociales ou économiques non anticipées qui n'étaient pas prévues lors de sa conception.
Der Neo-Institutionalismus bezieht sich auf ein Wiederaufleben und eine neue Form der Aufmerksamkeit für Institutionen in den Sozialwissenschaften ab den 1980er Jahren, nach einer Zeit, in der Funktionalismus und Behaviorismus vorherrschten. Das Konzept der "unbeabsichtigten" oder "nicht antizipierten" Folgen hat jedoch eine größere Reichweite und ist Teil vieler theoretischer Ansätze, darunter auch des Institutionalismus. Das Konzept der unbeabsichtigten Folgen, das ursprünglich von dem Soziologen Robert K. Merton formuliert wurde, bezieht sich auf Ergebnisse, die nicht die ursprünglich von einer Handlung oder Entscheidung erwarteten sind. Diese Folgen können positiv, negativ oder einfach nur unvorhergesehen sein. Beispielsweise kann eine Regierungspolitik unvorhergesehene soziale oder wirtschaftliche Folgen haben, die bei ihrer Konzeption nicht vorhergesehen wurden.


Dans le contexte de l'institutionnalisme historique, les conséquences inattendues peuvent être liées à la manière dont les institutions sont construites et évoluent. Par exemple, une institution créée pour résoudre un certain problème peut avoir des effets secondaires non anticipés qui influencent d'autres aspects de la société. L'accent mis sur les conséquences inattendues souligne la complexité des systèmes sociaux et politiques, et la manière dont les décisions prises dans un domaine peuvent avoir des répercussions dans d'autres domaines de manière parfois surprenante. Cela reflète également l'idée que les institutions sont en constante évolution et que leurs effets peuvent changer avec le temps.
Im Kontext des historischen Institutionalismus können unbeabsichtigte Folgen mit der Art und Weise zusammenhängen, wie Institutionen aufgebaut sind und sich entwickeln. Beispielsweise kann eine Institution, die geschaffen wurde, um ein bestimmtes Problem zu lösen, nicht vorhergesehene Nebenwirkungen haben, die andere Aspekte der Gesellschaft beeinflussen. Die Betonung unbeabsichtigter Folgen unterstreicht die Komplexität sozialer und politischer Systeme und die Art und Weise, wie sich Entscheidungen in einem Bereich auf manchmal überraschende Weise auf andere Bereiche auswirken können. Dies spiegelt auch die Vorstellung wider, dass sich Institutionen ständig weiterentwickeln und sich ihre Auswirkungen im Laufe der Zeit ändern können.


Le néo-institutionnalisme a apporté une nouvelle perspective sur la manière dont les institutions sont étudiées :
Der Neo-Institutionalismus hat eine neue Perspektive auf die Art und Weise, wie Institutionen untersucht werden, mit sich gebracht :


* L''''importance des institutions''' : Le néo-institutionnalisme considère que les institutions ont un rôle crucial dans la structuration de la vie sociale, politique et économique. Elles ne sont pas simplement des arènes dans lesquelles les acteurs sociaux et politiques poursuivent leurs intérêts, mais des structures qui façonnent et influencent ces intérêts.
* Die Bedeutung von Institutionen : Der Neo-Institutionalismus geht davon aus, dass Institutionen eine entscheidende Rolle bei der Strukturierung des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lebens spielen. Sie sind nicht einfach nur Arenen, in denen soziale und politische Akteure ihre Interessen verfolgen, sondern Strukturen, die diese Interessen formen und beeinflussen.
* L''''autonomie des institutions''' : Les néo-institutionnalistes soutiennent que les institutions ont une certaine autonomie par rapport aux forces sociales, économiques et politiques. Autrement dit, elles peuvent influencer les comportements et les résultats indépendamment des intérêts des acteurs qui les composent.
* Die Autonomie der Institutionen : Die Neo-Institutionalisten argumentieren, dass Institutionen eine gewisse Autonomie gegenüber den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Kräften besitzen. Mit anderen Worten: Sie können Verhalten und Ergebnisse unabhängig von den Interessen der Akteure, die sie bilden, beeinflussen.
* Les '''institutions formelles et informelles''' : Le néo-institutionnalisme a élargi le champ de la recherche en incluant non seulement les institutions formelles (comme les gouvernements, les lois et les organisations officielles) mais aussi les institutions informelles (comme les normes sociales, les coutumes et les pratiques non écrites). Cela reflète la reconnaissance que les comportements sont influencés par une gamme plus large de structures que celles officiellement codifiées.
* Formelle und informelle Institutionen: Der Neo-Institutionalismus hat den Forschungsbereich erweitert, indem er nicht nur formelle Institutionen (wie Regierungen, Gesetze und offizielle Organisationen), sondern auch informelle Institutionen (wie soziale Normen, Bräuche und ungeschriebene Praktiken) einbezieht. Dies spiegelt die Erkenntnis wider, dass Verhaltensweisen von einem breiteren Spektrum an Strukturen als den offiziell kodifizierten beeinflusst werden.
* Le '''rôle du temps et de l'histoire''' : Certains néo-institutionnalistes, notamment ceux de l'institutionnalisme historique, mettent l'accent sur le rôle du temps et de l'histoire dans la formation des institutions. Ils soutiennent que les décisions prises à un moment donné peuvent avoir des effets durables et peuvent façonner la trajectoire future d'une institution, un phénomène souvent appelé "dépendance de sentier".
* Die Rolle von Zeit und Geschichte: Einige Neo-Institutionalisten, insbesondere die des historischen Institutionalismus, betonen die Rolle der Zeit und der Geschichte bei der Bildung von Institutionen. Sie argumentieren, dass Entscheidungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt getroffen werden, dauerhafte Auswirkungen haben können und den zukünftigen Weg einer Institution prägen können, ein Phänomen, das häufig als Pfadabhängigkeit bezeichnet wird.


Ces caractéristiques distinguent le néo-institutionnalisme des approches institutionnalistes précédentes et en font une approche clé pour comprendre la gouvernance, la politique et le comportement social dans le monde contemporain.
Diese Merkmale unterscheiden den Neo-Institutionalismus von früheren institutionalistischen Ansätzen und machen ihn zu einem Schlüsselansatz für das Verständnis von Regierungsführung, Politik und sozialem Verhalten in der heutigen Welt.


l'institutionnalisme, y compris le néo-institutionnalisme, se concentre davantage sur le rôle des institutions en tant que structures qui déterminent le comportement des acteurs et façonnent les résultats sociaux et politiques. C'est une approche qui se distingue clairement du behavioralisme à plusieurs égards :
Der Institutionalismus, einschließlich des Neo-Institutionalismus, konzentriert sich stärker auf die Rolle der Institutionen als Strukturen, die das Verhalten der Akteure bestimmen und die sozialen und politischen Ergebnisse formen. Es ist ein Ansatz, der sich in vielerlei Hinsicht deutlich vom Behaviorismus unterscheidet:


* '''Rôle des institutions''' : Contrairement au behavioralisme, qui se concentre sur les comportements individuels et leur influence sur les systèmes sociaux et politiques, l'institutionnalisme met l'accent sur le rôle des institutions. Les institutions sont considérées comme ayant une influence sur les comportements des individus et des groupes, ainsi que sur les résultats politiques et sociaux.
* Rolle der Institutionen: Im Gegensatz zum Behaviorismus, der sich auf das individuelle Verhalten und dessen Einfluss auf soziale und politische Systeme konzentriert, legt der Institutionalismus den Schwerpunkt auf die Rolle der Institutionen. Es wird davon ausgegangen, dass Institutionen sowohl das Verhalten von Einzelpersonen und Gruppen als auch politische und soziale Ergebnisse beeinflussen.
* '''Structure et agence''' : Alors que le behavioralisme tend à se concentrer sur l'agence - les actions et décisions des individus - l'institutionnalisme considère que la structure des institutions est primordiale. Les institutions sont vues comme définissant les règles du jeu et limitant les options disponibles pour les acteurs.
* Struktur und Agency: Während der Behaviorismus dazu neigt, sich auf die Agency - die Handlungen und Entscheidungen von Individuen - zu konzentrieren, sieht der Institutionalismus die Struktur der Institutionen als entscheidend an. Institutionen werden so gesehen, dass sie die Spielregeln festlegen und die den Akteuren zur Verfügung stehenden Optionen einschränken.
* '''Stabilité versus changement''' : Le behavioralisme se concentre souvent sur le changement, en cherchant à expliquer comment et pourquoi les comportements individuels changent. L'institutionnalisme, en revanche, met souvent l'accent sur la stabilité, en montrant comment les institutions persistent au fil du temps, même en l'absence de soutien populaire ou de performance économique.
* Stabilität versus Wandel : Der Behaviorismus konzentriert sich häufig auf den Wandel und versucht zu erklären, wie und warum sich individuelles Verhalten ändert. Der Institutionalismus hingegen betont häufig die Stabilität, indem er aufzeigt, wie Institutionen im Laufe der Zeit bestehen bleiben, selbst wenn die Unterstützung der Bevölkerung oder die Wirtschaftsleistung ausbleibt.
* '''Facteurs individuels versus contextuels''' : Alors que le behavioralisme tend à se concentrer sur les facteurs individuels tels que les attitudes, les croyances et les préférences, l'institutionnalisme se concentre davantage sur les facteurs contextuels, en particulier la façon dont les institutions structurent et influencent le comportement.
* Individuelle versus kontextuelle Faktoren: Während der Behaviorismus dazu neigt, sich auf individuelle Faktoren wie Einstellungen, Überzeugungen und Präferenzen zu konzentrieren, konzentriert sich der Institutionalismus stärker auf kontextuelle Faktoren, insbesondere darauf, wie Institutionen das Verhalten strukturieren und beeinflussen.


Ainsi, alors que le behavioralisme et l'institutionnalisme sont deux approches importantes pour comprendre la politique et la société, elles mettent l'accent sur différents aspects de ces systèmes.
Während also der Behaviorismus und der Institutionalismus zwei wichtige Ansätze zum Verständnis von Politik und Gesellschaft sind, legen sie den Schwerpunkt auf unterschiedliche Aspekte dieser Systeme.


Le fonctionnalisme soutient que les institutions existent pour accomplir certaines fonctions ou pour résoudre certains problèmes dans une société. Cette perspective voit les institutions comme des solutions rationnelles et efficaces à des problèmes auxquels la société est confrontée. L'institutionnalisme, en revanche, ne prend pas cette approche. Il ne voit pas les institutions uniquement en termes de leurs fonctions ou de leur efficacité. Il reconnaît que les institutions ont des effets profonds sur la société qui vont bien au-delà de leurs fonctions prévues ou de leur efficacité à résoudre des problèmes spécifiques. Il met l'accent sur la manière dont les institutions façonnent le comportement des individus et des groupes, comment elles structurent les interactions sociales et politiques, et comment elles peuvent produire des résultats qui ne sont ni prévus ni nécessairement souhaités. En outre, contrairement au fonctionnalisme, l'institutionnalisme historique reconnaît que les institutions peuvent souvent persister même lorsqu'elles ne sont plus efficaces ou ne répondent plus aux problèmes actuels. C'est ce qu'on appelle la "path dependency" ou la dépendance au sentier - l'idée que les décisions ou les événements passés ont un impact durable et façonnent les trajectoires futures. En d'autres termes, une fois qu'une institution est mise en place, il peut être très difficile de la changer ou de la supprimer, même si elle ne remplit plus sa fonction originelle efficacement.  
Der Funktionalismus argumentiert, dass Institutionen existieren, um bestimmte Funktionen zu erfüllen oder um bestimmte Probleme in einer Gesellschaft zu lösen. Diese Perspektive sieht Institutionen als rationale und effektive Lösungen für Probleme, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist. Der Institutionalismus hingegen geht nicht von diesem Ansatz aus. Er sieht Institutionen nicht nur im Hinblick auf ihre Funktionen oder ihre Effektivität. Er erkennt an, dass Institutionen tief greifende Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, die weit über ihre beabsichtigten Funktionen oder ihre Wirksamkeit bei der Lösung bestimmter Probleme hinausgehen. Er legt den Schwerpunkt darauf, wie Institutionen das Verhalten von Einzelpersonen und Gruppen prägen, wie sie soziale und politische Interaktionen strukturieren und wie sie Ergebnisse hervorbringen können, die weder geplant noch notwendigerweise erwünscht sind. Darüber hinaus erkennt der historische Institutionalismus im Gegensatz zum Funktionalismus an, dass Institutionen oft auch dann fortbestehen können, wenn sie nicht mehr effektiv sind oder nicht mehr auf aktuelle Probleme reagieren. Dies wird als "path dependency" oder Pfadabhängigkeit bezeichnet - die Vorstellung, dass vergangene Entscheidungen oder Ereignisse einen dauerhaften Einfluss haben und zukünftige Pfade prägen. Mit anderen Worten: Ist eine Institution erst einmal eingerichtet, kann es sehr schwierig sein, sie zu ändern oder abzuschaffen, selbst wenn sie ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr effektiv erfüllt.


La perspective fonctionnaliste avance l'idée que les institutions sont délibérément créées et maintenues parce qu'elles ont des effets bénéfiques. Par exemple, un système juridique pourrait être mis en place parce qu'il aide à résoudre les conflits de manière ordonnée, ou un système d'éducation pourrait être mis en place parce qu'il favorise le développement des compétences et des connaissances nécessaires dans une société. Les acteurs rationnels, cherchant à résoudre ces problèmes ou à atteindre ces objectifs, créeraient donc ces institutions parce qu'ils reconnaissent les bénéfices fonctionnels qu'elles apportent. L'institutionnalisme historique, cependant, met l'accent sur le fait que les institutions ne sont pas toujours créées de manière aussi rationnelle ou prévoyante. Il peut y avoir des facteurs historiques, des relations de pouvoir, des accidents ou des événements imprévus qui jouent un rôle majeur dans la création et l'évolution des institutions. Les institutions peuvent également avoir des effets qui n'étaient pas prévus ou intentionnels, et ces effets peuvent à leur tour influencer la façon dont les institutions se développent et changent au fil du temps.  
Die funktionalistische Perspektive vertritt die Auffassung, dass Institutionen bewusst geschaffen und aufrechterhalten werden, weil sie vorteilhafte Auswirkungen haben. Beispielsweise könnte ein Rechtssystem eingerichtet werden, weil es dabei hilft, Konflikte auf geordnete Weise zu lösen, oder ein Bildungssystem könnte eingerichtet werden, weil es die Entwicklung der in einer Gesellschaft benötigten Fähigkeiten und Kenntnisse fördert. Rationale Akteure, die versuchen, diese Probleme zu lösen oder diese Ziele zu erreichen, würden also diese Institutionen schaffen, weil sie die funktionalen Vorteile erkennen, die sie mit sich bringen. Der historische Institutionalismus betont jedoch, dass Institutionen nicht immer auf so rationale oder vorausschauende Weise geschaffen werden. Es kann historische Faktoren, Machtverhältnisse, Unfälle oder unvorhergesehene Ereignisse geben, die bei der Schaffung und Entwicklung von Institutionen eine große Rolle spielen. Institutionen können auch Auswirkungen haben, die nicht geplant oder beabsichtigt waren, und diese Auswirkungen können wiederum die Art und Weise beeinflussen, wie sich Institutionen entwickeln und im Laufe der Zeit verändern.


L'hypothèse générale dans de nombreux modèles économiques et politiques est que lorsque les institutions ne reflètent plus adéquatement les intérêts des acteurs, elles sont modifiées pour revenir à un équilibre. C'est l'idée du "choix rationnel" ou de l' "équilibre institutionnel". Cependant, l'institutionnalisme historique remet en question cette hypothèse. Il souligne que le changement institutionnel peut être difficile et coûteux, et qu'il y a souvent une forte résistance au changement. En outre, les acteurs peuvent ne pas avoir une compréhension parfaite de leurs propres intérêts ou de la manière dont les institutions affectent ces intérêts, ce qui peut également entraver le changement institutionnel. De plus, même si les institutions changent, elles ne sont pas nécessairement modifiées de manière à refléter parfaitement les intérêts des acteurs. Au contraire, le changement institutionnel peut être le résultat de compromis, de conflits de pouvoir, de processus historiques complexes, etc. Par conséquent, les institutions peuvent continuer à avoir des formes et des fonctions qui ne sont pas optimales du point de vue de l'efficacité ou de l'utilité. Enfin, l'institutionnalisme historique souligne que les institutions peuvent avoir des effets importants sur les intérêts et les comportements des acteurs. Par exemple, elles peuvent influencer la manière dont les acteurs perçoivent leurs intérêts, la manière dont ils interagissent les uns avec les autres, les stratégies qu'ils adoptent, etc. Ainsi, les institutions et les acteurs sont en interaction constante, chacun influençant l'autre de manière dynamique et souvent imprévisible.
Die allgemeine Annahme in vielen wirtschaftlichen und politischen Modellen ist, dass Institutionen, wenn sie die Interessen der Akteure nicht mehr angemessen widerspiegeln, verändert werden, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Dies ist die Idee der "rationalen Wahl" oder des "institutionellen Gleichgewichts". Der historische Institutionalismus stellt diese Annahme jedoch in Frage. Er betont, dass institutioneller Wandel schwierig und kostspielig sein kann und dass es oft einen starken Widerstand gegen Veränderungen gibt. Darüber hinaus haben die Akteure möglicherweise kein vollkommenes Verständnis ihrer eigenen Interessen oder der Art und Weise, wie Institutionen diese Interessen beeinflussen, was den institutionellen Wandel ebenfalls behindern kann. Darüber hinaus werden Institutionen, selbst wenn sie sich ändern, nicht unbedingt so verändert, dass sie die Interessen der Akteure perfekt widerspiegeln. Vielmehr kann der institutionelle Wandel das Ergebnis von Kompromissen, Machtkonflikten, komplexen historischen Prozessen usw. sein. Infolgedessen können Institutionen weiterhin Formen und Funktionen haben, die unter dem Gesichtspunkt der Effizienz oder Nützlichkeit nicht optimal sind. Schließlich betont der historische Institutionalismus, dass Institutionen erhebliche Auswirkungen auf die Interessen und das Verhalten von Akteuren haben können. Beispielsweise können sie die Art und Weise beeinflussen, wie Akteure ihre Interessen wahrnehmen, wie sie miteinander interagieren, welche Strategien sie verfolgen usw. Somit stehen Institutionen und Akteure in ständiger Wechselwirkung, wobei jeder den anderen auf dynamische und oft unvorhersehbare Weise beeinflusst.


