« Dynamik nationaler Märkte und Globalisierung des Warenaustauschs » : différence entre les versions
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Protektionismus entsteht oft als Reaktion auf den ausländischen Wettbewerbsdruck, dem die heimischen Industrien ausgesetzt sind. Regierungen, die eine protektionistische Politik verfolgen, verhängen in der Regel Einfuhrzölle, Kontingente oder andere Beschränkungen, die die Kosten für ausländische Produkte auf dem heimischen Markt erhöhen. Damit sollen die inländischen Produkte preislich wettbewerbsfähiger gemacht werden oder der inländischen Industrie Zeit gegeben werden, sich an die internationale Konkurrenz anzupassen und zu modernisieren. Diese Maßnahmen können die Entwicklung und das Überleben von neu entstehenden oder in Schwierigkeiten befindlichen Industriezweigen fördern, indem sie ihnen eine Art Schutzschild gegen billige und oftmals wettbewerbsfähigere Importe bieten. Protektionismus kann auch die Form direkter staatlicher Subventionen für lokale Industrien oder spezieller Regelungen annehmen, die inländische Unternehmen begünstigen. Dennoch ist der Protektionismus ein Thema intensiver wirtschaftlicher Debatten. Seine Kritiker argumentieren, dass er zu allgemeiner Ineffizienz, höheren Preisen für die Verbraucher und Vergeltungsmaßnahmen im Handel führt, während seine Befürworter behaupten, dass er zum Schutz der Arbeitsplätze und der nationalen industriellen Fähigkeiten notwendig ist. Die Abwägung zwischen den Vorteilen des Schutzes lokaler Industrien und den potenziellen Kosten für die Verbraucher und die Gesamtwirtschaft steht im Mittelpunkt der Diskussionen über Protektionismus. | |||
Der Freihandel steht für eine Handelspolitik, die auf dem Prinzip beruht, tarifäre und nichttarifäre Handelshemmnisse zwischen Ländern zu reduzieren oder zu beseitigen. Dadurch können Waren und Dienstleistungen mit einem Minimum an Hindernissen über internationale Grenzen hinweg zirkulieren. Freihandelsabkommen werden häufig eingeführt, um diese Art von Handel zu fördern, mit der Vorstellung, dass dies die wirtschaftliche Effizienz steigern kann, da sich die Märkte auf natürliche Weise an die Angebots- und Nachfragebedingungen auf globaler Ebene anpassen können. Unter Freihandel konzentrieren sich die Länder auf die Produktion von Waren und Dienstleistungen, bei denen sie einen komparativen Vorteil haben, d. h. die sie im Vergleich zu anderen effizienter oder kostengünstiger herstellen können. Dies sollte theoretisch zu einer effizienteren Ressourcenallokation, einem höheren Wirtschaftswachstum, niedrigeren Preisen für die Verbraucher und einer größeren Auswahl auf dem Markt führen. Dennoch kann der Freihandel zwar Effizienzgewinne und Vorteile für die Verbraucher mit sich bringen, aber er kann auch zu Arbeitsplatzverlusten in Branchen führen, die nicht mit Billigimporten konkurrieren können, und in einigen Branchen einen Abwärtsdruck auf die Löhne verursachen. Die Debatten um den Freihandel konzentrieren sich daher auf die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen den Vorteilen offener Märkte und dem Schutz der einheimischen Industrie und der Arbeitnehmer. | |||
=== | === Vom postnapoleonischen Isolationismus zum Freihandel === | ||
Die Zeit nach den Napoleonischen Kriegen war von einer starken protektionistischen Bewegung in ganz Europa geprägt. In der Nachkriegszeit von 1815 versuchten die von den Konflikten verwüsteten Nationen, ihre Wirtschaft wieder aufzubauen. Der Protektionismus erschien diesen Ländern als eine Möglichkeit, sich gegen die Handelsdominanz Großbritanniens zu schützen, das in der industriellen Revolution bedeutende Fortschritte gemacht hatte, während die anderen Nationen in Kriege verstrickt waren. Für Länder wie Frankreich und Belgien, die ihre eigene Industrialisierung einleiteten, bot der Protektionismus ein Umfeld, in dem sich die aufstrebenden Industrien entwickeln konnten, ohne von der Konkurrenz britischer Produkte, die oft weiter entwickelt und billiger waren, erstickt zu werden. Zölle und Einfuhrbeschränkungen waren Schlüsselinstrumente in dieser Strategie und ermöglichten es den lokalen Industrien, zu reifen und wettbewerbsfähig zu werden. Dieser Zeitraum ist in der Chronologie der Wirtschaftsgeschichte wichtig, da er zeigt, welche Auswirkungen eine protektionistische Politik auf die nationale industrielle Entwicklung haben kann. Dies bereitete auch den Boden für spätere wirtschaftliche Entwicklungen und die anschließende schrittweise Liberalisierung des Handels. | |||
Der Zeitraum von 1850 bis 1873 war durch eine Reihe von Agrarkrisen gekennzeichnet, von denen die Kartoffelkrankheit wohl die bemerkenswerteste war, wie etwa die große Hungersnot in Irland, die in den 1840er Jahren begann. Missernten in vielen Teilen Europas führten zu Nahrungsmittelknappheit und steigenden Preisen für Grundnahrungsmittel wie Weizen. Angesichts dieser Herausforderungen sahen sich mehrere Länder, die für ihren Lebensunterhalt stark von der Landwirtschaft abhängig waren und nicht in der Lage waren, genügend Nahrungsmittel für ihre Bevölkerung zu produzieren, gezwungen, ihre Handelspolitik zu lockern. Die Senkung der Steuern und Zölle auf die Einfuhr von Weizen und anderen Getreidesorten war von entscheidender Bedeutung, um den Zugang zu Nahrungsmitteln zu ermöglichen und Hungersnöte und Preisinflation zu bekämpfen. Diese Senkung der Handelsschranken war eine Form der pragmatischen Reaktion auf Nahrungsmittelkrisen und markierte eine Wende hin zu einer liberaleren Handelspolitik. Sie entlastete vorübergehend den Druck auf die lokale Bevölkerung und öffnete gleichzeitig die nationalen Märkte für ausländische Konkurrenz, was langfristig auch zu einer stärkeren wirtschaftlichen Integration und zur Entstehung globalerer Handelsbeziehungen beitragen konnte. | |||
Die Zeit von 1874 bis 1895 war von einer tiefen wirtschaftlichen Depression geprägt, die häufig als die Große Depression des 19. Jahrhunderts bezeichnet wird. Diese Krise wurde durch mehrere miteinander verbundene Faktoren ausgelöst, insbesondere durch die massiven Auswirkungen der Ankunft von amerikanischem Weizen auf den europäischen Märkten. Die amerikanische Agrarproduktion, die durch die Fertigstellung der großen transkontinentalen Eisenbahnlinien angekurbelt wurde, überschwemmte Europa mit billigem Getreide, destabilisierte die traditionellen Agrarmärkte und verschärfte die Schwierigkeiten der europäischen Landwirte. Im Industriesektor war dieser Zeitraum ebenfalls Zeuge einer bedeutenden Krise. Als Reaktion auf eine erhöhte Nachfrage aus den USA aufgrund des Baus ihrer Eisenbahnstrecken hatte die europäische Stahlindustrie ihre Produktionskapazitäten erheblich ausgeweitet. Es entstanden große Stahlwerke, die den für Schienen und Lokomotiven benötigten Stahl herstellten. Doch nach 1873, nachdem die USA und Deutschland - letzteres hatte die französische Kriegsentschädigung in seine Eisenbahnvereinigung investiert - den Bau ihrer Eisenbahnnetze abgeschlossen hatten, brach die Nachfrage nach Eisenbahnmaterial ein. Europa hatte daraufhin eine Stahlindustrie, die im Verhältnis zur Nachfrage überdimensioniert war. Die Überkapazitäten führten zu einer Überproduktionskrise, was einen Verfall der Stahlpreise zur Folge hatte. Die weniger soliden Unternehmen überlebten diesen drastischen Nachfrageeinbruch nicht, was zu Konkursen und Massenentlassungen führte. Arbeitnehmer, deren Arbeitsplätze von diesen Industrien abhingen, wurden arbeitslos, wodurch sich die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in ganz Europa verschärften. Diese düstere Zeit zeigte, wie anfällig Volkswirtschaften für die Volatilität der Weltmärkte sind, und unterstrich die Notwendigkeit wirtschaftlicher Diversifizierung, um Gesellschaften vor solch zerstörerischen sektoralen Schocks zu schützen. | |||
Die Zeit von 1895 bis 1914 war eine Ära der wirtschaftlichen Erholung nach den langen Jahren der Depression, die das Ende des 19. Jahrhunderts geprägt hatten. Die westlichen Nationen versuchten, sich von früheren Krisen zu erholen, und verfolgten häufig eine protektionistische Politik. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, die heimischen Industrien zu unterstützen und zu stabilisieren, indem sie sie durch hohe Zölle und Einfuhrquoten vor ausländischer Konkurrenz schützten. Trotz des erneuten Wirtschaftswachstums kehrte der Freihandel nicht als vorherrschendes System zurück. Im Gegenteil, die Zeit wird oft als Höhepunkt des Protektionismus in vielen westlichen Ländern angesehen. Die Gründe für diese protektionistische Politik waren der Wunsch, nationale Arbeitsplätze zu sichern und die unabhängige Industrialisierung zu fördern, sowie eine Reaktion auf die wahrgenommenen Auswüchse der Globalisierung, die zu früheren wirtschaftlichen Ungleichgewichten und Krisen geführt hatten. Während dieser Zeit blieb das Vereinigte Königreich die dominierende Wirtschaftsmacht, wobei London als das Finanzzentrum der Welt fungierte. Andere Nationen, wie die USA und Deutschland, begannen jedoch, diese Vormachtstellung mit ihren eigenen, schnell wachsenden Industrien herauszufordern. Der Protektionismus trug zur Verfestigung dieser Trends bei, wobei die Länder Wirtschaftsstrategien entwickelten, die sich auf die Selbstversorgung und das Wachstum der Binnenmärkte konzentrierten. In dieser Zeit kam es auch zu einem Wettrüsten und kolonialen Rivalitäten, die ihren Höhepunkt im Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 fanden. Der Protektionismus, der die nationalen Industrien, insbesondere die Rüstungsindustrie, stärkte, spielte somit auch eine Rolle bei den zunehmenden geopolitischen Spannungen dieser Zeit. | |||
