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Die Grafik mit dem Titel "Tatsächliche Kosten des Ozeantransports (1910 = 100)" veranschaulicht die Entwicklung der Kosten des Seetransports über einen Zeitraum von 1750 bis 1910. Sie zeigt einen deutlichen Rückgang der Kosten im Laufe der Zeit, wobei 1910 als Referenzpunkt verwendet wird, an dem der Index auf 100 gesetzt wird. 1750 waren die Kosten deutlich höher als 1910, was die relative Teuerung des Gütertransports auf dem Seeweg zu dieser Zeit widerspiegelt. Im gesamten 18. und frühen 19. Jahrhundert blieben die Kosten trotz Verbesserungen hoch, wie der Index von 1830 zeigt, der zwar etwas niedriger war als der von 1750, aber immer noch deutlich über der Basis von 100 lag. Zwischen 1830 und 1870 war jedoch ein deutlicher Übergang zu beobachten, in dem die Kosten deutlich sanken und unter den Referenzindex fielen. Dieser deutliche Rückgang fiel in die Ära der industriellen Revolution, die durch große Fortschritte wie verbesserte Schifffahrtstechniken, größere Schiffskapazitäten und die Einführung von Dampfschiffen gekennzeichnet war. Bis 1910 hatten die Kosten für den Transport über die Ozeane ihren niedrigsten Stand im beobachteten Zeitraum erreicht, was den enormen Einfluss technologischer Innovationen auf die Kostensenkung und die Effizienz des Seeverkehrs unterstreicht. Dieser Abwärtstrend hat einen Anstieg des internationalen Handels begünstigt und eine entscheidende Rolle bei der weltweiten wirtschaftlichen Integration gespielt, die einen reibungsloseren Warenverkehr über die Ozeane ermöglicht und weitreichende Auswirkungen auf die globale Wirtschaft hat. | |||
Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im 18. und 19. Jahrhundert veränderte die Wirtschaft grundlegend und führte von isolierten lokalen Mikroökonomien zu einem homogeneren und vernetzten Wirtschaftsraum. Die hohen Kosten des Landtransports im Ancien Régime beschränkten den Handel auf lokale Märkte, doch da diese Kosten dank neuer Technologien deutlich gesunken sind, konnten die Produzenten ihre Handelsreichweite ausweiten. | |||
Durch die niedrigeren Transportkosten konnte Genf, das Weizen zu niedrigeren Kosten produziert, mit dem Markt in Bern konkurrieren. Zuvor verhinderten die zusätzlichen Transportkosten, dass Genfer Weizen in Bern konkurrenzfähig war. Mit der Senkung der Transportkosten wurde Genfer Weizen auf dem Berner Markt jedoch wirtschaftlich tragfähig, was die lokalen Produzenten dazu veranlasste, sich anzupassen, indem sie entweder ihre Preise senkten, ihre Qualität erhöhten oder anderswo nach Wettbewerbsvorteilen suchten. | |||
Diese Dynamik schuf einen Mechanismus zur Angleichung der Preise über die verschiedenen Regionen hinweg und trug so zur Angleichung der Preise innerhalb eines einzigen nationalen oder sogar internationalen Marktes bei. Der Wettbewerb zwischen den lokalen Märkten förderte somit Effizienz und Innovation, während die lokalen Produzenten gleichzeitig dem Preisdruck und der externen Konkurrenz ausgesetzt waren. | |||
Diese wirtschaftliche Integration hatte auch soziale und politische Auswirkungen, da die Regierungen Handelsabkommen und Zölle aushandeln mussten, um ihre lokalen Wirtschaften zu schützen und gleichzeitig die Chancen der erweiterten Märkte zu nutzen. | |||
== | == Regionale Anpassungen angesichts der Globalisierung == | ||
Die Veränderungen bei den Transportarten und die damit verbundenen niedrigeren Kosten führten zu einer Umstrukturierung der regionalen Wirtschaft und zu einer stärkeren Spezialisierung nach den Prinzipien des komparativen Vorteils von Ricardo. Die Regionen begannen, sich auf die Produktion von Gütern zu konzentrieren, bei denen sie die höchste relative Effizienz aufwiesen, was zur Folge hatte, dass die geschützten Industrien, die aufgrund der Abgeschiedenheit und der hohen Transportkosten fortbestanden, schrumpften. Diese Spezialisierung konnte sich jedoch auch als ein zweischneidiges Schwert erweisen. Regionen, die ihre Wirtschaft auf einen einzigen Industrie- oder Landwirtschaftssektor stützten, waren anfällig für Schwankungen in diesem Sektor. Wenn dieser Sektor in eine Krise geriet, konnte die Region schwere wirtschaftliche Abschwünge erleiden, ohne andere Sektoren zu haben, die den Schock abfedern konnten. Darüber hinaus gab es Regionen, in denen es keine offensichtlichen Sektoren für eine profitable Spezialisierung gab. Diese Regionen liefen Gefahr, in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft an den Rand gedrängt zu werden, wo der internationale Wettbewerb lokale Industrien, die auf dem Weltmarkt nicht wettbewerbsfähig waren, auslöschen konnte. Während also einige Gebiete dank der neuen globalisierten Wirtschaft florierten, kämpften andere darum, ihren Platz in dieser sich rasch verändernden Wirtschaftsordnung zu finden. | |||
Die Integration der Märkte auf verschiedenen Ebenen, sei es regional, kontinental oder global, hat komplexe und oft widersprüchliche soziale Auswirkungen mit sich gebracht. In Regionen, in denen Güter traditionell teuer waren, profitierten die Verbraucher von den niedrigeren Preisen, die sich aus der Öffnung der Märkte ergaben. Diese Dynamik hat die Kaufkraft erhöht und den Zugang zu einer größeren Vielfalt an Produkten ermöglicht. Allerdings übte dieselbe Öffnung auch einen ungünstigen Druck auf lokale Produzenten und Händler in Regionen aus, in denen diese Produkte zuvor aufgrund von Abgeschiedenheit oder Handelsschutz zu höheren Preisen verkauft wurden. Ohne die Fähigkeit, mit den Importpreisen oder den in anderen Regionen effizienter produzierten Waren zu konkurrieren, gerieten viele lokale Produzenten in den Konkurs oder mussten sich erheblich anpassen, um zu überleben. Die Beseitigung des Marktschutzes führte also zu mehr Wettbewerb, was in einigen Sektoren Innovation und Effizienz fördern konnte, in anderen aber auch zu wirtschaftlichen Störungen und Arbeitsplatzverlusten führte. Die sozialen Folgen dieses Übergangs erforderten häufig eine politische Reaktion, entweder durch die Einführung neuer Formen der Unterstützung für krisengeschüttelte Sektoren oder durch die Einführung von Maßnahmen zur Erleichterung von Umschulungen und der Mobilität der Arbeitskräfte. | |||
== | == Transatlantische Agrarkrise: Die Auswirkungen von US-Getreide == | ||
Das Ende des Bürgerkriegs in den USA leitete eine Zeit des nationalen Wiederaufbaus ein, in der die Einheit des Landes durch die Entwicklung eines ausgedehnten transkontinentalen Eisenbahnnetzes symbolisiert wurde. Die Fertigstellung der ersten transkontinentalen Eisenbahnlinie im Jahr 1869 verband den Osten und den Westen der USA und ermöglichte so einen effizienten Transport von Agrarprodukten aus den Great Plains zu den Binnen- und Exportmärkten. | |||
Diese neue Transportkapazität hatte dramatische Auswirkungen auf die globalen Agrarmärkte. Die Züge konnten nun ihre Waggons mit Weizen aus dem Mittleren Westen füllen und schnell an die Küste bringen, wo der Weizen auf Dampfschiffe verladen und in großen Mengen nach Europa exportiert wurde. Diese Überschwemmung der europäischen Märkte mit amerikanischem Weizen führte zu einem Preisverfall, wodurch die traditionellen europäischen Agrarproduktionen nicht mehr wettbewerbsfähig waren. | |||
Die große Agrarkrise in Europa von 1873 bis 1890 wurde durch diesen transatlantischen Wettbewerb noch verschärft. Die europäischen Landwirte, von denen viele weniger extensiv bewirtschaftete und weniger mechanisierte Flächen bearbeiteten als ihre amerikanischen Kollegen, konnten mit den Produktionskosten und Preisen von amerikanischem Weizen nicht mithalten. Infolgedessen gingen viele landwirtschaftliche Betriebe in Konkurs oder waren gezwungen, ihre Produktion umzustellen, was zu einer längeren Phase wirtschaftlicher Schwierigkeiten und sozialer Not für die ländlichen Gemeinden Europas führte. | |||
== | == Bilanz der landwirtschaftlichen und industriellen Verarbeitung == | ||
In den 1880er Jahren wurde der europäische Weinbau durch die Reblausplage verwüstet. Diese Plage wurde durch eine aus Nordamerika stammende Blattlaus verursacht, die die Wurzeln der Weinreben befällt. Diese Katastrophe zwang die europäischen Weinbauern, ihre landwirtschaftlichen Praktiken zu überdenken. Angesichts der Zerstörung ihrer Weinberge mussten sie neue Einkommensquellen erschließen, was den Übergang von einer auf Getreide ausgerichteten Subsistenzwirtschaft zu einer spekulativen kommerziellen Landwirtschaft beschleunigte. | |||
Diese neue Form der Landwirtschaft konzentrierte sich auf die Produktion von Gütern mit hoher Wertschöpfung wie Fleisch, Milchprodukte, Zucker und Obst und zielte darauf ab, die wachsende Nachfrage der städtischen Bevölkerung zu befriedigen. Die Subsistenzlandwirtschaft, die historisch darauf abzielte, die Selbstversorgung der ländlichen Haushalte mit Nahrungsmitteln zu gewährleisten, wurde zunehmend von Formen der Viehzucht und des spezialisierten Anbaus für den Verkauf auf den wachsenden städtischen Märkten abgelöst. | |||