L'idée de l'institutionnalisme historique est que les institutions ont une "inertie" propre et sont souvent difficiles à changer. Même si elles ne sont plus parfaitement alignées avec les intérêts des acteurs, elles peuvent persister en raison de divers facteurs, tels que les coûts liés au changement, la résistance des groupes qui bénéficient du statu quo, ou simplement la force de l'habitude et de la tradition. De plus, l'institutionnalisme historique souligne que les institutions ne sont pas nécessairement le résultat d'un processus rationnel et délibéré visant à trouver la meilleure solution à un problème donné. Elles peuvent être le résultat de processus historiques complexes, d'interactions entre différents acteurs et intérêts, de compromis, de luttes de pouvoir, d'accidents, etc. Les institutions peuvent donc avoir des formes et des fonctions qui ne sont pas nécessairement optimales ou même logiques du point de vue de l'efficacité ou de l'utilité. Par exemple, un système politique ou économique peut comporter des éléments qui semblent irrationnels ou inefficaces, mais qui sont le résultat de compromis historiques entre différents groupes sociaux ou de la persistance de traditions historiques. Les institutions peuvent également avoir des effets inattendus ou non intentionnels qui ont un impact sur leur fonctionnement et leur évolution.
Die Idee des historischen Institutionalismus ist, dass Institutionen eine eigene "Trägheit" haben und oft nur schwer zu verändern sind. Selbst wenn sie nicht mehr perfekt auf die Interessen der Akteure abgestimmt sind, können sie aufgrund verschiedener Faktoren fortbestehen, z. B. aufgrund der mit Veränderungen verbundenen Kosten, des Widerstands von Gruppen, die vom Status quo profitieren, oder einfach aufgrund der Stärke von Gewohnheit und Tradition. Darüber hinaus betont der historische Institutionalismus, dass Institutionen nicht notwendigerweise das Ergebnis eines rationalen und bewussten Prozesses sind, der darauf abzielt, die beste Lösung für ein bestimmtes Problem zu finden. Sie können das Ergebnis komplexer historischer Prozesse, von Interaktionen zwischen verschiedenen Akteuren und Interessen, von Kompromissen, Machtkämpfen, Zufällen usw. sein. Institutionen können daher Formen und Funktionen haben, die unter dem Gesichtspunkt der Effizienz oder des Nutzens nicht unbedingt optimal oder sogar logisch sind. Beispielsweise kann ein politisches oder wirtschaftliches System Elemente enthalten, die irrational oder ineffizient erscheinen, aber das Ergebnis historischer Kompromisse zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen oder des Fortbestehens historischer Traditionen sind. Institutionen können auch unerwartete oder unbeabsichtigte Effekte haben, die sich auf ihr Funktionieren und ihre Entwicklung auswirken.


L'institutionnalisme historique prend en compte le facteur temps dans l'analyse des institutions. Il reconnaît que les institutions ne sont pas statiques, mais évoluent au fil du temps, et que les processus de changement institutionnel peuvent être longs et complexes. Cette perspective à long terme permet de prendre en compte les conséquences non anticipées ou non intentionnelles de la mise en place d'une institution. Par exemple, lorsque les acteurs mettent en place une institution, ils peuvent ne pas anticiper pleinement comment elle affectera leur comportement ou leurs intérêts à l'avenir. Ils peuvent aussi ne pas anticiper comment l'institution interagira avec d'autres institutions ou facteurs sociaux, économiques ou politiques. De plus, une fois qu'une institution est en place, elle peut avoir une "inertie institutionnelle", ce qui signifie qu'elle peut être difficile à changer, même si les acteurs réalisent qu'elle a des conséquences non souhaitées. Par conséquent, l'institutionnalisme historique souligne l'importance de prendre en compte les conséquences à long terme, non anticipées et non intentionnelles des institutions. Cela signifie également qu'il peut être nécessaire de revoir et de réviser les institutions au fil du temps, en fonction de l'évolution des intérêts des acteurs et des conditions sociales, économiques et politiques.  
Der historische Institutionalismus berücksichtigt bei der Analyse von Institutionen den Faktor Zeit. Er erkennt an, dass Institutionen nicht statisch sind, sondern sich im Laufe der Zeit entwickeln, und dass die Prozesse des institutionellen Wandels langwierig und komplex sein können. Diese langfristige Perspektive ermöglicht es, die nicht vorhergesehenen oder unbeabsichtigten Folgen der Einführung einer Institution zu berücksichtigen. Wenn Akteure beispielsweise eine Institution einführen, antizipieren sie möglicherweise nicht vollständig, wie diese ihr Verhalten oder ihre Interessen in der Zukunft beeinflussen wird. Sie können auch nicht voraussehen, wie die Institution mit anderen Institutionen oder sozialen, wirtschaftlichen oder politischen Faktoren interagieren wird. Darüber hinaus kann eine Institution, sobald sie einmal eingerichtet ist, eine "institutionelle Trägheit" aufweisen, was bedeutet, dass sie schwer zu ändern sein kann, selbst wenn die Akteure erkennen, dass sie unerwünschte Folgen hat. Daher betont der historische Institutionalismus, wie wichtig es ist, die langfristigen, nicht vorhergesehenen und unbeabsichtigten Folgen von Institutionen zu berücksichtigen. Das bedeutet auch, dass es im Laufe der Zeit notwendig sein kann, Institutionen zu überprüfen und zu überarbeiten, wenn sich die Interessen der Akteure und die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen ändern.  


Bo Rothstein dans son travail de 1992 met l'accent sur l'influence des institutions du marché du travail sur la force de la classe ouvrière, en particulier en ce qui concerne le taux de syndicalisation.<ref>Rothstein, Bo. "Labor-market institutions and working-class strength." ''Structuring politics: Historical institutionalism in comparative analysis'' (1992): 33-56.</ref> Le système de Ghent, nommé d'après la ville belge où il a été instauré pour la première fois, est une caractéristique de certains systèmes d'assurance-chômage. Dans le système de Ghent, les syndicats jouent un rôle central dans l'administration des prestations d'assurance-chômage. En d'autres termes, ce sont les syndicats qui gèrent les prestations pour leurs membres, plutôt que l'État ou une agence gouvernementale. Les systèmes de Ghent existent dans plusieurs pays, dont la Suède, la Finlande et la Belgique. Selon Rothstein, le système de Ghent favorise une plus grande force de la classe ouvrière car il incite à l'adhésion syndicale. Si les prestations d'assurance-chômage sont gérées par les syndicats, les travailleurs ont une incitation supplémentaire à adhérer à un syndicat. Cela peut conduire à des taux de syndicalisation plus élevés et, par conséquent, à une plus grande force collective pour la classe ouvrière. C'est un bon exemple de la façon dont les institutions - dans ce cas, le système d'assurance-chômage - peuvent influencer le comportement et les résultats pour des groupes d'acteurs spécifiques dans la société.
Bo Rothstein dans son travail de 1992 met l'accent sur l'influence des institutions du marché du travail sur la force de la classe ouvrière, en particulier en ce qui concerne le taux de syndicalisation.<ref>Rothstein, Bo. "Labor-market institutions and working-class strength." ''Structuring politics: Historical institutionalism in comparative analysis'' (1992): 33-56.</ref> Le système de Ghent, nommé d'après la ville belge où il a été instauré pour la première fois, est une caractéristique de certains systèmes d'assurance-chômage. Dans le système de Ghent, les syndicats jouent un rôle central dans l'administration des prestations d'assurance-chômage. En d'autres termes, ce sont les syndicats qui gèrent les prestations pour leurs membres, plutôt que l'État ou une agence gouvernementale. Les systèmes de Ghent existent dans plusieurs pays, dont la Suède, la Finlande et la Belgique. Selon Rothstein, le système de Ghent favorise une plus grande force de la classe ouvrière car il incite à l'adhésion syndicale. Si les prestations d'assurance-chômage sont gérées par les syndicats, les travailleurs ont une incitation supplémentaire à adhérer à un syndicat. Cela peut conduire à des taux de syndicalisation plus élevés et, par conséquent, à une plus grande force collective pour la classe ouvrière. C'est un bon exemple de la façon dont les institutions - dans ce cas, le système d'assurance-chômage - peuvent influencer le comportement et les résultats pour des groupes d'acteurs spécifiques dans la société.

Version du 26 juin 2023 à 22:11

La pensée sociale d'Émile Durkheim et Pierre BourdieuAux origines de la chute de la République de WeimarLa pensée sociale de Max Weber et Vilfredo ParetoLa notion de « concept » en sciences-socialesHistoire de la discipline de la science politique : théories et conceptionsMarxisme et StructuralismeFonctionnalisme et SystémismeInteractionnisme et ConstructivismeLes théories de l’anthropologie politiqueLe débat des trois I : intérêts, institutions et idéesLa théorie du choix rationnel et l'analyse des intérêts en science politiqueApproche analytique des institutions en science politiqueL'étude des idées et idéologies dans la science politiqueLes théories de la guerre en science politiqueLa Guerre : conceptions et évolutionsLa raison d’ÉtatÉtat, souveraineté, mondialisation, gouvernance multiniveauxLes théories de la violence en science politiqueWelfare State et biopouvoirAnalyse des régimes démocratiques et des processus de démocratisationSystèmes Électoraux : Mécanismes, Enjeux et ConséquencesLe système de gouvernement des démocratiesMorphologie des contestationsL’action dans la théorie politiqueIntroduction à la politique suisseIntroduction au comportement politiqueAnalyse des Politiques Publiques : définition et cycle d'une politique publiqueAnalyse des Politiques Publiques : mise à l'agenda et formulationAnalyse des Politiques Publiques : mise en œuvre et évaluationIntroduction à la sous-discipline des relations internationales

Institutionen sind ein grundlegendes Konzept in der Politikwissenschaft. Sie bestimmen, wie Macht ausgeübt wird, wie Entscheidungen getroffen werden und wie Konflikte in einer Gesellschaft gelöst werden.

Die Politikwissenschaft befasst sich mit verschiedenen Arten von Institutionen, die jeweils eine spezifische Rolle übernehmen. Einerseits umfassen die politischen Institutionen staatliche Strukturen wie das Parlament, die Exekutive und die Justiz. Sie legen fest, wie die Macht in einem Staat verteilt und genutzt wird. Andererseits sind die Verwaltungsinstitutionen, zu denen Ministerien, Regierungsbehörden und Strafverfolgungsbehörden gehören, für die Umsetzung der von den politischen Institutionen festgelegten Politik und Gesetze verantwortlich. In einem anderen Kontext sind die gesetzgebenden Institutionen, zu denen in einem demokratischen System das Parlament oder der Kongress gehören, dafür verantwortlich, die Gesetze zu entwerfen. Anschließend obliegt die Auslegung und Anwendung dieser Gesetze den Rechtsinstitutionen, die sich aus Gerichten und anderen Rechtsorganen zusammensetzen. Schließlich gibt es noch nichtstaatliche Institutionen, die ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf die Politik haben. Dazu gehören die Medien, Lobbygruppen und gemeinnützige Organisationen.s Gesetzgebende Institutionen schaffen Gesetze, Verwaltungsinstitutionen setzen sie um, und Justizinstitutionen legen sie aus und wenden sie an. Institutionen sind nicht nur formale Strukturen, sondern auch informelle Regeln und Normen, die das politische Verhalten prägen. Diese Regeln und Normen können für das Verständnis der Funktionsweise der Politik genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger sein als formale Strukturen. Beispielsweise können Normen zur Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit oder zur Nichtdiskriminierung einen erheblichen Einfluss auf die Funktionsweise der Politik haben.

Der institutionenanalytische Ansatz in der Politikwissenschaft bezieht sich auf eine Studienmethode, bei der der Schwerpunkt auf der rigorosen und systematischen Analyse politischer Institutionen in der Politikwissenschaft liegt. Dieser Ansatz versucht, die Institutionen zu verstehen, indem er ihre Merkmale, Strukturen, Funktionen und Interaktionen mit anderen politischen Akteuren untersucht. Der analytische Ansatz beinhaltet die Verwendung verschiedener konzeptioneller und methodischer Instrumente zur Untersuchung von Institutionen. Dazu kann die vergleichende Analyse verschiedener politischer Institutionen in verschiedenen Ländern gehören, die Untersuchung der institutionellen Entscheidungsprozesse, die Analyse der Kontroll- und Regulierungsmechanismen der Institutionen und die Bewertung der Auswirkungen der Institutionen auf das politische Verhalten und die politischen Ergebnisse. Der institutionenanalytische Ansatz in der Politikwissenschaft zielt darauf ab, ein tieferes und differenzierteres Verständnis der Rolle von Institutionen in politischen Systemen zu vermitteln, wobei der Schwerpunkt auf der genauen Untersuchung institutioneller Strukturen und Dynamiken liegt.

Was ist eine Institution?

Definitionen: formelle oder informelle Regeln, Routinen oder Konventionen, die auf allen politischen Ebenen existieren

Institutionen werden oft weit gefasst als Regeln, Verfahren, Routinen oder Konventionen definiert, die mehr oder weniger formell sind und auf verschiedenen Analyseebenen existieren. Dies kann auf internationaler Ebene sein, wo Institutionen wie die Vereinten Nationen oder die Welthandelsorganisation eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Interaktionen zwischen Ländern spielen. Auf subnationaler oder regionaler Ebene können Institutionen lokale oder regionale Regierungsstellen, Gemeindegruppen oder sogar soziale Konventionen umfassen, die das Verhalten in bestimmten Regionen regeln. Darüber hinaus können Institutionen auch auf sektoraler Ebene existieren. Im Finanzsektor gibt es beispielsweise Institutionen wie Zentralbanken oder Finanzregulierungsbehörden, die die Regeln und Verfahren für das Funktionieren des Sektors festlegen. Somit sind Institutionen grundsätzlich "Spielregeln", die das Verhalten in der Gesellschaft strukturieren, unabhängig davon, ob sie formell gesetzlich verankert sind oder sich in Form von informellen sozialen Normen und Konventionen manifestieren.

Eine Verfassung, wie die Schweizer Verfassung, ist ein Paradebeispiel für eine Institution in dem Sinne, dass sie eine Reihe von Regeln und Verfahren festlegt, die den Aufbau und die Funktionsweise des Staates bestimmen. Sie bestimmt die Form des Staates - im Fall der Schweiz eine Konföderation - und legt die Beziehungen zwischen den verschiedenen Regierungszweigen - Exekutive, Legislative und Judikative - fest. Die Schweizer Verfassung beispielsweise legt ein halbdirektes Regierungssystem fest, das Elemente der repräsentativen Demokratie mit Instrumenten der direkten Demokratie wie Referenden verbindet. Sie legt außerdem die Grundrechte der Schweizer Bürger fest und definiert die Zuständigkeiten der verschiedenen Regierungsebenen - Bund, Kantone und Gemeinden. Darüber hinaus legt sie fest, wie diese politischen Instanzen gewählt werden, indem sie beispielsweise bestimmt, dass die Mitglieder des Bundesrates (die Exekutive in der Schweiz) von der Bundesversammlung (dem Parlament) gewählt werden. Somit dient eine Verfassung als Rahmen für die Funktionsweise von Politik und Regierung in einem Land und ist als solche eine Schlüsselinstitution in der Politikwissenschaft.

Informelle Institutionen spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Strukturierung politischer Systeme. Diese Institutionen können auf Traditionen, Bräuchen und Normen beruhen, die nicht schriftlich fixiert sind, aber dennoch eine bindende Wirkung haben. Das Vereinigte Königreich ist ein hervorragendes Beispiel für diese Art von System. Das Land hat zwar keine einzige schriftliche Verfassung wie die meisten anderen Länder, aber es gibt eine Reihe von Texten, Gesetzen, Rechtsgrundsätzen und Konventionen, die zusammen das bilden, was oft als die "ungeschriebene Verfassung" des Vereinigten Königreichs bezeichnet wird. Diese ungeschriebenen Regeln und Konventionen können einen großen Einfluss darauf haben, wie die Regierung arbeitet. Obwohl es zum Beispiel kein schriftliches Gesetz gibt, das besagt, dass der Premierminister der Vorsitzende der Partei mit der Mehrheit im Unterhaus sein muss, ist dies eine weithin akzeptierte Konvention, die fast so verbindlich ist wie ein geschriebenes Gesetz. In diesem Sinne sind informelle Institutionen für das Verständnis der Funktionsweise der Politik ebenso wichtig wie formelle Institutionen.

In der Politikwissenschaft beleuchten verschiedene Unterbereiche besondere Aspekte von Institutionen und vervollständigen so unser Verständnis ihrer Rolle und Funktionsweise. Beispielsweise untersucht die vergleichende Politikwissenschaft, wie die Institutionen verschiedener politischer Systeme das Regieren beeinflussen, wobei die Bedeutung des Kontexts hervorgehoben wird. Die internationale Politik wiederum befasst sich mit Institutionen auf globaler Ebene, wie den Vereinten Nationen oder der WTO, die die Beziehungen zwischen den Nationen und die Lösung von Konflikten gestalten. Die politische Theorie bietet eine eher konzeptionelle Perspektive und erforscht die Ideen und Prinzipien, wie Gerechtigkeit oder Demokratie, die der Schaffung und dem Funktionieren von Institutionen zugrunde liegen. Andererseits untersucht die öffentliche Politik, wie Institutionen die Gestaltung und Umsetzung von Politik prägen, und legt offen, wie sich die institutionelle Struktur auf die politischen Ergebnisse auswirken kann. Die öffentliche Verwaltung schließlich konzentriert sich auf die interne Funktionsweise von Regierungsinstitutionen und befasst sich mit Fragen der Effizienz und des Managements. Zusammen beleuchten diese Unterbereiche verschiedene Aspekte von Institutionen und bieten so ein umfassenderes und differenzierteres Bild ihrer Rolle in der Politikwissenschaft.