In dieser Zeit des hohen Protektionismus in den meisten westlichen Ländern zeichneten sich die Schweiz und Großbritannien durch ihren unterschiedlichen Handelsansatz aus. Die Schweiz war aufgrund ihrer geringen Größe und des Mangels an reichlich vorhandenen natürlichen Ressourcen stark vom Export hochwertiger Produkte und vom Import von Rohstoffen abhängig. Aus diesem Grund konnte sie sich keine protektionistische Politik leisten, die zu Vergeltungsmaßnahmen ihrer Handelspartner geführt und ihren Zugang zu den Exportmärkten eingeschränkt hätte. Die Schweizer Wirtschaft verlegte sich daher auf Sektoren, in denen sie einen Wettbewerbsvorteil aufrechterhalten konnte, wie Uhren, Präzisionsinstrumente und später auch Pharma- und Finanzprodukte. Großbritannien hingegen hatte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts den Freihandel eingeführt und 1846 die Corn Laws aufgehoben, die zuvor eine Politik zum Schutz der britischen Getreideproduzenten markiert hatten. Als führende Industrienation und dank seines ausgedehnten Kolonialreichs, das ihm zahlreiche Absatzmärkte und Ressourcen bot, konnte Großbritannien von der Öffnung der internationalen Märkte profitieren. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts sah sich jedoch selbst Großbritannien als Reaktion auf den Aufstieg konkurrierender Industrien in den USA und Deutschland zunehmend protektionistischem Druck ausgesetzt. Während dieser Zeit behielten Nationen wie Deutschland, Frankreich und Italien ihre protektionistische Politik bei. Für diese Länder dienten hohe Zölle und Einfuhrkontrollen dazu, ihre aufstrebenden Industrien zu schützen oder die Preise für Agrarprodukte gegen die ausländische Konkurrenz zu stützen. Der Protektionismus wurde auch als wirtschaftspolitisches Instrument zur Förderung der Industrialisierung und zur Verfolgung nationaler strategischer Ziele eingesetzt, manchmal auf Kosten der internationalen Handelsbeziehungen. | |||
=== | === Protektionismus angesichts des globalen Wettbewerbs: Ursachen und Folgen === | ||
Die Abschottung der nationalen Märkte durch protektionistische Maßnahmen im späten 19. Jahrhundert war weitgehend durch die Verteidigung der nationalen Agrarsektoren vor neuen internationalen Konkurrenten motiviert. Die Krise von 1873, die häufig auf die Überschwemmung der europäischen Märkte mit billigem Weizen aus den amerikanischen Great Plains zurückgeführt wurde, leitete eine Ära des verschärften weltweiten Agrarwettbewerbs ein. Als die Kosten für den Seetransport dank technologischer Fortschritte wie Dampfschiffen und der Öffnung von Seewegen wie dem Suezkanal sanken, wurden Länder mit riesigen landwirtschaftlichen Nutzflächen wie Argentinien und Australien zu immer wichtigeren Exporteuren. Argentinien mit seinen fruchtbaren Pampas wurde zu einem großen Exporteur von Rindfleisch und nutzte die mechanische Kühlung, um Fleisch nach Europa zu schicken. Australien wiederum nutzte seine weiten Ländereien und sein Klima, um ein wichtiger Exporteur von Wolle und Weizen zu werden. Diese neuen Akteure auf dem Weltmarkt setzten die europäischen Landwirte unter Druck, da ihre kleinen Betriebe bei den Produktionskosten nicht mithalten konnten. Daraufhin reagierten viele europäische Länder mit der Errichtung von Zollschranken, um ihre Landwirte vor der Konkurrenz durch billige Agrarprodukte aus der südlichen Hemisphäre und aus Amerika zu schützen. Der Agrarprotektionismus war somit eine direkte Reaktion auf die Globalisierung des Agrarsektors und die damit einhergehende Bedrohung der traditionellen Agrarstrukturen in Europa. Ziel dieser Politik war es, die Preise für Agrarprodukte auf einem Niveau zu halten, das den lokalen Landwirten das Überleben ermöglichte, und gleichzeitig zu versuchen, das soziale und wirtschaftliche Gefüge der ländlichen Gemeinden zu erhalten. | |||
Das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert war eine Zeit des wachsenden Nationalismus und der militärischen Bereitschaft, insbesondere in Europa. Nationalistische Bedenken wurden durch die Angst vor dem Verschwinden traditioneller Agrarstrukturen verstärkt, die die Grundlage vieler nationaler Gesellschaften bildeten. Die nationale Bauernschaft wurde nicht nur als Quelle der Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln gesehen, sondern auch als wesentlicher Bestandteil der nationalen Identität und Kultur. Die Landwirtschaft wurde auch als strategisch lebenswichtig im Falle eines Konflikts angesehen, da eine Nation, die in der Lage ist, ihre eigenen Nahrungsmittel zu produzieren, in Kriegszeiten weniger anfällig für Blockaden und Importstörungen ist. Dies gewann vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen und des Wettrüstens, die für Europa im Vorfeld des Ersten Weltkriegs kennzeichnend waren, an Bedeutung. Auf politischer Ebene hatten die Regierungen dieser Zeit, die oft als links oder sozial fortschrittlich wahrgenommen wurden, ein Interesse daran, die Interessen der traditionell eher konservativen Bauernschaft zu wahren. Der Schutz der Landwirtschaft durch protektionistische Maßnahmen war daher auch eine Wahlstrategie, mit der die Unterstützung der ländlichen Bevölkerung gewonnen oder erhalten werden sollte. Somit waren die Motive hinter der Aufrechterhaltung des Protektionismus komplex und miteinander verflochten und verbanden wirtschaftliche, strategische, politische und kulturelle Überlegungen. Diese einmal eingeführten protektionistischen Politiken waren oft schwer abzubauen und hielten sich bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs, der die globale wirtschaftliche und politische Ordnung auf dramatische Weise umgestalten sollte. | |||
Die Theorie von Gerschenkron besagt, dass Länder, die ihren Industrialisierungsprozess später beginnen, von einem "Rückstandsvorteil" (backwardness advantage) profitieren: Sie können direkt zu den fortschrittlichsten Technologien springen, ohne die Zwischenstufen durchlaufen zu müssen, die die Pioniere der Industrialisierung erdulden mussten. Dadurch können sie ihre industrielle Entwicklung beschleunigen und schnell zu den etablierteren Volkswirtschaften aufschließen. Während der wirtschaftlichen Depression, die von 1873 bis 1895 herrschte, durchlief die europäische Industrie einen tiefgreifenden Strukturwandel. Eine wichtige Veränderung war der Übergang von der Eisen- zur Stahlproduktion, einem Material, das stärker ist und sich besser für eine Vielzahl von industriellen Anwendungen eignet. Mit der Einführung neuer Herstellungsverfahren, wie dem Bessemer-Verfahren, konnte die Stahlindustrie ihre Produktivität und die Qualität ihrer Produktion erheblich steigern. Spätentwickler" wie Russland nutzten diese Zeit, um direkt moderne Hochöfen zu bauen, die für die Stahlproduktion geeignet waren, ohne die bestehende Infrastruktur, die der Eisenproduktion gewidmet war, umbauen zu müssen. Im Gegensatz dazu mussten die Länder der ersten Industrialisierungswelle, wie Großbritannien oder Belgien, in die Modernisierung ihrer Industrieanlagen investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Um sich gegen die Konkurrenz der Neulinge in der Industrialisierung zu wehren, die aufgrund ihrer fortgeschrittenen Technologie von niedrigeren Produktionskosten profitierten, griffen die alteingesessenen Industrieländer häufig auf den Protektionismus zurück. Durch die Einführung von Zollschranken für die Einfuhr von Industrieprodukten wollten diese Nationen ihre etablierten Industrien schützen, Arbeitsplätze erhalten und ihren Unternehmen Zeit geben, sich an die neuen Bedingungen auf dem Weltmarkt anzupassen. | |||
= | = Entwicklung und Interdependenz der industrialisierten Volkswirtschaften = | ||
== | == Wirtschaftliche Dominanz und Kooperation vor dem 20. == | ||
À la fin du XIXe siècle, la complexification des économies avancées et l'émergence d'une complémentarité à l'échelle mondiale marquent une période de transformations économiques et géopolitiques significatives. De 1850 à 1900, la Grande-Bretagne a été le pôle primaire de l'économie mondiale, dominant les échanges commerciaux et financiers internationaux grâce à son empire étendu, sa marine puissante, et son avance industrielle. Durant cette même période, les États-Unis ont commencé à émerger en tant que puissance économique secondaire, avec un potentiel de devenir un pôle majeur dans le système intercontinental. L'adoption de la doctrine Monroe en 1823, qui s'est renforcée tout au long du XIXe siècle, illustre cette montée en puissance. Elle affirmait que toute intervention européenne dans les affaires des nations du continent américain serait considérée comme une action hostile à l'égard des États-Unis. Cette politique avait pour objectif de prévenir le colonialisme européen dans l'hémisphère occidental et de marquer la sphère d'influence américaine. Cette période voit également les États-Unis commencer à contester la suprématie commerciale et maritime de la Grande-Bretagne. La rivalité anglo-américaine se manifeste non seulement dans le domaine économique, mais aussi dans la politique étrangère et la présence militaire. Les tensions entre les deux nations reflètent le changement dans l'équilibre des puissances économiques et politiques, avec les États-Unis cherchant à étendre leur influence au-delà de leurs frontières et à prendre une place prépondérante sur la scène internationale. Cette transition est également marquée par une différenciation croissante des rôles économiques : tandis que la Grande-Bretagne continue d'être le centre financier du monde et un exportateur majeur de produits manufacturés, les États-Unis, avec leur vaste territoire et leurs ressources naturelles abondantes, deviennent un leader dans la production de matières premières et de denrées alimentaires. La complémentarité des deux économies, avec l'une fournissant des capitaux et des biens finis et l'autre des ressources et des produits agricoles, contribue à la dynamique d'un marché mondial de plus en plus interdépendant. | À la fin du XIXe siècle, la complexification des économies avancées et l'émergence d'une complémentarité à l'échelle mondiale marquent une période de transformations économiques et géopolitiques significatives. De 1850 à 1900, la Grande-Bretagne a été le pôle primaire de l'économie mondiale, dominant les échanges commerciaux et financiers internationaux grâce à son empire étendu, sa marine puissante, et son avance industrielle. Durant cette même période, les États-Unis ont commencé à émerger en tant que puissance économique secondaire, avec un potentiel de devenir un pôle majeur dans le système intercontinental. L'adoption de la doctrine Monroe en 1823, qui s'est renforcée tout au long du XIXe siècle, illustre cette montée en puissance. Elle affirmait que toute intervention européenne dans les affaires des nations du continent américain serait considérée comme une action hostile à l'égard des États-Unis. Cette politique avait pour objectif de prévenir le colonialisme européen dans l'hémisphère occidental et de marquer la sphère d'influence américaine. Cette période voit également les États-Unis commencer à contester la suprématie commerciale et maritime de la Grande-Bretagne. La rivalité anglo-américaine se manifeste non seulement dans le domaine économique, mais aussi dans la politique étrangère et la présence militaire. Les tensions entre les deux nations reflètent le changement dans l'équilibre des puissances économiques et politiques, avec les États-Unis cherchant à étendre leur influence au-delà de leurs frontières et à prendre une place prépondérante sur la scène internationale. Cette transition est également marquée par une différenciation croissante des rôles économiques : tandis que la Grande-Bretagne continue d'être le centre financier du monde et un exportateur majeur de produits manufacturés, les États-Unis, avec leur vaste territoire et leurs ressources naturelles abondantes, deviennent un leader dans la production de matières premières et de denrées alimentaires. La complémentarité des deux économies, avec l'une fournissant des capitaux et des biens finis et l'autre des ressources et des produits agricoles, contribue à la dynamique d'un marché mondial de plus en plus interdépendant. | ||