Die Schweiz bildete aufgrund ihrer gebirgigen Geografie eine bemerkenswerte Ausnahme bei diesem Übergang. Die landwirtschaftlichen Flächen der Schweiz eigneten sich weniger für den großflächigen Getreideanbau, dafür aber gut für die Viehzucht, insbesondere für die Rinderzucht. Die Schweizer Landwirte hatten daher bereits eine lange Tradition in der Milchviehhaltung und Käseherstellung, was sie in eine vorteilhafte Position brachte, um die Nachfrage der Städte zu befriedigen. Die geografischen Zwänge der Schweiz begünstigten somit die frühe Entwicklung einer spezialisierten kommerziellen Landwirtschaft und machten es ihr leichter, sich an die Veränderungen auf dem europäischen Agrarmarkt Ende des 19. | |||
= | = Zwischen Protektionismus und Freihandel: Handelspolitiken im Wandel = | ||
Le protectionnisme émerge souvent en réponse à la pression de la concurrence étrangère que subissent les industries nationales. Les gouvernements qui adoptent des politiques protectionnistes imposent généralement des droits de douane sur les importations, des contingents, ou d'autres restrictions qui augmentent le coût des produits étrangers sur le marché national. L'idée est de rendre les produits nationaux plus compétitifs en termes de prix ou de donner à l'industrie nationale le temps de s'adapter et de se moderniser face à la concurrence internationale. Ces mesures peuvent favoriser le développement et la survie de secteurs industriels naissants ou en difficulté, en leur offrant une sorte de bouclier contre les importations bon marché et souvent plus compétitives. Le protectionnisme peut également prendre la forme de subventions gouvernementales directes aux industries locales ou de réglementations spécifiques favorisant les entreprises nationales. Toutefois, le protectionnisme est un sujet de débat économique intense. Ses critiques soutiennent qu'il conduit à une inefficacité globale, à des prix plus élevés pour les consommateurs et à des représailles commerciales, tandis que ses partisans affirment qu'il est nécessaire pour protéger l'emploi et les compétences industrielles nationales. La balance entre les avantages de la protection des industries locales et les coûts potentiels pour les consommateurs et l'économie globale est au cœur des discussions sur le protectionnisme. | Le protectionnisme émerge souvent en réponse à la pression de la concurrence étrangère que subissent les industries nationales. Les gouvernements qui adoptent des politiques protectionnistes imposent généralement des droits de douane sur les importations, des contingents, ou d'autres restrictions qui augmentent le coût des produits étrangers sur le marché national. L'idée est de rendre les produits nationaux plus compétitifs en termes de prix ou de donner à l'industrie nationale le temps de s'adapter et de se moderniser face à la concurrence internationale. Ces mesures peuvent favoriser le développement et la survie de secteurs industriels naissants ou en difficulté, en leur offrant une sorte de bouclier contre les importations bon marché et souvent plus compétitives. Le protectionnisme peut également prendre la forme de subventions gouvernementales directes aux industries locales ou de réglementations spécifiques favorisant les entreprises nationales. Toutefois, le protectionnisme est un sujet de débat économique intense. Ses critiques soutiennent qu'il conduit à une inefficacité globale, à des prix plus élevés pour les consommateurs et à des représailles commerciales, tandis que ses partisans affirment qu'il est nécessaire pour protéger l'emploi et les compétences industrielles nationales. La balance entre les avantages de la protection des industries locales et les coûts potentiels pour les consommateurs et l'économie globale est au cœur des discussions sur le protectionnisme. | ||
Version du 4 décembre 2023 à 10:23
Basierend auf einem Kurs von Michel Oris[1][2]
Agrarstrukturen und ländliche Gesellschaft: Analyse der vorindustriellen europäischen Bauernschaft ● Das demografische System des Ancien Régime: Homöostase ● Entwicklung der sozioökonomischen Strukturen im 18. Jahrhundert: Vom Ancien Régime zur Moderne ● Ursprünge und Ursachen der englischen industriellen Revolution ● Strukturelle Mechanismen der industriellen Revolution ● Die Verbreitung der industriellen Revolution in Kontinentaleuropa ● Die Industrielle Revolution jenseits von Europa: die Vereinigten Staaten und Japan ● Die sozialen Kosten der industriellen Revolution ● Historische Analyse der konjunkturellen Phasen der ersten Globalisierung ● Dynamik nationaler Märkte und Globalisierung des Warenaustauschs ● Die Entstehung globaler Migrationssysteme ● Dynamiken und Auswirkungen der Globalisierung der Geldmärkte: Die zentrale Rolle Großbritanniens und Frankreichs ● Der Wandel der sozialen Strukturen und Beziehungen während der industriellen Revolution ● Zu den Ursprüngen der Dritten Welt und den Auswirkungen der Kolonialisierung ● Scheitern und Blockaden in der Dritten Welt ● Wandel der Arbeitsmethoden: Entwicklung der Produktionsverhältnisse vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ● Das Goldene Zeitalter der westlichen Wirtschaft: Die Glorreichen Dreißig (1945-1973) ● Die Weltwirtschaft im Wandel: 1973-2007 ● Die Herausforderungen des Wohlfahrtsstaates ● Rund um die Kolonialisierung: Entwicklungsängste und -hoffnungen ● Die Zeit der Brüche: Herausforderungen und Chancen in der internationalen Wirtschaft ● Globalisierung und Entwicklungsmuster in der "Dritten Welt"
Das Ende des 18. und der Beginn des 20. Jahrhunderts stellen einen Wendepunkt in der globalen Wirtschaftsgeschichte dar, der durch große Veränderungen in der Art und Weise, wie Nationen interagieren und am internationalen Handel teilnehmen, gekennzeichnet ist. Diese Ära wird durch den Übergang von isolierten und lokalen Mikroökonomien zu einer globalisierten Wirtschaft definiert, die durch komplexe Verflechtungen und strategische Komplementaritäten gekennzeichnet ist. Es wurde durch revolutionäre Fortschritte im Transport- und Kommunikationswesen geprägt, die die Märkte vergrößerten und die Kosten senkten und so die Handelsbeziehungen und Produktionsstrukturen auf der ganzen Welt veränderten.
Das 19. Jahrhundert begann mit den Überresten der Napoleonischen Kriege, wobei die europäischen Nationen aus einem Zustand lang anhaltender Konflikte auftauchten und sich einer protektionistischen Politik zuwandten, um ihre aufstrebenden Volkswirtschaften wieder aufzubauen und zu schützen. Im Laufe der Zeit leiteten Industrialisierung und technologische Innovation, insbesondere im Vereinigten Königreich, jedoch eine Ära des freien Handels und der Handelsdominanz ein und legten den Grundstein für die moderne Globalisierung.
Während dieser gesamten Periode stellten Krisen- und Wohlstandszyklen die bestehenden Wirtschaftsparadigmen in Frage und zwangen die Nationen, sich anzupassen und zu reagieren. Die Agrarkrise Ende des 19. Jahrhunderts, die durch den Zustrom von billigem Getreide aus Amerika ausgelöst wurde, veranlasste die europäischen Länder dazu, ihre Importabhängigkeit in Frage zu stellen und ihre landwirtschaftlichen Praktiken zu erneuern. Parallel dazu entstanden im Zuge des industriellen Aufschwungs neue Mächte, die fortschrittliche Technologien einsetzten, um mit den Pionieren der industriellen Revolution zu konkurrieren.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert entschied sich Großbritannien, das mit der relativen Veralterung seiner industriellen Infrastruktur konfrontiert war, für die Beibehaltung des Freihandels und stützte sich auf sein Empire und seine zentrale Rolle im Welthandel, um durch diese wechselnden Gewässer zu navigieren. In der Zwischenzeit haben Nationen wie Frankreich und Deutschland, die von substanziellen Binnenmärkten profitieren, einen gezielten Protektionismus eingeführt, um ihr internes Wachstum zu kultivieren. Andere, wie die Schweiz und Dänemark, umarmten die Spezialisierung nach den Prinzipien Ricardos und fanden ihre Nische in einer zunehmend diversifizierten und integrierten Weltwirtschaft.
Revolution im Transportwesen und Expansion der Märkte
Im 18. Jahrhundert erleichterte die Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere der Straßen, den Handel über große Entfernungen. Die gepflasterten Straßen, die die alten Feldwege ersetzten, trugen zu einer erheblichen Senkung der Transportkosten und -zeiten bei. Dadurch konnten sich lokale Märkte entwickeln und verbinden und so ein weit verzweigtes Handelsnetz bilden.