Stephen Krasner

Stephen D. Krasner, ein angesehener Professor für Politikwissenschaft, definierte internationale Regime auf einflussreiche Weise in seinem Werk "International Regimes" (1983).[1] Seiner Ansicht nach ist ein internationales Regime eine Reihe von impliziten oder expliziten Prinzipien, Normen, Regeln und Entscheidungsfindungsverfahren, um die herum die Erwartungen der Akteure in einem bestimmten Bereich der internationalen Beziehungen konvergieren.

Krasner hat den Freihandel als einen Bereich identifiziert, in dem man diese Art von Regime in Aktion sehen kann. Die Regeln, die den Freihandel kodifizieren, wie sie von der Welthandelsorganisation festgelegt wurden, können als internationale Institution betrachtet werden. Diese Regeln regeln die Art und Weise, wie Länder im Handel interagieren, und wirken sich auf die Handelspolitik der einzelnen Länder aus.

Für Krasner und andere Regimetheoretiker sind Regime nicht nur formale internationale Organisationen, sondern auch Normen und Regeln, die außerhalb jeder formalen Struktur existieren können. Darüber hinaus können diese Regime einflussreich sein, auch wenn sie nicht immer vollkommen eingehalten werden; ihre bloße Existenz kann das Verhalten von Staaten beeinflussen.

Institutionen sind Regeln Normen und Verfahren, die sich auf internationales Verhalten fokussieren: ""international regimes" are the "rules, norms, principles, and procedures that focus expectations regarding international behaviour"". Diese Definition ist eine klassische Charakterisierung internationaler Regime im Bereich der Politikwissenschaft, wonach sie aus Regeln, Normen, Prinzipien und Verfahren bestehen, die die Erwartungen an das internationale Verhalten lenken. Diese Regime können durch internationale Organisationen und Verträge formalisiert werden, sie können sich aber auch in weniger formellen Normen und Gewohnheiten manifestieren. Diese Institutionen, ob formell oder informell, helfen dabei, internationale Interaktionen zu strukturieren, indem sie gemeinsame Erwartungen festlegen und Mechanismen für die Zusammenarbeit und die Lösung von Konflikten bereitstellen. Beispielsweise stellt ein internationales Regime wie die Welthandelsorganisation Regeln für den internationalen Handel auf und bietet Mechanismen zur Lösung von Handelsstreitigkeiten. Auch wenn internationale Regime nicht immer die Einhaltung garantieren können (Staaten können und lassen manchmal von ihren Verpflichtungen abweichen), kann ihre Existenz das Verhalten von Staaten beeinflussen, indem sie Standards für akzeptables Verhalten vorgeben und Druck zur Einhaltung erzeugen.

Wenn ein Staat ein internationales Übereinkommen wie das Übereinkommen gegen Folter ratifiziert, schafft dies Erwartungen an sein Verhalten. Durch die Ratifizierung des Übereinkommens erklärt sich der Staat bereit, die in dem Übereinkommen festgelegten Normen und Regeln einzuhalten, und verpflichtet sich, keine Folter zu begehen, Maßnahmen zur Verhinderung von Folter in seinem Hoheitsgebiet zu ergreifen und diejenigen, die Folter begehen, vor Gericht zu stellen. Das bedeutet, dass der Staat verpflichtet ist, sein innerstaatliches Verhalten zu ändern, um diese internationalen Standards einzuhalten. Dies kann die Umsetzung neuer Gesetze oder politischer Maßnahmen, die Ausbildung seiner Sicherheitskräfte zur Vermeidung von Folter oder die Einleitung von Ermittlungen und Gerichtsverfahren gegen mutmaßliche Folterer beinhalten. Wenn ein Staat diesen Verpflichtungen nicht nachkommt, kann er mit internationalem Druck oder Sanktionen rechnen. Somit tragen internationale Übereinkommen als Institutionen dazu bei, das Verhalten von Staaten auf der internationalen Bühne zu prägen.

Douglass North

Douglas North, ein amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, der 1993 den Nobelpreis gewann, lieferte in seinem Buch "Institutions, Institutional Change and Economic Performance" eine sehr einflussreiche Definition von Institutionen: "the rules of the game in a society or, more formally, [...] the humanly devised constraints that shape human interaction" "reduce uncertainty by providing a structure to everyday life. [...] define and limit the set of choices of individuals".[2].

Er beschrieb sie als "die Spielregeln in einer Gesellschaft" oder, formeller, als "die von Menschen entwickelten Zwänge, die die menschliche Interaktion prägen". Nach North spielen Institutionen eine entscheidende Rolle bei der Verringerung der Unsicherheit, indem sie dem täglichen Leben eine Struktur verleihen. Sie ermöglichen es den Menschen, vernünftige Erwartungen über die Folgen ihrer Handlungen zu haben, und erleichtern so die Zusammenarbeit und den Austausch.

Darüber hinaus betonte North, dass Institutionen die Wahlmöglichkeiten der Individuen definieren und einschränken. Sie tun dies, indem sie Regeln aufstellen, die bestimmte Verhaltensweisen fördern und andere bestrafen oder verbieten. Beispielsweise halten Gesetze gegen Diebstahl die Menschen vom Stehlen ab, indem sie Strafen für dieses Verhalten festlegen. Insgesamt betont diese Perspektive die Rolle von Institutionen als Strukturen, die das menschliche Verhalten lenken und begrenzen, und hebt ihre Bedeutung für das Funktionieren einer Gesellschaft und für die Wirtschaftsleistung hervor.

Der Institutionalismus, sei es in der Politikwissenschaft, der Soziologie, der Ökonomie oder anderen Disziplinen, betont die Rolle von Institutionen - definiert als Sets von Regeln, Normen, Verfahren und Praktiken - bei der Strukturierung von individuellen und kollektiven Handlungen. Institutionen werden in diesem Rahmen so gesehen, dass sie den "Rahmen" oder das "Skript" für das Verhalten liefern. Sie legen Regeln und Normen fest, die die Entscheidungen des Einzelnen lenken und einschränken, die Rollen und Verantwortlichkeiten der verschiedenen Akteure definieren und die Koordination und Kooperation zwischen ihnen erleichtern. Eine politische Verfassung kann beispielsweise Regeln für den Wahlprozess aufstellen, die Rollen des Präsidenten, des Parlaments und der Gerichte definieren und Verfahren für die Schaffung neuer Gesetze festlegen. Diese Regeln und Verfahren helfen dabei, das Verhalten der politischen Akteure zu strukturieren und die demokratische Regierungsführung zu erleichtern. Der Institutionalismus ist also daran interessiert zu verstehen, wie Institutionen das Verhalten beeinflussen, wie sie sich im Laufe der Zeit entwickeln und verändern und wie sie sich auf die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Ergebnisse auswirken.

Der Institutionalismus bietet eine Perspektive, die den Ansatz, der auf der Rationalität der Akteure und der Erklärung des Handelns durch Interessen beruht, ergänzt und nuanciert. Während diese Ansätze die Vorstellung betonen, dass Individuen gemäß ihren persönlichen Interessen und mit dem Ziel der Gewinnmaximierung handeln, fügt der Institutionalismus eine weitere Ebene der Komplexität hinzu, indem er aufzeigt, wie Institutionen diese Handlungen und Entscheidungen beeinflussen, einschränken oder formen können. Institutionen legen Regeln und Normen für akzeptables Verhalten fest, schaffen Anreize und Sanktionen für bestimmte Arten von Handlungen und legen Verfahren und Strukturen fest, die bestimmte Formen der Interaktion erleichtern oder behindern können. Selbst wenn die Akteure also rational und interessengeleitet handeln, werden ihre Handlungen dennoch durch den institutionellen Kontext, in dem sie sich befinden, strukturiert und eingeschränkt. Mit anderen Worten: Der Institutionalismus erkennt an, dass die Akteure sowohl von den sie umgebenden Institutionen geformt werden als auch diese prägen. Sie sind in institutionelle Strukturen "eingebettet", die ihre Wahrnehmungen, Erwartungen und Strategien beeinflussen. Dieser Ansatz hilft daher, die komplexe Dynamik zwischen Individuen und Institutionen sowie zwischen Agency und Struktur im sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben zu beleuchten.

Der Institutionalismus betont die Rolle von Institutionen als Strukturen, die die Wahl und das Handeln von Individuen beeinflussen und einschränken. Indem Institutionen bestimmte Regeln, Normen und Verfahren festlegen, können sie die Zahl der Optionen, die den Akteuren zur Verfügung stehen, begrenzen. Beispielsweise können die Regeln eines politischen Systems festlegen, wer sich zur Wahl stellen darf, wie die Stimmen gezählt werden oder wer das Recht hat, an der politischen Entscheidungsfindung teilzunehmen. Ebenso können in einem Unternehmen organisatorische Regeln und Verfahren festlegen, wer bestimmte Entscheidungen treffen darf, wie Informationen weitergegeben werden oder wie Konflikte gelöst werden. Indem sie das Feld der Möglichkeiten einschränken, helfen Institutionen, das Verhalten zu strukturieren und Handlungen berechenbarer zu machen. Auf diese Weise können sie Unsicherheiten verringern, Koordination und Kooperation erleichtern und zu Stabilität und sozialer Ordnung beitragen. Sie können jedoch auch zu Zwängen und Konflikten führen, und ihr Einfluss auf das Verhalten kann Gegenstand von Anfechtungen und Veränderungen sein.

James March and Johan Olsen

James G. March und Johan P. Olsen haben in ihrer Arbeit über den "neuen Institutionalismus" eine einflussreiche Definition von Institutionen formuliert. In Elaborating the "New Institutionalism" definieren sie Institutionen als "collections of structures, rules and standard operating procedures that have a partly autonomous role in political life".[3].

Ihnen zufolge sind Institutionen "Sammlungen von Strukturen, Regeln und Standardbetriebsverfahren, die eine teilweise autonome Rolle im politischen Leben haben". Diese Definition hebt mehrere Schlüsselaspekte von Institutionen hervor. Erstens bestehen Institutionen aus Strukturen, Regeln und Verfahren - sie sind nicht einfach nur Organisationen oder formale Gebilde, sondern auch Sammlungen von Praktiken und Normen, die das Verhalten steuern. Zweitens haben Institutionen eine "teilweise autonome" Rolle im politischen Leben. Das bedeutet, dass sie nicht nur passive Werkzeuge sind, die von politischen Akteuren eingesetzt werden, sondern dass sie das politische Verhalten und die politischen Ergebnisse aktiv beeinflussen können. Beispielsweise können die Regeln eines politischen Systems beeinflussen, wer gewählt wird, welche Politik verfolgt wird und wie Konflikte gelöst werden. March und Olsen sind besonders für ihren Ansatz des "neuen Institutionalismus" in der Politikwissenschaft bekannt, der die Rolle von Institutionen als Strukturen, die das politische Verhalten prägen, und die Art und Weise, wie die Institutionen selbst sich verändern und weiterentwickeln, in den Mittelpunkt stellt.

Standardarbeitsanweisungen (SOPs) sind Sätze von Schritt-für-Schritt-Anweisungen, die die Mitarbeiter einer Organisation bei der Ausführung von Routine- oder Routineaufgaben befolgen sollen. Diese Verfahren sollen die Effizienz steigern, für Einheitlichkeit sorgen und Fehler oder Versäumnisse reduzieren. Im institutionellen Kontext können diese SOPs einen erheblichen Einfluss auf das Verhalten von Einzelpersonen innerhalb der Organisation haben. Durch die Schaffung von Routine und Vorhersehbarkeit prägen SOPs die Erwartungen der Mitarbeiter, wie sie sich verhalten und ihre Aufgaben erfüllen sollen. Sie können auch eine Organisationskultur schaffen, die die Art und Weise beeinflusst, wie die Mitarbeiter untereinander und mit externen Parteien interagieren. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass SOPs zwar in der Regel so gestaltet sind, dass sie befolgt werden, aber nicht immer strikt eingehalten werden. Mitarbeiter können manchmal aus verschiedenen Gründen von den SOPs abweichen, z. B. weil sie auf unerwartete Situationen reagieren müssen, weil sie mit anderen Regeln oder Standards kollidieren oder weil sie der Meinung sind, dass bestimmte Verfahren ineffizient oder unnötig sind. Daher kann die Interaktion zwischen SOPs und dem menschlichen Verhalten komplex und dynamisch sein.

Man kann sagen, dass die Standardarbeitsanweisungen (SOPs) als Teil der Institutionen eine eigenständige Rolle im politischen Leben spielen. Sie setzen einen Rahmen, der das Verhalten der politischen Akteure lenkt, die Entscheidungsprozesse beeinflusst und die politischen Ergebnisse mitgestaltet. Beispielsweise können die parlamentarischen Regeln, die die Debatte und die Abstimmung über Gesetzesentwürfe regeln, das Ergebnis dieser Prozesse beeinflussen. Ebenso können die Verfahren, nach denen bei Wahlen abgestimmt und die Stimmen ausgezählt werden, Auswirkungen darauf haben, wer gewählt wird. Diese Verfahren sind also ein wichtiger Teil des "politischen Spiels" und können einen erheblichen Einfluss auf die Funktionsweise der Politik haben. Auch wenn diese Verfahren eine autonome Rolle spielen, werden sie auch von politischen Akteuren beeinflusst, die möglicherweise versuchen, diese Regeln zu ändern oder zu umgehen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Interaktion zwischen den institutionellen Verfahren und den politischen Akteuren ist also dynamisch und wechselseitig.

Arten von Institutionen

Die Einführung einer Typologie der Institutionen bietet zahlreiche Vorteile, insbesondere um das Verständnis und die Analyse der komplexen politischen Landschaft zu erleichtern. Durch die Kategorisierung von Institutionen nach ihrer Funktion, ihrer Struktur oder ihrer Handlungsebene - ob lokal, national oder international - kann ihr Studium zugänglicher und überschaubarer gestaltet werden. Darüber hinaus ermöglicht eine Typologie aussagekräftige Vergleiche zwischen verschiedenen Institutionen, innerhalb eines Landes oder zwischen verschiedenen Ländern. Dies kann die Stärken und Schwächen verschiedener institutioneller Konfigurationen offenlegen und zu unserem Verständnis der Auswirkungen von Institutionen auf politische und sozioökonomische Ergebnisse beitragen. Darüber hinaus sind wir durch die Einteilung der Institutionen in verschiedene Typen in der Lage, Theorien über ihre Funktionsweise zu entwickeln und ihr Verhalten vorherzusagen, was unser Wissen über die Unterschiede zwischen z. B. demokratischen und autoritären Institutionen oder die Art und Weise, wie wirtschaftliche Institutionen die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen, erhellen kann. Schließlich kann das Wissen über die verschiedenen Arten von Institutionen politische Entscheidungen und Reformbemühungen leiten. Wenn eine Untersuchung ergibt, dass bestimmte Arten von Institutionen die wirtschaftliche Entwicklung oder die politische Stabilität effektiver fördern, könnten diese Informationen Aufschluss über die Bemühungen geben, bestehende Institutionen zu verändern oder neue zu schaffen. Es sollte jedoch daran erinnert werden, dass jede Typologie trotz ihres Wertes eine Vereinfachung der Realität darstellt und möglicherweise nicht die gesamte Vielfalt und Komplexität der tatsächlichen Institutionen abdeckt.

Institutionen existieren auf verschiedenen Ebenen und haben unterschiedliche Funktionen und Reichweiten, und jede dieser Ebenen von Institutionen spielt eine wichtige Rolle bei der Strukturierung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Interaktion:

  • Auf internationaler Ebene haben wir Institutionen wie die Welthandelsorganisation (WTO) und die Organisation der Vereinten Nationen (UN). Diese Institutionen legen Regeln und Normen fest, die die Beziehungen zwischen den Nationen regeln.
  • Auf transnationaler Ebene gibt es Beispiele wie die Verhaltenskodizes multinationaler Unternehmen. Diese Kodizes sollen das Verhalten von Unternehmen auf globaler Ebene überwachen und regulieren. Sie versuchen, die Einhaltung bestimmter Arbeitsbedingungen und Rechte in den verschiedenen Ländern, in denen die Unternehmen tätig sind, zu gewährleisten. Sie stellen eine Art internationales Regime auf der Ebene des Privatunternehmens dar, das sowohl den Produzenten als auch den Lieferanten betrifft.
  • Auf nationaler Ebene umfassen die Institutionen Verfassungen, Parlamente, politische Parteien, Wahlsysteme etc. Diese Institutionen strukturieren und regulieren die Funktionsweise der Regierung und der Politik innerhalb eines bestimmten Landes.
  • Auf subnationaler, regionaler oder sektoraler Ebene gibt es schließlich Institutionen wie Branchentarifverträge. Diese Institutionen funktionieren auf einer stärker lokalisierten Ebene und regeln spezifische Wirtschaftssektoren oder bestimmte Regionen eines Landes.

In der Politikwissenschaft werden in der Regel mehrere Arten von Institutionen unterschieden, einschließlich, aber nicht beschränkt auf :

  • Politische Institutionen: Diese Institutionen strukturieren und regeln die Funktionsweise der Regierung und der Politik im weiteren Sinne. Dazu gehören Regierungsorgane wie das Parlament, die Exekutive und die Justiz, sowie politische Parteien, Gewerkschaften und manchmal auch die Medien.
  • Verwaltungsinstitutionen: Dies sind die Organisationen, die für die Umsetzung der Gesetze und der von den politischen Institutionen beschlossenen Politik verantwortlich sind. Dazu gehören Ministerien, Regierungsbehörden, Polizei, Militär usw.
  • Wirtschaftliche Institutionen: Diese Institutionen regeln das Wirtschaftsleben eines Landes oder einer Region. Dazu gehören Banken, Börsen, Finanzregulierungsbehörden usw.
  • Soziale Institutionen: Dies sind die Organisationen, die das soziale und kulturelle Leben regeln. Dazu können Organisationen wie Schulen, Universitäten, Kirchen, soziale Clubs usw. gehören.
  • Legislative Institutionen: Sie sind für die Schaffung von Gesetzen verantwortlich. Dazu gehören Organe wie das Parlament oder der Kongress.
  • Justizielle Institutionen: Sie sind für die Auslegung und Anwendung von Gesetzen verantwortlich. Dazu gehören Gerichte und andere Justizorgane.
  • Internationale Institutionen: Das sind Organisationen, die die Beziehungen zwischen Nationen regeln, z. B. die Vereinten Nationen, die Welthandelsorganisation, die Europäische Union usw.
  • Nichtstaatliche Institutionen: Das sind unabhängige Organisationen, die einen erheblichen Einfluss auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft haben, wie Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Lobbygruppen, Medien usw.