Version du 4 décembre 2023 à 10:25
Basierend auf einem Kurs von Michel Oris[1][2]
Agrarstrukturen und ländliche Gesellschaft: Analyse der vorindustriellen europäischen Bauernschaft ● Das demografische System des Ancien Régime: Homöostase ● Entwicklung der sozioökonomischen Strukturen im 18. Jahrhundert: Vom Ancien Régime zur Moderne ● Ursprünge und Ursachen der englischen industriellen Revolution ● Strukturelle Mechanismen der industriellen Revolution ● Die Verbreitung der industriellen Revolution in Kontinentaleuropa ● Die Industrielle Revolution jenseits von Europa: die Vereinigten Staaten und Japan ● Die sozialen Kosten der industriellen Revolution ● Historische Analyse der konjunkturellen Phasen der ersten Globalisierung ● Dynamik nationaler Märkte und Globalisierung des Warenaustauschs ● Die Entstehung globaler Migrationssysteme ● Dynamiken und Auswirkungen der Globalisierung der Geldmärkte: Die zentrale Rolle Großbritanniens und Frankreichs ● Der Wandel der sozialen Strukturen und Beziehungen während der industriellen Revolution ● Zu den Ursprüngen der Dritten Welt und den Auswirkungen der Kolonialisierung ● Scheitern und Blockaden in der Dritten Welt ● Wandel der Arbeitsmethoden: Entwicklung der Produktionsverhältnisse vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ● Das Goldene Zeitalter der westlichen Wirtschaft: Die Glorreichen Dreißig (1945-1973) ● Die Weltwirtschaft im Wandel: 1973-2007 ● Die Herausforderungen des Wohlfahrtsstaates ● Rund um die Kolonialisierung: Entwicklungsängste und -hoffnungen ● Die Zeit der Brüche: Herausforderungen und Chancen in der internationalen Wirtschaft ● Globalisierung und Entwicklungsmuster in der "Dritten Welt"
Das Ende des 18. und der Beginn des 20. Jahrhunderts stellen einen Wendepunkt in der globalen Wirtschaftsgeschichte dar, der durch große Veränderungen in der Art und Weise, wie Nationen interagieren und am internationalen Handel teilnehmen, gekennzeichnet ist. Diese Ära wird durch den Übergang von isolierten und lokalen Mikroökonomien zu einer globalisierten Wirtschaft definiert, die durch komplexe Verflechtungen und strategische Komplementaritäten gekennzeichnet ist. Es wurde durch revolutionäre Fortschritte im Transport- und Kommunikationswesen geprägt, die die Märkte vergrößerten und die Kosten senkten und so die Handelsbeziehungen und Produktionsstrukturen auf der ganzen Welt veränderten.
Das 19. Jahrhundert begann mit den Überresten der Napoleonischen Kriege, wobei die europäischen Nationen aus einem Zustand lang anhaltender Konflikte auftauchten und sich einer protektionistischen Politik zuwandten, um ihre aufstrebenden Volkswirtschaften wieder aufzubauen und zu schützen. Im Laufe der Zeit leiteten Industrialisierung und technologische Innovation, insbesondere im Vereinigten Königreich, jedoch eine Ära des freien Handels und der Handelsdominanz ein und legten den Grundstein für die moderne Globalisierung.
Während dieser gesamten Periode stellten Krisen- und Wohlstandszyklen die bestehenden Wirtschaftsparadigmen in Frage und zwangen die Nationen, sich anzupassen und zu reagieren. Die Agrarkrise Ende des 19. Jahrhunderts, die durch den Zustrom von billigem Getreide aus Amerika ausgelöst wurde, veranlasste die europäischen Länder dazu, ihre Importabhängigkeit in Frage zu stellen und ihre landwirtschaftlichen Praktiken zu erneuern. Parallel dazu entstanden im Zuge des industriellen Aufschwungs neue Mächte, die fortschrittliche Technologien einsetzten, um mit den Pionieren der industriellen Revolution zu konkurrieren.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert entschied sich Großbritannien, das mit der relativen Veralterung seiner industriellen Infrastruktur konfrontiert war, für die Beibehaltung des Freihandels und stützte sich auf sein Empire und seine zentrale Rolle im Welthandel, um durch diese wechselnden Gewässer zu navigieren. In der Zwischenzeit haben Nationen wie Frankreich und Deutschland, die von substanziellen Binnenmärkten profitieren, einen gezielten Protektionismus eingeführt, um ihr internes Wachstum zu kultivieren. Andere, wie die Schweiz und Dänemark, umarmten die Spezialisierung nach den Prinzipien Ricardos und fanden ihre Nische in einer zunehmend diversifizierten und integrierten Weltwirtschaft.
Revolution im Transportwesen und Expansion der Märkte
Im 18. Jahrhundert erleichterte die Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere der Straßen, den Handel über große Entfernungen. Die gepflasterten Straßen, die die alten Feldwege ersetzten, trugen zu einer erheblichen Senkung der Transportkosten und -zeiten bei. Dadurch konnten sich lokale Märkte entwickeln und verbinden und so ein weit verzweigtes Handelsnetz bilden.
Ein großer Schritt war der Aufschwung der Kanäle, die Flüsse miteinander verbanden und direkte Wasserwege zwischen den Produktionszentren und Märkten schufen. Diese Großprojekte erforderten erhebliche Investitionen, die häufig über Aktiengesellschaften finanziert wurden, sodass sich eine große Anzahl von Investoren beteiligen konnte. Dieser Finanzierungsansatz legte die Grundlage für die Investitionen in die Infrastruktur des 19. Jahrhunderts, wie z. B. die Eisenbahn. Mit der Einführung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert war die Revolution im Transportwesen komplett.
Die Züge, die Geschwindigkeit, große Ladekapazität und Zuverlässigkeit boten, senkten die Transportkosten erheblich, eröffneten neue Märkte und förderten die regionale Spezialisierung. Das Ergebnis war ein Anstieg der Größenvorteile und die Schaffung nationaler und internationaler Produktmärkte. Diese Veränderungen haben die Wirtschaftsstruktur der Gesellschaften grundlegend verändert, den internationalen Handel angekurbelt, die Industrialisierung beschleunigt und die Dynamik der Kolonialreiche beeinflusst.
Effiziente Verkehrsnetze förderten auch die Verbreitung von Ideen und Innovationen und spielten so eine entscheidende Rolle in der globalen Wirtschaftsgeschichte. Der 1761 in England eröffnete Bridgewater-Kanal senkte beispielsweise die Kosten für Kohle in Manchester und veränderte so die lokale Industrie. Die 1825 eröffnete Stockton-Darlington-Eisenbahn leitete das Zeitalter des Schienenverkehrs für Güter und Passagiere ein und war der Auftakt für die Verbreitung des Schienennetzes, das die Weltwirtschaft umgestalten sollte.
Die ersten Eisenbahnlinien in den 1830er Jahren funktionierten als Prototypen und überzeugten Bankiers vom Potenzial der neuen Technologie. Die Kombination aus Schiene und Dampfmaschine ermöglichte die schnelle Entwicklung dieses Transportmittels. Ursprünglich für den Transport von Kohle konzipiert, die für die aufstrebende Industrie unerlässlich war, wurde die Eisenbahn schnell an die Beförderung von Passagieren angepasst.
Die Eisenbahn verband Industriezentren wie Manchester und Liverpool mit der Liverpool and Manchester Railway und steigerte so die Effizienz des Transports von Rohstoffen und Fertigprodukten. Die 1825 eröffnete Strecke von Stockton nach Darlington war zwar ursprünglich für den Kohletransport gedacht, begann aber bald, mithilfe von Waggons, die an Güterzüge angehängt wurden, auch Passagiere zu befördern. Der Erfolg der Eisenbahn war so groß, dass viele Städte monumentale Bahnhöfe errichteten, die zu Symbolen für Fortschritt und Innovation wurden. Der Bau des Bahnhofs King's Cross in London im Jahr 1852 beispielsweise veränderte nicht nur das Stadtbild, sondern wirkte auch als Katalysator für die umliegende Stadtentwicklung.
Abgesehen von den wirtschaftlichen Auswirkungen hatte die Eisenbahn auch bedeutende kulturelle Auswirkungen, indem sie die Wahrnehmung von Entfernungen verringerte und soziale Praktiken beeinflusste. Schnellere Reisen ermöglichten neue Formen der Freizeitgestaltung, wie z. B. Tagesausflüge der Stadtbewohner ans Meer, ein Phänomen, das durch die Dienste der Brighton Railway ab 1841 veranschaulicht wurde. Es waren diese Innovationen und Anpassungen, die die Rolle der Eisenbahn als Rückgrat der Industriellen Revolution und als Wegbereiter der modernen Infrastruktur für den Massenverkehr zementierten.
Die großen Eisenbahnlinien entstanden als entscheidende Wirtschaftsadern in den 1850er Jahren in Großbritannien und Belgien, gefolgt von Frankreich in den 1860er Jahren, wo sie hauptsächlich von Paris aus strahlten. Das einmal etablierte europäische Netz bot eine für die damalige Zeit beeindruckende Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h und sorgte so für einen leistungsfähigen und zuverlässigen Transport auf dem Kontinent. Dank technischer Innovationen konnten schwere Güter wie Stahlstangen mit beispielloser Leichtigkeit über große Entfernungen transportiert werden. Dieser Fortschritt befreite die Industrie von geografischen Zwängen, was durch die Möglichkeit veranschaulicht wird, Bleche in der Schweiz unter Verwendung von in Saint-Étienne produziertem Gusseisen herzustellen.