Ein großer Schritt war der Aufschwung der Kanäle, die Flüsse miteinander verbanden und direkte Wasserwege zwischen den Produktionszentren und Märkten schufen. Diese Großprojekte erforderten erhebliche Investitionen, die häufig über Aktiengesellschaften finanziert wurden, sodass sich eine große Anzahl von Investoren beteiligen konnte. Dieser Finanzierungsansatz legte die Grundlage für die Investitionen in die Infrastruktur des 19. Jahrhunderts, wie z. B. die Eisenbahn. Mit der Einführung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert war die Revolution im Transportwesen komplett.
Die Züge, die Geschwindigkeit, große Ladekapazität und Zuverlässigkeit boten, senkten die Transportkosten erheblich, eröffneten neue Märkte und förderten die regionale Spezialisierung. Das Ergebnis war ein Anstieg der Größenvorteile und die Schaffung nationaler und internationaler Produktmärkte. Diese Veränderungen haben die Wirtschaftsstruktur der Gesellschaften grundlegend verändert, den internationalen Handel angekurbelt, die Industrialisierung beschleunigt und die Dynamik der Kolonialreiche beeinflusst.
Effiziente Verkehrsnetze förderten auch die Verbreitung von Ideen und Innovationen und spielten so eine entscheidende Rolle in der globalen Wirtschaftsgeschichte. Der 1761 in England eröffnete Bridgewater-Kanal senkte beispielsweise die Kosten für Kohle in Manchester und veränderte so die lokale Industrie. Die 1825 eröffnete Stockton-Darlington-Eisenbahn leitete das Zeitalter des Schienenverkehrs für Güter und Passagiere ein und war der Auftakt für die Verbreitung des Schienennetzes, das die Weltwirtschaft umgestalten sollte.
Die ersten Eisenbahnlinien in den 1830er Jahren funktionierten als Prototypen und überzeugten Bankiers vom Potenzial der neuen Technologie. Die Kombination aus Schiene und Dampfmaschine ermöglichte die schnelle Entwicklung dieses Transportmittels. Ursprünglich für den Transport von Kohle konzipiert, die für die aufstrebende Industrie unerlässlich war, wurde die Eisenbahn schnell an die Beförderung von Passagieren angepasst.
Die Eisenbahn verband Industriezentren wie Manchester und Liverpool mit der Liverpool and Manchester Railway und steigerte so die Effizienz des Transports von Rohstoffen und Fertigprodukten. Die 1825 eröffnete Strecke von Stockton nach Darlington war zwar ursprünglich für den Kohletransport gedacht, begann aber bald, mithilfe von Waggons, die an Güterzüge angehängt wurden, auch Passagiere zu befördern. Der Erfolg der Eisenbahn war so groß, dass viele Städte monumentale Bahnhöfe errichteten, die zu Symbolen für Fortschritt und Innovation wurden. Der Bau des Bahnhofs King's Cross in London im Jahr 1852 beispielsweise veränderte nicht nur das Stadtbild, sondern wirkte auch als Katalysator für die umliegende Stadtentwicklung.
Abgesehen von den wirtschaftlichen Auswirkungen hatte die Eisenbahn auch bedeutende kulturelle Auswirkungen, indem sie die Wahrnehmung von Entfernungen verringerte und soziale Praktiken beeinflusste. Schnellere Reisen ermöglichten neue Formen der Freizeitgestaltung, wie z. B. Tagesausflüge der Stadtbewohner ans Meer, ein Phänomen, das durch die Dienste der Brighton Railway ab 1841 veranschaulicht wurde. Es waren diese Innovationen und Anpassungen, die die Rolle der Eisenbahn als Rückgrat der Industriellen Revolution und als Wegbereiter der modernen Infrastruktur für den Massenverkehr zementierten.
Die großen Eisenbahnlinien entstanden als entscheidende Wirtschaftsadern in den 1850er Jahren in Großbritannien und Belgien, gefolgt von Frankreich in den 1860er Jahren, wo sie hauptsächlich von Paris aus strahlten. Das einmal etablierte europäische Netz bot eine für die damalige Zeit beeindruckende Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h und sorgte so für einen leistungsfähigen und zuverlässigen Transport auf dem Kontinent. Dank technischer Innovationen konnten schwere Güter wie Stahlstangen mit beispielloser Leichtigkeit über große Entfernungen transportiert werden. Dieser Fortschritt befreite die Industrie von geografischen Zwängen, was durch die Möglichkeit veranschaulicht wird, Bleche in der Schweiz unter Verwendung von in Saint-Étienne produziertem Gusseisen herzustellen.
Die weitreichenden logistischen Kapazitäten des Eisenbahnnetzes ebneten somit den Weg für transnationale Produktionsketten und regionale Spezialisierung. Das Jahr 1914 markierte den Höhepunkt des europäischen Eisenbahnnetzes, kurz bevor der Erste Weltkrieg begann, die geopolitische und wirtschaftliche Landschaft neu zu definieren. Nach dem Konflikt begann die Eisenbahn trotz des Wiederaufbaus und der Modernisierung des Netzes gegenüber dem Aufschwung der Autobahnen an Boden zu verlieren - ein Zeichen für eine neue Revolution im Verkehrswesen mit der Vorherrschaft des Automobils und des Straßenverkehrs.
Ein prominentes Beispiel aus dieser Zeit ist der 1849 eröffnete Gare de l'Est in Paris, der ein Ausgangspunkt für Strecken nach Ostfrankreich und darüber hinaus war. Der Bau der Orient-Express-Linie 1883, die Paris mit Istanbul verband, ist ein weiteres Zeugnis für die Reife des europäischen Eisenbahnnetzes und bot einen Luxusservice, der durch mehrere Länder und Kulturen führte und die europäische Interkonnektivität symbolisierte. Das Eisenbahnnetz hat nicht nur die Logistik und den Handel verändert, sondern auch das soziale, kulturelle und sogar politische Leben der europäischen Nationen geprägt, indem es entlegene Regionen zusammenbrachte und Austausch und Integration in einem nie zuvor dagewesenen Ausmaß förderte.
Erweiterung des Horizonts: Verbesserung des Verkehrsnetzes
Der Fortschritt des Transportwesens im 19. Jahrhundert, insbesondere durch die Eisenbahn, hat den in einer bestimmten Zeit erreichbaren Raum erheblich erweitert. Diese Revolution in der Mobilität ermöglichte es den Arbeitern, weiter von ihren Arbeitsplätzen entfernt zu wohnen, ohne ihre Fähigkeit, diese täglich zu erreichen, zu beeinträchtigen. Tatsächlich begannen die Nahverkehrszüge, die städtischen Randgebiete zu bedienen, was zur Entstehung von Wohnvororten führte. In Großbritannien beispielsweise ermöglichte die Einrichtung von Strecken wie der Londoner Metropolitan Railway im Jahr 1863 den Arbeitnehmern, in neuen Stadtteilen wie Metroland zu wohnen, während sie im Zentrum der Stadt arbeiteten. Diese Wohnentfernung trug zu einer Veränderung der Stadtstruktur bei, indem sie die Wohngebiete von den Industriegebieten trennte und potenziell die Lebensqualität der Arbeiter verbesserte, die nun der Umweltverschmutzung und dem Gedränge in den städtischen Industriezentren entgehen konnten.
Das Aufkommen der Dampfschiffe im 19. Jahrhundert bedeutete einen Wendepunkt in der Seefahrt. Die Dampfmaschine machte den Segelantrieb überflüssig und ermöglichte es den Schiffen, unabhängig von den Launen des Windes und der Strömungen zu fahren. Ursprünglich mit seitlichen Schaufelrädern ausgestattet, mussten sich die Dampfschiffe anpassen, um die stürmischen Gewässer des Atlantiks zu bewältigen. Die Einführung von Schaufelrädern unter dem Rumpf oder von Propellern verbesserte die Stabilität und Effizienz der Schiffe, wodurch sich die Dauer der Transatlantiküberquerungen von dreißig auf fünfzehn Tage verkürzte.
Diese regelmäßigen und schnelleren Überfahrten ermöglichten den Aufbau eines zuverlässigen transatlantischen Transportnetzes und ebneten so den Weg für einen reibungsloseren internationalen Handel. Der Ersatz von Holz durch Stahlbleche im Schiffbau trug ebenfalls dazu bei, größere, stärkere und leichtere Schiffe zu schaffen.
Die erste erfolgreiche Überquerung des Atlantiks durch ein Dampfschiff, die SS Savannah, fand 1819 statt, obwohl ein Großteil der Reise unter Segeln zurückgelegt worden war. Dieser Erfolg ebnete den Weg für weitere Innovationen, wie die Great Eastern, die 1859 das Kunststück vollbrachte, das erste transatlantische Telegrafenkabel zu verlegen und damit Europa mit New York zu verbinden. Diese technische Meisterleistung hatte weitreichende Auswirkungen, da sie eine sofortige Kommunikation zwischen den Kontinenten ermöglichte und die globalen Finanzmärkte vereinte, was sich direkt auf die Börsen an der Wall Street und in der City of London auswirkte. Diese Verbindung leitete das Zeitalter der globalen Kommunikation ein und legte den Grundstein für die globalisierte Wirtschaft.