Es gibt auch eine Kategorie von weniger formellen Institutionen, die eine nicht zu unterschätzende Rolle in der globalen Governance spielen. Das Weltwirtschaftsforum in Davos beispielsweise hat zwar eine gewisse Formalität, da es sich um ein jährliches Treffen handelt, besitzt aber informelle Aspekte in Bezug auf seine Zusammensetzung. Es ist nicht klar definiert, wer die genauen Mitglieder sind, was die Kodifizierung von sehr formellen Regeln erschwert. Trotz dieser Informierbarkeit bleibt das Forum eine einflussreiche Plattform, auf der sich Weltpolitiker, Wirtschaftsführer und Intellektuelle treffen, Ideen austauschen und globale Agenden gestalten können. Ein weiteres Beispiel ist die G20, eine informelle Gruppe, die sich aus den 19 größten Volkswirtschaften der Welt und der Europäischen Union zusammensetzt. Obwohl die G20 keine offiziellen Durchsetzungsbefugnisse hat, spielt sie eine wichtige Rolle in der internationalen Governance, indem sie den Dialog und die Zusammenarbeit in globalen Wirtschafts- und Finanzfragen fördert. Ihr informeller Charakter ermöglicht es ihr, sich mit breiteren Themen zu befassen als die, die üblicherweise von formelleren Institutionen behandelt werden, macht ihre Ergebnisse aber auch weniger verbindlich und stärker vom politischen Willen ihrer Mitglieder abhängig. Diese Beispiele zeigen, dass auch informelle Institutionen trotz - oder vielleicht gerade wegen - ihres Mangels an Formalität einen bedeutenden Einfluss auf die Weltpolitik haben können.

Die Begriffe "Organisationen" und "Institutionen" werden im Alltagsdiskurs oft austauschbar verwendet, obwohl sich ihre Bedeutungen im politikwissenschaftlichen Kontext leicht unterscheiden. Soziale Akteure, politische Akteure und Interessenverbände können sowohl als Institutionen als auch als Organisationen betrachtet werden. Als solche fungieren sie als Agenten des politischen Wandels. Wenn man sie als Institutionen betrachtet, konzentriert man sich darauf, wie sie das Verhalten innerhalb einer Gesellschaft oder eines politischen Systems strukturieren und regulieren. Man untersucht, wie ihre Regeln, Verfahren und Normen das Verhalten von Einzelpersonen und Gruppen beeinflussen und wie sich diese Strukturen im Laufe der Zeit verändern können. Wenn man sie als Organisationen betrachtet, konzentriert man sich eher auf ihre Rolle als Akteure im politischen System. Es wird untersucht, wie sie ihre Macht und ihren Einfluss nutzen, um ihre Ziele zu erreichen, wie sie mit anderen Akteuren und Organisationen interagieren und wie diese Interaktionen zum institutionellen Wandel beitragen können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Begriffe "Institution" und "Organisation" zwar manchmal austauschbar verwendet werden können, sie aber unterschiedliche Aspekte der Rolle von Akteuren im politischen System beleuchten. Wissenschaftler der Politikwissenschaft können sich je nach ihren spezifischen Forschungsfragen auf einen der beiden Aspekte konzentrieren oder beide gleichzeitig betrachten.

Wie beeinflussen die Institutionen die Ergebnisse?

Institutionen spielen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Politik und können diese im Wesentlichen auf drei Arten beeinflussen:

  1. Indem sie die Fähigkeiten der verschiedenen Akteure beeinflussen: Institutionen können die Macht der verschiedenen Akteure verleihen oder einschränken, je nachdem, welche Regeln und Verfahren sie festlegen. Beispielsweise kann eine Verfassung festlegen, welche Zuständigkeiten die Regierung hat und welche Befugnisse verschiedenen Organisationen oder Einzelpersonen eingeräumt werden. Dies kann die Fähigkeit dieser Akteure beeinträchtigen, politische Maßnahmen umzusetzen oder den politischen Prozess zu beeinflussen.
  2. Durch Veränderung der Präferenzen der Akteure: Institutionen können auch die Präferenzen der Akteure formen, indem sie festlegen, was in einer bestimmten Gesellschaft als akzeptabel oder wünschenswert angesehen wird. Beispielsweise können soziale Normen, die eine Form von Institutionen sind, die politischen Präferenzen von Individuen beeinflussen, indem sie festlegen, was als gutes oder schlechtes Verhalten gilt.
  3. Durch Beeinflussung der Strategien von Einzelpersonen oder Staaten: Schließlich können Institutionen die Strategien beeinflussen, für die sich Einzelpersonen oder Staaten entscheiden, um ihre Ziele zu erreichen. Beispielsweise können Wahlvorschriften die Strategie einer politischen Partei während eines Wahlkampfs beeinflussen. Ebenso können internationale Verträge die Strategie eines Staates in der Diplomatie oder Außenpolitik beeinflussen.

Institutionen sind mächtige Kräfte, die die politische Landschaft gestalten können, indem sie die Fähigkeiten, Präferenzen und Strategien der politischen Akteure beeinflussen.

Einfluss der Institutionen auf die politische Macht

Institutionen spielen in jeder Gesellschaft eine große Rolle bei der Bestimmung und Begrenzung der politischen Macht. Sie können die politische Macht wie folgt beeinflussen:

  • Regierungsstruktur : Institutionen können die Regierungsstruktur festlegen und die Macht zwischen den verschiedenen Zweigen der Regierung wie Legislative, Exekutive und Judikative aufteilen. Dies kann sich auf das Gleichgewicht der Macht auswirken und Machtmissbrauch verhindern. Die Verfassung eines Landes ist beispielsweise eine Institution, die klar festlegt, wie die Regierung organisiert sein soll und wie die Macht ausgeübt werden soll.
  • Regulierung des politischen Verhaltens: Institutionen können das Verhalten der politischen Akteure durch Gesetze, Normen und Vorschriften regulieren. Dazu können Regeln zur Finanzierung von Kampagnen, zum Wahlverhalten, zur Lobbyarbeit und zu anderen Aspekten des politischen Prozesses gehören.
  • Öffentliche Meinungsbildung: Bestimmte Institutionen, wie die Medien oder das Bildungswesen, können die öffentliche Meinung beeinflussen, die wiederum die politische Macht beeinflussen kann. Beispielsweise können die Medien bestimmte Probleme aufzeigen, die öffentliche Debatte lenken und die öffentliche Meinung beeinflussen, was sich wiederum auf die Politik auswirken kann.
  • Erleichterung der Bürgerbeteiligung: Institutionen können die Beteiligung der Bürger am politischen Leben ebenfalls erleichtern oder behindern. Beispielsweise können Gesetze über das Wahlrecht, Wahlverfahren und Regeln für die Finanzierung von Kampagnen alle beeinflussen, wer sich wie am politischen Prozess beteiligen kann.
  • Kontrolle der Politikumsetzung: Institutionen wie die Justiz oder Regulierungsbehörden können die Umsetzung der Politik kontrollieren und dafür sorgen, dass die politische Macht im Einklang mit den geltenden Gesetzen und Vorschriften ausgeübt wird.
Influence des institutions sur pouvoir politique.png

Im Kontext der Politikwissenschaft können Institutionen eine zentrale Rolle bei der Strukturierung und Modulation von Machtbeziehungen spielen, sei es innerhalb eines Staates oder zwischen verschiedenen Staaten.

  • NAFTA - North-American Free Trade Agreement

Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA), das inzwischen durch das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika, Mexiko und Kanada (USMCA) ersetzt wurde, ist ein Beispiel dafür, wie eine Institution die Macht der verschiedenen Akteure in einem politischen System beeinflussen kann. Ziel dieser Abkommen war es, einen einheitlichen Markt zwischen den USA, Kanada und Mexiko zu schaffen, in dem Waren zollfrei zirkulieren können. Dies hat zweifellos die Macht der multinationalen Unternehmen gestärkt, da sie ihre Produktion in Regionen mit niedrigeren Arbeitskosten wie Mexiko verlagern konnten. Dies eröffnete Möglichkeiten zur Gewinnmaximierung, indem die geografische Nähe genutzt wurde, um die Transportkosten relativ niedrig zu halten. Dies ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie Institutionen die politische und wirtschaftliche Landschaft umgestalten können, indem sie Macht neu verteilen und neue Dynamiken schaffen.

Handelsabkommen wie das NAFTA haben multinationalen Unternehmen mehr Macht verschafft, hauptsächlich aufgrund ihrer größeren Fähigkeit, ihre Produktion zu verlagern. Diese Macht ist zum großen Teil auf die Mobilität der Unternehmen zurückzuführen, während die Arbeitnehmer in der Regel stärker an einen bestimmten Ort gebunden sind. Die erhöhte Mobilität der Unternehmen ermöglicht es ihnen, auf Kosten und Arbeitsbedingungen zu reagieren, indem sie ihre Produktion an Orte verlagern, an denen diese Faktoren günstiger sind. Dadurch entsteht eine Dynamik, in der Unternehmen potenziell mit der Verlagerung ihrer Produktion drohen können, wenn die Arbeitnehmer bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne oder andere Verbesserungen fordern. Dies kann zu einem Abwärtsdruck auf die Löhne und Arbeitsbedingungen führen, da die Arbeitnehmer international gegeneinander antreten.

  • Sicherheitsrat der Vereinten Nationen

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen stellt ein weiteres Gremium dar, in dem die Institutionen eine wichtige Rolle bei der Verteilung der politischen Macht spielen. Die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats - Frankreich, Großbritannien, die USA, Russland und China - haben jeweils ein Vetorecht gegen jede substanzielle Resolution. Das bedeutet, dass sie jede Entscheidung, mit der sie nicht einverstanden sind, blockieren können, unabhängig davon, ob diese Entscheidung von den anderen Mitgliedern des Sicherheitsrats unterstützt wird. Dieses institutionelle Arrangement verleiht den fünf ständigen Mitgliedern erhebliche Macht und ermöglicht es ihnen, einen unverhältnismäßigen Einfluss auf die internationale Politik auszuüben. Es ermöglicht ihnen auch, ihr Vetorecht zu nutzen, um dem potenziellen Auftreten neuer globaler oder regionaler Mächte entgegenzuwirken. Beispielsweise können sie ihr Vetorecht nutzen, um die Aufnahme neuer ständiger Mitglieder wie Indien oder Brasilien zu blockieren oder um den internationalen Ambitionen von Ländern wie dem Iran entgegenzuwirken.

Einfluss der Institutionen auf die Präferenzen

Institutionen spielen eine Schlüsselrolle bei der Bildung und Entwicklung von individuellen und kollektiven Präferenzen. Zum einen können sie die Präferenzen über den Sozialisationsprozess beeinflussen. Beispielsweise spielt die Bildung als Institution eine entscheidende Rolle bei der Herausbildung von Werten, Einstellungen und Überzeugungen der Menschen. Religiöse, kulturelle und familiäre Institutionen spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Bildung individueller Präferenzen. Andererseits wirken sich Institutionen auch indirekt auf die Präferenzen aus, indem sie die materielle Position des Individuums oder des Agenten in der Wirtschaft und der Politik bestimmen. Beispielsweise können wirtschaftliche Institutionen wie der Arbeitsmarkt, die Sozialschutzsysteme und die Steuerpolitik die Präferenzen der Individuen bei der Ressourcenverteilung oder der öffentlichen Politik beeinflussen. Ebenso können politische Institutionen wie das Wahlsystem die Präferenzen der Menschen hinsichtlich der politischen Partizipation und der Unterstützung verschiedener politischer Ideologien beeinflussen. Institutionen haben einen erheblichen Einfluss darauf, wie Individuen ihre Optionen wahrnehmen und ihre Entscheidungen treffen, und spielen daher eine zentrale Rolle bei der Bildung und Entwicklung von Präferenzen.

Der Sozialisationseffekt ist ein Prozess, durch den Individuen Einstellungen, Überzeugungen, Normen und Verhaltensweisen erwerben, die für eine bestimmte Gruppe oder Gesellschaft spezifisch sind. Im institutionellen Kontext wird dieser Sozialisationseffekt häufig durch starke institutionelle Normen und regelmäßige Interaktionen zwischen den Mitgliedern der Institution intensiviert. Beispielsweise kann eine Institution wie eine Universität oder ein Unternehmen eine ausgeprägte Organisationskultur haben, die die Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltensweisen ihrer Mitglieder beeinflusst. Durch regelmäßige und im Laufe der Zeit wiederholte Interaktionen können die Menschen die Normen und Werte der Institution verinnerlichen, was ihr Denken und Verhalten sowohl innerhalb als auch außerhalb der Institution beeinflussen kann. Politische Institutionen können auch eine sozialisierende Wirkung haben. Beispielsweise kann eine politische Partei starke Normen und Ideologien haben, die die Überzeugungen und das Verhalten ihrer Mitglieder beeinflussen. Ebenso können Regierungsinstitutionen Normen und Verfahren haben, die das Denken und Handeln der Beamten beeinflussen. Dies kann besonders wichtig sein, um die öffentliche Politik und die Regierungsführung zu gestalten.

Influence des institutions sur les préférences.png

Ein Schlüsselphänomen in der Weltpolitik und der wirtschaftlichen Entwicklung ist der Einfluss der globalen Eliten auf die politischen und wirtschaftlichen Präferenzen der nationalen Eliten, insbesondere in den Entwicklungsländern. Durch wiederholte Interaktionen, z. B. auf internationalen Konferenzen oder bei Treffen in Washington, können die Eliten in den Entwicklungsländern mit Ideen, Normen und Überzeugungen in Berührung kommen, die unter den globalen Eliten vorherrschen, wie z. B. der Glaube an die Vorteile des Freihandels. Obwohl sie aufgrund ihrer eigenen nationalen oder sektoralen Interessen zunächst Vorbehalte gegen diese Ideen haben mögen, können diese Eliten schließlich vom vorherrschenden Diskurs überzeugt werden, insbesondere wenn sie Beweise für dessen Erfolg anderswo sehen. Diese regelmäßigen Interaktionen können daher zu einer Art "ideologischer Konvergenz" oder politischer Sozialisation führen, bei der die Eliten in den Entwicklungsländern allmählich die Überzeugungen und Präferenzen der globalen Eliten übernehmen. Dies kann wiederum die in ihren Heimatländern eingeführte Politik beeinflussen und potenziell erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung dieser Länder haben.

Ein häufiger Trend in mehreren Ländern, die sich im Übergang zur Demokratie befinden, ist, dass die militärischen Eliten, die häufig eine wichtige Rolle in autoritären Regimen gespielt haben, möglicherweise nicht bereit sind, die Macht an zivile Behörden abzugeben. Sie können den Verlust ihrer Autonomie, ihres privilegierten Status und ihrer materiellen Vorteile befürchten. Das Beispiel Spaniens im Jahr 1981 ist ein gutes Beispiel für diese Dynamik. Trotz des 1975 nach dem Tod des Diktators Francisco Franco eingeleiteten Übergangs zur Demokratie versuchten einige Teile der Streitkräfte, die demokratisch gewählte Regierung in einem Staatsstreich zu stürzen. Dieser Staatsstreich scheiterte jedoch, und Spanien setzte seinen Weg der Demokratisierung fort. Ein weiteres Beispiel für diese Dynamik ist Ägypten, wo das Militär eine privilegierte Position im postrevolutionären Regime aushandelte. Nach der Revolution von 2011, die Präsident Hosni Mubarak stürzte, spielte das Militär eine wichtige Rolle im neuen Regime. Dies führte zu Spannungen und Konflikten mit den zivilen Kräften, die eine offenere und integrativere Demokratie anstrebten. Diese Beispiele zeigen, dass der Übergang zur Demokratie ein komplexer und oft umstrittener Prozess sein kann, in dem verschiedene Gruppen um die Macht kämpfen und versuchen, ihre Interessen zu wahren. Politische Institutionen, insbesondere das Militär und andere Strukturen, die von früheren Regimen übernommen wurden, spielen in diesem Prozess eine Schlüsselrolle.

Die Modernisierung der spanischen Streitkräfte und ihre Integration in die NATO in den 1970er Jahren spielten eine wichtige Rolle beim Übergang des Landes zur Demokratie. Durch diese Integration und gemeinsame Übungen mit anderen NATO-Streitkräften wurden die spanischen Militäreliten mit neuen militärischen Normen und Praktiken konfrontiert, bei denen das Militär der politischen Macht untergeordnet ist. Diese Sozialisierung hat möglicherweise die Präferenzen der spanischen Militäreliten beeinflusst und ihnen geholfen, ihre Rolle in einem demokratischen System zu verstehen. Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie internationale Institutionen und Interaktionen zwischen Ländern interne politische Transformationen beeinflussen können. Durch die Teilnahme an diesen gemeinsamen Übungen und den Einsatz mit ihren NATO-Kollegen konnten die spanischen Militärs sehen, wie Armeen in etablierten Demokratien funktionieren. Diese Erfahrung hat wahrscheinlich dazu beigetragen, ihr Verständnis der angemessenen Rolle des Militärs in einer Demokratie zu prägen und ihre Präferenzen entsprechend zu verändern. So spielte dieser Sozialisations- und Interaktionsprozess eine Schlüsselrolle bei der Neudefinition der Präferenzen und Einstellungen der spanischen Militär-Eliten und erleichterte so den Übergang des Landes zur Demokratie. Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Institutionen - in diesem Fall die NATO - den politischen Prozess auf nationaler Ebene beeinflussen können.