Die weitreichenden logistischen Kapazitäten des Eisenbahnnetzes ebneten somit den Weg für transnationale Produktionsketten und regionale Spezialisierung. Das Jahr 1914 markierte den Höhepunkt des europäischen Eisenbahnnetzes, kurz bevor der Erste Weltkrieg begann, die geopolitische und wirtschaftliche Landschaft neu zu definieren. Nach dem Konflikt begann die Eisenbahn trotz des Wiederaufbaus und der Modernisierung des Netzes gegenüber dem Aufschwung der Autobahnen an Boden zu verlieren - ein Zeichen für eine neue Revolution im Verkehrswesen mit der Vorherrschaft des Automobils und des Straßenverkehrs.
Ein prominentes Beispiel aus dieser Zeit ist der 1849 eröffnete Gare de l'Est in Paris, der ein Ausgangspunkt für Strecken nach Ostfrankreich und darüber hinaus war. Der Bau der Orient-Express-Linie 1883, die Paris mit Istanbul verband, ist ein weiteres Zeugnis für die Reife des europäischen Eisenbahnnetzes und bot einen Luxusservice, der durch mehrere Länder und Kulturen führte und die europäische Interkonnektivität symbolisierte. Das Eisenbahnnetz hat nicht nur die Logistik und den Handel verändert, sondern auch das soziale, kulturelle und sogar politische Leben der europäischen Nationen geprägt, indem es entlegene Regionen zusammenbrachte und Austausch und Integration in einem nie zuvor dagewesenen Ausmaß förderte.
Erweiterung des Horizonts: Verbesserung des Verkehrsnetzes
Der Fortschritt des Transportwesens im 19. Jahrhundert, insbesondere durch die Eisenbahn, hat den in einer bestimmten Zeit erreichbaren Raum erheblich erweitert. Diese Revolution in der Mobilität ermöglichte es den Arbeitern, weiter von ihren Arbeitsplätzen entfernt zu wohnen, ohne ihre Fähigkeit, diese täglich zu erreichen, zu beeinträchtigen. Tatsächlich begannen die Nahverkehrszüge, die städtischen Randgebiete zu bedienen, was zur Entstehung von Wohnvororten führte. In Großbritannien beispielsweise ermöglichte die Einrichtung von Strecken wie der Londoner Metropolitan Railway im Jahr 1863 den Arbeitnehmern, in neuen Stadtteilen wie Metroland zu wohnen, während sie im Zentrum der Stadt arbeiteten. Diese Wohnentfernung trug zu einer Veränderung der Stadtstruktur bei, indem sie die Wohngebiete von den Industriegebieten trennte und potenziell die Lebensqualität der Arbeiter verbesserte, die nun der Umweltverschmutzung und dem Gedränge in den städtischen Industriezentren entgehen konnten.
Das Aufkommen der Dampfschiffe im 19. Jahrhundert bedeutete einen Wendepunkt in der Seefahrt. Die Dampfmaschine machte den Segelantrieb überflüssig und ermöglichte es den Schiffen, unabhängig von den Launen des Windes und der Strömungen zu fahren. Ursprünglich mit seitlichen Schaufelrädern ausgestattet, mussten sich die Dampfschiffe anpassen, um die stürmischen Gewässer des Atlantiks zu bewältigen. Die Einführung von Schaufelrädern unter dem Rumpf oder von Propellern verbesserte die Stabilität und Effizienz der Schiffe, wodurch sich die Dauer der Transatlantiküberquerungen von dreißig auf fünfzehn Tage verkürzte.
Diese regelmäßigen und schnelleren Überfahrten ermöglichten den Aufbau eines zuverlässigen transatlantischen Transportnetzes und ebneten so den Weg für einen reibungsloseren internationalen Handel. Der Ersatz von Holz durch Stahlbleche im Schiffbau trug ebenfalls dazu bei, größere, stärkere und leichtere Schiffe zu schaffen.
Die erste erfolgreiche Überquerung des Atlantiks durch ein Dampfschiff, die SS Savannah, fand 1819 statt, obwohl ein Großteil der Reise unter Segeln zurückgelegt worden war. Dieser Erfolg ebnete den Weg für weitere Innovationen, wie die Great Eastern, die 1859 das Kunststück vollbrachte, das erste transatlantische Telegrafenkabel zu verlegen und damit Europa mit New York zu verbinden. Diese technische Meisterleistung hatte weitreichende Auswirkungen, da sie eine sofortige Kommunikation zwischen den Kontinenten ermöglichte und die globalen Finanzmärkte vereinte, was sich direkt auf die Börsen an der Wall Street und in der City of London auswirkte. Diese Verbindung leitete das Zeitalter der globalen Kommunikation ein und legte den Grundstein für die globalisierte Wirtschaft.
Diese historische Karte aus dem 19. Jahrhundert stellt die Linien des Unterwassertelegrafen zwischen Amerika und Europa dar. Man sieht die verschiedenen Routen der Unterseekabel über den Atlantik eingezeichnet. Interessant ist das "The Great Atlantic Cable" (Das große Atlantikkabel), bei dem es sich wahrscheinlich um das erste transatlantische Kabel handelt, das 1858 verlegt wurde. Die Karte zeigt auch die Umrisse der Küsten von Nordamerika und Europa, wobei unten eine Längengradskala die Entfernungen zwischen den einzelnen Punkten angibt. Die Landgebiete sind unterschiedlich eingefärbt, um die Territorien zu unterscheiden, und es sind Anmerkungen zu sehen, die zusätzliche Informationen über das Kabel oder relevante geografische Merkmale liefern könnten. Diese Art von Karte war für die Planung und Demonstration der technologischen Errungenschaften der damaligen Zeit, insbesondere in den Bereichen Kommunikation und internationaler Handel, von entscheidender Bedeutung. Die Fähigkeit, Informationen schnell über Kontinente hinweg zu übertragen, leitete eine neue Ära der wirtschaftlichen Globalisierung und Kommunikation ein. Dies hatte, wie bereits erwähnt, erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte, ermöglichte einen nahezu sofortigen Informationsaustausch und beeinflusste wirtschaftliche und politische Entscheidungen auf globaler Ebene maßgeblich.
Ab 1850 wurde die Globalisierung des Handels durch das Aufkommen des Transports per Dampfschiff und Eisenbahn vorangetrieben. Diese Transportmittel machten es möglich, Waren zuverlässig und kostengünstig über große Entfernungen zu transportieren. So entwickelte sich eine Weltwirtschaft, die durch eine zunehmende Integration der nationalen Volkswirtschaften in ein globales Handelssystem gekennzeichnet war.
Der Zustrom von asiatischem Reis nach Europa ist ein Beispiel dafür, wie Nahrungsmittel zu internationalen Handelsartikeln wurden, die die lokalen Ernährungsgewohnheiten und Industrien veränderten. Ebenso konnten die in den Kolonien abgebauten Rohstoffe nun zur Weiterverarbeitung in die Metropolen transportiert werden, wodurch die aufkommenden Industrien der Industriellen Revolution angetrieben wurden.
Die Eisenbahnen spielten bei der wirtschaftlichen Integration eine entscheidende Rolle. Sie verbanden entlegene Regionen mit Industriezentren und Häfen und erleichterten so den Export von Fertigwaren und den Import von Rohstoffen. So öffnete beispielsweise der Bau der Transsibirischen Eisenbahn in Russland den fernen Osten für den Export und erleichterte die Integration dieser riesigen Region in die russische Volkswirtschaft.
Das Dampfschiff hatte eine ähnliche Wirkung auf globaler Ebene, indem es die Reisezeiten zwischen den Kontinenten verkürzte. Die kürzeren Transitzeiten machten nicht nur den internationalen Handel effizienter, sondern sorgten auch dafür, dass verderbliche Waren über größere Entfernungen hinweg frisch blieben.
Schließlich hat die Einrichtung regelmäßiger Schifffahrtslinien, wie sie von der Reederei P&O (Peninsular and Oriental Steam Navigation Company) betrieben werden, den internationalen Handel verändert und bietet zuverlässige und regelmäßige Verbindungen zwischen Europa, Asien und darüber hinaus. Die Fähigkeit, Lieferungen vorherzusagen und Lieferketten zu synchronisieren, veränderte die Art und Weise, wie Handel betrieben wurde, grundlegend und machte das späte 19. Jahrhundert zu einer Schlüsselepoche bei der Herausbildung der Weltwirtschaft, die wir heute kennen.
Vereinheitlichung der Märkte und lokale Antworten
Homogenisierung der Preise auf globaler Ebene
Die Grafik mit dem Titel "Tatsächliche Kosten des Ozeantransports (1910 = 100)" veranschaulicht die Entwicklung der Kosten des Seetransports über einen Zeitraum von 1750 bis 1910. Sie zeigt einen deutlichen Rückgang der Kosten im Laufe der Zeit, wobei 1910 als Referenzpunkt verwendet wird, an dem der Index auf 100 gesetzt wird. 1750 waren die Kosten deutlich höher als 1910, was die relative Teuerung des Gütertransports auf dem Seeweg zu dieser Zeit widerspiegelt. Im gesamten 18. und frühen 19. Jahrhundert blieben die Kosten trotz Verbesserungen hoch, wie der Index von 1830 zeigt, der zwar etwas niedriger war als der von 1750, aber immer noch deutlich über der Basis von 100 lag. Zwischen 1830 und 1870 war jedoch ein deutlicher Übergang zu beobachten, in dem die Kosten deutlich sanken und unter den Referenzindex fielen. Dieser deutliche Rückgang fiel in die Ära der industriellen Revolution, die durch große Fortschritte wie verbesserte Schifffahrtstechniken, größere Schiffskapazitäten und die Einführung von Dampfschiffen gekennzeichnet war. Bis 1910 hatten die Kosten für den Transport über die Ozeane ihren niedrigsten Stand im beobachteten Zeitraum erreicht, was den enormen Einfluss technologischer Innovationen auf die Kostensenkung und die Effizienz des Seeverkehrs unterstreicht. Dieser Abwärtstrend hat einen Anstieg des internationalen Handels begünstigt und eine entscheidende Rolle bei der weltweiten wirtschaftlichen Integration gespielt, die einen reibungsloseren Warenverkehr über die Ozeane ermöglicht und weitreichende Auswirkungen auf die globale Wirtschaft hat.
Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im 18. und 19. Jahrhundert veränderte die Wirtschaft grundlegend und führte von isolierten lokalen Mikroökonomien zu einem homogeneren und vernetzten Wirtschaftsraum. Die hohen Kosten des Landtransports im Ancien Régime beschränkten den Handel auf lokale Märkte, doch da diese Kosten dank neuer Technologien deutlich gesunken sind, konnten die Produzenten ihre Handelsreichweite ausweiten.
Durch die niedrigeren Transportkosten konnte Genf, das Weizen zu niedrigeren Kosten produziert, mit dem Markt in Bern konkurrieren. Zuvor verhinderten die zusätzlichen Transportkosten, dass Genfer Weizen in Bern konkurrenzfähig war. Mit der Senkung der Transportkosten wurde Genfer Weizen auf dem Berner Markt jedoch wirtschaftlich tragfähig, was die lokalen Produzenten dazu veranlasste, sich anzupassen, indem sie entweder ihre Preise senkten, ihre Qualität erhöhten oder anderswo nach Wettbewerbsvorteilen suchten.