Diese historische Karte aus dem 19. Jahrhundert stellt die Linien des Unterwassertelegrafen zwischen Amerika und Europa dar. Man sieht die verschiedenen Routen der Unterseekabel über den Atlantik eingezeichnet. Interessant ist das "The Great Atlantic Cable" (Das große Atlantikkabel), bei dem es sich wahrscheinlich um das erste transatlantische Kabel handelt, das 1858 verlegt wurde. Die Karte zeigt auch die Umrisse der Küsten von Nordamerika und Europa, wobei unten eine Längengradskala die Entfernungen zwischen den einzelnen Punkten angibt. Die Landgebiete sind unterschiedlich eingefärbt, um die Territorien zu unterscheiden, und es sind Anmerkungen zu sehen, die zusätzliche Informationen über das Kabel oder relevante geografische Merkmale liefern könnten. Diese Art von Karte war für die Planung und Demonstration der technologischen Errungenschaften der damaligen Zeit, insbesondere in den Bereichen Kommunikation und internationaler Handel, von entscheidender Bedeutung. Die Fähigkeit, Informationen schnell über Kontinente hinweg zu übertragen, leitete eine neue Ära der wirtschaftlichen Globalisierung und Kommunikation ein. Dies hatte, wie bereits erwähnt, erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte, ermöglichte einen nahezu sofortigen Informationsaustausch und beeinflusste wirtschaftliche und politische Entscheidungen auf globaler Ebene maßgeblich.
Ab 1850 wurde die Globalisierung des Handels durch das Aufkommen des Transports per Dampfschiff und Eisenbahn vorangetrieben. Diese Transportmittel machten es möglich, Waren zuverlässig und kostengünstig über große Entfernungen zu transportieren. So entwickelte sich eine Weltwirtschaft, die durch eine zunehmende Integration der nationalen Volkswirtschaften in ein globales Handelssystem gekennzeichnet war.
Der Zustrom von asiatischem Reis nach Europa ist ein Beispiel dafür, wie Nahrungsmittel zu internationalen Handelsartikeln wurden, die die lokalen Ernährungsgewohnheiten und Industrien veränderten. Ebenso konnten die in den Kolonien abgebauten Rohstoffe nun zur Weiterverarbeitung in die Metropolen transportiert werden, wodurch die aufkommenden Industrien der Industriellen Revolution angetrieben wurden.
Die Eisenbahnen spielten bei der wirtschaftlichen Integration eine entscheidende Rolle. Sie verbanden entlegene Regionen mit Industriezentren und Häfen und erleichterten so den Export von Fertigwaren und den Import von Rohstoffen. So öffnete beispielsweise der Bau der Transsibirischen Eisenbahn in Russland den fernen Osten für den Export und erleichterte die Integration dieser riesigen Region in die russische Volkswirtschaft.
Das Dampfschiff hatte eine ähnliche Wirkung auf globaler Ebene, indem es die Reisezeiten zwischen den Kontinenten verkürzte. Die kürzeren Transitzeiten machten nicht nur den internationalen Handel effizienter, sondern sorgten auch dafür, dass verderbliche Waren über größere Entfernungen hinweg frisch blieben.
Schließlich hat die Einrichtung regelmäßiger Schifffahrtslinien, wie sie von der Reederei P&O (Peninsular and Oriental Steam Navigation Company) betrieben werden, den internationalen Handel verändert und bietet zuverlässige und regelmäßige Verbindungen zwischen Europa, Asien und darüber hinaus. Die Fähigkeit, Lieferungen vorherzusagen und Lieferketten zu synchronisieren, veränderte die Art und Weise, wie Handel betrieben wurde, grundlegend und machte das späte 19. Jahrhundert zu einer Schlüsselepoche bei der Herausbildung der Weltwirtschaft, die wir heute kennen.
Vereinheitlichung der Märkte und lokale Antworten
Homogenisierung der Preise auf globaler Ebene
Die Grafik mit dem Titel "Tatsächliche Kosten des Ozeantransports (1910 = 100)" veranschaulicht die Entwicklung der Kosten des Seetransports über einen Zeitraum von 1750 bis 1910. Sie zeigt einen deutlichen Rückgang der Kosten im Laufe der Zeit, wobei 1910 als Referenzpunkt verwendet wird, an dem der Index auf 100 gesetzt wird. 1750 waren die Kosten deutlich höher als 1910, was die relative Teuerung des Gütertransports auf dem Seeweg zu dieser Zeit widerspiegelt. Im gesamten 18. und frühen 19. Jahrhundert blieben die Kosten trotz Verbesserungen hoch, wie der Index von 1830 zeigt, der zwar etwas niedriger war als der von 1750, aber immer noch deutlich über der Basis von 100 lag. Zwischen 1830 und 1870 war jedoch ein deutlicher Übergang zu beobachten, in dem die Kosten deutlich sanken und unter den Referenzindex fielen. Dieser deutliche Rückgang fiel in die Ära der industriellen Revolution, die durch große Fortschritte wie verbesserte Schifffahrtstechniken, größere Schiffskapazitäten und die Einführung von Dampfschiffen gekennzeichnet war. Bis 1910 hatten die Kosten für den Transport über die Ozeane ihren niedrigsten Stand im beobachteten Zeitraum erreicht, was den enormen Einfluss technologischer Innovationen auf die Kostensenkung und die Effizienz des Seeverkehrs unterstreicht. Dieser Abwärtstrend hat einen Anstieg des internationalen Handels begünstigt und eine entscheidende Rolle bei der weltweiten wirtschaftlichen Integration gespielt, die einen reibungsloseren Warenverkehr über die Ozeane ermöglicht und weitreichende Auswirkungen auf die globale Wirtschaft hat.
Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im 18. und 19. Jahrhundert veränderte die Wirtschaft grundlegend und führte von isolierten lokalen Mikroökonomien zu einem homogeneren und vernetzten Wirtschaftsraum. Die hohen Kosten des Landtransports im Ancien Régime beschränkten den Handel auf lokale Märkte, doch da diese Kosten dank neuer Technologien deutlich gesunken sind, konnten die Produzenten ihre Handelsreichweite ausweiten.
Durch die niedrigeren Transportkosten konnte Genf, das Weizen zu niedrigeren Kosten produziert, mit dem Markt in Bern konkurrieren. Zuvor verhinderten die zusätzlichen Transportkosten, dass Genfer Weizen in Bern konkurrenzfähig war. Mit der Senkung der Transportkosten wurde Genfer Weizen auf dem Berner Markt jedoch wirtschaftlich tragfähig, was die lokalen Produzenten dazu veranlasste, sich anzupassen, indem sie entweder ihre Preise senkten, ihre Qualität erhöhten oder anderswo nach Wettbewerbsvorteilen suchten.
Diese Dynamik schuf einen Mechanismus zur Angleichung der Preise über die verschiedenen Regionen hinweg und trug so zur Angleichung der Preise innerhalb eines einzigen nationalen oder sogar internationalen Marktes bei. Der Wettbewerb zwischen den lokalen Märkten förderte somit Effizienz und Innovation, während die lokalen Produzenten gleichzeitig dem Preisdruck und der externen Konkurrenz ausgesetzt waren.
Diese wirtschaftliche Integration hatte auch soziale und politische Auswirkungen, da die Regierungen Handelsabkommen und Zölle aushandeln mussten, um ihre lokalen Wirtschaften zu schützen und gleichzeitig die Chancen der erweiterten Märkte zu nutzen.
Regionale Anpassungen angesichts der Globalisierung
Die Veränderungen bei den Transportarten und die damit verbundenen niedrigeren Kosten führten zu einer Umstrukturierung der regionalen Wirtschaft und zu einer stärkeren Spezialisierung nach den Prinzipien des komparativen Vorteils von Ricardo. Die Regionen begannen, sich auf die Produktion von Gütern zu konzentrieren, bei denen sie die höchste relative Effizienz aufwiesen, was zur Folge hatte, dass die geschützten Industrien, die aufgrund der Abgeschiedenheit und der hohen Transportkosten fortbestanden, schrumpften. Diese Spezialisierung konnte sich jedoch auch als ein zweischneidiges Schwert erweisen. Regionen, die ihre Wirtschaft auf einen einzigen Industrie- oder Landwirtschaftssektor stützten, waren anfällig für Schwankungen in diesem Sektor. Wenn dieser Sektor in eine Krise geriet, konnte die Region schwere wirtschaftliche Abschwünge erleiden, ohne andere Sektoren zu haben, die den Schock abfedern konnten. Darüber hinaus gab es Regionen, in denen es keine offensichtlichen Sektoren für eine profitable Spezialisierung gab. Diese Regionen liefen Gefahr, in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft an den Rand gedrängt zu werden, wo der internationale Wettbewerb lokale Industrien, die auf dem Weltmarkt nicht wettbewerbsfähig waren, auslöschen konnte. Während also einige Gebiete dank der neuen globalisierten Wirtschaft florierten, kämpften andere darum, ihren Platz in dieser sich rasch verändernden Wirtschaftsordnung zu finden.