Eine komplexe Situation ergab sich während der Schuldenkrise in Griechenland, einem Mitgliedsland der Europäischen Währungsunion. Normalerweise muss ein Land, das ein großes Haushaltsdefizit und eine hohe Staatsverschuldung anhäuft, mit höheren Zinssätzen rechnen, die von internationalen Investoren verlangt werden. Dies geschieht, weil das mit einer Investition in dieses Land verbundene Risiko steigt und die Investoren eine Risikoprämie verlangen, um dieses zusätzliche Risiko auszugleichen. Im Fall von Griechenland hat die Mitgliedschaft in der Europäischen Währungsunion diese Dynamik jedoch etwas verändert. Als Mitglied der Eurozone hatte Griechenland Zugang zu relativ niedrigen Zinssätzen, da der Euro, unterstützt durch die Europäische Zentralbank und die starken Volkswirtschaften der Eurozone wie Deutschland und Frankreich, als stabile Währung wahrgenommen wurde. Dadurch konnte Griechenland trotz seiner hohen Haushaltsdefizite weiterhin Kredite zu relativ niedrigen Zinssätzen aufnehmen. Als jedoch die Realität der griechischen Haushaltsprobleme sichtbar wurde und das Vertrauen der Investoren zu schwanken begann, geriet Griechenland in eine Schuldenkrise, in der die Zinssätze für Staatsschulden rasch anstiegen. Die Krise erforderte schließlich ein internationales Rettungspaket und drastische Wirtschaftsreformen, die von der Troika (der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds) auferlegt wurden. Dies verdeutlicht, wie Institutionen, in diesem Fall die Europäische Währungsunion, die wirtschaftliche und politische Dynamik auf nationaler Ebene beeinflussen können, manchmal auf unerwartete Weise.

Der Beitritt Griechenlands zur Europäischen Währungsunion hat es dem Land gut ermöglicht, eine expansive Fiskalpolitik zu verfolgen und gleichzeitig von niedrigen Zinssätzen für seine Schulden zu profitieren. Dies ist auf die Wahrnehmung zurückzuführen, dass die Länder der Eurozone eine gewisse Sicherheit und Stabilität miteinander teilen, was von der Europäischen Zentralbank unterstützt wurde. Langfristig führte dies jedoch zu einer Anhäufung von untragbaren Schulden, die schließlich zur Finanzkrise Griechenlands führten. Nachdem die finanziellen Probleme Griechenlands ans Licht gekommen waren und die Investoren begannen, an der Fähigkeit des Landes zu zweifeln, seine Schulden zurückzuzahlen, stiegen die Zinssätze deutlich an, wodurch sich die finanziellen Probleme des Landes noch verschärften. Was in Griechenland geschah, ist ein Beispiel dafür, wie Institutionen, in diesem Fall die Europäische Währungsunion, das Verhalten der Mitgliedsländer und die politischen Entscheidungen, die sie treffen, beeinflussen können. Es ist auch ein Beispiel dafür, wie dieses Verhalten unvorhergesehene und potenziell verheerende Folgen haben kann.

Einfluss von Institutionen auf Strategien und Interaktionen

Ausgehend von Davis' Arbeit International Institutions and Issue Linkage: Building Support for Agricultural Trade Liberalization können wir verstehen, wie der institutionelle Kontext der multilateralen Verhandlungen über den internationalen Handel die Strategien der Staaten und die Ergebnisse beeinflusst.[4] Davis' Forschung zeigt, dass internationale Institutionen, wie die Welthandelsorganisation (WTO), die Verhandlungsstrategien der Mitgliedstaaten und die Ergebnisse der Verhandlungen beeinflussen können. Die WTO ist eine Institution, die die Liberalisierung des internationalen Handels fördert, indem sie Regeln für den Handel aufstellt und eine Plattform für Handelsverhandlungen bietet.

Im Rahmen der Handelsverhandlungen können die WTO-Mitgliedstaaten verschiedene Strategien verfolgen, um ihre Interessen zu vertreten. Sie können sich auf bestimmte Bereiche wie die Landwirtschaft konzentrieren oder einen breiteren Ansatz verfolgen und mehrere Themen miteinander verknüpfen. Beispielsweise könnte ein Land bereit sein, Zugeständnisse beim Zugang zum Agrarmarkt zu machen, um im Gegenzug einen besseren Marktzugang für seine Industrieprodukte zu erhalten. Davis zufolge fördert die WTO die "Verknüpfung von Fragen", d. h. die Einbeziehung mehrerer Verhandlungsthemen in einen einzigen Diskussionskomplex. Dies ermöglicht es den Mitgliedstaaten, breitere Koalitionen zu bilden und günstigere Vereinbarungen zu treffen. Beispielsweise könnte sich ein Land mit einem starken Agrarsektor mit einem Land mit einem starken Industriesektor verbünden, um für beide Seiten vorteilhafte Zugeständnisse zu erreichen. Davis stellt jedoch fest, dass die Verbindung zwischen den Themen auch dazu führen kann, dass die Verhandlungen komplexer und schwieriger abzuschließen sind. Dies kann zum Teil erklären, warum multilaterale Handelsverhandlungen oft langwierig und schwierig sind. Internationale Institutionen wie die WTO können die Verhandlungsstrategien der Mitgliedstaaten und die Ergebnisse der Verhandlungen beeinflussen. Sie können die Staaten dazu ermutigen, komplexere Strategien zu verfolgen und mehrere Themen miteinander zu verknüpfen, was aber auch dazu führen kann, dass die Verhandlungen komplexer und schwieriger abzuschließen sind.

Influence des institutions sur les stratégies et les interactions.png

Davis hebt hervor, dass bei Handelsverhandlungen, die sektorweise geführt werden, die entwickelten Länder oft Schwierigkeiten haben, ihren Agrarsektor zu liberalisieren. Das liegt daran, dass es starke politische und wirtschaftliche Interessen gibt, die sich der Liberalisierung widersetzen, wie man am Beispiel des Schweizer Bauernverbands in der Schweiz oder der französischen Landwirte, die den europäischen Markt erfolgreich vor importierten Agrarprodukten schützen, beobachten kann. Diese Interessengruppen können einen erheblichen Einfluss auf die Agrarpolitik ausüben und dem Druck zur Marktöffnung widerstehen.

Wenn die Verhandlungen auf sektoraler Basis geführt werden, kann es sehr schwierig sein, eine Handelsliberalisierung zu erreichen, insbesondere im Agrarsektor. Dies liegt an den starken politischen und wirtschaftlichen Interessen, die innerhalb dieses Sektors bestehen können und die sich jedem Versuch der Liberalisierung stark widersetzen können. Darüber hinaus können auch Fragen der Ernährungssicherheit, der Beschäftigung auf dem Land und des Umweltschutzes die Liberalisierung des Agrarsektors besonders komplex machen.

Wenn es eine institutionelle Innovation gibt, die durch das Konzept der issue linkage (Verknüpfung von Themen) eingeführt wird, das eine mehr oder weniger formale Struktur zur Verknüpfung verschiedener Themen ist, wird der Verhandlungsrahmen erweitert. Anstatt Issue für Issue und Sektor für Sektor zu verhandeln, kann die Liberalisierung eines Sektors, z. B. des Dienstleistungssektors, mit anderen Issues verknüpft werden. Dieser Ansatz kann die Verhandlungen erleichtern, da er die Interessen verschiedener Akteure berücksichtigt und Gewinne und Verluste zwischen verschiedenen Sektoren ausgleicht. So könnte ein Staat bereit sein, einer Liberalisierung in einem Sektor zuzustimmen, in dem er defensive Interessen hat, wenn er im Gegenzug Gewinne in einem anderen Sektor erzielt, in dem er offensive Interessen hat.

Der Autor zeigt auf, dass die Schaffung einer Verbindung zwischen dem Agrar- und dem Dienstleistungsbereich die Handelsliberalisierung fördern und vorantreiben kann. Der Grund dafür ist, dass ein Staat bereit sein kann, eine Liberalisierung in einem Sektor zu akzeptieren, in dem er defensive Interessen hat (z. B. Landwirtschaft), wenn er im Gegenzug Gewinne in einem anderen Sektor erzielt, in dem er offensive Interessen hat (z. B. Dienstleistungen). Dieser Ansatz ermöglicht es also, Gewinne und Verluste zwischen verschiedenen Sektoren auszugleichen, was die Handelsverhandlungen erleichtert. Dies wird als "issue linkage" oder Verknüpfung von Einsätzen bezeichnet und ist ein Schlüsselmechanismus in multilateralen Verhandlungen.

Die Idee, Verbindungen oder "issue linkage" zwischen verschiedenen Verhandlungsbereichen herzustellen, ermöglicht es, die Art und Weise, wie Interessengruppen mobilisiert werden, neu zu überdenken. Anstatt sich bei bestimmten Themen zu bekämpfen, können die verschiedenen Gruppen zusammenarbeiten und gemeinsam Lobbyarbeit betreiben, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Beispielsweise könnte ein Industriesektor, der von einer Handelsliberalisierung profitiert, gemeinsam mit einem Landwirtschaftssektor Lobbyarbeit betreiben, um die Liberalisierung der Landwirtschaft zu unterstützen. Die Industrie würde von der Öffnung der Agrarmärkte profitieren, und die Landwirtschaft würde von der Öffnung der Industriemärkte profitieren. Dies kann zu einer stärkeren Mobilisierung für die Handelsliberalisierung im Allgemeinen führen. Dadurch kann die politische Landschaft neu konfiguriert werden und es können neue Allianzen zwischen Akteuren mit gemeinsamen Interessen geschaffen werden. Dies kann auch dabei helfen, Liberalisierungshindernisse zu überwinden, indem Kompromisse leichter ausgehandelt werden können. Wenn beispielsweise ein Sektor nur ungern liberalisiert wird, ist er möglicherweise eher dazu bereit, wenn andere Sektoren ebenfalls für den Wettbewerb geöffnet werden. Allerdings muss auch berücksichtigt werden, dass dieser Prozess zu Konflikten zwischen Interessengruppen führen kann, die sich durch diese Abmachungen benachteiligt fühlen und sich gegen diese mobilisieren können. Der Umgang mit diesen Spannungen ist daher eine Schlüsselfrage für den Erfolg dieser Linkage-Strategien.

Der Staat kann in verschiedenen Bereichen unterschiedliche Präferenzen haben. Beispielsweise kann er es vorziehen, den Agrarsektor nicht zu liberalisieren, um die Interessen der Landwirte zu schützen, aber er kann eher bereit sein, den Dienstleistungssektor zu liberalisieren, wenn er darin einen wirtschaftlichen Vorteil sieht. Die Einführung des "issue linkage"-Mechanismus oder die Schaffung von Verbindungen zwischen verschiedenen Verhandlungsbereichen kann die Strategie eines Staates verändern. Selbst wenn die Präferenzen des Staates dieselben bleiben, kann er bereit sein, Kosten in Kauf zu nehmen (wie die Auswirkungen der Liberalisierung auf den Agrarsektor), wenn er dadurch Gewinne erzielen kann (wie die Öffnung des Dienstleistungssektors für den internationalen Wettbewerb). Dies zeigt, wie selbst informelle Institutionen die Strategien der Staaten beeinflussen können, indem sie die Herausforderungen der Verhandlungen neu konfigurieren. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass dieser Prozess auch zu Konflikten und Spannungen führen kann, insbesondere wenn sich bestimmte Interessengruppen durch die Veränderungen benachteiligt fühlen. Die Bewältigung dieser Konflikte ist eine entscheidende Herausforderung für den Erfolg dieser "issue linkage"-Strategien.

Der Neo-Institutionalismus erkennt die Bedeutung von Interessenkonflikten in Politik und Wirtschaft an, legt aber den Schwerpunkt auf die Art und Weise, wie Institutionen diese Konflikte strukturieren und ihre Ergebnisse bestimmen. Institutionen schaffen aufgrund ihrer Natur Spielregeln, die bestimmte Akteure auf Kosten anderer begünstigen können. Das bedeutet, dass Interessen und Ressourcen zwar die politische und wirtschaftliche Dynamik beeinflussen können, dass es aber letztlich die institutionelle Struktur ist, die bestimmt, wer die Macht hat und wer die Ressourcen kontrolliert. Institutionen können entweder bestehende Machtungleichheiten verstärken oder zu ihrer Abschwächung beitragen. Die institutionalistische Perspektive ist daher ein wichtiger Beitrag zu unserem Verständnis von Politik und Wirtschaft, da sie die zentrale Rolle der Institutionen bei der Bestimmung der Machtverhältnisse und der politischen und wirtschaftlichen Ergebnisse hervorhebt. Dieser Ansatz fügt der Analyse von Interessenkonflikten eine weitere Dimension hinzu, indem er aufzeigt, wie institutionelle Strukturen die Strategien der Akteure und die Ergebnisse ihres Handelns beeinflussen können.

Institutionalismus-historisch

Der historische Institutionalismus ist ein Ansatz in den Sozialwissenschaften, der die Bedeutung der Rolle von Institutionen für das Verhalten von Individuen und Gesellschaften betont. Dieser Ansatz wird besonders in der Politikwissenschaft und der Soziologie verwendet. Der historische Institutionalismus legt den Schwerpunkt darauf, wie Institutionen, die häufig als Reaktion auf Krisen oder Konflikte eingerichtet werden, dauerhafte Folgen haben können, die das künftige Verhalten von Einzelpersonen und Gesellschaften prägen. Dieser Ansatz erkennt an, dass sich Institutionen ständig weiterentwickeln und dass sich ihre Form und Funktion im Laufe der Zeit ändern können.

Eines der Schlüsselkonzepte des historischen Institutionalismus ist die Idee der "Pfadabhängigkeit" (path dependence). Dieses Konzept legt nahe, dass in der Vergangenheit getroffene Entscheidungen dauerhafte Auswirkungen haben und zukünftige Entscheidungen beeinflussen können. Mit anderen Worten: Sobald eine Institution einmal eingerichtet ist, wird sie wahrscheinlich fortbestehen, auch wenn sich die Umstände geändert haben. Ein weiteres wichtiges Konzept ist das der "kritischen Punkte" oder "kritischen Momente" (critical junctures). Dies sind Momente, in denen bedeutende Entscheidungen getroffen werden, die nachhaltige Auswirkungen auf die Entwicklung einer Institution oder Gesellschaft haben können.

Der historische Institutionalismus bietet also eine Möglichkeit, zu analysieren und zu verstehen, wie Institutionen Gesellschaften formen, indem er die Bedeutung des historischen Kontextes betont und anerkennt, dass Institutionen oft das Produkt komplexer historischer Prozesse und sozialer Konflikte sind.

Unanticipated - unintended consequences

Der Neo-Institutionalismus bezieht sich auf ein Wiederaufleben und eine neue Form der Aufmerksamkeit für Institutionen in den Sozialwissenschaften ab den 1980er Jahren, nach einer Zeit, in der Funktionalismus und Behaviorismus vorherrschten. Das Konzept der "unbeabsichtigten" oder "nicht antizipierten" Folgen hat jedoch eine größere Reichweite und ist Teil vieler theoretischer Ansätze, darunter auch des Institutionalismus. Das Konzept der unbeabsichtigten Folgen, das ursprünglich von dem Soziologen Robert K. Merton formuliert wurde, bezieht sich auf Ergebnisse, die nicht die ursprünglich von einer Handlung oder Entscheidung erwarteten sind. Diese Folgen können positiv, negativ oder einfach nur unvorhergesehen sein. Beispielsweise kann eine Regierungspolitik unvorhergesehene soziale oder wirtschaftliche Folgen haben, die bei ihrer Konzeption nicht vorhergesehen wurden.

Im Kontext des historischen Institutionalismus können unbeabsichtigte Folgen mit der Art und Weise zusammenhängen, wie Institutionen aufgebaut sind und sich entwickeln. Beispielsweise kann eine Institution, die geschaffen wurde, um ein bestimmtes Problem zu lösen, nicht vorhergesehene Nebenwirkungen haben, die andere Aspekte der Gesellschaft beeinflussen. Die Betonung unbeabsichtigter Folgen unterstreicht die Komplexität sozialer und politischer Systeme und die Art und Weise, wie sich Entscheidungen in einem Bereich auf manchmal überraschende Weise auf andere Bereiche auswirken können. Dies spiegelt auch die Vorstellung wider, dass sich Institutionen ständig weiterentwickeln und sich ihre Auswirkungen im Laufe der Zeit ändern können.

Der Neo-Institutionalismus hat eine neue Perspektive auf die Art und Weise, wie Institutionen untersucht werden, mit sich gebracht :

  • Die Bedeutung von Institutionen : Der Neo-Institutionalismus geht davon aus, dass Institutionen eine entscheidende Rolle bei der Strukturierung des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lebens spielen. Sie sind nicht einfach nur Arenen, in denen soziale und politische Akteure ihre Interessen verfolgen, sondern Strukturen, die diese Interessen formen und beeinflussen.
  • Die Autonomie der Institutionen : Die Neo-Institutionalisten argumentieren, dass Institutionen eine gewisse Autonomie gegenüber den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Kräften besitzen. Mit anderen Worten: Sie können Verhalten und Ergebnisse unabhängig von den Interessen der Akteure, die sie bilden, beeinflussen.
  • Formelle und informelle Institutionen: Der Neo-Institutionalismus hat den Forschungsbereich erweitert, indem er nicht nur formelle Institutionen (wie Regierungen, Gesetze und offizielle Organisationen), sondern auch informelle Institutionen (wie soziale Normen, Bräuche und ungeschriebene Praktiken) einbezieht. Dies spiegelt die Erkenntnis wider, dass Verhaltensweisen von einem breiteren Spektrum an Strukturen als den offiziell kodifizierten beeinflusst werden.
  • Die Rolle von Zeit und Geschichte: Einige Neo-Institutionalisten, insbesondere die des historischen Institutionalismus, betonen die Rolle der Zeit und der Geschichte bei der Bildung von Institutionen. Sie argumentieren, dass Entscheidungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt getroffen werden, dauerhafte Auswirkungen haben können und den zukünftigen Weg einer Institution prägen können, ein Phänomen, das häufig als Pfadabhängigkeit bezeichnet wird.