Diese Dynamik schuf einen Mechanismus zur Angleichung der Preise über die verschiedenen Regionen hinweg und trug so zur Angleichung der Preise innerhalb eines einzigen nationalen oder sogar internationalen Marktes bei. Der Wettbewerb zwischen den lokalen Märkten förderte somit Effizienz und Innovation, während die lokalen Produzenten gleichzeitig dem Preisdruck und der externen Konkurrenz ausgesetzt waren.
Diese wirtschaftliche Integration hatte auch soziale und politische Auswirkungen, da die Regierungen Handelsabkommen und Zölle aushandeln mussten, um ihre lokalen Wirtschaften zu schützen und gleichzeitig die Chancen der erweiterten Märkte zu nutzen.
Regionale Anpassungen angesichts der Globalisierung
Die Veränderungen bei den Transportarten und die damit verbundenen niedrigeren Kosten führten zu einer Umstrukturierung der regionalen Wirtschaft und zu einer stärkeren Spezialisierung nach den Prinzipien des komparativen Vorteils von Ricardo. Die Regionen begannen, sich auf die Produktion von Gütern zu konzentrieren, bei denen sie die höchste relative Effizienz aufwiesen, was zur Folge hatte, dass die geschützten Industrien, die aufgrund der Abgeschiedenheit und der hohen Transportkosten fortbestanden, schrumpften. Diese Spezialisierung konnte sich jedoch auch als ein zweischneidiges Schwert erweisen. Regionen, die ihre Wirtschaft auf einen einzigen Industrie- oder Landwirtschaftssektor stützten, waren anfällig für Schwankungen in diesem Sektor. Wenn dieser Sektor in eine Krise geriet, konnte die Region schwere wirtschaftliche Abschwünge erleiden, ohne andere Sektoren zu haben, die den Schock abfedern konnten. Darüber hinaus gab es Regionen, in denen es keine offensichtlichen Sektoren für eine profitable Spezialisierung gab. Diese Regionen liefen Gefahr, in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft an den Rand gedrängt zu werden, wo der internationale Wettbewerb lokale Industrien, die auf dem Weltmarkt nicht wettbewerbsfähig waren, auslöschen konnte. Während also einige Gebiete dank der neuen globalisierten Wirtschaft florierten, kämpften andere darum, ihren Platz in dieser sich rasch verändernden Wirtschaftsordnung zu finden.
Die Integration der Märkte auf verschiedenen Ebenen, sei es regional, kontinental oder global, hat komplexe und oft widersprüchliche soziale Auswirkungen mit sich gebracht. In Regionen, in denen Güter traditionell teuer waren, profitierten die Verbraucher von den niedrigeren Preisen, die sich aus der Öffnung der Märkte ergaben. Diese Dynamik hat die Kaufkraft erhöht und den Zugang zu einer größeren Vielfalt an Produkten ermöglicht. Allerdings übte dieselbe Öffnung auch einen ungünstigen Druck auf lokale Produzenten und Händler in Regionen aus, in denen diese Produkte zuvor aufgrund von Abgeschiedenheit oder Handelsschutz zu höheren Preisen verkauft wurden. Ohne die Fähigkeit, mit den Importpreisen oder den in anderen Regionen effizienter produzierten Waren zu konkurrieren, gerieten viele lokale Produzenten in den Konkurs oder mussten sich erheblich anpassen, um zu überleben. Die Beseitigung des Marktschutzes führte also zu mehr Wettbewerb, was in einigen Sektoren Innovation und Effizienz fördern konnte, in anderen aber auch zu wirtschaftlichen Störungen und Arbeitsplatzverlusten führte. Die sozialen Folgen dieses Übergangs erforderten häufig eine politische Reaktion, entweder durch die Einführung neuer Formen der Unterstützung für krisengeschüttelte Sektoren oder durch die Einführung von Maßnahmen zur Erleichterung von Umschulungen und der Mobilität der Arbeitskräfte.
Transatlantische Agrarkrise: Die Auswirkungen von US-Getreide
Das Ende des Bürgerkriegs in den USA leitete eine Zeit des nationalen Wiederaufbaus ein, in der die Einheit des Landes durch die Entwicklung eines ausgedehnten transkontinentalen Eisenbahnnetzes symbolisiert wurde. Die Fertigstellung der ersten transkontinentalen Eisenbahnlinie im Jahr 1869 verband den Osten und den Westen der USA und ermöglichte so einen effizienten Transport von Agrarprodukten aus den Great Plains zu den Binnen- und Exportmärkten.
Diese neue Transportkapazität hatte dramatische Auswirkungen auf die globalen Agrarmärkte. Die Züge konnten nun ihre Waggons mit Weizen aus dem Mittleren Westen füllen und schnell an die Küste bringen, wo der Weizen auf Dampfschiffe verladen und in großen Mengen nach Europa exportiert wurde. Diese Überschwemmung der europäischen Märkte mit amerikanischem Weizen führte zu einem Preisverfall, wodurch die traditionellen europäischen Agrarproduktionen nicht mehr wettbewerbsfähig waren.
Die große Agrarkrise in Europa von 1873 bis 1890 wurde durch diesen transatlantischen Wettbewerb noch verschärft. Die europäischen Landwirte, von denen viele weniger extensiv bewirtschaftete und weniger mechanisierte Flächen bearbeiteten als ihre amerikanischen Kollegen, konnten mit den Produktionskosten und Preisen von amerikanischem Weizen nicht mithalten. Infolgedessen gingen viele landwirtschaftliche Betriebe in Konkurs oder waren gezwungen, ihre Produktion umzustellen, was zu einer längeren Phase wirtschaftlicher Schwierigkeiten und sozialer Not für die ländlichen Gemeinden Europas führte.
Bilanz der landwirtschaftlichen und industriellen Verarbeitung
In den 1880er Jahren wurde der europäische Weinbau durch die Reblausplage verwüstet. Diese Plage wurde durch eine aus Nordamerika stammende Blattlaus verursacht, die die Wurzeln der Weinreben befällt. Diese Katastrophe zwang die europäischen Weinbauern, ihre landwirtschaftlichen Praktiken zu überdenken. Angesichts der Zerstörung ihrer Weinberge mussten sie neue Einkommensquellen erschließen, was den Übergang von einer auf Getreide ausgerichteten Subsistenzwirtschaft zu einer spekulativen kommerziellen Landwirtschaft beschleunigte.
Diese neue Form der Landwirtschaft konzentrierte sich auf die Produktion von Gütern mit hoher Wertschöpfung wie Fleisch, Milchprodukte, Zucker und Obst und zielte darauf ab, die wachsende Nachfrage der städtischen Bevölkerung zu befriedigen. Die Subsistenzlandwirtschaft, die historisch darauf abzielte, die Selbstversorgung der ländlichen Haushalte mit Nahrungsmitteln zu gewährleisten, wurde zunehmend von Formen der Viehzucht und des spezialisierten Anbaus für den Verkauf auf den wachsenden städtischen Märkten abgelöst.
Die Schweiz bildete aufgrund ihrer gebirgigen Geografie eine bemerkenswerte Ausnahme bei diesem Übergang. Die landwirtschaftlichen Flächen der Schweiz eigneten sich weniger für den großflächigen Getreideanbau, dafür aber gut für die Viehzucht, insbesondere für die Rinderzucht. Die Schweizer Landwirte hatten daher bereits eine lange Tradition in der Milchviehhaltung und Käseherstellung, was sie in eine vorteilhafte Position brachte, um die Nachfrage der Städte zu befriedigen. Die geografischen Zwänge der Schweiz begünstigten somit die frühe Entwicklung einer spezialisierten kommerziellen Landwirtschaft und machten es ihr leichter, sich an die Veränderungen auf dem europäischen Agrarmarkt Ende des 19.
Zwischen Protektionismus und Freihandel: Handelspolitiken im Wandel
Protektionismus entsteht oft als Reaktion auf den ausländischen Wettbewerbsdruck, dem die heimischen Industrien ausgesetzt sind. Regierungen, die eine protektionistische Politik verfolgen, verhängen in der Regel Einfuhrzölle, Kontingente oder andere Beschränkungen, die die Kosten für ausländische Produkte auf dem heimischen Markt erhöhen. Damit sollen die inländischen Produkte preislich wettbewerbsfähiger gemacht werden oder der inländischen Industrie Zeit gegeben werden, sich an die internationale Konkurrenz anzupassen und zu modernisieren. Diese Maßnahmen können die Entwicklung und das Überleben von neu entstehenden oder in Schwierigkeiten befindlichen Industriezweigen fördern, indem sie ihnen eine Art Schutzschild gegen billige und oftmals wettbewerbsfähigere Importe bieten. Protektionismus kann auch die Form direkter staatlicher Subventionen für lokale Industrien oder spezieller Regelungen annehmen, die inländische Unternehmen begünstigen. Dennoch ist der Protektionismus ein Thema intensiver wirtschaftlicher Debatten. Seine Kritiker argumentieren, dass er zu allgemeiner Ineffizienz, höheren Preisen für die Verbraucher und Vergeltungsmaßnahmen im Handel führt, während seine Befürworter behaupten, dass er zum Schutz der Arbeitsplätze und der nationalen industriellen Fähigkeiten notwendig ist. Die Abwägung zwischen den Vorteilen des Schutzes lokaler Industrien und den potenziellen Kosten für die Verbraucher und die Gesamtwirtschaft steht im Mittelpunkt der Diskussionen über Protektionismus.
Der Freihandel steht für eine Handelspolitik, die auf dem Prinzip beruht, tarifäre und nichttarifäre Handelshemmnisse zwischen Ländern zu reduzieren oder zu beseitigen. Dadurch können Waren und Dienstleistungen mit einem Minimum an Hindernissen über internationale Grenzen hinweg zirkulieren. Freihandelsabkommen werden häufig eingeführt, um diese Art von Handel zu fördern, mit der Vorstellung, dass dies die wirtschaftliche Effizienz steigern kann, da sich die Märkte auf natürliche Weise an die Angebots- und Nachfragebedingungen auf globaler Ebene anpassen können. Unter Freihandel konzentrieren sich die Länder auf die Produktion von Waren und Dienstleistungen, bei denen sie einen komparativen Vorteil haben, d. h. die sie im Vergleich zu anderen effizienter oder kostengünstiger herstellen können. Dies sollte theoretisch zu einer effizienteren Ressourcenallokation, einem höheren Wirtschaftswachstum, niedrigeren Preisen für die Verbraucher und einer größeren Auswahl auf dem Markt führen. Dennoch kann der Freihandel zwar Effizienzgewinne und Vorteile für die Verbraucher mit sich bringen, aber er kann auch zu Arbeitsplatzverlusten in Branchen führen, die nicht mit Billigimporten konkurrieren können, und in einigen Branchen einen Abwärtsdruck auf die Löhne verursachen. Die Debatten um den Freihandel konzentrieren sich daher auf die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen den Vorteilen offener Märkte und dem Schutz der einheimischen Industrie und der Arbeitnehmer.