Die Integration der Märkte auf verschiedenen Ebenen, sei es regional, kontinental oder global, hat komplexe und oft widersprüchliche soziale Auswirkungen mit sich gebracht. In Regionen, in denen Güter traditionell teuer waren, profitierten die Verbraucher von den niedrigeren Preisen, die sich aus der Öffnung der Märkte ergaben. Diese Dynamik hat die Kaufkraft erhöht und den Zugang zu einer größeren Vielfalt an Produkten ermöglicht. Allerdings übte dieselbe Öffnung auch einen ungünstigen Druck auf lokale Produzenten und Händler in Regionen aus, in denen diese Produkte zuvor aufgrund von Abgeschiedenheit oder Handelsschutz zu höheren Preisen verkauft wurden. Ohne die Fähigkeit, mit den Importpreisen oder den in anderen Regionen effizienter produzierten Waren zu konkurrieren, gerieten viele lokale Produzenten in den Konkurs oder mussten sich erheblich anpassen, um zu überleben. Die Beseitigung des Marktschutzes führte also zu mehr Wettbewerb, was in einigen Sektoren Innovation und Effizienz fördern konnte, in anderen aber auch zu wirtschaftlichen Störungen und Arbeitsplatzverlusten führte. Die sozialen Folgen dieses Übergangs erforderten häufig eine politische Reaktion, entweder durch die Einführung neuer Formen der Unterstützung für krisengeschüttelte Sektoren oder durch die Einführung von Maßnahmen zur Erleichterung von Umschulungen und der Mobilität der Arbeitskräfte.
Transatlantische Agrarkrise: Die Auswirkungen von US-Getreide
Das Ende des Bürgerkriegs in den USA leitete eine Zeit des nationalen Wiederaufbaus ein, in der die Einheit des Landes durch die Entwicklung eines ausgedehnten transkontinentalen Eisenbahnnetzes symbolisiert wurde. Die Fertigstellung der ersten transkontinentalen Eisenbahnlinie im Jahr 1869 verband den Osten und den Westen der USA und ermöglichte so einen effizienten Transport von Agrarprodukten aus den Great Plains zu den Binnen- und Exportmärkten.
Diese neue Transportkapazität hatte dramatische Auswirkungen auf die globalen Agrarmärkte. Die Züge konnten nun ihre Waggons mit Weizen aus dem Mittleren Westen füllen und schnell an die Küste bringen, wo der Weizen auf Dampfschiffe verladen und in großen Mengen nach Europa exportiert wurde. Diese Überschwemmung der europäischen Märkte mit amerikanischem Weizen führte zu einem Preisverfall, wodurch die traditionellen europäischen Agrarproduktionen nicht mehr wettbewerbsfähig waren.
Die große Agrarkrise in Europa von 1873 bis 1890 wurde durch diesen transatlantischen Wettbewerb noch verschärft. Die europäischen Landwirte, von denen viele weniger extensiv bewirtschaftete und weniger mechanisierte Flächen bearbeiteten als ihre amerikanischen Kollegen, konnten mit den Produktionskosten und Preisen von amerikanischem Weizen nicht mithalten. Infolgedessen gingen viele landwirtschaftliche Betriebe in Konkurs oder waren gezwungen, ihre Produktion umzustellen, was zu einer längeren Phase wirtschaftlicher Schwierigkeiten und sozialer Not für die ländlichen Gemeinden Europas führte.
Bilanz der landwirtschaftlichen und industriellen Verarbeitung
In den 1880er Jahren wurde der europäische Weinbau durch die Reblausplage verwüstet. Diese Plage wurde durch eine aus Nordamerika stammende Blattlaus verursacht, die die Wurzeln der Weinreben befällt. Diese Katastrophe zwang die europäischen Weinbauern, ihre landwirtschaftlichen Praktiken zu überdenken. Angesichts der Zerstörung ihrer Weinberge mussten sie neue Einkommensquellen erschließen, was den Übergang von einer auf Getreide ausgerichteten Subsistenzwirtschaft zu einer spekulativen kommerziellen Landwirtschaft beschleunigte.
Diese neue Form der Landwirtschaft konzentrierte sich auf die Produktion von Gütern mit hoher Wertschöpfung wie Fleisch, Milchprodukte, Zucker und Obst und zielte darauf ab, die wachsende Nachfrage der städtischen Bevölkerung zu befriedigen. Die Subsistenzlandwirtschaft, die historisch darauf abzielte, die Selbstversorgung der ländlichen Haushalte mit Nahrungsmitteln zu gewährleisten, wurde zunehmend von Formen der Viehzucht und des spezialisierten Anbaus für den Verkauf auf den wachsenden städtischen Märkten abgelöst.
Die Schweiz bildete aufgrund ihrer gebirgigen Geografie eine bemerkenswerte Ausnahme bei diesem Übergang. Die landwirtschaftlichen Flächen der Schweiz eigneten sich weniger für den großflächigen Getreideanbau, dafür aber gut für die Viehzucht, insbesondere für die Rinderzucht. Die Schweizer Landwirte hatten daher bereits eine lange Tradition in der Milchviehhaltung und Käseherstellung, was sie in eine vorteilhafte Position brachte, um die Nachfrage der Städte zu befriedigen. Die geografischen Zwänge der Schweiz begünstigten somit die frühe Entwicklung einer spezialisierten kommerziellen Landwirtschaft und machten es ihr leichter, sich an die Veränderungen auf dem europäischen Agrarmarkt Ende des 19.
Zwischen Protektionismus und Freihandel: Handelspolitiken im Wandel
Le protectionnisme émerge souvent en réponse à la pression de la concurrence étrangère que subissent les industries nationales. Les gouvernements qui adoptent des politiques protectionnistes imposent généralement des droits de douane sur les importations, des contingents, ou d'autres restrictions qui augmentent le coût des produits étrangers sur le marché national. L'idée est de rendre les produits nationaux plus compétitifs en termes de prix ou de donner à l'industrie nationale le temps de s'adapter et de se moderniser face à la concurrence internationale. Ces mesures peuvent favoriser le développement et la survie de secteurs industriels naissants ou en difficulté, en leur offrant une sorte de bouclier contre les importations bon marché et souvent plus compétitives. Le protectionnisme peut également prendre la forme de subventions gouvernementales directes aux industries locales ou de réglementations spécifiques favorisant les entreprises nationales. Toutefois, le protectionnisme est un sujet de débat économique intense. Ses critiques soutiennent qu'il conduit à une inefficacité globale, à des prix plus élevés pour les consommateurs et à des représailles commerciales, tandis que ses partisans affirment qu'il est nécessaire pour protéger l'emploi et les compétences industrielles nationales. La balance entre les avantages de la protection des industries locales et les coûts potentiels pour les consommateurs et l'économie globale est au cœur des discussions sur le protectionnisme.
Le libre-échange représente une politique commerciale fondée sur le principe de la réduction ou de l'élimination des barrières tarifaires et non tarifaires entre les pays. Cela permet aux biens et services de circuler avec un minimum d'entraves à travers les frontières internationales. Les accords de libre-échange sont souvent mis en place pour encourager ce type de commerce, avec l'idée que cela peut stimuler l'efficacité économique en permettant aux marchés de s'ajuster naturellement aux conditions de l'offre et de la demande à une échelle globale. Sous le libre-échange, les pays se concentrent sur la production de biens et services pour lesquels ils possèdent un avantage comparatif, c'est-à-dire qu'ils peuvent produire de manière plus efficace ou à moindre coût par rapport à d'autres. Cela devrait théoriquement mener à une allocation plus efficace des ressources, une croissance économique accrue, des prix inférieurs pour les consommateurs, et une plus grande diversité de choix sur le marché. Néanmoins, bien que le libre-échange puisse apporter des gains d'efficacité et des bénéfices pour les consommateurs, il peut aussi entraîner des pertes d'emplois dans les industries qui ne peuvent pas concurrencer les importations à bas prix et provoquer une pression à la baisse sur les salaires dans certains secteurs. Les débats autour du libre-échange se concentrent donc sur la recherche d'un équilibre entre les avantages de l'ouverture des marchés et la protection des industries et des travailleurs nationaux.
De l'isolationnisme post-napoléonien au libre-échange
La période qui suit les guerres napoléoniennes est marquée par un fort mouvement protectionniste à travers l'Europe. Dans l'après-guerre de 1815, les nations dévastées par les conflits ont cherché à reconstruire leurs économies. Le protectionnisme est apparu comme un moyen pour ces pays de se protéger contre la domination commerciale de la Grande-Bretagne, qui avait avancé significativement dans la Révolution industrielle pendant que les autres nations étaient embourbées dans les guerres. Pour des pays comme la France et la Belgique, qui amorçaient leur propre industrialisation, le protectionnisme a fourni un environnement où les industries naissantes pouvaient se développer sans être étouffées par la concurrence des produits britanniques, qui étaient souvent plus avancés et moins chers. Les tarifs douaniers et les restrictions à l'importation ont été des outils clés dans cette stratégie, permettant aux industries locales de mûrir et de devenir compétitives. Cette période est importante dans la chronologie de l'histoire économique car elle démontre l'impact que les politiques protectionnistes peuvent avoir sur le développement industriel national. Cela a également préparé le terrain pour les évolutions économiques ultérieures et pour la libéralisation progressive des échanges qui allait suivre.