Diese Merkmale unterscheiden den Neo-Institutionalismus von früheren institutionalistischen Ansätzen und machen ihn zu einem Schlüsselansatz für das Verständnis von Regierungsführung, Politik und sozialem Verhalten in der heutigen Welt.

Der Institutionalismus, einschließlich des Neo-Institutionalismus, konzentriert sich stärker auf die Rolle der Institutionen als Strukturen, die das Verhalten der Akteure bestimmen und die sozialen und politischen Ergebnisse formen. Es ist ein Ansatz, der sich in vielerlei Hinsicht deutlich vom Behaviorismus unterscheidet:

  • Rolle der Institutionen: Im Gegensatz zum Behaviorismus, der sich auf das individuelle Verhalten und dessen Einfluss auf soziale und politische Systeme konzentriert, legt der Institutionalismus den Schwerpunkt auf die Rolle der Institutionen. Es wird davon ausgegangen, dass Institutionen sowohl das Verhalten von Einzelpersonen und Gruppen als auch politische und soziale Ergebnisse beeinflussen.
  • Struktur und Agency: Während der Behaviorismus dazu neigt, sich auf die Agency - die Handlungen und Entscheidungen von Individuen - zu konzentrieren, sieht der Institutionalismus die Struktur der Institutionen als entscheidend an. Institutionen werden so gesehen, dass sie die Spielregeln festlegen und die den Akteuren zur Verfügung stehenden Optionen einschränken.
  • Stabilität versus Wandel : Der Behaviorismus konzentriert sich häufig auf den Wandel und versucht zu erklären, wie und warum sich individuelles Verhalten ändert. Der Institutionalismus hingegen betont häufig die Stabilität, indem er aufzeigt, wie Institutionen im Laufe der Zeit bestehen bleiben, selbst wenn die Unterstützung der Bevölkerung oder die Wirtschaftsleistung ausbleibt.
  • Individuelle versus kontextuelle Faktoren: Während der Behaviorismus dazu neigt, sich auf individuelle Faktoren wie Einstellungen, Überzeugungen und Präferenzen zu konzentrieren, konzentriert sich der Institutionalismus stärker auf kontextuelle Faktoren, insbesondere darauf, wie Institutionen das Verhalten strukturieren und beeinflussen.

Während also der Behaviorismus und der Institutionalismus zwei wichtige Ansätze zum Verständnis von Politik und Gesellschaft sind, legen sie den Schwerpunkt auf unterschiedliche Aspekte dieser Systeme.

Der Funktionalismus argumentiert, dass Institutionen existieren, um bestimmte Funktionen zu erfüllen oder um bestimmte Probleme in einer Gesellschaft zu lösen. Diese Perspektive sieht Institutionen als rationale und effektive Lösungen für Probleme, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist. Der Institutionalismus hingegen geht nicht von diesem Ansatz aus. Er sieht Institutionen nicht nur im Hinblick auf ihre Funktionen oder ihre Effektivität. Er erkennt an, dass Institutionen tief greifende Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, die weit über ihre beabsichtigten Funktionen oder ihre Wirksamkeit bei der Lösung bestimmter Probleme hinausgehen. Er legt den Schwerpunkt darauf, wie Institutionen das Verhalten von Einzelpersonen und Gruppen prägen, wie sie soziale und politische Interaktionen strukturieren und wie sie Ergebnisse hervorbringen können, die weder geplant noch notwendigerweise erwünscht sind. Darüber hinaus erkennt der historische Institutionalismus im Gegensatz zum Funktionalismus an, dass Institutionen oft auch dann fortbestehen können, wenn sie nicht mehr effektiv sind oder nicht mehr auf aktuelle Probleme reagieren. Dies wird als "path dependency" oder Pfadabhängigkeit bezeichnet - die Vorstellung, dass vergangene Entscheidungen oder Ereignisse einen dauerhaften Einfluss haben und zukünftige Pfade prägen. Mit anderen Worten: Ist eine Institution erst einmal eingerichtet, kann es sehr schwierig sein, sie zu ändern oder abzuschaffen, selbst wenn sie ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr effektiv erfüllt.

Die funktionalistische Perspektive vertritt die Auffassung, dass Institutionen bewusst geschaffen und aufrechterhalten werden, weil sie vorteilhafte Auswirkungen haben. Beispielsweise könnte ein Rechtssystem eingerichtet werden, weil es dabei hilft, Konflikte auf geordnete Weise zu lösen, oder ein Bildungssystem könnte eingerichtet werden, weil es die Entwicklung der in einer Gesellschaft benötigten Fähigkeiten und Kenntnisse fördert. Rationale Akteure, die versuchen, diese Probleme zu lösen oder diese Ziele zu erreichen, würden also diese Institutionen schaffen, weil sie die funktionalen Vorteile erkennen, die sie mit sich bringen. Der historische Institutionalismus betont jedoch, dass Institutionen nicht immer auf so rationale oder vorausschauende Weise geschaffen werden. Es kann historische Faktoren, Machtverhältnisse, Unfälle oder unvorhergesehene Ereignisse geben, die bei der Schaffung und Entwicklung von Institutionen eine große Rolle spielen. Institutionen können auch Auswirkungen haben, die nicht geplant oder beabsichtigt waren, und diese Auswirkungen können wiederum die Art und Weise beeinflussen, wie sich Institutionen entwickeln und im Laufe der Zeit verändern.

Die allgemeine Annahme in vielen wirtschaftlichen und politischen Modellen ist, dass Institutionen, wenn sie die Interessen der Akteure nicht mehr angemessen widerspiegeln, verändert werden, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Dies ist die Idee der "rationalen Wahl" oder des "institutionellen Gleichgewichts". Der historische Institutionalismus stellt diese Annahme jedoch in Frage. Er betont, dass institutioneller Wandel schwierig und kostspielig sein kann und dass es oft einen starken Widerstand gegen Veränderungen gibt. Darüber hinaus haben die Akteure möglicherweise kein vollkommenes Verständnis ihrer eigenen Interessen oder der Art und Weise, wie Institutionen diese Interessen beeinflussen, was den institutionellen Wandel ebenfalls behindern kann. Darüber hinaus werden Institutionen, selbst wenn sie sich ändern, nicht unbedingt so verändert, dass sie die Interessen der Akteure perfekt widerspiegeln. Vielmehr kann der institutionelle Wandel das Ergebnis von Kompromissen, Machtkonflikten, komplexen historischen Prozessen usw. sein. Infolgedessen können Institutionen weiterhin Formen und Funktionen haben, die unter dem Gesichtspunkt der Effizienz oder Nützlichkeit nicht optimal sind. Schließlich betont der historische Institutionalismus, dass Institutionen erhebliche Auswirkungen auf die Interessen und das Verhalten von Akteuren haben können. Beispielsweise können sie die Art und Weise beeinflussen, wie Akteure ihre Interessen wahrnehmen, wie sie miteinander interagieren, welche Strategien sie verfolgen usw. Somit stehen Institutionen und Akteure in ständiger Wechselwirkung, wobei jeder den anderen auf dynamische und oft unvorhersehbare Weise beeinflusst.

Die Idee des historischen Institutionalismus ist, dass Institutionen eine eigene "Trägheit" haben und oft nur schwer zu verändern sind. Selbst wenn sie nicht mehr perfekt auf die Interessen der Akteure abgestimmt sind, können sie aufgrund verschiedener Faktoren fortbestehen, z. B. aufgrund der mit Veränderungen verbundenen Kosten, des Widerstands von Gruppen, die vom Status quo profitieren, oder einfach aufgrund der Stärke von Gewohnheit und Tradition. Darüber hinaus betont der historische Institutionalismus, dass Institutionen nicht notwendigerweise das Ergebnis eines rationalen und bewussten Prozesses sind, der darauf abzielt, die beste Lösung für ein bestimmtes Problem zu finden. Sie können das Ergebnis komplexer historischer Prozesse, von Interaktionen zwischen verschiedenen Akteuren und Interessen, von Kompromissen, Machtkämpfen, Zufällen usw. sein. Institutionen können daher Formen und Funktionen haben, die unter dem Gesichtspunkt der Effizienz oder des Nutzens nicht unbedingt optimal oder sogar logisch sind. Beispielsweise kann ein politisches oder wirtschaftliches System Elemente enthalten, die irrational oder ineffizient erscheinen, aber das Ergebnis historischer Kompromisse zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen oder des Fortbestehens historischer Traditionen sind. Institutionen können auch unerwartete oder unbeabsichtigte Effekte haben, die sich auf ihr Funktionieren und ihre Entwicklung auswirken.

Der historische Institutionalismus berücksichtigt bei der Analyse von Institutionen den Faktor Zeit. Er erkennt an, dass Institutionen nicht statisch sind, sondern sich im Laufe der Zeit entwickeln, und dass die Prozesse des institutionellen Wandels langwierig und komplex sein können. Diese langfristige Perspektive ermöglicht es, die nicht vorhergesehenen oder unbeabsichtigten Folgen der Einführung einer Institution zu berücksichtigen. Wenn Akteure beispielsweise eine Institution einführen, antizipieren sie möglicherweise nicht vollständig, wie diese ihr Verhalten oder ihre Interessen in der Zukunft beeinflussen wird. Sie können auch nicht voraussehen, wie die Institution mit anderen Institutionen oder sozialen, wirtschaftlichen oder politischen Faktoren interagieren wird. Darüber hinaus kann eine Institution, sobald sie einmal eingerichtet ist, eine "institutionelle Trägheit" aufweisen, was bedeutet, dass sie schwer zu ändern sein kann, selbst wenn die Akteure erkennen, dass sie unerwünschte Folgen hat. Daher betont der historische Institutionalismus, wie wichtig es ist, die langfristigen, nicht vorhergesehenen und unbeabsichtigten Folgen von Institutionen zu berücksichtigen. Das bedeutet auch, dass es im Laufe der Zeit notwendig sein kann, Institutionen zu überprüfen und zu überarbeiten, wenn sich die Interessen der Akteure und die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen ändern.

Bo Rothstein dans son travail de 1992 met l'accent sur l'influence des institutions du marché du travail sur la force de la classe ouvrière, en particulier en ce qui concerne le taux de syndicalisation.[5] Le système de Ghent, nommé d'après la ville belge où il a été instauré pour la première fois, est une caractéristique de certains systèmes d'assurance-chômage. Dans le système de Ghent, les syndicats jouent un rôle central dans l'administration des prestations d'assurance-chômage. En d'autres termes, ce sont les syndicats qui gèrent les prestations pour leurs membres, plutôt que l'État ou une agence gouvernementale. Les systèmes de Ghent existent dans plusieurs pays, dont la Suède, la Finlande et la Belgique. Selon Rothstein, le système de Ghent favorise une plus grande force de la classe ouvrière car il incite à l'adhésion syndicale. Si les prestations d'assurance-chômage sont gérées par les syndicats, les travailleurs ont une incitation supplémentaire à adhérer à un syndicat. Cela peut conduire à des taux de syndicalisation plus élevés et, par conséquent, à une plus grande force collective pour la classe ouvrière. C'est un bon exemple de la façon dont les institutions - dans ce cas, le système d'assurance-chômage - peuvent influencer le comportement et les résultats pour des groupes d'acteurs spécifiques dans la société.

Il semble logique de supposer que les gouvernements de gauche, généralement favorables aux droits des travailleurs, seraient plus enclins à mettre en place un système de Ghent. Cependant, il est important de noter que l'implémentation d'un système de Ghent peut dépendre de divers facteurs, notamment le contexte historique, politique et social, ainsi que le système juridique et économique existant. En outre, l'adoption d'un système de Ghent peut ne pas être aussi simple qu'il y paraît. Tout d'abord, cela nécessite que les syndicats aient la capacité organisationnelle et les ressources financières pour gérer efficacement le système d'assurance-chômage. Ensuite, cela nécessite que le gouvernement soit prêt à céder cette responsabilité aux syndicats. Enfin, il convient de souligner que l'introduction d'un système de Ghent peut avoir des conséquences non intentionnelles. Par exemple, cela pourrait potentiellement polariser le marché du travail entre les travailleurs syndiqués et non syndiqués, ou cela pourrait donner aux syndicats un pouvoir disproportionné. En bref, si l'introduction d'un système de Ghent peut théoriquement renforcer le mouvement ouvrier, sa mise en œuvre pratique peut être plus complexe et dépendre de nombreux facteurs contextuels.

Ce qui ressort de l'observation de Bo Rothstein est que la réalité politique et historique est souvent plus complexe que ce que les modèles théoriques peuvent suggérer. Les motivations des gouvernements pour adopter certaines politiques peuvent dépendre de nombreux facteurs, y compris des objectifs stratégiques à long terme, des pressions politiques internes et externes, et des circonstances historiques spécifiques. Dans le cas de la France, l'introduction de l'assurance chômage par un gouvernement libéral pourrait s'expliquer par une volonté de contrôler le mouvement ouvrier, plutôt que de le renforcer. Les gouvernements libéraux peuvent avoir perçu le système de Ghent comme un moyen de canaliser l'activité syndicale dans un cadre plus formel et contrôlé. Il pourrait également avoir été considéré comme un moyen de pacifier le mouvement ouvrier en offrant certains avantages, tout en conservant le contrôle général sur la politique économique. Les syndicats français, avec leur tradition d'indépendance vis-à-vis de l'État, ont peut-être perçu cette manœuvre comme une tentative de cooptation et ont donc résisté. Par conséquent, l'échec de l'introduction du système de Ghent en France peut être vu comme une démonstration de la manière dont les conséquences non anticipées et l'interaction complexe des intérêts politiques peuvent influencer les résultats politiques.

Sur la durée cela va défavoriser le pouvoir de la classe ouvrière en France, car en France le taux de syndicalisation et l’un des plus faibles dans le secteur privé de l’ordre de moins de 10% de travailleurs syndiqués. Le mouvement de la création institutionnelle en 1905 en France par exemple, peut avoir des raisons de court terme qui ont amené ces décisions, mais ce n’est pas un acte intentionnel qui a pris en compte l’évolution dans la durée ainsi que les institutions favorables aux travailleurs dans le long terme. Les acteurs ne sont pas toujours au clair sur ce qui est avantageux pour eux. Les décisions politiques sont souvent prises en réponse à des considérations de court terme et ne tiennent pas toujours compte des conséquences à long terme. Cela peut être dû à une multitude de facteurs, y compris des pressions politiques immédiates, des calculs stratégiques erronés, ou tout simplement une incompréhension des implications à long terme d'une politique donnée.

Dans le cas de la France et du système de Ghent, il semble que les décisions prises par les gouvernements libéraux et la réaction des syndicats aient eu des conséquences non anticipées qui ont finalement affaibli le pouvoir de la classe ouvrière. C'est un exemple parfait de la manière dont les conséquences non anticipées et les erreurs de jugement peuvent avoir un impact majeur sur le développement politique et économique d'un pays. Cependant, il est important de noter que, même si les acteurs ne sont pas toujours au clair sur ce qui est avantageux pour eux à long terme, cela ne signifie pas nécessairement qu'ils agissent de manière irrationnelle. Au contraire, ils font souvent de leur mieux pour naviguer dans un environnement complexe et incertain, en s'appuyant sur les informations et les ressources dont ils disposent à un moment donné. Cela peut parfois conduire à des erreurs, mais c'est une partie inévitable du processus politique.

L'approche institutionnaliste historique met l'accent sur le fait que les institutions politiques et économiques ont des effets durables et parfois imprévus qui peuvent ne pas être immédiatement apparents lors de leur création. Il s'agit là d'une critique majeure des approches fonctionnalistes, qui considèrent généralement que les institutions sont créées pour résoudre des problèmes spécifiques et qu'elles évoluent ou disparaissent lorsque ces problèmes changent ou sont résolus. En revanche, l'institutionnalisme historique soutient que les institutions ont tendance à persister dans le temps, même lorsqu'elles ne répondent plus efficacement aux problèmes pour lesquels elles ont été initialement créées, en raison de la dynamique du pouvoir, des coûts de transaction et d'autres facteurs. De plus, cette perspective souligne également que les institutions ne sont pas toujours créées de manière rationnelle ou prévoyante. Au contraire, elles peuvent être le produit de décisions politiques impulsives, de compromis complexes ou même de pure coïncidence. Ces circonstances peuvent conduire à des résultats institutionnels qui sont très différents de ce que les acteurs initiaux auraient prévu ou souhaité, soulignant ainsi l'importance du contexte historique et des contingences dans la formation des institutions.

Path dependence

L'idée de "path dependence" est un concept central dans l'institutionnalisme historique. Ce terme fait référence à l'idée que les décisions passées et les institutions existantes peuvent orienter et limiter les choix futurs. C'est parce que, une fois qu'une institution ou une politique a été mise en place, elle crée souvent des attentes, des normes et des investissements qui rendent le changement coûteux et difficile. Dans le contexte des institutions politiques et économiques, cela signifie que même si une institution n'est plus optimale ou si elle ne sert plus les intérêts qu'elle était censée servir à l'origine, elle peut perdurer simplement parce qu'il est difficile de changer le statu quo. Les acteurs politiques, économiques et sociaux peuvent s'adapter à ces institutions et construire leurs stratégies et leurs attentes autour d'elles, rendant tout changement potentiellement perturbateur et coûteux.

L'exemple de la sécurité sociale aux États-Unis illustre bien le concept de "path dependence" en science politique.