Vom postnapoleonischen Isolationismus zum Freihandel
Die Zeit nach den Napoleonischen Kriegen war von einer starken protektionistischen Bewegung in ganz Europa geprägt. In der Nachkriegszeit von 1815 versuchten die von den Konflikten verwüsteten Nationen, ihre Wirtschaft wieder aufzubauen. Der Protektionismus erschien diesen Ländern als eine Möglichkeit, sich gegen die Handelsdominanz Großbritanniens zu schützen, das in der industriellen Revolution bedeutende Fortschritte gemacht hatte, während die anderen Nationen in Kriege verstrickt waren. Für Länder wie Frankreich und Belgien, die ihre eigene Industrialisierung einleiteten, bot der Protektionismus ein Umfeld, in dem sich die aufstrebenden Industrien entwickeln konnten, ohne von der Konkurrenz britischer Produkte, die oft weiter entwickelt und billiger waren, erstickt zu werden. Zölle und Einfuhrbeschränkungen waren Schlüsselinstrumente in dieser Strategie und ermöglichten es den lokalen Industrien, zu reifen und wettbewerbsfähig zu werden. Dieser Zeitraum ist in der Chronologie der Wirtschaftsgeschichte wichtig, da er zeigt, welche Auswirkungen eine protektionistische Politik auf die nationale industrielle Entwicklung haben kann. Dies bereitete auch den Boden für spätere wirtschaftliche Entwicklungen und die anschließende schrittweise Liberalisierung des Handels.
Der Zeitraum von 1850 bis 1873 war durch eine Reihe von Agrarkrisen gekennzeichnet, von denen die Kartoffelkrankheit wohl die bemerkenswerteste war, wie etwa die große Hungersnot in Irland, die in den 1840er Jahren begann. Missernten in vielen Teilen Europas führten zu Nahrungsmittelknappheit und steigenden Preisen für Grundnahrungsmittel wie Weizen. Angesichts dieser Herausforderungen sahen sich mehrere Länder, die für ihren Lebensunterhalt stark von der Landwirtschaft abhängig waren und nicht in der Lage waren, genügend Nahrungsmittel für ihre Bevölkerung zu produzieren, gezwungen, ihre Handelspolitik zu lockern. Die Senkung der Steuern und Zölle auf die Einfuhr von Weizen und anderen Getreidesorten war von entscheidender Bedeutung, um den Zugang zu Nahrungsmitteln zu ermöglichen und Hungersnöte und Preisinflation zu bekämpfen. Diese Senkung der Handelsschranken war eine Form der pragmatischen Reaktion auf Nahrungsmittelkrisen und markierte eine Wende hin zu einer liberaleren Handelspolitik. Sie entlastete vorübergehend den Druck auf die lokale Bevölkerung und öffnete gleichzeitig die nationalen Märkte für ausländische Konkurrenz, was langfristig auch zu einer stärkeren wirtschaftlichen Integration und zur Entstehung globalerer Handelsbeziehungen beitragen konnte.
Die Zeit von 1874 bis 1895 war von einer tiefen wirtschaftlichen Depression geprägt, die häufig als die Große Depression des 19. Jahrhunderts bezeichnet wird. Diese Krise wurde durch mehrere miteinander verbundene Faktoren ausgelöst, insbesondere durch die massiven Auswirkungen der Ankunft von amerikanischem Weizen auf den europäischen Märkten. Die amerikanische Agrarproduktion, die durch die Fertigstellung der großen transkontinentalen Eisenbahnlinien angekurbelt wurde, überschwemmte Europa mit billigem Getreide, destabilisierte die traditionellen Agrarmärkte und verschärfte die Schwierigkeiten der europäischen Landwirte. Im Industriesektor war dieser Zeitraum ebenfalls Zeuge einer bedeutenden Krise. Als Reaktion auf eine erhöhte Nachfrage aus den USA aufgrund des Baus ihrer Eisenbahnstrecken hatte die europäische Stahlindustrie ihre Produktionskapazitäten erheblich ausgeweitet. Es entstanden große Stahlwerke, die den für Schienen und Lokomotiven benötigten Stahl herstellten. Doch nach 1873, nachdem die USA und Deutschland - letzteres hatte die französische Kriegsentschädigung in seine Eisenbahnvereinigung investiert - den Bau ihrer Eisenbahnnetze abgeschlossen hatten, brach die Nachfrage nach Eisenbahnmaterial ein. Europa hatte daraufhin eine Stahlindustrie, die im Verhältnis zur Nachfrage überdimensioniert war. Die Überkapazitäten führten zu einer Überproduktionskrise, was einen Verfall der Stahlpreise zur Folge hatte. Die weniger soliden Unternehmen überlebten diesen drastischen Nachfrageeinbruch nicht, was zu Konkursen und Massenentlassungen führte. Arbeitnehmer, deren Arbeitsplätze von diesen Industrien abhingen, wurden arbeitslos, wodurch sich die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in ganz Europa verschärften. Diese düstere Zeit zeigte, wie anfällig Volkswirtschaften für die Volatilität der Weltmärkte sind, und unterstrich die Notwendigkeit wirtschaftlicher Diversifizierung, um Gesellschaften vor solch zerstörerischen sektoralen Schocks zu schützen.
Die Zeit von 1895 bis 1914 war eine Ära der wirtschaftlichen Erholung nach den langen Jahren der Depression, die das Ende des 19. Jahrhunderts geprägt hatten. Die westlichen Nationen versuchten, sich von früheren Krisen zu erholen, und verfolgten häufig eine protektionistische Politik. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, die heimischen Industrien zu unterstützen und zu stabilisieren, indem sie sie durch hohe Zölle und Einfuhrquoten vor ausländischer Konkurrenz schützten. Trotz des erneuten Wirtschaftswachstums kehrte der Freihandel nicht als vorherrschendes System zurück. Im Gegenteil, die Zeit wird oft als Höhepunkt des Protektionismus in vielen westlichen Ländern angesehen. Die Gründe für diese protektionistische Politik waren der Wunsch, nationale Arbeitsplätze zu sichern und die unabhängige Industrialisierung zu fördern, sowie eine Reaktion auf die wahrgenommenen Auswüchse der Globalisierung, die zu früheren wirtschaftlichen Ungleichgewichten und Krisen geführt hatten. Während dieser Zeit blieb das Vereinigte Königreich die dominierende Wirtschaftsmacht, wobei London als das Finanzzentrum der Welt fungierte. Andere Nationen, wie die USA und Deutschland, begannen jedoch, diese Vormachtstellung mit ihren eigenen, schnell wachsenden Industrien herauszufordern. Der Protektionismus trug zur Verfestigung dieser Trends bei, wobei die Länder Wirtschaftsstrategien entwickelten, die sich auf die Selbstversorgung und das Wachstum der Binnenmärkte konzentrierten. In dieser Zeit kam es auch zu einem Wettrüsten und kolonialen Rivalitäten, die ihren Höhepunkt im Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 fanden. Der Protektionismus, der die nationalen Industrien, insbesondere die Rüstungsindustrie, stärkte, spielte somit auch eine Rolle bei den zunehmenden geopolitischen Spannungen dieser Zeit.
In dieser Zeit des hohen Protektionismus in den meisten westlichen Ländern zeichneten sich die Schweiz und Großbritannien durch ihren unterschiedlichen Handelsansatz aus. Die Schweiz war aufgrund ihrer geringen Größe und des Mangels an reichlich vorhandenen natürlichen Ressourcen stark vom Export hochwertiger Produkte und vom Import von Rohstoffen abhängig. Aus diesem Grund konnte sie sich keine protektionistische Politik leisten, die zu Vergeltungsmaßnahmen ihrer Handelspartner geführt und ihren Zugang zu den Exportmärkten eingeschränkt hätte. Die Schweizer Wirtschaft verlegte sich daher auf Sektoren, in denen sie einen Wettbewerbsvorteil aufrechterhalten konnte, wie Uhren, Präzisionsinstrumente und später auch Pharma- und Finanzprodukte. Großbritannien hingegen hatte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts den Freihandel eingeführt und 1846 die Corn Laws aufgehoben, die zuvor eine Politik zum Schutz der britischen Getreideproduzenten markiert hatten. Als führende Industrienation und dank seines ausgedehnten Kolonialreichs, das ihm zahlreiche Absatzmärkte und Ressourcen bot, konnte Großbritannien von der Öffnung der internationalen Märkte profitieren. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts sah sich jedoch selbst Großbritannien als Reaktion auf den Aufstieg konkurrierender Industrien in den USA und Deutschland zunehmend protektionistischem Druck ausgesetzt. Während dieser Zeit behielten Nationen wie Deutschland, Frankreich und Italien ihre protektionistische Politik bei. Für diese Länder dienten hohe Zölle und Einfuhrkontrollen dazu, ihre aufstrebenden Industrien zu schützen oder die Preise für Agrarprodukte gegen die ausländische Konkurrenz zu stützen. Der Protektionismus wurde auch als wirtschaftspolitisches Instrument zur Förderung der Industrialisierung und zur Verfolgung nationaler strategischer Ziele eingesetzt, manchmal auf Kosten der internationalen Handelsbeziehungen.
Protektionismus angesichts des globalen Wettbewerbs: Ursachen und Folgen
Die Abschottung der nationalen Märkte durch protektionistische Maßnahmen im späten 19. Jahrhundert war weitgehend durch die Verteidigung der nationalen Agrarsektoren vor neuen internationalen Konkurrenten motiviert. Die Krise von 1873, die häufig auf die Überschwemmung der europäischen Märkte mit billigem Weizen aus den amerikanischen Great Plains zurückgeführt wurde, leitete eine Ära des verschärften weltweiten Agrarwettbewerbs ein. Als die Kosten für den Seetransport dank technologischer Fortschritte wie Dampfschiffen und der Öffnung von Seewegen wie dem Suezkanal sanken, wurden Länder mit riesigen landwirtschaftlichen Nutzflächen wie Argentinien und Australien zu immer wichtigeren Exporteuren. Argentinien mit seinen fruchtbaren Pampas wurde zu einem großen Exporteur von Rindfleisch und nutzte die mechanische Kühlung, um Fleisch nach Europa zu schicken. Australien wiederum nutzte seine weiten Ländereien und sein Klima, um ein wichtiger Exporteur von Wolle und Weizen zu werden. Diese neuen Akteure auf dem Weltmarkt setzten die europäischen Landwirte unter Druck, da ihre kleinen Betriebe bei den Produktionskosten nicht mithalten konnten. Daraufhin reagierten viele europäische Länder mit der Errichtung von Zollschranken, um ihre Landwirte vor der Konkurrenz durch billige Agrarprodukte aus der südlichen Hemisphäre und aus Amerika zu schützen. Der Agrarprotektionismus war somit eine direkte Reaktion auf die Globalisierung des Agrarsektors und die damit einhergehende Bedrohung der traditionellen Agrarstrukturen in Europa. Ziel dieser Politik war es, die Preise für Agrarprodukte auf einem Niveau zu halten, das den lokalen Landwirten das Überleben ermöglichte, und gleichzeitig zu versuchen, das soziale und wirtschaftliche Gefüge der ländlichen Gemeinden zu erhalten.