La période de 1850 à 1873 est caractérisée par une série de crises agricoles, dont la plus notable est sans doute la maladie de la pomme de terre, telle que la grande famine en Irlande qui a débuté dans les années 1840. Les mauvaises récoltes dans de nombreuses régions d'Europe ont conduit à une pénurie alimentaire et à une hausse des prix des denrées de base comme le blé. Face à ces défis, plusieurs pays, qui dépendaient fortement de l'agriculture pour leur subsistance et qui étaient incapables de produire suffisamment de nourriture pour leur population, ont été contraints d'assouplir leurs politiques commerciales. L'allégement des taxes et des tarifs douaniers sur les importations de blé et d'autres céréales était essentiel pour permettre l'entrée de nourriture et pour lutter contre la famine et l'inflation des prix. Cette réduction des barrières commerciales a été une forme de réponse pragmatique aux crises alimentaires et a marqué un tournant vers des politiques commerciales plus libérales. Elle a permis de soulager temporairement la pression sur les populations locales tout en ouvrant les marchés nationaux à la concurrence étrangère, ce qui a pu également contribuer à terme à une plus grande intégration économique et à l'émergence de relations commerciales plus globales.
La période de 1874 à 1895 est marquée par une dépression économique profonde, souvent désignée sous le terme de la Grande Dépression du XIXe siècle. Cette crise a été déclenchée par plusieurs facteurs interconnectés, notamment l'impact massif de l'arrivée des blés américains sur les marchés européens. La production agricole américaine, dopée par l'achèvement des grandes lignes de chemin de fer transcontinentales, a inondé l'Europe de céréales à bas prix, déstabilisant les marchés agricoles traditionnels et exacerbant les difficultés des agriculteurs européens. Dans le secteur industriel, cette période a également été témoin d'une crise significative. En réponse à une demande américaine accrue due à la construction de ses lignes ferroviaires, la sidérurgie européenne avait considérablement augmenté sa capacité de production. Des usines sidérurgiques de grande envergure ont vu le jour pour fabriquer l'acier nécessaire aux rails et aux locomotives. Toutefois, après 1873, une fois que les États-Unis et l'Allemagne, cette dernière ayant investi l'indemnité de guerre française dans son unification ferroviaire, eurent terminé la construction de leurs réseaux ferroviaires, la demande de matériel ferroviaire s'est effondrée. L'Europe s'est alors retrouvée avec une industrie sidérurgique surdimensionnée par rapport à la demande. La surcapacité a entraîné une crise de surproduction, avec pour conséquence un effondrement des prix de l'acier. Les entreprises les moins solides n'ont pas survécu à cette chute brutale de la demande, menant à des faillites et à des licenciements massifs. Les travailleurs, dont les emplois dépendaient de ces industries, se sont retrouvés sans travail, exacerbant les problèmes sociaux et économiques dans toute l'Europe. Cette période sombre a démontré la vulnérabilité des économies à la volatilité des marchés mondiaux et a souligné la nécessité d'une diversification économique pour protéger les sociétés contre des chocs sectoriels aussi destructeurs.
La période de 1895 à 1914 est une ère de reprise économique après les longues années de dépression qui ont marqué la fin du XIXe siècle. Les nations occidentales, cherchant à se remettre des crises précédentes, ont souvent adopté des politiques protectionnistes. Ces mesures visaient à soutenir et à stabiliser les industries nationales en les protégeant de la concurrence étrangère grâce à des droits de douane élevés et des quotas d'importation. Malgré la reprise de la croissance économique, le libre-échange n'a pas fait son retour comme système prédominant. Au contraire, l'époque est souvent considérée comme l'apogée du protectionnisme dans de nombreux pays occidentaux. Ces politiques protectionnistes ont été motivées par le désir de sauvegarder les emplois nationaux et de promouvoir l'industrialisation indépendante, ainsi que par une réaction contre les excès perçus de la mondialisation qui avaient conduit aux déséquilibres économiques et aux crises précédentes. Pendant cette période, le Royaume-Uni est resté la puissance économique dominante, avec Londres agissant comme le centre financier du monde. Cependant, d'autres nations, comme les États-Unis et l'Allemagne, ont commencé à défier cette suprématie avec leurs propres industries en expansion rapide. Le protectionnisme a contribué à la consolidation de ces tendances, avec des pays développant des stratégies économiques centrées sur l'auto-suffisance et la croissance des marchés intérieurs. Cette époque est également celle où l'on assiste à une course aux armements et à des rivalités coloniales, qui culmineront avec le déclenchement de la Première Guerre mondiale en 1914. Le protectionnisme, en renforçant les industries nationales, notamment celles liées à l'armement, a ainsi également joué un rôle dans les tensions géopolitiques croissantes de l'époque.
Durant cette période de protectionnisme élevé dans la plupart des pays occidentaux, la Suisse et la Grande-Bretagne se distinguent par leur approche commerciale différente. La Suisse, en raison de sa petite taille et de son manque de ressources naturelles abondantes, dépendait fortement de l'exportation de produits de haute qualité et de l'importation de matières premières. De ce fait, elle ne pouvait pas se permettre d'adopter des politiques protectionnistes qui auraient entraîné des représailles de ses partenaires commerciaux et restreint son accès aux marchés d'exportation. L'économie suisse s'est donc orientée vers des secteurs où elle pouvait maintenir un avantage compétitif, tels que l'horlogerie, les instruments de précision, et plus tard les produits pharmaceutiques et financiers. La Grande-Bretagne, quant à elle, avait adopté le libre-échange dès le milieu du XIXe siècle, avec l'abrogation des Corn Laws en 1846, qui marquaient auparavant une politique de protection des producteurs de céréales britanniques. En tant que première nation industrialisée et grâce à son empire colonial étendu qui lui fournissait de nombreux débouchés et ressources, la Grande-Bretagne a pu profiter de l'ouverture des marchés internationaux. Cependant, à la fin du XIXe siècle et au début du XXe siècle, même le Royaume-Uni a fait face à des pressions protectionnistes croissantes en réponse à la montée des industries concurrentes aux États-Unis et en Allemagne. Pendant ce temps, des nations comme l'Allemagne, la France et l'Italie ont maintenu des politiques protectionnistes. Pour ces pays, les droits de douane élevés et les contrôles sur les importations ont servi à protéger leurs industries naissantes ou à soutenir les prix des produits agricoles contre la concurrence étrangère. Le protectionnisme a également été utilisé comme un outil de politique économique pour encourager l'industrialisation et pour poursuivre des objectifs stratégiques nationaux, parfois au détriment des relations commerciales internationales.
Protectionnisme face à la concurrence globale: Causes et conséquences
La fermeture des marchés nationaux par des mesures protectionnistes à la fin du XIXe siècle était largement motivée par la défense des secteurs agricoles nationaux face à l'arrivée de nouveaux concurrents internationaux. La crise de 1873, souvent attribuée à l'inondation des marchés européens par le blé bon marché en provenance des grandes plaines américaines, a marqué le début d'une ère de concurrence agricole accrue à l'échelle mondiale. Au fur et à mesure que le coût du transport maritime diminuait, grâce aux avancées technologiques comme les navires à vapeur et l'ouverture de voies maritimes telles que le canal de Suez, les pays dotés de vastes étendues de terres agricoles comme l'Argentine et l'Australie sont devenus des exportateurs de plus en plus importants. L'Argentine, avec ses pampas fertiles, est devenue un grand exportateur de viande bovine, profitant de la réfrigération mécanique pour envoyer de la viande en Europe. L'Australie, quant à elle, a profité de ses vastes terres et de son climat pour devenir un exportateur majeur de laine et de blé. Ces nouveaux acteurs sur le marché mondial ont mis sous pression les agriculteurs européens, dont les petites exploitations ne pouvaient rivaliser en termes de coûts de production. En conséquence, de nombreux pays européens ont réagi en érigeant des barrières douanières pour protéger leurs agriculteurs contre la concurrence des produits agricoles à bas prix en provenance de l'hémisphère sud et d'Amérique. Le protectionnisme agricole était donc une réponse directe à la mondialisation du secteur agricole et à la menace qu'elle représentait pour les structures agricoles traditionnelles en Europe. Ces politiques avaient pour but de maintenir les prix des produits agricoles à un niveau permettant aux agriculteurs locaux de survivre, tout en essayant de préserver le tissu social et économique des communautés rurales.
La fin du XIXe siècle et le début du XXe siècle ont été des périodes de nationalisme croissant et de préparation militaire, notamment en Europe. La crainte de voir disparaître les structures agraires traditionnelles, qui constituaient le fondement de nombreuses sociétés nationales, était renforcée par des préoccupations nationalistes. La paysannerie nationale était non seulement vue comme une source d'autosuffisance alimentaire, mais aussi comme une composante essentielle de l'identité et de la culture nationales. L'agriculture était également considérée comme stratégiquement vitale en cas de conflit, car une nation capable de produire sa propre nourriture était moins vulnérable aux blocus et aux perturbations des importations en temps de guerre. Cela a pris une importance accrue dans le contexte de la montée des tensions et de la course aux armements qui caractérisaient l'Europe à l'approche de la Première Guerre mondiale. Sur le plan politique, les gouvernements de cette époque, qui étaient souvent perçus comme étant de gauche ou socialement progressistes, avaient intérêt à préserver les intérêts de la paysannerie, traditionnellement plus conservatrice. La protection de l'agriculture par des mesures protectionnistes était donc aussi une stratégie électorale, visant à gagner ou à conserver le soutien des populations rurales. Ainsi, les motivations derrière le maintien du protectionnisme étaient complexes et entrelacées, combinant des considérations économiques, stratégiques, politiques et culturelles. Ces politiques protectionnistes, une fois mises en place, ont souvent été difficiles à démanteler et ont persisté jusqu'à la veille de la Première Guerre mondiale, qui allait remodeler l'ordre économique et politique mondial de manière dramatique.