Aux États-Unis, le système de sécurité sociale a été mis en place dans les années 1930 en réponse à la Grande Dépression. Il a été conçu pour fournir un filet de sécurité pour les travailleurs âgés, en leur fournissant un revenu de retraite de base. Cependant, le système a été conçu de telle sorte qu'il dépendait largement des cotisations des travailleurs actuels pour financer les prestations des retraités actuels. Au fil du temps, la démographie des États-Unis a changé, avec une proportion croissante de personnes âgées par rapport aux travailleurs plus jeunes. Cela a conduit à des pressions financières croissantes sur le système de sécurité sociale. Cependant, malgré les défis auxquels le système est confronté, il est extrêmement difficile de le réformer ou de le changer de manière significative. Cela est dû en partie à la dépendance des bénéficiaires actuels et futurs à l'égard de la sécurité sociale, mais aussi à la complexité du système lui-même. Les tentatives de réforme ont souvent rencontré une opposition politique et publique considérable. Ainsi, bien que le système de sécurité sociale des États-Unis puisse ne plus être le plus efficace ou le plus équitable compte tenu des réalités démographiques et économiques actuelles, il persiste en grande partie à cause de la "path dependence". Les décisions passées ont créé une institution qui est maintenant difficile à changer, malgré les problèmes évidents qu'elle présente.

William Sewell

Dans son article "Three Temporalities: Toward an Eventful Sociology", l'auteur William H. Sewell Jr. discute l'idée de la dépendance au chemin ("path dependence").[6] Cette notion suggère que les décisions, événements ou résultats passés ont un impact significatif sur les décisions, événements ou résultats futurs.

Selon Sewell, cette dépendance au chemin n'est pas simplement une question d'événements passés qui limitent les options futures. Il met en évidence l'idée que ces dépendances historiques peuvent également ouvrir de nouvelles possibilités et chemins d'action qui n'étaient pas envisagés auparavant. De plus, ces dépendances au chemin ne sont pas simplement linéaires ou déterministes. Elles sont plutôt multidimensionnelles et complexes, avec de multiples chemins possibles qui peuvent être suivis à tout moment donné.

L'idée clé de la dépendance au chemin est que les structures et les événements historiques importent. Ils façonnent les trajectoires futures de façon significative. Les décisions prises dans le passé continuent d'affecter les options disponibles dans le présent, et ces décisions passées peuvent également avoir un impact sur l'avenir de façon inattendue. C'est pourquoi il est important de prendre en compte les processus historiques lors de l'étude des phénomènes sociaux.

James Mahoney

Dans l'article "Path Dependence in Historical Sociology" publié en 2000, James Mahoney définit la dépendance de chemin (ou "path dependence") comme caractérisant des séquences historiques spécifiques dans lesquelles des événements contingents mettent en mouvement des modèles institutionnels ou des chaînes d'événements qui ont des propriétés déterministes : « Path-dependence characterizes specifically those historical sequences in which contingent events set in motion institutional patterns or event chains that have deterministic properties ».[7]

Selon Mahoney, ces événements contingents, aussi appelés événements critiques ou charnières, peuvent avoir des effets de grande ampleur et durables. Ces événements déclenchent une séquence de réactions en chaîne, entrainant la mise en place de nouvelles institutions ou de nouveaux modèles de comportement qui, une fois établis, sont difficilement modifiables.

Le concept de "path dependence" suggère donc qu'il est souvent difficile de dévier d'une trajectoire une fois qu'elle est établie, car les coûts d'une telle déviation peuvent être prohibitifs. De plus, même lorsque les circonstances changent, les institutions et les comportements créés par ces événements passés peuvent rester en place. Par conséquent, l'histoire et la séquence spécifique d'événements qui se sont produits peuvent avoir un impact profond et durable sur le cours futur des événements.

Le concept de dépendance de chemin (path dependence) dans la sociologie historique comprend cette idée d'un moment charnière, un événement initial, parfois appelé "point de basculement" ou "point critique", qui déclenche une série d'événements ultérieurs. Ce moment charnière peut sembler mineur ou non significatif à l'époque, mais il a le potentiel de déclencher une cascade d'événements qui se renforcent mutuellement. Une fois ce processus déclenché, il peut devenir auto-renforçant et difficile à inverser, même si les conditions originales qui ont conduit à l'événement initial ont changé. C'est ce qui est souvent appelé "verrouillage" (lock-in) dans la théorie de la dépendance de chemin. C'est un mécanisme par lequel une certaine structure, une fois établie, reste en place et influence le cours futur des événements, même si cette structure n'est plus optimale ou efficace. Le concept de dépendance de chemin met donc l'accent sur l'importance du temps et de la séquence des événements dans la détermination des trajectoires institutionnelles et sociales.

Paul Pierson & Theda Skocpol

L'expression "dynamics of self-reinforcing or positive feedback processes in a political system", que l'on pourrait traduire par "dynamiques de processus d'auto-renforcement ou de rétroaction positive dans un système politique", est utilisée par Paul Pierson et Theda Skocpol dans leur article "Historical Institutionalism in Contemporary Political Science" publié en 2002.[8]

Dans ce contexte, un processus d'auto-renforcement fait référence à une situation où une fois qu'une institution ou une politique est mise en place, elle tend à se renforcer elle-même par ses effets et à devenir de plus en plus résistante aux changements. Cela peut se produire pour diverses raisons, telles que l'accumulation de ressources, l'apprentissage et l'adaptation des acteurs, ou la création de nouvelles attentes et normes comportementales.

De manière similaire, une rétroaction positive est un processus dans lequel les effets d'une action ou d'une décision augmentent l'ampleur ou la probabilité de futurs événements similaires. Dans un système politique, par exemple, une politique qui favorise un certain groupe peut renforcer le pouvoir de ce groupe et augmenter la probabilité qu'il soutienne des politiques similaires à l'avenir.

Ces concepts sont centraux dans l'approche du néo-institutionnalisme historique de la science politique, qui met l'accent sur le rôle des institutions et des processus historiques dans le façonnement des résultats politiques.

Lock-in effect

Le "Lock-in effect", ou effet de verrouillage en français, est un concept qui découle de l'approche de dépendance de sentier ("Path Dependence") en sciences sociales. Il fait référence à une situation dans laquelle, une fois qu'un certain chemin ou une certaine trajectoire a été empruntée, il devient de plus en plus difficile de revenir en arrière ou de choisir une alternative. Cela est dû aux coûts croissants associés au changement de trajectoire ou à l'abandon de la voie actuelle, comme le coût de l'abandon des investissements précédents, le coût de la formation à de nouvelles pratiques ou technologies, ou le coût de la résistance des acteurs bénéficiant du statu quo. Par exemple, dans le domaine technologique, le concept de lock-in est souvent utilisé pour expliquer pourquoi une technologie particulière devient dominante, même si d'autres technologies peuvent être techniquement supérieures. Une fois qu'une technologie a gagné une certaine part de marché, elle peut bénéficier d'un effet de réseau qui renforce sa position et rend difficile le passage à une technologie concurrente.

Dans le contexte politique ou institutionnel, le lock-in peut faire référence à la façon dont des décisions ou des politiques précédentes rendent difficile le changement d'un certain statu quo, même si ce statu quo est considéré comme sous-optimal. Cela peut être dû à l'accumulation de ressources et de pouvoir par les bénéficiaires de la situation actuelle, à l'émergence de normes et de comportements qui renforcent le statu quo, ou à la résistance des acteurs qui craignent de perdre en cas de changement.

Rebrousser chemin de ce choix, de ce path choisi est aussi très difficile. Cette idée est centrale au concept de dépendance de trajectoire (path dependence) en sciences sociales. Une fois qu'une certaine voie est choisie dans un système social, politique ou économique, il devient de plus en plus difficile de la modifier ou de la changer. Les individus et les organisations s'adaptent à la trajectoire choisie, investissant du temps, de l'argent et des ressources pour s'y conformer. Ils développent des habitudes, des compétences et des attentes qui sont alignées avec cette trajectoire. Ce processus renforce la trajectoire actuelle et rend son changement de plus en plus coûteux et difficile. Les individus et les organisations sont de plus en plus réticents à abandonner la trajectoire actuelle parce qu'ils ont investi tant de ressources pour s'y conformer et parce qu'ils anticipent des coûts élevés en cas de changement. C'est ce qu'on appelle l'effet de verrouillage ou "lock-in effect". De plus, les institutions elles-mêmes peuvent renforcer la trajectoire choisie en mettant en place des règles et des réglementations qui encouragent la conformité et découragent le changement. Cela crée un cercle vicieux qui renforce encore plus la trajectoire actuelle et rend son changement encore plus difficile. C'est pourquoi, dans de nombreux cas, les choix initiaux - même s'ils étaient contingents ou basés sur des informations imparfaites - peuvent avoir des conséquences à long terme et difficilement réversibles pour la trajectoire d'une société, d'une économie ou d'un système politique.

Stickiness

Dans le contexte institutionnaliste historique, le terme "stickiness" se réfère à la manière dont les institutions ont tendance à résister aux changements, même en présence de nouvelles conditions ou de nouveaux défis. Les institutions peuvent être "collantes" ou "persistantes" en ce sens qu'elles ont tendance à perdurer dans le temps, et les structures et pratiques qu'elles mettent en place peuvent avoir un impact durable sur la société et continuer à influencer les développements futurs. Cela ne signifie pas nécessairement que les institutions sont immuables ou incapables d'évoluer. Au contraire, les institutions peuvent et changent souvent avec le temps. Cependant, ce processus de changement peut être lent, complexe et non linéaire, et les institutions peuvent souvent conserver des éléments de leur forme et de leur fonction passées, même lorsqu'elles s'adaptent à de nouvelles conditions. C'est ce qu'on entend par le terme "stickiness".

C'est là une des idées centrales de l'institutionnalisme historique. Les institutions ont une inertie propre qui leur permet de résister au changement, même face à des changements dans les préférences des acteurs ou dans l'équilibre des pouvoirs entre eux. Cela peut se produire pour plusieurs raisons :

  • Coûts de transition : Modifier une institution existante ou en créer une nouvelle peut entraîner des coûts importants, à la fois en termes de ressources matérielles et de temps. Ces coûts peuvent dissuader les acteurs de chercher à changer l'institution, même s'ils le souhaiteraient autrement.
  • Habitudes et attentes : Les acteurs se sont souvent habitués à une institution existante et ont élaboré leurs stratégies en fonction de celle-ci. Le changement peut perturber ces stratégies et créer de l'incertitude, ce qui peut aussi dissuader les acteurs de chercher à changer l'institution.
  • Effets de verrouillage et de path dependency : Une fois qu'une institution est en place, elle peut créer des dynamiques qui rendent son existence plus probable dans le futur. Par exemple, une institution peut créer des intérêts matériels qui encouragent certains acteurs à la défendre, ou elle peut façonner les croyances et les valeurs de telle sorte que les gens la considèrent comme légitime ou naturelle.

C'est pour ces raisons que les institutions peuvent résister au changement, même face à des changements dans les intérêts des acteurs ou dans l'équilibre des pouvoirs.

Le concept de "path dependence" dans l'institutionnalisme historique soutient l'idée que même si les conditions qui ont initialement conduit à l'établissement d'une institution changent, l'institution elle-même peut persister.

Le concept de "path dependence" est crucial dans l'institutionnalisme historique pour expliquer pourquoi les sociétés peuvent suivre des trajectoires historiques stables sur de longues périodes, même en l'absence des conditions originales qui ont conduit à l'établissement de ces trajectoires. Il y a plusieurs raisons pour lesquelles une société peut avoir du mal à changer de trajectoire :

  1. Effets de seuil : Une fois qu'une certaine institution ou un certain ensemble de pratiques atteint un certain niveau de prévalence, elle peut devenir "auto-renforçante" ou "auto-stabilisante". Par exemple, une fois qu'une certaine technologie ou une certaine norme sociale devient largement adoptée, elle peut devenir difficile à changer simplement parce que tant de personnes l'utilisent et en dépendent.
  2. Hystérésis : Il s'agit du phénomène par lequel l'histoire d'un système a une influence sur son état présent, même si les conditions originales ont changé. Par exemple, les anciens régimes politiques ou économiques peuvent continuer à influencer la culture politique ou économique longtemps après leur disparition.
  3. Rendements croissants : Il s'agit du phénomène par lequel plus une institution ou une pratique est utilisée, plus elle devient avantageuse à utiliser. Cela peut créer une "boucle de rétroaction positive" qui renforce et stabilise l'institution ou la pratique.

L'institutionnalisme historique, avec son concept de "path dependence", met en évidence l'inertie inhérente aux institutions politiques et sociales. Les choix faits dans le passé ont une influence déterminante sur les trajectoires futures d'une société. Les institutions existantes créent un cadre structurant pour l'action, qui oriente les comportements individuels et collectifs. Ces structures ont tendance à se perpétuer au fil du temps, même en présence de nouveaux défis ou opportunités. C'est en partie parce que les institutions sont souvent construites pour être durables et résilientes, et en partie parce qu'elles sont intégrées à des systèmes plus larges de normes, de valeurs et de pratiques qui se renforcent mutuellement. De plus, une fois qu'une certaine voie institutionnelle a été empruntée, il peut être très coûteux, difficile ou politiquement inacceptable de changer de cap. Ce "coût de sortie" peut inclure non seulement les coûts financiers, mais aussi les coûts sociaux, tels que la perturbation de relations établies, la perte de légitimité, ou la résistance de ceux qui bénéficient du statu quo. Cela signifie que les sociétés peuvent rencontrer des difficultés considérables pour changer radicalement de trajectoire. C'est une réalité que les politiques publiques et les efforts de réforme doivent prendre en compte.

Un exemple clair de la manière dont les institutions structurent les résultats socioéconomiques est entre la Suède et les États-Unis qui ont des traditions institutionnelles très différentes en ce qui concerne le marché du travail. En Suède, l'institutionnalisation du marché du travail est fortement influencée par le modèle nordique, aussi appelé modèle social-démocrate. Ce modèle se caractérise par un niveau élevé de protection sociale, une forte participation des syndicats, une régulation extensive du marché du travail et une redistribution importante par le biais du système fiscal et des prestations sociales. Ces institutions contribuent à limiter les inégalités et à fournir une certaine sécurité économique aux travailleurs. Aux États-Unis, en revanche, le marché du travail est plus libéral, avec moins de réglementation et un niveau de protection sociale plus faible. Les syndicats ont moins de poids et la redistribution par le biais du système fiscal et des prestations sociales est moins importante. En conséquence, les inégalités sont plus élevées et le risque économique est davantage porté par les individus. Ces différences institutionnelles sont profondément enracinées dans l'histoire et la culture de chaque pays, et elles illustrent bien l'idée de "path dependence" : les choix passés en matière de politique économique et sociale ont créé des trajectoires distinctes qui continuent d'influencer les résultats actuels.

Les institutions ne sont pas simplement transplantables d'un pays à l'autre, car elles sont enracinées dans des contextes culturels, sociaux, économiques et historiques spécifiques. Chaque pays a sa propre "path dependence", qui est le résultat de ses décisions et expériences passées. Ces expériences façonnent les attentes, les normes et les valeurs qui sous-tendent ses institutions.

Les États-Unis et la Suède ont des valeurs et des normes sociales très différentes, ainsi que des histoires politiques et économiques différentes, qui ont conduit à l'adoption de modèles institutionnels très différents. Les citoyens de chaque pays ont des attentes différentes en matière de rôle de l'État, de solidarité sociale, de régulation du marché du travail, etc. Ces attentes sont enracinées dans leur histoire et leur culture, et elles influencent les politiques qui sont politiquement viables et socialement acceptables.

Tenter de transplanter des institutions d'un contexte à l'autre sans tenir compte de ces différences pourrait entraîner des résultats inattendus ou indésirables. Par exemple, la mise en place d'une protection sociale extensive à la suédoise aux États-Unis pourrait se heurter à des résistances politiques et sociales, compte tenu de l'accent traditionnellement mis sur l'autonomie individuelle, la responsabilité personnelle et le libre marché. Pour réduire les inégalités, il est nécessaire de tenir compte des spécificités de chaque pays et de chercher à adapter et à améliorer les institutions existantes de manière à refléter ces spécificités. Cela pourrait impliquer, par exemple, de renforcer la protection des travailleurs, de promouvoir l'éducation et la formation tout au long de la vie, ou de réformer le système fiscal pour le rendre plus progressif. Cependant, il est crucial de comprendre que les changements institutionnels sont souvent un processus lent et complexe, nécessitant un consensus social et politique.

Les moments de création institutionnelle sont souvent des points de basculement critiques dans l'histoire d'un pays ou d'une organisation. Ces moments constituent des choix initiaux qui, une fois effectués, peuvent avoir des effets durables et profonds, orientant le développement futur le long d'un chemin spécifique. Les institutions établies lors de ces moments cruciaux peuvent créer ce que les chercheurs appellent une "dépendance au sentier" - un phénomène par lequel les choix initiaux influencent fortement les options et les possibilités disponibles à l'avenir. Cette dépendance au sentier peut rendre très difficile le changement de cap ou l'adoption de nouvelles institutions ou politiques, même lorsque les circonstances ont changé. C'est pourquoi il est crucial de comprendre ces moments de création institutionnelle et la manière dont ils façonnent les trajectoires futures. Cela peut aider à expliquer pourquoi certains pays ou organisations prennent une direction particulière, pourquoi il est si difficile de changer de direction, et comment les institutions peuvent être conçues ou réformées pour mieux répondre aux défis contemporains.

Critical juncture

Les "critical junctures" (ou moments charnières) dans la théorie institutionnaliste sont ces moments de décision clés où des choix significatifs sont effectués qui déterminent la direction d'une trajectoire institutionnelle. Ces choix initiaux peuvent avoir des effets durables et puissants sur le développement institutionnel. En d'autres termes, une "critical juncture" est une période de changement significatif où les décisions prises ont des conséquences lourdes et durables pour le cours des événements. Ce sont des moments de grande fluidité où des changements institutionnels peuvent être mis en œuvre qui divergent de ce qui existait auparavant. Ces "critical junctures" peuvent être déclenchées par divers facteurs, tels que des crises économiques, des guerres, des révolutions, des changements politiques significatifs ou d'autres événements majeurs. Les décisions prises pendant ces périodes ont souvent un impact sur le long terme, façonnant la direction de la politique, de l'économie et de la société pour les années, voire les décennies à venir.