Das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert war eine Zeit des wachsenden Nationalismus und der militärischen Bereitschaft, insbesondere in Europa. Nationalistische Bedenken wurden durch die Angst vor dem Verschwinden traditioneller Agrarstrukturen verstärkt, die die Grundlage vieler nationaler Gesellschaften bildeten. Die nationale Bauernschaft wurde nicht nur als Quelle der Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln gesehen, sondern auch als wesentlicher Bestandteil der nationalen Identität und Kultur. Die Landwirtschaft wurde auch als strategisch lebenswichtig im Falle eines Konflikts angesehen, da eine Nation, die in der Lage ist, ihre eigenen Nahrungsmittel zu produzieren, in Kriegszeiten weniger anfällig für Blockaden und Importstörungen ist. Dies gewann vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen und des Wettrüstens, die für Europa im Vorfeld des Ersten Weltkriegs kennzeichnend waren, an Bedeutung. Auf politischer Ebene hatten die Regierungen dieser Zeit, die oft als links oder sozial fortschrittlich wahrgenommen wurden, ein Interesse daran, die Interessen der traditionell eher konservativen Bauernschaft zu wahren. Der Schutz der Landwirtschaft durch protektionistische Maßnahmen war daher auch eine Wahlstrategie, mit der die Unterstützung der ländlichen Bevölkerung gewonnen oder erhalten werden sollte. Somit waren die Motive hinter der Aufrechterhaltung des Protektionismus komplex und miteinander verflochten und verbanden wirtschaftliche, strategische, politische und kulturelle Überlegungen. Diese einmal eingeführten protektionistischen Politiken waren oft schwer abzubauen und hielten sich bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs, der die globale wirtschaftliche und politische Ordnung auf dramatische Weise umgestalten sollte.
Die Theorie von Gerschenkron besagt, dass Länder, die ihren Industrialisierungsprozess später beginnen, von einem "Rückstandsvorteil" (backwardness advantage) profitieren: Sie können direkt zu den fortschrittlichsten Technologien springen, ohne die Zwischenstufen durchlaufen zu müssen, die die Pioniere der Industrialisierung erdulden mussten. Dadurch können sie ihre industrielle Entwicklung beschleunigen und schnell zu den etablierteren Volkswirtschaften aufschließen. Während der wirtschaftlichen Depression, die von 1873 bis 1895 herrschte, durchlief die europäische Industrie einen tiefgreifenden Strukturwandel. Eine wichtige Veränderung war der Übergang von der Eisen- zur Stahlproduktion, einem Material, das stärker ist und sich besser für eine Vielzahl von industriellen Anwendungen eignet. Mit der Einführung neuer Herstellungsverfahren, wie dem Bessemer-Verfahren, konnte die Stahlindustrie ihre Produktivität und die Qualität ihrer Produktion erheblich steigern. Spätentwickler" wie Russland nutzten diese Zeit, um direkt moderne Hochöfen zu bauen, die für die Stahlproduktion geeignet waren, ohne die bestehende Infrastruktur, die der Eisenproduktion gewidmet war, umbauen zu müssen. Im Gegensatz dazu mussten die Länder der ersten Industrialisierungswelle, wie Großbritannien oder Belgien, in die Modernisierung ihrer Industrieanlagen investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Um sich gegen die Konkurrenz der Neulinge in der Industrialisierung zu wehren, die aufgrund ihrer fortgeschrittenen Technologie von niedrigeren Produktionskosten profitierten, griffen die alteingesessenen Industrieländer häufig auf den Protektionismus zurück. Durch die Einführung von Zollschranken für die Einfuhr von Industrieprodukten wollten diese Nationen ihre etablierten Industrien schützen, Arbeitsplätze erhalten und ihren Unternehmen Zeit geben, sich an die neuen Bedingungen auf dem Weltmarkt anzupassen.
Entwicklung und Interdependenz der industrialisierten Volkswirtschaften
Wirtschaftliche Dominanz und Kooperation vor dem 20.
À la fin du XIXe siècle, la complexification des économies avancées et l'émergence d'une complémentarité à l'échelle mondiale marquent une période de transformations économiques et géopolitiques significatives. De 1850 à 1900, la Grande-Bretagne a été le pôle primaire de l'économie mondiale, dominant les échanges commerciaux et financiers internationaux grâce à son empire étendu, sa marine puissante, et son avance industrielle. Durant cette même période, les États-Unis ont commencé à émerger en tant que puissance économique secondaire, avec un potentiel de devenir un pôle majeur dans le système intercontinental. L'adoption de la doctrine Monroe en 1823, qui s'est renforcée tout au long du XIXe siècle, illustre cette montée en puissance. Elle affirmait que toute intervention européenne dans les affaires des nations du continent américain serait considérée comme une action hostile à l'égard des États-Unis. Cette politique avait pour objectif de prévenir le colonialisme européen dans l'hémisphère occidental et de marquer la sphère d'influence américaine. Cette période voit également les États-Unis commencer à contester la suprématie commerciale et maritime de la Grande-Bretagne. La rivalité anglo-américaine se manifeste non seulement dans le domaine économique, mais aussi dans la politique étrangère et la présence militaire. Les tensions entre les deux nations reflètent le changement dans l'équilibre des puissances économiques et politiques, avec les États-Unis cherchant à étendre leur influence au-delà de leurs frontières et à prendre une place prépondérante sur la scène internationale. Cette transition est également marquée par une différenciation croissante des rôles économiques : tandis que la Grande-Bretagne continue d'être le centre financier du monde et un exportateur majeur de produits manufacturés, les États-Unis, avec leur vaste territoire et leurs ressources naturelles abondantes, deviennent un leader dans la production de matières premières et de denrées alimentaires. La complémentarité des deux économies, avec l'une fournissant des capitaux et des biens finis et l'autre des ressources et des produits agricoles, contribue à la dynamique d'un marché mondial de plus en plus interdépendant.
Dans le contexte de la fin du XIXe siècle, avec des marchés internationaux de plus en plus compétitifs et une économie mondiale en mutation, les pays autres que la Grande-Bretagne et les États-Unis ont répondu de différentes manières aux défis posés par le commerce mondial. Des pays comme la France et l'Allemagne, qui possédaient de grands marchés intérieurs, ont choisi une voie de développement économique centrée sur l'autosuffisance et la croissance interne. Pour protéger leurs industries naissantes et soutenir leur croissance économique, ces pays ont souvent adopté des politiques protectionnistes. Les tarifs douaniers élevés, les quotas et les réglementations strictes sur les importations ont été utilisés pour limiter la concurrence étrangère et favoriser les producteurs nationaux. Ces mesures protectionnistes permettaient non seulement de préserver les emplois dans les secteurs nationaux face à la concurrence internationale, mais elles contribuaient également à stimuler la demande intérieure pour les biens produits localement. Cela a aidé à construire des industries robustes et diversifiées, capables de répondre aux besoins des consommateurs nationaux et, dans certains cas, de concurrencer efficacement sur les marchés internationaux. La France et l'Allemagne ont ainsi pu soutenir leur croissance économique grâce à la taille et à la force de leurs marchés intérieurs, tout en développant des secteurs industriels compétitifs qui, à terme, les positionneraient comme des acteurs majeurs sur la scène économique mondiale. Cette stratégie de développement économique a également renforcé leur indépendance économique, ce qui était particulièrement important dans le climat d'instabilité politique et de tensions internationales qui caractérisaient la période précédant la Première Guerre mondiale.
La Suisse et le Danemark, en raison de leur taille relativement petite et de l'insuffisance de leurs marchés intérieurs pour soutenir une croissance économique autonome, ont adopté une stratégie différente. Conformément à la théorie de l'avantage comparatif de Ricardo, ils se sont spécialisés dans des niches de production où ils pouvaient être compétitifs à l'échelle internationale, et où les grandes puissances industrielles n'avaient pas encore établi une présence dominante. La Suisse s'est concentrée sur des secteurs tels que l'horlogerie, la fabrication de machines, la chimie fine et plus tard, les services bancaires et financiers. Ces industries nécessitaient un haut niveau de compétence et de précision, pour lesquels la Suisse avait déjà acquis une réputation internationale. Le Danemark, quant à lui, a développé une agriculture spécialisée orientée vers l'exportation, en particulier dans la production laitière et porcine. En investissant dans la qualité et l'efficacité de production, le Danemark a pu devenir un exportateur majeur de produits alimentaires vers le reste de l'Europe, en complément des produits agricoles produits par d'autres nations. Cette spécialisation leur a permis d'exporter des produits qui ne rentraient pas en concurrence directe avec les industries des pays importateurs, favorisant ainsi une relation de complémentarité économique plutôt que de rivalité. Les produits suisses et danois étaient souvent perçus comme complémentaires aux économies plus grandes et plus diversifiées de leurs partenaires commerciaux, contribuant à l'essor économique de ces nations sans menacer les industries locales des pays importateurs. Cette approche a non seulement permis à la Suisse et au Danemark de prospérer dans un climat de protectionnisme croissant, mais a également renforcé les liens économiques entre les nations européennes, en créant des interdépendances qui ont contribué à la stabilité et à la croissance du marché européen dans son ensemble.