La théorie de Gerschenkron stipule que les pays qui entament leur processus d'industrialisation plus tardivement bénéficient d'un "avantage de retard" (backwardness advantage) : ils peuvent sauter directement aux technologies les plus avancées sans avoir à passer par les étapes intermédiaires que les pionniers de l'industrialisation ont dû endurer. Cela leur permet d'accélérer leur développement industriel et de rattraper rapidement les économies plus établies. Durant la dépression économique qui a sévi de 1873 à 1895, l'industrie européenne a subi de profondes transformations structurelles. Un changement majeur a été la transition de la production de fer vers celle de l'acier, un matériau plus résistant et plus adaptable à une diversité d'applications industrielles. Avec l'introduction de nouveaux procédés de fabrication, comme le procédé Bessemer, les industries sidérurgiques ont pu augmenter considérablement leur productivité et la qualité de leur production. Les "tard-venus" comme la Russie ont profité de cette période pour construire directement des hauts fourneaux modernes adaptés à la production d'acier, sans avoir à convertir les infrastructures existantes qui étaient dédiées à la production de fer. En revanche, les pays de la première vague d'industrialisation, comme la Grande-Bretagne ou la Belgique, ont dû investir dans la modernisation de leur parc industriel pour rester compétitifs. Pour se défendre contre la concurrence des nouveaux venus dans l'industrialisation, qui bénéficiaient de coûts de production réduits grâce à leur technologie avancée, les pays industrialisés de longue date ont souvent recours au protectionnisme. En imposant des barrières douanières sur les importations de produits industriels, ces nations cherchaient à protéger leurs industries établies, à préserver l'emploi et à donner le temps à leurs entreprises de s'adapter aux nouvelles conditions du marché mondial.
Évolution et interdépendance des économies industrialisées
Dominance et coopération économiques avant le XXe siècle
À la fin du XIXe siècle, la complexification des économies avancées et l'émergence d'une complémentarité à l'échelle mondiale marquent une période de transformations économiques et géopolitiques significatives. De 1850 à 1900, la Grande-Bretagne a été le pôle primaire de l'économie mondiale, dominant les échanges commerciaux et financiers internationaux grâce à son empire étendu, sa marine puissante, et son avance industrielle. Durant cette même période, les États-Unis ont commencé à émerger en tant que puissance économique secondaire, avec un potentiel de devenir un pôle majeur dans le système intercontinental. L'adoption de la doctrine Monroe en 1823, qui s'est renforcée tout au long du XIXe siècle, illustre cette montée en puissance. Elle affirmait que toute intervention européenne dans les affaires des nations du continent américain serait considérée comme une action hostile à l'égard des États-Unis. Cette politique avait pour objectif de prévenir le colonialisme européen dans l'hémisphère occidental et de marquer la sphère d'influence américaine. Cette période voit également les États-Unis commencer à contester la suprématie commerciale et maritime de la Grande-Bretagne. La rivalité anglo-américaine se manifeste non seulement dans le domaine économique, mais aussi dans la politique étrangère et la présence militaire. Les tensions entre les deux nations reflètent le changement dans l'équilibre des puissances économiques et politiques, avec les États-Unis cherchant à étendre leur influence au-delà de leurs frontières et à prendre une place prépondérante sur la scène internationale. Cette transition est également marquée par une différenciation croissante des rôles économiques : tandis que la Grande-Bretagne continue d'être le centre financier du monde et un exportateur majeur de produits manufacturés, les États-Unis, avec leur vaste territoire et leurs ressources naturelles abondantes, deviennent un leader dans la production de matières premières et de denrées alimentaires. La complémentarité des deux économies, avec l'une fournissant des capitaux et des biens finis et l'autre des ressources et des produits agricoles, contribue à la dynamique d'un marché mondial de plus en plus interdépendant.
Dans le contexte de la fin du XIXe siècle, avec des marchés internationaux de plus en plus compétitifs et une économie mondiale en mutation, les pays autres que la Grande-Bretagne et les États-Unis ont répondu de différentes manières aux défis posés par le commerce mondial. Des pays comme la France et l'Allemagne, qui possédaient de grands marchés intérieurs, ont choisi une voie de développement économique centrée sur l'autosuffisance et la croissance interne. Pour protéger leurs industries naissantes et soutenir leur croissance économique, ces pays ont souvent adopté des politiques protectionnistes. Les tarifs douaniers élevés, les quotas et les réglementations strictes sur les importations ont été utilisés pour limiter la concurrence étrangère et favoriser les producteurs nationaux. Ces mesures protectionnistes permettaient non seulement de préserver les emplois dans les secteurs nationaux face à la concurrence internationale, mais elles contribuaient également à stimuler la demande intérieure pour les biens produits localement. Cela a aidé à construire des industries robustes et diversifiées, capables de répondre aux besoins des consommateurs nationaux et, dans certains cas, de concurrencer efficacement sur les marchés internationaux. La France et l'Allemagne ont ainsi pu soutenir leur croissance économique grâce à la taille et à la force de leurs marchés intérieurs, tout en développant des secteurs industriels compétitifs qui, à terme, les positionneraient comme des acteurs majeurs sur la scène économique mondiale. Cette stratégie de développement économique a également renforcé leur indépendance économique, ce qui était particulièrement important dans le climat d'instabilité politique et de tensions internationales qui caractérisaient la période précédant la Première Guerre mondiale.
La Suisse et le Danemark, en raison de leur taille relativement petite et de l'insuffisance de leurs marchés intérieurs pour soutenir une croissance économique autonome, ont adopté une stratégie différente. Conformément à la théorie de l'avantage comparatif de Ricardo, ils se sont spécialisés dans des niches de production où ils pouvaient être compétitifs à l'échelle internationale, et où les grandes puissances industrielles n'avaient pas encore établi une présence dominante. La Suisse s'est concentrée sur des secteurs tels que l'horlogerie, la fabrication de machines, la chimie fine et plus tard, les services bancaires et financiers. Ces industries nécessitaient un haut niveau de compétence et de précision, pour lesquels la Suisse avait déjà acquis une réputation internationale. Le Danemark, quant à lui, a développé une agriculture spécialisée orientée vers l'exportation, en particulier dans la production laitière et porcine. En investissant dans la qualité et l'efficacité de production, le Danemark a pu devenir un exportateur majeur de produits alimentaires vers le reste de l'Europe, en complément des produits agricoles produits par d'autres nations. Cette spécialisation leur a permis d'exporter des produits qui ne rentraient pas en concurrence directe avec les industries des pays importateurs, favorisant ainsi une relation de complémentarité économique plutôt que de rivalité. Les produits suisses et danois étaient souvent perçus comme complémentaires aux économies plus grandes et plus diversifiées de leurs partenaires commerciaux, contribuant à l'essor économique de ces nations sans menacer les industries locales des pays importateurs. Cette approche a non seulement permis à la Suisse et au Danemark de prospérer dans un climat de protectionnisme croissant, mais a également renforcé les liens économiques entre les nations européennes, en créant des interdépendances qui ont contribué à la stabilité et à la croissance du marché européen dans son ensemble.
Malgré l'ancienneté de son outillage industriel et la concurrence croissante des nouveaux entrants industriels, la Grande-Bretagne a fait le choix stratégique de renoncer au protectionnisme et de continuer à promouvoir le libre-échange au XIXe siècle. Ce choix était en partie fondé sur le fait que le Royaume-Uni avait déjà établi une position dominante dans le commerce international et possédait l'Empire britannique, qui lui fournissait un vaste réseau de marchés captifs pour ses produits et sources de matières premières. En exploitant sa suprématie navale et son réseau commercial étendu, l'Angleterre a consolidé son rôle d'intermédiaire central dans le commerce mondial. Les produits des colonies, tels que le coton indien ou les épices, étaient souvent transbordés par les ports britanniques avant d'être redistribués en Europe et ailleurs. De même, les produits manufacturés britanniques étaient exportés à travers le monde, renforçant l'image de la Grande-Bretagne comme le "marchand du monde". Cette politique commerciale a été rendue possible grâce à une série d'innovations technologiques, notamment dans le transport maritime et la communication, qui ont réduit les coûts et les délais de transport. Le système financier de Londres, en tant que premier centre bancaire et d'assurance au monde, a également joué un rôle clé dans la facilitation des transactions commerciales internationales. Cependant, ce modèle économique basé sur le libre-échange a commencé à être remis en question à la fin du siècle face à l'essor économique des États-Unis et de l'Allemagne, qui ont adopté des mesures protectionnistes pour soutenir leur développement industriel. Néanmoins, jusqu'à la Première Guerre mondiale, la Grande-Bretagne a réussi à maintenir sa position de leader dans le commerce mondial, en grande partie grâce à sa politique de libre-échange et à son empire global.