Les "critical junctures" ou points de basculement sont souvent déclenchés par des crises majeures ou des événements importants qui perturbent l'ordre existant et créent des opportunités pour des changements institutionnels significatifs. Ces crises peuvent inclure des événements comme les guerres, les révolutions, les crises économiques ou politiques, les catastrophes naturelles, etc. Durant ces moments, les structures institutionnelles existantes peuvent être remises en question, modifiées ou même démantelées. En même temps, de nouvelles institutions peuvent être créées pour répondre aux défis posés par la crise. De cette manière, les "critical junctures" peuvent marquer le début de nouvelles trajectoires de développement institutionnel. Il est également important de noter que même si ces moments de crise sont souvent associés à des changements significatifs, l'orientation spécifique de ces changements est souvent déterminée par un certain nombre de facteurs, y compris les intérêts et les valeurs des acteurs clés, la nature de la crise elle-même, et les conditions socio-économiques et politiques existantes.

La crise financière de 2008 a amené beaucoup de chercheurs et de politologues à se demander si elle marquerait une "critical juncture", ou point de basculement, dans l'économie mondiale. Cette crise a révélé de nombreuses failles dans le système financier mondial et a mis en évidence la nécessité de régulations plus rigoureuses et d'une meilleure supervision des marchés financiers. Dans certains cas, on a assisté à des changements significatifs. Par exemple, aux États-Unis, la crise financière a conduit à l'adoption de la loi Dodd-Frank en 2010, qui a apporté d'importantes réformes réglementaires dans le secteur financier. Au niveau international, la crise a également conduit à un renforcement du rôle du G20 comme forum de coopération économique internationale. Cela a inclus des efforts pour améliorer la réglementation financière mondiale et promouvoir une croissance économique plus stable et durable. Cependant, de nombreux chercheurs et commentateurs ont noté que, malgré ces changements, de nombreux aspects fondamentaux du système financier mondial sont restés largement inchangés. Cela peut être dû à la résistance des acteurs économiques et politiques existants, à la complexité du système financier mondial et à l'absence de consensus sur les solutions alternatives. Par conséquent, bien que la crise financière de 2008 ait conduit à certains changements, il reste à voir si elle marque une véritable "critical juncture" dans l'évolution de l'économie mondiale.

Les événements majeurs comme les guerres, les révolutions ou les changements politiques massifs peuvent créer des "critical junctures" ou des moments de basculement qui transforment radicalement les trajectoires historiques et institutionnelles des pays. Par exemple, après la Seconde Guerre mondiale, l'Allemagne a connu un réaménagement majeur de son système politique et économique, passant d'un régime totalitaire à une démocratie libérale avec une économie de marché. Cela a eu des effets durables sur le développement de l'Allemagne dans les décennies qui ont suivi. De même, le Printemps arabe, qui a débuté en 2010, a entraîné des changements politiques significatifs dans de nombreux pays du Moyen-Orient et de l'Afrique du Nord. Dans certains pays, comme la Tunisie, cela a conduit à une transition vers une démocratie plus ouverte, tandis que dans d'autres, comme la Syrie ou la Libye, cela a entraîné un conflit et une instabilité prolongés. Ces "critical junctures" sont souvent des périodes de changement intense et d'incertitude, mais elles peuvent aussi offrir des opportunités pour la réforme institutionnelle et le changement social. Cependant, comme le souligne l'approche institutionnaliste historique, les résultats de ces moments formateurs sont fortement influencés par les institutions existantes et les trajectoires historiques, et ils peuvent souvent avoir des conséquences imprévues et durables.

L'institutionnalisme historique conteste les approches qui cherchent à expliquer les phénomènes sociaux et politiques en se fondant sur des relations constantes entre variables indépendantes et dépendantes, souvent mesurées à l'aide de l'analyse de régression. Dans ce type d'approches, on suppose généralement que la relation entre deux variables (par exemple, le niveau d'éducation et le revenu, ou le niveau de démocratie et le développement économique) est constante à travers différents contextes et périodes de temps. Cependant, les institutionnalistes historiques soutiennent que ces approches négligent souvent l'importance du contexte historique et institutionnel dans lequel ces relations se produisent. Ils soutiennent que les relations entre variables peuvent être fortement influencées par des facteurs contextuels, tels que les institutions existantes, les normes culturelles et les trajectoires historiques. Par exemple, le lien entre l'éducation et le revenu peut varier considérablement en fonction du système éducatif, du marché du travail et des politiques sociales d'un pays. De même, le lien entre la démocratie et le développement économique peut être influencé par de nombreux facteurs historiques et institutionnels, tels que l'héritage colonial, le régime politique, les ressources naturelles et les conflits internes. En mettant l'accent sur le rôle du contexte historique et institutionnel, l'institutionnalisme historique cherche à fournir une analyse plus nuancée et plus riche des phénomènes sociaux et politiques.

Les institutionnalistes historiques soutiennent que le contexte institutionnel d'un pays - ses règles, réglementations, normes et structures - peut fortement influencer son parcours historique et ses résultats socio-politiques. Les institutions peuvent définir des incitations, des contraintes et des opportunités pour les acteurs, influençant ainsi leurs comportements et leurs choix. C'est pourquoi les institutionnalistes historiques sont souvent sceptiques quant aux tentatives de généraliser les relations causales entre variables à travers différents contextes institutionnels. Ils soutiennent que ce qui fonctionne dans un contexte institutionnel peut ne pas fonctionner dans un autre. En conséquence, ils préconisent une approche plus contextuelle et historiquement sensibilisée, qui prend en compte les spécificités institutionnelles de chaque pays ou groupe de pays. Cela peut impliquer des études de cas approfondies, des comparaisons historiques et des analyses de la façon dont les institutions et les trajectoires historiques peuvent influencer les résultats sociaux et politiques. Dans cette perspective, l'analyse de la path dependence, des moments charnières (critical junctures), de l'effet de verrouillage (lock-in effect) et de la stickiness des institutions sont des concepts clés pour comprendre les dynamiques de changement et de continuité dans la vie politique et sociale.

Dans un pays avec des institutions du marché du travail fortes et protectrices des travailleurs (comme certains pays d'Europe occidentale), les employeurs pourraient avoir plus de difficultés à augmenter le temps de travail en réponse à la pression de la concurrence internationale. Les syndicats, les conventions collectives et les réglementations du travail pourraient limiter leur capacité à le faire. En revanche, dans un pays avec des institutions du marché du travail plus flexibles et moins protectrices des travailleurs (comme les États-Unis), les employeurs pourraient avoir plus de latitude pour augmenter le temps de travail en réponse à la même pression de la concurrence internationale. Dans ces deux cas, les institutions du marché du travail influencent la façon dont les acteurs économiques locaux répondent à la mondialisation. Ce n'est pas simplement une question de coûts économiques et de compétitivité, mais aussi de normes, de réglementations et de structures institutionnelles.

Les syndicats, en tant qu'institutions, peuvent jouer un rôle clé dans la détermination de l'impact de la mondialisation sur les conditions de travail. Dans les pays où les syndicats sont forts et ont une grande influence, ils peuvent être en mesure de résister à l'augmentation de la pression pour des heures de travail plus longues, même face à une concurrence internationale accrue. Ils peuvent négocier de meilleures conditions pour les travailleurs, y compris des limites sur le temps de travail. À l'inverse, dans les pays où les syndicats sont faibles ou ont une influence limitée, ils peuvent être moins en mesure de résister à ces pressions. Par conséquent, les travailleurs dans ces pays peuvent être plus susceptibles de voir une augmentation de leurs heures de travail à mesure que la mondialisation économique s'intensifie. Cela démontre l'importance de l'institutionnalisme historique, qui se concentre sur l'analyse des institutions comme les syndicats, et comment elles influencent les réponses à des défis tels que la mondialisation économique.

Les relations économiques, telles que celle entre les investissements directs étrangers (IDE) et le temps de travail, ne sont pas uniformes à travers le temps et l'espace. Elles sont fortement influencées par le contexte institutionnel spécifique d'un pays à un moment donné. Par exemple, un pays avec un système de relations de travail fortement régulé et des syndicats puissants pourrait être en mesure de résister à une augmentation des heures de travail en dépit d'une augmentation des IDE. Dans ce contexte, les institutions agissent comme un modérateur dans la relation entre les IDE et le temps de travail. D'un autre côté, dans un pays avec des syndicats faibles et un marché du travail moins régulé, une augmentation des IDE pourrait entraîner une augmentation du temps de travail. Les institutions (ou leur absence) dans ce contexte pourraient ne pas offrir le même niveau de protection aux travailleurs. C'est une illustration parfaite de la manière dont le contexte institutionnel spécifique d'un pays peut influencer les résultats économiques et sociaux.

Critique du principe explicatif de constant causes

La critique de l'approche de "causes constantes" par les institutionnalistes historiques est liée à la prise en compte du contexte. La pensée institutionnaliste historique fait valoir que les explications générales qui s'appliquent uniformément à tous les contextes peuvent manquer des nuances importantes. Pour l'institutionnalisme historique, le contexte compte beaucoup. Les institutions sont considérées comme façonnées par l'histoire, et à leur tour, elles façonnent les comportements individuels et collectifs et les trajectoires de développement au sein d'un pays ou d'une région. Par conséquent, le contexte dans lequel une institution évolue est fondamental pour comprendre son rôle et son impact. Par exemple, dans le domaine de la politique publique, une politique qui fonctionne bien dans un pays peut ne pas fonctionner de la même manière dans un autre pays, simplement à cause des différences dans le contexte institutionnel. Cela ne signifie pas que la recherche de "causes constantes" n'a pas de valeur. Au contraire, cette recherche peut nous aider à identifier des tendances générales et à développer des théories. Mais les institutionnalistes historiques nous rappellent que nous devons également être attentifs au contexte spécifique et à la manière dont celui-ci peut influencer les résultats.

Pour Coser, la science social, "on the basis of the substantive enlightenment… it is able to supply about the social structures in which we are enmeshed and which largely condition the course of our lives”.[9] Closer souligne ici l'importance de la sociologie et des sciences sociales plus généralement en tant qu'outils pour nous aider à comprendre les structures sociales qui façonnent notre vie. En d'autres termes, la valeur des sciences sociales réside dans leur capacité à éclairer les systèmes et structures dans lesquels nous vivons et qui influencent grandement notre vie quotidienne.

Selon cette perspective, les sciences sociales devraient nous aider à comprendre les institutions, les relations, les dynamiques de pouvoir, les idéologies, les normes sociales, et d'autres éléments clés de nos sociétés qui influencent notre comportement, nos opportunités et nos expériences de vie. La sociologie, par exemple, peut nous aider à comprendre pourquoi certaines personnes ou certains groupes ont plus de pouvoir que d'autres, comment les structures sociales contribuent à la reproduction de l'inégalité, ou comment les normes sociales influencent nos comportements. En fin de compte, Coser suggère que la mesure de la réussite des sciences sociales devrait être l'éclairage substantiel qu'elles apportent à notre compréhension du monde social. Cela implique une attention constante à l'analyse de nos structures sociales et à la manière dont elles façonnent nos vies.

L'institutionnalisme historique, qui s'intéresse à la manière dont les institutions et leurs histoires façonnent les trajectoires politiques et économiques, utilise des concepts comme l'"institutional layering" (superposition institutionnelle) et l'"institutional conversion" (conversion institutionnelle) pour expliquer comment les institutions changent et se transforment au fil du temps.

  • Institutional Layering: Ce terme est utilisé pour décrire le processus par lequel de nouvelles institutions ou règles sont ajoutées aux institutions existantes sans nécessairement éliminer ou remplacer les anciennes. C'est un processus de changement institutionnel plus graduel et cumulatif. Par exemple, dans un système de santé, l'introduction d'un nouveau système d'assurance maladie publique ne supprime pas nécessairement les prestataires de soins de santé privés existants, mais vient s'ajouter à eux, créant ainsi une couche supplémentaire d'institutions.
  • Institutional Conversion: Ce concept fait référence à un processus de changement plus radical dans lequel une institution existante est transformée en une institution de nature très différente. Cela peut se produire lorsque les acteurs institutionnels réinterprètent ou réaffectent les ressources, les rôles ou les règles d'une institution pour répondre à de nouvelles exigences ou opportunités. Par exemple, une organisation non gouvernementale (ONG) initialement créée pour fournir une aide d'urgence pourrait être "convertie" en une institution axée sur le développement à long terme.

Ces deux concepts mettent en lumière les différentes façons dont les institutions peuvent évoluer et changer en réponse à de nouvelles exigences, opportunités ou défis. Ils reconnaissent que le changement institutionnel n'est pas toujours un processus de remplacement complet d'une institution par une autre, mais peut souvent être un processus plus graduel et complexe d'adaptation et de transformation.

L'Institutionnalisme Historique fait la distinction entre le changement institutionnel et le rôle des institutions comme variable indépendante dans l'explication des résultats politiques et sociaux. Dans cette approche, les institutions ne sont pas seulement des variables indépendantes qui influencent les comportements et les résultats, mais aussi des variables dépendantes qui sont elles-mêmes influencées par un certain nombre de facteurs sociaux, politiques et économiques. Cela signifie que l'Institutionnalisme Historique s'intéresse non seulement à la manière dont les institutions façonnent les comportements et les résultats, mais aussi à la manière dont les institutions elles-mêmes changent et évoluent au fil du temps.

Par exemple, on peut se demander comment une institution spécifique, comme un système de sécurité sociale, a évolué au fil du temps en réponse à des changements dans l'économie ou la société. Ce serait considérer l'institution comme une variable dépendante. D'un autre côté, on pourrait se demander comment ce même système de sécurité sociale a influencé les comportements des individus ou les résultats en matière de santé et de bien-être. Dans ce cas, l'institution serait considérée comme une variable indépendante.

Quant à l'institutional layering (superposition institutionnelle) et l'institutional conversion (conversion institutionnelle), ces concepts servent à expliquer les différentes façons dont les institutions peuvent évoluer et changer. L'institutional layering fait référence à l'ajout de nouvelles institutions ou règles aux institutions existantes, tandis que l'institutional conversion se réfère à la transformation d'une institution existante en quelque chose de radicalement différent. Ces deux concepts reconnaissent donc la possibilité et la réalité du changement institutionnel.

L'institutionnalisme historique reconnaît que les institutions ne sont pas statiques mais peuvent évoluer et changer au fil du temps, souvent de manière plus graduelle que radicale.

Dans l'institutional layering, de nouvelles initiatives ou procédures sont ajoutées à l'institution existante sans la remplacer complètement. Cela peut être vu comme une évolution plutôt qu'une révolution, où les changements se font graduellement et en parallèle avec les structures existantes. Dans l'institutional conversion, les institutions existantes sont réorientées vers de nouvelles fonctions ou objectifs. Les structures institutionnelles demeurent, mais leurs fonctions changent, parfois de manière significative. En ce qui concerne la théorie des groupes d'intérêts, elle est également pertinente pour l'institutionnalisme historique. Cette théorie met en évidence le rôle des conflits entre différents groupes sociaux et économiques dans la dynamique politique. Selon cette théorie, les groupes d'intérêts rivalisent pour obtenir des ressources limitées, et les institutions politiques sont souvent le lieu de ces luttes.

L'institutionnalisme historique, toutefois, ne se contente pas de considérer ces conflits, mais s'interroge également sur la manière dont ils sont structurés et façonnés par les institutions politiques existantes. De plus, il s'intéresse à la manière dont ces structures institutionnelles varient d'un pays à l'autre et dans le temps. Cela reflète son attention à la fois pour le rôle des institutions en tant que facteurs déterminants des comportements politiques et pour la manière dont elles sont elles-mêmes façonnées et transformées.

Anhänge

  • Path Dependence in Historical Sociology - James Mahoney; Theory and Society , Vol. 29, No. 4 (Aug., 2000) , pp. 507-548 - Published by: Springer; Article Stable URL: http://www.jstor.org/stable/3108585
  • Rothstein, Bo. The Social Democratic State: The Swedish Model and the Beaureaucratic Problem of Social Reform. Pittsburgh, PA: U of Pittsburgh, 1995

Referenzen

  1. Krasner, Stephen D. (ed). 1983. International Regimes. Ithaca, NY: Cornell University Press.
  2. Institutions, Institutional Change and Economic Performance, Douglass North ed. Cambridge University Press, 1990, 159 p.
  3. http://www.unesco.amu.edu.pl/pdf/olsen2.pdf
  4. CHRISTINA L. DAVIS - International Institutions and Issue Linkage: Building Support for Agricultural Trade Liberalization. American Political Science Review Vol. 98, No. 1 February 2004
  5. Rothstein, Bo. "Labor-market institutions and working-class strength." Structuring politics: Historical institutionalism in comparative analysis (1992): 33-56.
  6. Sewell, "Three Temporalities," 262-263. For scholars who basically adopt this definition, see Barbara Geddes, "Paradigms and Sand Castles in Comparative Politics of Developing Areas," in William Crotty, editor. Politic~al Sc~ienc~e: Looking to the Future, vol. 2. (Evanston, Ill.: Northwestern University Press 1991). 59; Isaac. "Transforming Localities," 7: Terry Lynn Karl, Tl~eParadox of'Plentj~: Oil Booin.\ and Petro- state^ (Berkeley: University of California Press, 1997), 11: Jill Quadagno and Stan J. Knapp. "Have Historical Sociologists Forsaken Theory?: Thoughts on the HistoryITheory Relationship." Sociologicirl Met11od.t irnd Rc~mrc,ll 20 (1992): 481--507; Somers. "We're No Angels." 768-769: Tilly. "Future History." 710.
  7. http://www.jstor.org/discover/10.2307/3108585?uid=3737760&uid=2&uid=4&sid=21105163650823
  8. Skocpol T, Pierson P. “Historical Institutionalism in Contemporary Political Science”. In: Katznelson I, Milner HV Political Science: State of the Discipline. New York: W.W. Norton; 2002. pp. 693-721.
  9. Coser, Lewis A. “Presidential Address: Two Methods in Search of a Substance.” American Sociological Review, vol. 40, no. 6, 1975, pp. 691–700. JSTOR, https://doi.org/10.2307/2094174.