Malgré l'ancienneté de son outillage industriel et la concurrence croissante des nouveaux entrants industriels, la Grande-Bretagne a fait le choix stratégique de renoncer au protectionnisme et de continuer à promouvoir le libre-échange au XIXe siècle. Ce choix était en partie fondé sur le fait que le Royaume-Uni avait déjà établi une position dominante dans le commerce international et possédait l'Empire britannique, qui lui fournissait un vaste réseau de marchés captifs pour ses produits et sources de matières premières. En exploitant sa suprématie navale et son réseau commercial étendu, l'Angleterre a consolidé son rôle d'intermédiaire central dans le commerce mondial. Les produits des colonies, tels que le coton indien ou les épices, étaient souvent transbordés par les ports britanniques avant d'être redistribués en Europe et ailleurs. De même, les produits manufacturés britanniques étaient exportés à travers le monde, renforçant l'image de la Grande-Bretagne comme le "marchand du monde". Cette politique commerciale a été rendue possible grâce à une série d'innovations technologiques, notamment dans le transport maritime et la communication, qui ont réduit les coûts et les délais de transport. Le système financier de Londres, en tant que premier centre bancaire et d'assurance au monde, a également joué un rôle clé dans la facilitation des transactions commerciales internationales. Cependant, ce modèle économique basé sur le libre-échange a commencé à être remis en question à la fin du siècle face à l'essor économique des États-Unis et de l'Allemagne, qui ont adopté des mesures protectionnistes pour soutenir leur développement industriel. Néanmoins, jusqu'à la Première Guerre mondiale, la Grande-Bretagne a réussi à maintenir sa position de leader dans le commerce mondial, en grande partie grâce à sa politique de libre-échange et à son empire global.
La réponse de la Grande-Bretagne au protectionnisme croissant d'autres nations a été de doubler la mise sur la mondialisation des échanges commerciaux. Au lieu de se replier derrière des barrières tarifaires, la Grande-Bretagne a utilisé son avantage compétitif — une marine marchande puissante, une vaste empire colonial, et une infrastructure financière et commerciale de premier plan — pour renforcer sa position en tant que centre névralgique du commerce mondial. En favorisant la libre circulation des biens à travers ses ports et en servant d'intermédiaire pour les produits coloniaux et étrangers, la Grande-Bretagne a promu la mondialisation et l'interdépendance économiques. Ce faisant, elle a non seulement étendu son influence économique, mais a également facilité l'intégration des marchés mondiaux, jetant les bases de l'économie mondiale moderne. Cette stratégie a également eu des implications culturelles et politiques, avec l'exportation de modèles britanniques de commerce, de finance, de droit et de gouvernance à travers le monde. Elle a permis à la Grande-Bretagne de maintenir son rôle de puissance dominante malgré les défis internes et externes, jusqu'à ce que les ravages de la Première Guerre mondiale et l'émergence de nouveaux centres de pouvoir commencent à éroder cette position au début du XXe siècle.
Défis et orientations de l'économie britannique au tournant du siècle
Déclin industriel britannique et réaction stratégique
Après 1900, la position de la Grande-Bretagne en tant que première puissance industrielle mondiale a commencé à fléchir. La suprématie industrielle britannique, incontestée tout au long du XIXe siècle, a été confrontée à de nouveaux défis dans la mesure où les États-Unis et l'Allemagne, notamment, ont accéléré leur propre développement industriel. L'industrie britannique, qui avait été à la pointe de la Révolution industrielle, s'est retrouvée avec des installations et des méthodes de production qui avaient peu évolué depuis leur mise en place. Beaucoup de ces outils et usines, conçus et construits pendant la première vague de l'industrialisation, étaient devenus obsolètes et inefficaces par rapport aux équipements modernes adoptés par les nouveaux industriels. Cette situation s'est traduite par un recul relatif de la productivité et de la compétitivité de l'industrie britannique. La Grande-Bretagne a été confrontée à la nécessité d'investir dans la modernisation de ses infrastructures industrielles, mais divers facteurs, tels que la complaisance due à son ancienne domination, les intérêts établis et la résistance au changement, ont souvent ralenti ce processus. Par ailleurs, l'approche britannique en faveur du libre-échange a continué, ce qui a rendu l'industrie nationale vulnérable à la concurrence des produits étrangers plus modernes et moins chers. Cela a eu pour effet de mettre davantage en évidence le retard technologique et d'efficacité des industries britanniques. La Première Guerre mondiale, qui a éclaté en 1914, a encore accentué ces défis. Non seulement le conflit a drainé les ressources économiques, mais il a également perturbé les réseaux commerciaux sur lesquels la Grande-Bretagne s'appuyait. Après la guerre, la reconstruction et la reprise économique ont exigé une modernisation encore plus poussée, que la Grande-Bretagne a dû entreprendre dans un contexte international radicalement changé.
La réaction de la Grande-Bretagne face aux défis de son industrie à partir de 1900 a été de persévérer dans sa politique de libre-échange, une stratégie qui reposait sur plusieurs facteurs clés:
Avec l'accroissement de sa population urbaine et la réduction du pourcentage de la main-d'œuvre employée dans l'agriculture, la Grande-Bretagne est devenue de moins en moins autosuffisante en matière de production alimentaire. Pour répondre aux besoins alimentaires de sa population, elle s'est retrouvée dans l'obligation d'importer de grandes quantités de nourriture. Cette dépendance aux importations agricoles a rendu le libre-échange essentiel pour maintenir la stabilité des prix et l'approvisionnement alimentaire. Le Danemark, avec son agriculture efficace et spécialisée, en particulier dans les produits laitiers et la viande porcine, a profité de cette situation pour devenir un fournisseur majeur de produits agricoles pour le marché britannique. Ce maintien du libre-échange, malgré le déclin relatif de certaines industries britanniques, reflète la nécessité pour la Grande-Bretagne de continuer à importer ce dont elle ne pouvait plus produire suffisamment, notamment la nourriture, et ce à des prix abordables pour sa population.
En important de la nourriture de diverses régions du monde telles que l'Argentine, le Danemark, l'Australie et les États-Unis, la Grande-Bretagne a pu tirer parti de la concurrence internationale pour faire baisser les prix des denrées alimentaires. Cette stratégie avait des répercussions bénéfiques directes pour les travailleurs britanniques. Avec un coût de la vie plus bas, en particulier pour des biens essentiels tels que la nourriture, les ouvriers pouvaient se permettre de se nourrir et de maintenir un niveau de vie décent sans nécessiter d'augmentation salariale de la part des employeurs. Cela a contribué à une certaine stabilité sociale et économique en atténuant les pressions inflationnistes et en limitant les revendications pour des hausses de salaires, qui auraient pu accroître les coûts de production et réduire la compétitivité des industries britanniques.
Face à la concurrence des grands exportateurs agricoles mondiaux, les agriculteurs britanniques ont dû s'adapter en modifiant leurs pratiques de production. Au début du XXe siècle, ils se sont progressivement écartés des cultures céréalières, telles que le blé, qui étaient largement importées et disponibles à moindre coût en raison de la concurrence internationale. À la place, ils se sont tournés vers la production de denrées périssables et à forte valeur ajoutée qui ne supportent pas bien le transport sur de longues distances ou qui sont demandées par les consommateurs britanniques pour leur fraîcheur, comme les légumes, les produits laitiers et les œufs. Cette transition vers des produits agricoles destinés au marché local a permis aux agriculteurs britanniques de continuer à prospérer malgré l'ouverture du pays au commerce international de denrées alimentaires de base. En se concentrant sur ces produits frais, l'agriculture britannique a pu maintenir sa pertinence et sa contribution à l'économie nationale sans nécessiter un soutien gouvernemental sous forme de politiques protectionnistes. Cela a également aidé à assurer que les terres agricoles restent productives et que les communautés rurales conservent leur viabilité économique dans un contexte de mondialisation croissante.
Complémentarités économiques : Mondialisation et spécialisation
Au début du XXe siècle, la mondialisation est entrée dans une phase où la complémentarité des économies nationales a commencé à jouer un rôle central, reflétant en partie la théorie exposée par Friedrich Engels selon laquelle la première priorité économique est de répondre aux besoins alimentaires de la population. Cette période de mondialisation a été caractérisée par une amélioration significative des conditions alimentaires en Europe, grâce à l'importation de denrées de pays à travers le monde, permettant ainsi une diversification et une abondance des ressources alimentaires.
Cette complémentarité peut être vue comme une application pratique de la théorie de l'avantage comparatif de David Ricardo. Les pays se sont spécialisés dans la production de biens et services pour lesquels ils étaient les plus compétitifs, tout en important ceux pour lesquels ils l'étaient moins. Les grandes puissances industrielles ont ainsi pu se développer et étendre leurs économies sans nécessairement entrer en concurrence directe les unes avec les autres. Par exemple, pendant que les pays comme la Grande-Bretagne et l'Allemagne se concentraient sur l'industrialisation et la production manufacturière, d'autres, comme l'Argentine et l'Australie, exportaient leurs surplus agricoles.
Cette spécialisation a permis une efficacité accrue et une croissance économique globale, car les nations ont pu échanger des biens et des services de manière plus productive, chaque pays tirant parti de ses forces uniques. Cela a également conduit à une interdépendance économique plus profonde, les économies nationales s'imbriquant dans un réseau complexe de commerce international. Cette interdépendance a été bénéfique pour le développement économique mondial, mais elle a également créé de nouvelles vulnérabilités, comme cela deviendra évident avec les perturbations commerciales causées par les deux guerres mondiales.
Synthèse des dynamiques économiques mondiales
La période s'étalant de la fin du XVIIIe siècle au début du XXe siècle a été témoin d'une transformation profonde des économies mondiales, une époque où les nations ont traversé des chemins fluctuants entre protectionnisme et libre-échange. L'avènement des technologies de transport et de communication a rétréci les distances, remodelé les échanges commerciaux et redessiné les cartes économiques, conduisant à une intégration sans précédent des marchés internationaux.
La Grande Dépression de la fin du XIXe siècle a marqué un tournant décisif, incitant les pays à se replier sur eux-mêmes, tandis que d'autres, comme la Grande-Bretagne, ont répondu par une poussée vers une mondialisation accrue, se positionnant en tant que pivot du commerce mondial. Les nations ont été forcées de réévaluer et d'adapter leurs stratégies économiques en réponse aux changements rapides des conditions du marché mondial, menant à une spécialisation et à une complémentarité qui ont redéfini les relations internationales.
Au début du XXe siècle, alors que la Grande-Bretagne faisait face à un déclin relatif de son industrie, elle a continué à promouvoir le libre-échange, s'appuyant sur sa suprématie commerciale et maritime pour maintenir sa position sur la scène mondiale. Parallèlement, des pays de taille plus modeste comme la Suisse et le Danemark ont trouvé des voies de succès en se spécialisant dans des secteurs qui complétaient plutôt qu'ils ne rivalisaient avec les grandes puissances industrielles.
La période préliminaire à la Première Guerre mondiale a été celle de la consolidation des économies nationales dans un système mondial interdépendant, où la complémentarité et la spécialisation ont joué un rôle essentiel. Cette ère a posé les fondations de la mondialisation économique contemporaine et a établi des modèles de commerce et de production qui continuent de façonner notre monde aujourd'hui. Toutefois, les leçons de cette époque résonnent toujours, rappelant les défis inhérents à l'équilibrage des intérêts nationaux avec les bénéfices et les vulnérabilités d'une économie mondialisée.