La réponse de la Grande-Bretagne au protectionnisme croissant d'autres nations a été de doubler la mise sur la mondialisation des échanges commerciaux. Au lieu de se replier derrière des barrières tarifaires, la Grande-Bretagne a utilisé son avantage compétitif — une marine marchande puissante, une vaste empire colonial, et une infrastructure financière et commerciale de premier plan — pour renforcer sa position en tant que centre névralgique du commerce mondial. En favorisant la libre circulation des biens à travers ses ports et en servant d'intermédiaire pour les produits coloniaux et étrangers, la Grande-Bretagne a promu la mondialisation et l'interdépendance économiques. Ce faisant, elle a non seulement étendu son influence économique, mais a également facilité l'intégration des marchés mondiaux, jetant les bases de l'économie mondiale moderne. Cette stratégie a également eu des implications culturelles et politiques, avec l'exportation de modèles britanniques de commerce, de finance, de droit et de gouvernance à travers le monde. Elle a permis à la Grande-Bretagne de maintenir son rôle de puissance dominante malgré les défis internes et externes, jusqu'à ce que les ravages de la Première Guerre mondiale et l'émergence de nouveaux centres de pouvoir commencent à éroder cette position au début du XXe siècle.
Défis et orientations de l'économie britannique au tournant du siècle
Déclin industriel britannique et réaction stratégique
Après 1900, la position de la Grande-Bretagne en tant que première puissance industrielle mondiale a commencé à fléchir. La suprématie industrielle britannique, incontestée tout au long du XIXe siècle, a été confrontée à de nouveaux défis dans la mesure où les États-Unis et l'Allemagne, notamment, ont accéléré leur propre développement industriel. L'industrie britannique, qui avait été à la pointe de la Révolution industrielle, s'est retrouvée avec des installations et des méthodes de production qui avaient peu évolué depuis leur mise en place. Beaucoup de ces outils et usines, conçus et construits pendant la première vague de l'industrialisation, étaient devenus obsolètes et inefficaces par rapport aux équipements modernes adoptés par les nouveaux industriels. Cette situation s'est traduite par un recul relatif de la productivité et de la compétitivité de l'industrie britannique. La Grande-Bretagne a été confrontée à la nécessité d'investir dans la modernisation de ses infrastructures industrielles, mais divers facteurs, tels que la complaisance due à son ancienne domination, les intérêts établis et la résistance au changement, ont souvent ralenti ce processus. Par ailleurs, l'approche britannique en faveur du libre-échange a continué, ce qui a rendu l'industrie nationale vulnérable à la concurrence des produits étrangers plus modernes et moins chers. Cela a eu pour effet de mettre davantage en évidence le retard technologique et d'efficacité des industries britanniques. La Première Guerre mondiale, qui a éclaté en 1914, a encore accentué ces défis. Non seulement le conflit a drainé les ressources économiques, mais il a également perturbé les réseaux commerciaux sur lesquels la Grande-Bretagne s'appuyait. Après la guerre, la reconstruction et la reprise économique ont exigé une modernisation encore plus poussée, que la Grande-Bretagne a dû entreprendre dans un contexte international radicalement changé.
La réaction de la Grande-Bretagne face aux défis de son industrie à partir de 1900 a été de persévérer dans sa politique de libre-échange, une stratégie qui reposait sur plusieurs facteurs clés:
Avec l'accroissement de sa population urbaine et la réduction du pourcentage de la main-d'œuvre employée dans l'agriculture, la Grande-Bretagne est devenue de moins en moins autosuffisante en matière de production alimentaire. Pour répondre aux besoins alimentaires de sa population, elle s'est retrouvée dans l'obligation d'importer de grandes quantités de nourriture. Cette dépendance aux importations agricoles a rendu le libre-échange essentiel pour maintenir la stabilité des prix et l'approvisionnement alimentaire. Le Danemark, avec son agriculture efficace et spécialisée, en particulier dans les produits laitiers et la viande porcine, a profité de cette situation pour devenir un fournisseur majeur de produits agricoles pour le marché britannique. Ce maintien du libre-échange, malgré le déclin relatif de certaines industries britanniques, reflète la nécessité pour la Grande-Bretagne de continuer à importer ce dont elle ne pouvait plus produire suffisamment, notamment la nourriture, et ce à des prix abordables pour sa population.
En important de la nourriture de diverses régions du monde telles que l'Argentine, le Danemark, l'Australie et les États-Unis, la Grande-Bretagne a pu tirer parti de la concurrence internationale pour faire baisser les prix des denrées alimentaires. Cette stratégie avait des répercussions bénéfiques directes pour les travailleurs britanniques. Avec un coût de la vie plus bas, en particulier pour des biens essentiels tels que la nourriture, les ouvriers pouvaient se permettre de se nourrir et de maintenir un niveau de vie décent sans nécessiter d'augmentation salariale de la part des employeurs. Cela a contribué à une certaine stabilité sociale et économique en atténuant les pressions inflationnistes et en limitant les revendications pour des hausses de salaires, qui auraient pu accroître les coûts de production et réduire la compétitivité des industries britanniques.
Face à la concurrence des grands exportateurs agricoles mondiaux, les agriculteurs britanniques ont dû s'adapter en modifiant leurs pratiques de production. Au début du XXe siècle, ils se sont progressivement écartés des cultures céréalières, telles que le blé, qui étaient largement importées et disponibles à moindre coût en raison de la concurrence internationale. À la place, ils se sont tournés vers la production de denrées périssables et à forte valeur ajoutée qui ne supportent pas bien le transport sur de longues distances ou qui sont demandées par les consommateurs britanniques pour leur fraîcheur, comme les légumes, les produits laitiers et les œufs. Cette transition vers des produits agricoles destinés au marché local a permis aux agriculteurs britanniques de continuer à prospérer malgré l'ouverture du pays au commerce international de denrées alimentaires de base. En se concentrant sur ces produits frais, l'agriculture britannique a pu maintenir sa pertinence et sa contribution à l'économie nationale sans nécessiter un soutien gouvernemental sous forme de politiques protectionnistes. Cela a également aidé à assurer que les terres agricoles restent productives et que les communautés rurales conservent leur viabilité économique dans un contexte de mondialisation croissante.
Complémentarités économiques : Mondialisation et spécialisation
Au début du XXe siècle, la mondialisation est entrée dans une phase où la complémentarité des économies nationales a commencé à jouer un rôle central, reflétant en partie la théorie exposée par Friedrich Engels selon laquelle la première priorité économique est de répondre aux besoins alimentaires de la population. Cette période de mondialisation a été caractérisée par une amélioration significative des conditions alimentaires en Europe, grâce à l'importation de denrées de pays à travers le monde, permettant ainsi une diversification et une abondance des ressources alimentaires.
Cette complémentarité peut être vue comme une application pratique de la théorie de l'avantage comparatif de David Ricardo. Les pays se sont spécialisés dans la production de biens et services pour lesquels ils étaient les plus compétitifs, tout en important ceux pour lesquels ils l'étaient moins. Les grandes puissances industrielles ont ainsi pu se développer et étendre leurs économies sans nécessairement entrer en concurrence directe les unes avec les autres. Par exemple, pendant que les pays comme la Grande-Bretagne et l'Allemagne se concentraient sur l'industrialisation et la production manufacturière, d'autres, comme l'Argentine et l'Australie, exportaient leurs surplus agricoles.
Cette spécialisation a permis une efficacité accrue et une croissance économique globale, car les nations ont pu échanger des biens et des services de manière plus productive, chaque pays tirant parti de ses forces uniques. Cela a également conduit à une interdépendance économique plus profonde, les économies nationales s'imbriquant dans un réseau complexe de commerce international. Cette interdépendance a été bénéfique pour le développement économique mondial, mais elle a également créé de nouvelles vulnérabilités, comme cela deviendra évident avec les perturbations commerciales causées par les deux guerres mondiales.
Synthèse des dynamiques économiques mondiales
La période s'étalant de la fin du XVIIIe siècle au début du XXe siècle a été témoin d'une transformation profonde des économies mondiales, une époque où les nations ont traversé des chemins fluctuants entre protectionnisme et libre-échange. L'avènement des technologies de transport et de communication a rétréci les distances, remodelé les échanges commerciaux et redessiné les cartes économiques, conduisant à une intégration sans précédent des marchés internationaux.
La Grande Dépression de la fin du XIXe siècle a marqué un tournant décisif, incitant les pays à se replier sur eux-mêmes, tandis que d'autres, comme la Grande-Bretagne, ont répondu par une poussée vers une mondialisation accrue, se positionnant en tant que pivot du commerce mondial. Les nations ont été forcées de réévaluer et d'adapter leurs stratégies économiques en réponse aux changements rapides des conditions du marché mondial, menant à une spécialisation et à une complémentarité qui ont redéfini les relations internationales.
Au début du XXe siècle, alors que la Grande-Bretagne faisait face à un déclin relatif de son industrie, elle a continué à promouvoir le libre-échange, s'appuyant sur sa suprématie commerciale et maritime pour maintenir sa position sur la scène mondiale. Parallèlement, des pays de taille plus modeste comme la Suisse et le Danemark ont trouvé des voies de succès en se spécialisant dans des secteurs qui complétaient plutôt qu'ils ne rivalisaient avec les grandes puissances industrielles.
La période préliminaire à la Première Guerre mondiale a été celle de la consolidation des économies nationales dans un système mondial interdépendant, où la complémentarité et la spécialisation ont joué un rôle essentiel. Cette ère a posé les fondations de la mondialisation économique contemporaine et a établi des modèles de commerce et de production qui continuent de façonner notre monde aujourd'hui. Toutefois, les leçons de cette époque résonnent toujours, rappelant les défis inhérents à l'équilibrage des intérêts nationaux avec les bénéfices et les vulnérabilités d'une économie mondialisée.